Satz von Profilmessplatten zum Messen von Werkstückprofilen mittels Profilprojektoren
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Satz von Profilmessplatten aus verzugfreiem Material zum Messen von Werkstückprofilen mittels Profilprojektoren.
Es ist bekannt, mittels eines Profilprojektors den vergrösseften Schattendss. eines Werkstückes mit der auf einer Messplatte aufgebrachten Referenzzeichnung, welche aus dem Aufriss des Sollprofils des zu prüfenden Werkstückes besteht, zu vergleichen.
Hieridiurch kann festgestellt werden, ob das Istprofil , des Werkstückes den vorgegebeneln Sollpnofil ent- spricht.
Wenn die Werkstücktoleranzen genügend gross sind, können auch die Grenfzmasso, des Profils auf der Referenzzeichnung eingezeichnet sein. Für Werkstücke mit engen Toleranzen ist jedoch meistens der Abstand zwischen den Linien eines zugelassenen und denjenigen eines Ausschussprofils zu klein, um eine deutliche Differenzierung der zwei Profillinien zu ermöglichen.
Ein Profilprojekbor besitzt ieine Messgenauigkeit von 0,3 /0o bis 0,5 /00. Das bedeutet auf dem Bildschirm des Gerätes einen Fehler von 0,06 bis 0,1 mm, bezogen auf eine Länge von 200 mm. Die Profilzeichnungen mit Hilfe der üblichen Zeichengeräte weisen im günstigen FaM'o Abweichungen von 0,2 bis 0,3 mm auf. Hierzu kommen die Massverän- derungen des Zeichnungsträgers. Wird Transparentpapier als Träger verwendet, so sind die Massverän- derungen unter dem Einfluss der Luftfeuchtigkeit so gross, dass Transparentpapier für Prüfzwecke nicht verwendet werden kann.
Acetatfolien sind besser geeignet, jedoch muss man mit einem Verzug der Folien von 0,24 bis 0,36 mm auf eine Länge von 200 mm bei einer Veränderung der r Luftfeuchtigkeit von 20 /o rechnen. Addieren sich die Fehler der Zeichnung zu jenen die von der Trägerausdehnung hervorgerufen werden, so können auf dem Bildschirm des Profillprojektors MessfeSer von mehr alls 1 mm entstehen.
Diese Zahlen zeigen, dass die Ungenauigkeit der üblichen Profilzeichnungen als Verli eichslbasis auf Profilprojektoren vielfach die Messgenauigkeit des Gerätes beeinträchtigen.
Zweck der Erfindung ist, die angeführten Nachteile zu vermeiden. Erfindungsgemäss ist der Satz von Profilmessplatten dadurch gekennzeichnet, dass Gruppen Kreise, Kreisbogen oder Winkel unterschiedlicher Grosse aufgebracht sind.
Die Erfindung wird nachstehend anhand von Figuren beispielsweise erläutert. Es zeigen :
Fig. 1 das Umrissprofil eines Prüflings mit eingetragenen Massen,
Fig. 2 den Prüfling gemäss Fig. 1 und eine Profilmessplatte mit Kreisbogen,
Fig. 3 den Prüfling gemäss Fig. 1 und eine Profilmessplatte mit Winkeln, ssifg. 4 den Priifling emäsls Fig. 1 umd eine Profilmessplatte mit Kreisen,
Fig. 5 eine Profilmessplatte mit Anschlägen,
Fig. 6 die Anordnung einer Profilmessplatte mit Anschlägen gemäss Fig. 5 auf dem Bildschirm eines Projektors,
Fig.
7 eine weitere Anordnung einer Profilmess- platte mit Anschlägen. gemäss Fig. 5 auf dem Bildschirm eines Projektors.
Das in Fig. 1 dargestellte Umrissprofil eines Prüf- lings, das auf f dem Billdlschirm cincs Profillpro, jektors sichtbar ist, weist geradlinige und kreisbogenförmige Abschnitte auf, wobei die geradlinigen Abschnitte teils senkrecht, teils unter von 90 abweichenden Winkeln aneinanderstossen. Die Lagen dieser Ab schnitte sind rechtwinklig vermasst. So bedeuten rl und r2 die Radien zweier kreisbogenförmiger Abschnitte, b4 und b5 die horizontalen Abstände ihrer Kreismittelpunkte von einer Bezugslinie, h4 und h5 die vertikalen Abstände der Kreismittelpunkte von einer weiteren Bezugslinie, bl und b2 bzw. hl und h2 die horizontalen bizw. vertikalen.
Abstände rechtwink- lig begrenzter Profilab, schnitte von Bezugslinien, b3 bzw. h3 den horizontalen bzw. vertikalen Abstand des Scheitelpunktes eines winkelförmigen Profilabschnitts von einer Bezugslinie, ss den halben Öff- nungswinkel des winkelförmigen Profilabschnitts und b6 die GesamtlängedesProfils.
In Fig. 2 ist eine Profilmessplatte 1 dargestellt, die aus verzugfreiem Material, wie Glas oder Kunststoff, besteht. Die Prof zessiplatto 1 ist mit einem rechtwinkligen Koordinatennetz sowie Kreisbogen versehen. Die horizontalen Koordinatenlinien sind Tangenten 6 der Kreisbogen und entsprechende vertikale Koordinatenlinien Kreisbogenmittellinien 5.
Die Kreisbogen weisen unterschHadHche Grossen, d. h.
Radien auf, wobei der Radius jedes Kreisbogens zweckmässigerweise auf der Profilmessplatte eingetragen ist (nicht dargestellt).
In Fig. 2 ist ferner das auf dem Bildschirm des Profilprojektors sichtbare Umirissprofil des Prüflings gemäss Fig. 1 dargestellt. Die Profilmessplatte ist zum Ausmassen des kreisbogenförmigen Profilabschnittes mit dem Radius r2 so auf den Bildschirm gelegt, dass die Koordinatenlinien 5 bzw. 6 der Pro Ehnessplatte l parallel zu den seitlicheini Begrenzungs- kanten : bzw. zur unterem Begronzunjgskante des Umrissprofils verlaufen. Diese Begrenzungskanten dienen als Bezugslinien. Ferner ist in dieser Lage die Profilmessplatte 1 auf dem Bildschirm durch Verschieben so angeordnet, dass sich die Begrenzungskante des kreisbogenförmigen Profilabschnitts mit einem der Kreisbogen der Profilmessplatte deckt.
Der eingezeichnete Radius das Kreisbogens kann dann abgelesen ; werden.
Ferner kann mit Hilfe der Koordinatenlinien die Höhe e des Kreisbogens abgelesen werden. Indem vom abgelesenen Wert r2 der Wert e abgezogen wird, kann demnach der vertikale Abstand h5 des Kreisbogenmittelpunktes 7 von der gleichen Bezugslinie, von der aus die Höhe des Kreisbogens gemessen wurde, bestimmt werden. Um den horizontalen Abstand b5 des Kreisbogenmittelpunktes 7 von einer Bezugskante 8 des Umrissprofils zu bestimmen, wird die Profilmessplatte um einen bestimmten, mittels der Koordinatenlinien 5 messbaren Weg c nach rechts verschoben. Hierauf wird wieder mittels der Koordinatenlinien der Abstand d gemessen. Durch Addition der Werte c und d wird der Abstand b5 ermittelt.
Die in Fig. 2 dargestellte Profilmessplatte 1 kann auch zur Kontrolle verwendet werden, ob das auf dem Bildschirm des Profilprojektors sichtbare Um Umrissprofil des Prüfls mit den Sollabmeissungen übereinstimmt. Hierzu wird in der beschriebenen Weise der auf der Profilmessplatte befindliche Kreisbogen mit dem Sollradius mit dem Kreisbogen des Umrissprofils zur Deckung gebracht und überprüft, ob beide Bogen übereinstimmen. In analoger Weise lässt sich auch die Lage des Kreisbogenmittelpunktes anhand der Sollmasse überprüfen.
In Fig. 3 ist eine weitere Profilmessplatte 2 dargestellt, auf welcher Winkel mit unterschiedlichen öffnungswinkeln in Gruppen aufgezeichnet sind.
Hierbei bilden einige der Koordinatenlinien 4 bzw. 4' die Winkelhalbierenden bzw. die horizontalen Win lcelscheitel-Verbindungslinien. Bei jedem aufgezeichneten Winkel ist zudem sein halber Öffnungswinkel- wert auf der Profilmessplatte 2 aufgetragen (nicht dargestellt). Das Ausmessen oder Überprüfen von winkelförmigen Profilabschnitten erfolgt in analoger Weise zum beschriebenen Ausmessen kreisbogenför- miger Profilabschnitte. So kann der halbe öffnungs- winkel ss des winkelförmigen Profilabschnitts dadurch bestimmt werden, dass durch Verschieben der Profilmessplatte 2 auf dem Bildschirm ein entsprechender Winkel mit dem Umrissprofil zur Deckung gebracht wird.
Zudem kann mit Hilfe der Koordinatenlinie 4 der horizontale Abstand b3 und mit Hilfe der Koordinatenlinie 4'der vertikale Abstand h3 des Scheitel punkbes von Bezugskanten fdes Umrislsprofils. be stiimmt werden.
Eine weitere Profilmessplatte 3 gemäss Fig. 4, auf welcher konzentrische Kreise aufgezeichnet sind, dient ebenfalls dem Ausmessen oder Überprüfen kreisbogenförmiger Abschnitte des Umrissprofils sowie des horizontalen Abstandes b4 bzw. des vertikalen Abstandes h4 des Kreismittelpunktes von Bezugskanten des Umrissprofils. Die dargestellte Profilmessplatte 3 ist vor allem zum Ausmessen von kreisbogenförmigen Abschnitten mit kleinen Radien geeignet.
Um das zeitraubende Ausrichten der Koordinatenlinien jeder neu aufgelegten Profilmessplatte nach Bezugslinien oder Bezugskanten des projizierten Umrissprofils zu vermeiden, können die Profilmessplatten gemäss Fig. 5 mit festen Anschlägen 10 derart versehen werden, dass die Verbindungen der Anschlagpunkte oder die Anschlagflächen parallel zu den auf den Profilmessplatten aufgebrachten Koordinatenlinien verlaufen. Auf diese Weise können die Profilmessplatten durch Anschlagen an entsprechende, am Bildschirm des Profilprojektors vorgesehene Punkte oder Flächen immer in die gleiche Win kellage bezüglich des auf dem Bildschirm sichtbaren Umrissprofils gebracht werden.
Die Anschläge sind mit Vorteil bei allen Profilmessplatten im gleichen Abstand 11 von den benachbarten Koordinatenlinien angeordnet, wobei dieser Abstand beispielsweise der Koordinatenteilung entspricht. Dadurch wird bewirkt, dass beim Wechseln der Profilmessplatten die Koordinatenlinien immer in die gleiche Lage bezüglich des Bildschirms und damit des Umrissprofils zu liegen kommen. Die Anzahl der Anschläge kann verschieden gross sein. Wenn, wie in Fig. 5 dargestellt, Anschläge in, allen vier EclDen Ider. Plro, filgnessplatten an- gebracht werden, so können die Messplatten auf allen vier Seiten angeschlagen werden.
In Fig. 6 ist eine am Bildschirm 12 des Profilpro- jektors angebrachte, nicht verstellbare Anschlageinrichtung für die Profilmessplatten dargestellt. In Fig. 7 ist eine nach Art eines Kreuztisches verstellbare Anschlageinrichtung dargestellt. Eine rasterartige Verstellung der Profilmessplatten auf dem Bildschirm wird mit Hilfe von Kerben 15 und in diese einrastende Indexbolzen 16 erzielt, wobei der Abstand der Kerben 1. 5 dem Abstand der auf den Profilmessplatten aufgebrachten Koordinatenlinien entspricht. Zudem kann die Verstellung kontinuierlich erfolgen und mittels einer Feinteilung 17 und einem Nonius 18 abgelesen werden. Eine derartige Anschlageinrichtung ist besonders dann von Vorteil, wenn der Profilprojektor nicht mir einem Koordinatenmesstisch ausgerüstet ist oder der Messweg des Koordinatenmesstisches nicht ausreicht.