CH425670A - Verfahren und Vorrichtung zum Weben von Bändern mit mindestens zwei verschiedenen Schussfäden, insbesondere auf einem Nadelwebstuhl - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Weben von Bändern mit mindestens zwei verschiedenen Schussfäden, insbesondere auf einem NadelwebstuhlInfo
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Description
Verfahren und Vorrichtung zum Weben von Bändern mit mindestens zwei verschiedenen Schussfäden, insbesondere auf einem Nadelwebstuhl Es ist in der Bandweberei allgemein bekannt, Ge webe mit mehreren verschiedenen Schussfäden her zustellen, wobei entweder diese Schussfäden alle ein sogenanntes Grundgewebe herstellen oder ein oder mehrere der Schussfäden zur Bildung des Grundge webes dienen, während ein oder mehrere andere Schussfäden als Figurfäden oder Effektfäden ver schiedener Art Verwendung finde.
Derartige gewo bene Bänder können sowohl auf gewöhnlichen Schiffchenwebstühlen hergestellt werden, als auch auf schiffchenlosen, z. B. Nadelwebstühlen.
Es wurde bereits vorgeschlagen, bei Nadelweb- stühlen, bei denen Bänder mit verschiedenen Schuss- fäden gewoben werden sollen, ein Schusseintragorgan zu verwenden, das an seinem freien Ende einen Grei fer aufweist, der den jeweils in Arbeitsstellung ge brachten Schussfaden erfasst und durch das Fach der Kette zieht.
Es sind andererseits auch bereits Nadel webstühle bekannt, bei denen für die Herstellung doppelschichtiger Spezialgewebe ein oder zwei an einem gemeinsamen Halter befestigte Paare von Schussnadeln vorgesehen sind, die durch entspre chendes Verschieben und Schwenken des Halters abwechslungsweise verschiedene Schussfäden in das zu webende Band einzutragen vermögen.
Mit den bisher bekannten Nadelwebstühlen, gleichgültig ob diese mit einer oder mehreren Nadeln arbeiten, war es jedoch nicht möglich, Bänder ratio nell herzustellen, die nicht nur ein Grundgewebe be sitzen, sondern auch einen Schusseffekt aufweisen. Die vorliegende Erfindung sucht diesen Mangel durch ein Verfahren zum Weben von Bändern mit mindestens zwei verschiedenen Schussfäden, insbe sondere auf einem Nadelwebstuhl, zu beseitigen, das dadurch gekennzeichnet ist, dass die Schussfäden durch mindestens zwei voneinander unabhängige Schusseintragsorgane eingetragen werden, von denen wenigstens eines den Grundschuss und wenigstens eines den Effektschuss einträgt.
Die Schusseintragsor- gane können dabei voneinander unabhängig gesteuert und wechselweise in Arbeitsstellung gebracht werden, wobei vorteilhaft das oder die den Grundschuss ein tragenden Organe eine geschlossene Öse aufweisen, durch die der Grundschussfaden hindurchgeführt wird, während das oder die Eintragorgane für den Effektschuss vorteilhaft mit einem Greifer, beispiels weise einer offenen Öse mit oder ohne Verschlussor gan z. B. einer Zunge versehen sind, welcher ab wechselnd die verschiedenen Effektschussfäden er greift und in das Fach einträgt.
Die Abbindung an der Kante der so eingetrage nen Schussfäden kann dabei auf verschiedene Art erfolgen. Es ist z. B. möglich, den Grundschussfaden durch Verhäkeln, bzw. durch Maschenbildung des Schussfadens selbst zu binden und den Figurfaden durch einen Fang- oder Haltefaden festzuhalten, wobei für den Figurfaden die Abbindung sowohl an der Kante als auch im Abstand von derselben erfol gen kann. Auch der Figurfaden kann jedoch durch Verhäkeln abgebunden werden.
Es ist aber auch möglich, einen gemeinsamen Haltefaden für die Grundschussfäden und Effektschussfäden vorzuse hen, oder für Grundschussfäden und Effektschussfä- den je einen separaten Haltefaden.
Die Vorrichtung zur Durchführung des beschrie benen Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, dass sie mit mindestens zwei voneinander unabhängigen Schusseintragsorganen versehen ist. Es können auch Mittel vorhanden sein, um jedes Schusseintragsorgan unabhängig von den anderen zu steuern.
Die Schuss eintragorgane können beispielsweise Nadeln mit geschlossenen oder offenen Öhren sein, wobei die mit einem geschlossenen Öhr versehenen Nadeln vor zugsweise für den Eintrag der Grundschussfäden be stimmt sind, während die mit offenen Öhren versehe- nen Nadeln zum wechselweisen Eintrag der Effekt schussfäden dienen.
In der Zeichnung sind einige Varianten des erfin- dungsgemässen Verfahrens beispielsweise und sche matisch dargestellt.
Fig. 1 zeigt ein Band, dessen Grundschuss durch Verhäkelung mit sich selbst abgebunden wird, wäh rend der Figur- bzw. Effektschuss durch Verhäkelung mit einem Fangfaden festgehalten wird.
In den Fig. 2 bis 5 werden in grösserem Massstab vier Phasen der Verhäkelung des Grundschussfadens mit sich selbst dargestellt, während die Fig. 7 bis 9, ebenfalls in grösserem Massstab, in vier Phasen zeigen, wie der Effektschuss durch einen Fangfaden festgehalten wird.
In diesen Figuren ist die Webkette mit 1 be zeichnet, der Grundschuss mit 2 und der Figur- oder Effektschuss mit 3, wobei in der Fig. 1 der besseren Unterscheidung wegen der Grundschuss gestrichelt und der Figurschuss strichpunktiert dargestellt ist.
4 ist eine Schusseintragnadel mit .geschlossenem Öhr für die Eintragung des Grundschusses und 5 eine Schusseintragnadel mit offenem Greifer für die Ein tragung des Figur- oder Effektschusses. Die beiden entsprechenden Zungennadeln, die das Verhäkeln des Grundschussfadens 2 bzw. des Fangfadens 6, der durch eine Führungsöse 7 hindurchgeführt ist, bewir ken, sind mit 8 und 9 bezeichnet und ihre Zungen mit 8' und 9'.
Das fertige Band trägt die Bezugszahl 10.
Aus der Fig. 1 ist allgemein übersichtlich zu er kennen, wie einerseits ein Grundschussfaden 2 durch die Schusseintragsnadel 4 in das Fach der Kette 1 eingetragen und durch die Zungennadel 8 mit sich selbst verhäkelt wird und andererseits ein Figur- oder Effektschussfaden 3 durch die Schusseintragsnadel 5 ebenfalls in das Fach der Kette 1 eingetragen und mit dem Fangfaden 6 mitttels der Zungennadel 9 verbun den wird. Wie diese beiden Operationen vor sich ge hen, wird im Nachfolgenden beschrieben.
In der Fig. 2 bewegt sich die Schusseintragsnadel 4 nach rechts durch das Fach der Kette 1 und die Zungennadel 8 bewegt sich nach oben. Durch diese Bewegung der letzteren gleitet die Masche des vor hergehenden Schusses nach unten und schlägt die Zunge 8' nach unten um (siehe Fig. 3). Der Haken der Zungennadel 8 dringt nun in die Öse bzw.
das Öhr der Schusseintragsnadel 4 ein, erfasst dort den Grundschussfaden 2 und zieht diesen, wie aus der Fig. 4 ersichtlich ist, nach unten durch die vom vorhergehenden Grundschussfaden 2 gebildete Schlaufe, wodurch die Zunge 8' wieder nach oben umgeklappt wird und sich an den Haken der Zungen nadel 8 anlegt.
Dadurch kann die Schlaufe des vor hergegangenen Grundschusses von der Zungennadel abgleiten, sich über den neuen Schussfaden legen und eine neue Masche bilden. Dies geht aus der Fig. 5 hervor, in welcher ausserdem die Schusseintragsnadel 4 wieder in ihre Ausgangsstellung nach links zurück gekehrt ist. Nun kann nach erfolgtem Fachwechsel ein neuer Grundschuss eingetragen werden und der Rhythmus der Fig. 2 bis 5 wieder beginnen.
Das Eintragen des Figur- bzw. Effektschusses, das in den Fig. 6 bis 9 dargestellt ist, unterscheidet sich von dem eben beschriebenen Eintragen des Grundschusses in zwei wesentlichen Punkten. Einer seits wird der Effektschuss in diesem Fall nicht mit sich selbst verhäkelt und auf diese Weise am Zurück gleiten verhindert, sondern der Fangfaden 6 wird durch den Effektschussfaden 3 hindurchgezogen und bildet die Maschen, mittels welchen der Effekt- schussfaden abgebunden wird.
Andererseits wird als Schusseintragsnadel keine Nadel mit einem geschlos senen Öhr verwendet, wie es die Nadel 4 ist, sondern die Nadel 5 weist eine als Greifer dienende offene Einkerbung auf, wodurch sie abwechslungsweise ver schiedene Effektschussfäden erfassen und eintragen kann, sobald diese in die richtige Lage vor der Ein kerbung gebracht werden, um sich in diese einlegen zu können. Bei der in Fig. 6 dargestellten Phase liegt der Effektschussfaden 3 bereits in der Einkerbung der Schusseintragsnadel 5, die sich nach rechts be wegt.
Gleichzeitig bewegt sich die Zungennadel 9 nach oben, und zwar so lange, bis sie in der in Fig. 7 dargestellten Stellung angelangt ist. Durch ihre Bewe gung ist die zuletzt gebildete Masche des Fangfadens 6 entlang der Zungennadel geglitten und hat die Zunge 9' nach unten umgeschlagen. Überdies hat auch die Fadenführungsöse 7 eine Bewegung nach links ausgeführt und dadurch den Fangfaden 6 um den Haken der Zungennadel 9 herumgelegt, die bei ihrer Aufwärtsbewegung zwischen die Schussein- tragsnadel 5 und den Effektschussfaden 3 eingedrun gen ist.
Bewegt sich nun, wie aus der Fig. 8 hervor geht, die Zungennadel 9 nach unten, so bildet der Fangfaden 6 eine Schlinge, die den Effektschussfaden 3 nach unten zieht und, sobald die Schusseintrags- nadel 5 ihre Rückzugsbewegung nach links ausführt und den Effektschussfaden 3 freigibt, diesen mit einer durch das Abgleiten der auf der Zungennadel 9 vor handenen Schlaufe entstehenden Masche bindet.
Auch die Führungsöse 7 kehrt in ihre Ausgangsstel lung nach rechts zurück, so dass, nachdem die Zun gennadel 9 wieder ihre tiefste Stellung erreicht hat, der Rhythmus der in den Fig. 6 bis 9 dargestellten Arbeitsphasen für die Eintragung des Effektschussfa- dens 3 neu beginnen kann.
Nach dem erfindungsgemässen Verfahren kann, wie bereits oben gesagt wurde, das Eintragen von Grundschuss und Effektschuss sowohl auf die nach den Fig. 2 bis 5 als auch auf die nach den Fig. 6 bis 9 erläuterte Weise erfolgen. In jedem Fall ermöglicht die Erfindung auf schiffchenlosen, bzw. auf Nadel- webstühlen ein rasches und rationelles Herstellen von im Schuss gemusterten Bändern und vor allem auch von broschierten Bändern, wobei die Möglichkeiten der Kombination praktisch unbegrenzt sind.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE I. Verfahren zum Weben von Bändern mit min destens zwei verschiedenen Schussfäden, insbeson dere auf einem Nadelwebstuhl, dadurch gekennzeich net, dass die Schussfäden durch mindestens zwei voneinander unabhängige Schusseintragsorgane ein getragen werden, von denen wenigstens eines den Grundschuss und wenigstens eines den Effektschuss einträgt. Il. Vorrichtung zur Durchführung des Verfah rens nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass sie mit mindestens zwei voneinander unabhängi gen Schusseintragsorganen versehen ist. UNTERANSPRÜCHE 1.Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Schusseintragsorgane unab hängig voneinander gesteuert werden. 2. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass die Schusseintragsorgane wechsel weise in Arbeitsstellung gebracht werden. 3. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Abbindung des oder der eingetragenen Schussfäden durch Verhäkeln der Schussfäden mit sich selbst erfolgt. 4. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass der eingetragene Schussfaden durch einen Fang- oder Haltefaden festgehalten wird.5. Verfahren nach Patentanspruch I und Unter anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass eingetra- gene Figur- oder Effektschussfäden sowohl an der Kante als auch im Abstand von derselben festgehal ten werden. 6. Verfahren nach Patentanspruch I und Unter anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl für den Grundschussfaden als auch für den Effektschuss- faden ein gemeinsamer Haltefaden vorgesehen wird.7. Verfahren nach Patentanspruch I und Unter ansprüchen 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein oder mehrere Schussfäden durch Verhäkeln mit sich selbst und ein oder mehrere Schussfäden durch einen Fang- oder Haltefaden festgehalten werden. B. Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass das den Schussfaden eintra gende Organ eine geschlossene Öse aufweist. 9. Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass das den Schussfaden eintra gende Organ mit einem Greifer ausgerüstet ist. 10.Vorrichtung nach Patentanspruch II und Un teranspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Greifer durch eine offene Öse mit oder ohne Ver- schlussorgan gebildet ist. 11. Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel vorhanden sind, um jedes Schusseintragsorgan unabhängig von dem oder den anderen zu steuern.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| CH943464A CH425670A (de) | 1964-07-18 | 1964-07-18 | Verfahren und Vorrichtung zum Weben von Bändern mit mindestens zwei verschiedenen Schussfäden, insbesondere auf einem Nadelwebstuhl |
Applications Claiming Priority (1)
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| CH943464A CH425670A (de) | 1964-07-18 | 1964-07-18 | Verfahren und Vorrichtung zum Weben von Bändern mit mindestens zwei verschiedenen Schussfäden, insbesondere auf einem Nadelwebstuhl |
Publications (1)
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|---|---|
| CH425670A true CH425670A (de) | 1966-11-30 |
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ID=4351939
Family Applications (1)
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Country Status (1)
| Country | Link |
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| CH (1) | CH425670A (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0015853A1 (de) * | 1979-02-28 | 1980-09-17 | PROCEDE ELASTELLE TISSEL S.A. (société anonyme) | Verfahren zur Herstellung eines Schmalgewebes mit unerwarteten Garneffekten durch seitliches Versetzen und Festmachen der Kette auf oder in der gewirkten Leiste des elastischen oder festen Schmalgewebes und die Mittel zur Ausführung des Verfahrens |
| CN114892327A (zh) * | 2022-03-20 | 2022-08-12 | 浙江理工大学 | 一种基于集圈的千鸟格针织面料的加工方法 |
-
1964
- 1964-07-18 CH CH943464A patent/CH425670A/de unknown
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0015853A1 (de) * | 1979-02-28 | 1980-09-17 | PROCEDE ELASTELLE TISSEL S.A. (société anonyme) | Verfahren zur Herstellung eines Schmalgewebes mit unerwarteten Garneffekten durch seitliches Versetzen und Festmachen der Kette auf oder in der gewirkten Leiste des elastischen oder festen Schmalgewebes und die Mittel zur Ausführung des Verfahrens |
| FR2450300A1 (fr) * | 1979-02-28 | 1980-09-26 | Elastelle Tissel Procedes | Procede de fabrication d'une bande tissee avec obtention d'effets de fils inedits, par deplacement transversal et accrochage des fils de chaine sur ou dans la lisiere maille d'une bande tissee elastique ou rigide, les produits obtenus et les moyens de mise en oeuvre du procede |
| CN114892327A (zh) * | 2022-03-20 | 2022-08-12 | 浙江理工大学 | 一种基于集圈的千鸟格针织面料的加工方法 |
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