Verriegelungsvorrichtung an einer Autoklaventüre
Bei Gefässen unter Druck, z. B. Dampfkochschränken und grossen Behältern für Sterilisierungszwecke - welche Gefässe in der Fortsetzung ganz allgemein mit Autoklaven bezeichnet werden - muss die Verriegelungsvorrichtung für die Tür von solcher Bauart sein, dass auch, wenn die Sicherheitsvorrich- tung-die gewöhnlich bei Autoklaven vorgeschrie- ben und wodurch das Jnnere der Autoklaven mit der Aussenluft an Verbindung gesetzt wird, ehe die Tür geöffnet werden kann-nicht funktionieren sollte, die Verniegelungsvorrichtung ein Öffnen der Tür in solchem Grad erlaubt, daf3 das Gas (der Dampf) schnell zwischen Türkranz und Türrahmen ausströmt, ehe die Verriegelungsvorinchtung ganz geöffnet ist.
Die Erfindung bezieht sich auf eine Verniege lungavorrichtung. an einer Autoklaiventüre, mit einer Anzahl von mittels Schraubenspindel und Mutter versetzbaren Verriegelungsarmen, die bei ihrer axialen Verschiebung weg von der Schraubenspindel mit ihren äusseren Enden hinter eine Griffkante des Türrahmens zum Festhalten : der Tür in verriegelter Lage gegen die Wirkung eines im Autoklav herr- schenden Druckes eingreifen, welche Arme durch je eine Lasche an der Mutter angelenkt sind und wie doppel armige Hebel um einen Randwulst. an dem Türkranz schwenkbar sind, woboi die Tür mit Stoppanschlägen zum Begrenzen dieser Schwenkbewegung in einer bestimmten äusseren Lage versehen ist.
Die Erfindung dst dadurch gekennzeichnet, dass die Tür ausserdem mit in der Nähe der Schraubenspindel angebrachten Stützen mit dem inneren Ende den Armen zugekehrten Gleitflächen versehen ist, die bei dem Öffnen der Tür das Ziehen der Arme ein- wärts gegen die Schcaiubenspindel verhindern, bis die Arme beim Nachaussenschwenken ihres äusseren Endes die Stoppanschläge erreicht oder annähernd erreicht haben.
Dank dieser als Führungen füridas innere Ende 'der Arme dienenden Stützen wird zugesichert, dass die Arme beim Offnen der Tür zuerst. um den Randwulst schwenken müssen, bis sie den Anschlag treffen oder annähernd treffen, ehe sie : aus. der Criffkante herausgezogen werden. Durch die enwähnte Schwenk- bewegung der Arme kann die Tür den Türrahmen so weit verlassen, dass ein, genügend grosser Rang- spalt zwischen dem Rahmen und dem Türkranz gebildet wird, damit der Dampf des Autoklavs hierdurch. abströmen kans, uns abfall erzielt wind.
Wenn danach bei dem weiteren Auswärtsschrauben der Mutter die Anne über die Lasehen einwärts gezogen werden, so dass der Eingriff zwischen dem äusseren Ende der Arme und der Griffkante aufhört, ist der Druck des Autoklavs so niedrig, dass die Tür durch den gegebenenfalls noch bleibenden Druck nicht nach aussen gestossen wird und die den Auto klaven bedienende Person treffen kann. Durch die vorliegende Erfindung werden also solche Unfälle, die mit vorher bekannten Verriegelungsvorrichtungen an Autoklaven oft vorkommen, ganz vermieden.
Im folgenden wird die Erfindung an Hand der beigefügten Zeichnungen beispielsweise erläutert. Es zeigen :
Fig. 1 eine Vorderansicht eines Autoklavs mit der Tür in geschlossener Lage,
Fig. 2 in grösserem Massstab, einen Schnitt durch die mittlere, Partie und die eine Randpartie der Auto klavsntür sowie einen Teil des Türrahmens mit der Tür in geschlossener Lage,
Fig. 3 einen ähnlichen Schnitt mit der Tür in einer ersten Öffnungslage,
Fig. 4 die Tür mit den Verriegelungsarmen ganz zurückgezogen, so dass die Tür geöffnet werden kann,
Fig. 5 einen ähnlichen Schnitt wie in Fig. 2-4, , aber von ei. ner etwas veränderten, Ausfuhruingsform der Erfindung wobei die Tür während des Schlie sssns gezeigt ist.
Der auf der Zeichnung dangestellte Autoklav 1 ist mit einem inneren Mantel 2 und einem äusseren Mantel 3 versehen. An dem Öffnungsende des Autoklavs erstreckt sich ringsherum ein Türrahmen 4 mit auswärtsgerichtete Bügeln 5, die mit je einer Griffkante 6 versehen sind. Die Tür 7 des Autoklavs ist mit einem Scharnier 8 versehen, um das die Tür schwenkbar ist. In dem Türkranz 9 ist eine gegen den Türrahmen 4 offene Ringenut 10 angebracht, in der ein dichtender O-Ring 11 angeordnet ist. An der Vorderseite ist der Türkranz 9 mit einer Anzahl bügeiförmiger Führungsgtieder 12 versehen, durch welche je ein Verriegelungsarm 13 hindurchgeht.
Die Führungsglieder 12 sind mit je einem Randwulst
14 versehen, um den der betreffende Verriegelungsarm 1 3 wie ein doppelarmiger Hebel schwenkbar ist.
Mit dem äusseren Ende 15 sind die Verriegelungs- arme 13 hinten die Griffkante 6 einführbar. Die Schwemkbewegung dsr Verriegelungsarme 13 mit dem hinteren Ende 16 weg von dem Boden 17 der Tür wird durch Stoppanschläge 18 an von dem Bo , den 17 vorstehenden Ständern 19 begrenzt. Die Verriegelungsarme 13 sind mittels Laschen 20 an einer Mutter 21 angelenkt, die auf eine mit einem Handrad 22 drehbare Schraubenspindel 23 axial versetzbar ist. Diese ist drehbar, aber axial unverschiebbar an einem von dem Türboden 17 vorstehenden Lagerbolzen 24 gelagert.
Die Laschen 20 sind mit idem einen Ende um je einen Bolzon 25 der Mutter 21 schwenkbar gelagert und mit dem anderen Ende um je einen querlaufenden Bolzen 26 des betreffenden Vermogelungsarmes 13 schwenkbar gelagert. Das Loch 27 an diesem Ende der Laschen 20, durch das der Bolzen 26 läuft, ist länglich und erstreckt sich in der Längsrichtung der betreffenden Lasche. Hierdurch wird eine gewisse Schwenkung der Lasche 20 ohne entsprechende Versetzung des dauz gehörigen Verriegelungsarmes 13 ermöglicht. In der Nähe der mittleren Partie der Tür 1 sind Stützen 28 f. iir das innere Ende 16, der Arme 13 angeordnet.
Die Stützen sind mit einem Absatz 29 versehen, gegen welchen das innere Ende 16 der Arme 13 beim Schliessen der Tür geschwenkt wird, wobei die Arme durch einen aus dauerhaiftem Material, zweckmässi gerweise aus Stahl, ausgeführten Ring 30 an der Mutter 21. mit dem inmeien Ende 16 an den Absatz 29 gepresst wird. Ausserhalb des Absatzes 29 neigt die Fübrungskante 31 der Stütze 28 schwach gegen das äussere Ende des Lagerbolzsns 24. Das innere Ende 16 der Anme 13 ist etwas, abgerundet.
Das Schliessen des Autoklavs erfolgt auf folgende Weise :
Zuerst wird die Tür 7 um das Scharnier 8 ge schwenkt, bis der Türkranz 9 don Türrahmen 4 erreicht. Danach wird die Schraubenspindel 23 mit dem Handrad 22 so gedreht, dass die Mutter 21 in der Richtung nach dem Türboden 17 hin ver schoben wird. Wenn die Arme 13 mit dem Ende 16 an das äussere Ende der Stützen 28 anstossen, werden sie von den Laschen 20 gezwungen, sich axial nach. aussen in den Bügeln 5 des Türrahmens 4 zu verschieben. Diese axiale Verschiebung setzt sich fort, bis die, inneren Enden 16 der Arme 13 an die Führungskante 31 gelangen.
Danach hört die axiale Verschiebung auf, und die Arme 13 schwenken danach um den Randwulst 14 der Führungsglieder 12, wobei die Tür 7 unter Komprimieren des Dichtungs- ringes11ganz geschlossen wird. Die Schwenkbewe- gung der Arme 13 setzt sich fort, bis die inneren Enden 16 derselben den Absatz 29 erneicht haben, sofern der Schliessdruck nicht den erforderlichen Werb vorher erreicht hat. Der Schliessdruck mss na türlich den inneren Überdruck, mit dem der Autoklav bestimmt ist, betrieben zu werden, etwas übersteigen.
Wsnn die Tür 7 geöffnet werden soll, wird die Spindel 23 mit dem Handrad 22 in entgegengesetzter Richtung gedreht. Dabei wird die Mutter 21 nach aussen unter Schwenkung der Laschen 20 verscho- ben. Diese werden dank des länglichen Loches 27 eine gewisse Winkellage im Verhältnis zu den Armen 13 emnehmen, ehe das innere Ende 16 der letzteren durch. die Laschen 20 von dem Türboden 17 wag- geschwenkt werden, längs der Führungskante 31 gleitend. Diese Schwenkbewegung wird von dem Über- druck des Autoklavs unterstützt, der dank der Hebelwirkung der Arme 13 dieselbe leicht auswärts gegen die Stoppanschläge 18 schwenkt.
Durch diese Aus wärtsschwenkmg des inneren Endes'16 der Arme cntsteht, wie aus Fig. 3 hervorgeht, ein Spalt 32 zwi- schen dem Türkranz 9 und idem Rahmen 4, durch welches der Druck vermindert werden kann. Es liegt kein Gefahr vor, dass. die Tür von dem Druck mit Wucht geöffnet wird, : da das äussere Ende 15 der Arme 13 sich immer noch hinter der Griffkante 6 befiindet. Erst nachdem die Mutter 21 weiter nach aussen geschraubt wird, wobei aber der innere Druck schon, wie oben erklärt, reduziert worden ist, erfolgt ein Einwärtsziehen der Arme 13, so dass der Eingriff hinter der Griffkante 6 der Bügel 5 aufhört und die Tür 7 ganz ausgeschwenkt werden kann.
Um die grösstmögliche Sicherheit zu erreichen, dass die Arme 13 beim Öffnen der Autoklaventür mit ihrem äusseren Ende 15 die Griffkante 6 nicht verlassen, ehe sie mit ihrem innenen Ende 16 gegen den Anschlag 18 gestoppt werden, kann, wie aus, Fig. 5 hervorgeht, die Führungskante 31' der Stützen 28 oben etwas nach aubes, gebogen sein, zweck mässigerweise nach einem Kreisbagen mit dem Randwulst 14 als Mittelpunkt.
Die Winkungsweise dieser Ausführungsform der Vorr, ichtunlg ist die folgende, wobei Fig. 5 die Auto klaventür während des Schliessens. zeigt. Dae Arme 13 sind von den Laschen 20 nach aussen (vorwärts) zu einer Lage verschoben, wo sie mit dem inneren En. de 16 gerade über das obere Ende der Führungs- kante 31'Die Laschen 20 liegen dann hauptsächlich in der Verlängerung des betreffenden Armes 13. Beim fortgesetzte Einschrauben der Mutter 21 wird daher anfänglich keine nennenswerte fortgesetzte, axiale Verschiebung un, d auch kein Schwenken der Arme herbeigeführt.
Erst wenn die Mutter 21 mit, dem Ring 30 das äussere Ende 16 der Arme 13 erreicht. und gegen dasselbe drückt (die Lage ist mit vollausgezogenen Linien in Fig. 5 gezeigt), wird dieses Ende 16 gleitend an oder in der Nähe der Führungskante 3 r nach unten gegen den Absatz 29 geschwenkt, wie mit Strichpunktlinien in Fig. 5 gezeigt wird. Beim Öffnen werden die Arme 13 dank dem Ziehen der Laschen 20, mit dem inneren Ende 16 an der Führungskante 31' gleitend, geschwenkt, ohne ein axiales Verschieben (Einwärtsziehen) der Arme zu bewirken, bis sie gegen den betreffenden Stoppanschlag 18 anschla- gen.
Durch diese Schwenkbewegung entsteht der Spalt 32 zwischen Idem Türkranz 9 und dem Türrahmen 4, durch welchen Spalt der Druck in n solchem Mass vermindert wird, dass die Tür nach dem fortgesetzten Auswärtsschrauben der. Mutter 21. und dadurch erzeugtes axiales Einwärtsziehen der Arme 13 ohne Unfallgefahr geöffnet werden kann.
Mit 33 ist ein Zahnrad bezeichnet, das der obenerwähnten Sicherheitsrvorrichtung gehort, mit welcher Autoklaventünen vorschmftsgemäss versehen sein sollen, um den inneren Überdruck zu vermindern, bevor die Tür geöffnet wird. Im vorliegenden Falle dürfte jedoch eine solche Sicherheitavorrichtung ganz über- flüssig sein.
Mit 34 (Fig. 4) ist ein Arretierstift am äusseren Ende 15 der Arme 13 bezeichnet, der bei dem Zurückziehen der Arme 13 an das betreffende Füh rungsglied 12 sich anlogt. Mit 35 ist eine Isolierplatte bezeichnet,
Die e gezeigten und beschriebenen Ausführungsformen sind nur als Beispiele zu betrachten, und die verschiedenen Teile der Verriegelungsvorrichtung können baulich auf verschiedene Art im Rahmen derErfindungverändertwerden. So kann z. B. das längliche Loch 27 der Laschen 20 an dem Ende, durch das der Bolzen 25 geht, angeordnet sein. Die Verriegelungsvorrichtung kann naturlich ebenso gut an kreisförmigen als auch an quadratischen und anderen rechteckigen Türen verwendet werden.
Der Türrahmen kann mit einer für sämtliche Arme 13 gemeinsamen, ringsumlaufenden Griffkante versehen sein.