Luftabsperr. und Entwässerungsvorrichtung für Drucl;luftrohrleitungsnetze Die Erfindung betrifft eine Luftabsperr- und Ent wässerungsvorrichtung für Druckluftrohrleitungs- netze, insbesondere für Druckluftbremsen an Schie nenfahrzeugen.
Bisher war es üblich, die Luftabsperrhähne und die Entwässerungsvorrichtungen - räumlich voneinan der getrennt in die Druckluftrohrleitungsnetze einzuordnen, so dass insgesamt eine Vielzahl von ein zelnen Geräten in die Druckluftrohrleitungsnetze ein zubauen und mit jeweils besonderen Rohranschlüssen zu verbinden waren. Die Erstellung und Montage der Druckluftrohrleitungsnetze wurde hierdurch verhält- nismässig teuer.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Luftabsperr- und Entwässerungsvorrichtung der ein gangs angeführten Art zu schaffen, die geeignet ist, die Erstellungs- und Montagekosten der Druckluft rohrleitungsnetze zu senken.
Diese Aufgabe wird gemäss der Erfindung da durch gelöst, dass ein in eine Rohrleitung einzuset zender Luftabsperrhahn mit Entlüftung mit einem Entwässerungsventil in einem gemeinsamen Gehäuse angeordnet und zu einer in die Rohrleitung einsetz baren Baueinheit zusammengefasst ist, wobei der über den Luftabsperrhahn entlüftbare Rohranschluss innerhalb des Gehäuses in ständiger Verbindung mit dem Entwässerungsventil steht.
In der Zeichnung ist in Fig. 1 und Fig. 2 ein Ausführungsbeispiel der Erfindung in zwei um 90 zueinander gedrehten Stellungen teilweise im Schnitt dargestellt.
Ein aus mehreren Einzelteilen zusammengesetz tes Gehäuse 1 der Luftabsperr- und Entwässerungs vorrichtung weist im wesentlichen zwei waagrecht einander gegenüberliegende Rohranschlüsse 3 und 5, mit welchen die Vorrichtung in eine nicht dargestellte Rohrleitung einzusetzen ist, und einen senkrecht nach abwärts ragenden Absetzbehälter 7 auf. Der Luftab sperrhahn ist im wesentlichen im Gehäuse 1 zwischen den Rohranschlüssen 3 und 5 und das Entwässe rungsventil im Absetzbehälter 7 angeordnet. Zu nächst soll der Aufbau des Luftabsperrhahnes be schrieben werden.
Zwischen den Rohranschlüssen 3 und 5 ist im Gehäuse 1 an einer zu deren Verbin dungslinie quer verlaufenden, waagrechten Welle 9 ein drehbares Hahnküken angeordnet, das einen ku- gelabschnittartigen Verschlussteil 11 aufweist und das zur überwachung der Verbindung zwischen den bei den Rohranschlüssen 3 und 5 mit einem auf der Seite des Rohranschlusses 3 im Gehäuse 1 befestigten Dichtring 13 zusammenarbeitet. Die Welle 9 ist axial verschiebbar izn Gehäuse 3 gelagert;
nahe des Ver- schlussteiles 11 trägt sie zu dessen einer Seite einen sie ringförmig umgebenden Dichtring 15, der zusam men mit einem die Welle 9 mit Abstand umgebenden, gehäusefesten Ventilsitz 17 ein den Durchgang aus dem das Verschlussteil 11 aufnehmenden Raum 19 in einen die Welle 9 umgebenden, über eine Quer- bohrung 21 in die Atmosphäre mündenden Luft führungskanal 23 überwachendes Ventil 15, 17 bil det. Im topfförmig ausgebildeten einen Ende der Welle 9 ist eine sich gegen das Gehäuse 1 abstützende Druckfeder 25 angeordnet, welche die Welle 9 in Schliessrichtung des Ventils 15, 17 axial belastet.
Nahe ihres anderen Endes ist die Welle 9 kurz vor ihrem Austritt aus dem Gehäuse 1 von einem Stift 27 quer durchsetzt. Die beiderseits aus der Welle 9 herausragenden Enden des Stiftes 27 liegen an einer die Welle 9 umgebenden und in deren Axialrichtung wirksamen, gehäusefesten Führungsbahn 29 an, die nur in der Drehlage der Welle 9 bei geschlossenem Absperrhahn, also am Dichtring 13 anliegendem Verschlussteil 11, über den Stift 27 die Welle 9 ent gegen der Kraft der Feder 25 formschlüssig in einer axialen Lage hält, in welcher das Ventil 15, 17 ge öffnet ist. Die Führungsbahn 29 ist mit Einkerbungen 31 versehen, in welche die Enden des Stiftes 27 in der vorstehend beschriebenen Schaltstellung einra sten.
Am ins Freie ragenden Stummel trägt die Welle 9 einen Gabelhebel 33, dessen freies Ende an einem nicht dargestellten Betätigungsgestänge angelenkt ist.
Der Raum 19 steht an seiner tiefsten Stelle zur Ver bindung mit dem nachstehend zu beschreibenden Entwässerungsventil über einen weiten Durchbruch 35 mit einem vertikal unter ihm angeordneten Raum 37 des Absetzbehälters 7 in Verbindung, in welchem sich ein vertikaler, an seiner Oberseite durch einen Deckel 39 dicht verschlossener, gehäusefester Zylin der 41 befindet. Im Zylinder 41 ist ein Kolben 43 an geordnet, dessen Unterseite über einen Luftführungs- kanal 45 vom Druck im Raum 37 und dessen Ober seite von der Kraft einer sich gegen den Deckel 39 abstützenden Feder 47 belastet ist.
Am Kolben 43 ist eine nach abwärts ragende Kolbenstange 49 befestigt, die mit vertikalem Abstand zwei Kolbenschieber 51 und 53 trägt. Der obere Kolbenschieber 51 bildet zu sammen mit einem in einer waagrechten Zwischen wand 55 des Absetzbehälters 7 angeordneten, eine von der Kolbenstange 49 mit Spiel durchnagte Boh rung 57 umgebenden Dichtring 59 ein den Durch gang aus dem Raum 37 in einen vertikal unter diesem befindlichen Raum 61 überwachendes, nur in der dargestellten, tiefsten Lage des Kolbens 43 geöffnetes Absperrorgan 51, 59.
Der untere Kolbenschieber 53 bildet zusammen mit der Wandung einer den Boden 63 durchsetzenden, vertikalen Bohrung 65 ein die Verbindung des Raumes 61 mit der Atmosphäre überwachendes, nur in der obersten Lage des Kol bens 43, in welcher dieser am Deckel 39 anliegt, ge öffnetes Absperrorgan 53, 65. Der Kolben 39 und die Kolbenstange 49 sind von einer Axialbohrung 67 durchsetzt, die den Raum oberhalb des Kolbens 43 ständig mit der Atmosphäre verbindet.
Im drucklosen Zustand und bei geöffnetem Durchgang zwischen den Rohrleitungsanschlüssen 3 und 5 nehmen die Teile der Luftabsperr- und Ent wässerungsvorrichtung die dargestellten Lagen ein. Das Verschlussteil 11 ist in eine zur Ebene des Dicht ringes 13 annähernd senkrechte Ebene gedreht, so dass der Durchgang zwischen den Rohrleitungsan- schlüssen 3 und 5 im vollen Querschnitt freigegeben ist.
Die Druckfeder 25 hält das Ventil 15, 17 ge schlossen und die Feder 47 drückt den Kolben 43 in dessen tiefste Lage, so dass das Absperrorgan 51, 59 geöffnet und das Absperrorgan 53, 65 geschlossen ist. Im Raum 19 sich absetzende Flüssigkeit fliesst also durch den Durchbruch 35 in den Raum 37 und zusammen mit in diesem sich angesammelter Flüssig keit durch das geöffnete Absperrorgan 51, 59 in den Raum 61.
Wird die Rohrleitung, in welche die Luft absperr- und Entwässerungsvorrichtung eingeschal tet ist, mit Druckluft beaufschlagt, so drückt die in den Raum 37 eindringende Druckluft den Kolben 4i entgegen der Kraft der Feder 47 in dessen oberste Lage, wobei die Absperrorgane 51, 59 und 53, 65 umgesteuert werden. Aus dem bis zum Umsteuervor- gang sich etwas mit Druckluft aufladenen Raum 61 wird also die in diesem befindliche Flüssigkeit nach dem Öffnen des Absperrorgans 53, 65 ins Freie aus getrieben.
Die sich nunmehr im Raum 19 ausscheidende Flüssigkeit sammelt sich über dem geschlossenen Ab sperrorgan 51, 59 am Boden des Raumes 37. Wird die die Luftabsperr- und Entwässerungsvorrichtung aufweisende Rohrleitung wieder drucklos, so drückt beim Unterschreiten einer bestimmten Druckgrenze die Feder 47 den Kolben 43 unter Umsteuern der Absperrorgane 51, 59 und 53, 65 in die dargestellte, untere Lage zurück und der im Raum 37 noch herr schende Restdruck treibt die im Raum 37 angesam melte Flüssigkeit durch das geöffnete Absperrorgan 51, 59 in den Atmosphärendruck aufweisenden, durch das geschlossene Absperrorgan 53,
65 jedoch von der Atmosphäre abgetrennten Raum 61. Beim erneuten Auf- und Entladen der Rohrleitung wiederholen sich diese Vorgänge.
Beim Drehen der Welle 9 mittels des Gabelhebels 33 um 90 wird das Verschlussteil 11 bis zur dichten Anlage am Dichtring 13 gedreht. Zugleich läuft der Stift 27 auf die Führungsbahn 29 auf und bewirkt eine Axialverschiebung der Welle 9, durch welche das Ventil 15, 17 geöffnet wird. Insgesamt wird also der an den Rohranschluss 5 angeschlossene Rohr leitungszweig vom mit dem Rohranschluss 3 verbun denen Rohrleitungszweig abgetrennt und über das Ventil 15, 17, den Luftführungskanal 23 und die Querbohrung 21 mit der Atmosphäre verbunden.
Falls zu Beginn dieser Vorgänge die Rohrleitung mit Druckluft aufgeladen war, so wird hierbei der an den Rohranschluss 5 angeschlossene Rohrleitungszweig und der Raum 19 entleert und die Absperrorgane 51, 59 und 53, 65 werden in die dargestellte Schaltstel lung umgesteuert. Im Raum 37 angesammelte Flüs sigkeit wird also wie bereits beschrieben in den Raum 61 getrieben.
Beim Zurückdrehen der Welle 9 gelangen diese und das Verscblussteil 11 wieder in die dargestellten Lagen und aus dem mit dem Rohranschluss 3 ver bundenen Rohrleitungzweig strömt Druckluft in den von der Atmosphäre wieder abgetrennten Raum 19 ein. Der Kolben 43 wird dabei in seine obere Lage gehoben und durch das sich öffnende Absperrorgan 53, 65 wird die im Raum 61 befindliche Flüssigkeit ausgetrieben. Mittels des Absperrhahnes kann also das Entwässerungsventil bei aufgeladener Rohrlei tung willkürlich betätigt werden.