Verfahren zum Gerben von Kollagen
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Gerben von Kollagen, durch welches z. B.
Kollagenfäden und-stränge für chirurgische Zwecke, z. B. zum Nähen und Abbinden, hergestellt werden können.
Im Interesse der Klarheit der Beschreibung werden die nachfolgend benutzten Begriffe wie folgt erläutert.
Der Ausdruck Sehnenkollagenfäserchen wird hier benutzt für ein fadenartiges Kollagengefüge, das aus Ochsensehne hengestellt und in seinem Quer- schnitt rund ist. Diese Fäserchen messen in voll- ständig dehydratisiertem Zustand etwa 500 bis 2000 A im Durchmesser.
Der Ausdruck gequollenes Sehntenkollagenfäser- chen bezeichnet ein Kollagenfäserchen aus Ochsensehne, das in saurer Lösung gequollen ist. Die Durchmesser von gequollenen Kollagsnfäserchen liegen in einem Bereich von mindestens 5000 bis etwa 90 000 A.
Der Ausdruck Monofilament bezeichnet einen einzelnen Faden aus ausgerichteten Kollagenfäsen chen, wie er durch die Mündung einer Spinndüse extrudient wird.
Der Ausdruck Multifilament bezeichnet eine Gruppe von einzelnen getrennten Fäden, die durch eine Spinndüse extrudiert wurden.
Der Ausdruck Strang , bezeichnet eine Gruppe von Fäden, die zu einem einheitlichen Gefüge zu sammengefügt worden sind.
Das Proteinkollagen besitzt eine au#erordent- liche Rei#festigkeit und ist im wesentlichen nicht antigenisch. Diese Eigenschaften führten zu der weit venbreiteten Benutzung im wesentlichen reiner Kol- lagenfadenstränge in der Chirurgie. Es ist bekannt, dass Kollagennähfäden, die in den menschlichen Kör- per eingepflanzt werden, langsam durch proteoly- tische Enzyme angegriffen wenden, wodurch die Reissfestigkeit abnmimt und schliesslich eine Absorp- tion eintritt.
Es ist ebenfalls bekannt, dass die Ab sorptionsgeschwindigkeit. durch Behan. dlung des Kollagenstranges mit chemischen Reagenzien, wie z. B.
Chromsalze, gesteuerss wenden kann. Auf diese Weise behalten mit Chrom behandelte Nähfäden, die aus Schafsdärmen hergestellt wurden, die Hälfte ihrer , ursprünglichen Reissfestigkeit für eine Dauer von 7 bis 10 Tagen nach der Einpflanzung.
Ein besonderes Problem existiert jedoch für den Fall extrudierten Kollagenstränge. Es mu# bemerkt werden, Idass durch Extrudierung einer Dispersion von Kollagenfäserchen in ein koagulationsbad er haltene Kollagenstränge durch. eine schnfelle Absorp- tion im lebenden Körper ausgezeichnet sind. So wird ein Kollagennähfadcn, der. unter'Bedingungen hergestellt worden ist, bei denen die Kollagenfäser chen in saurer Lösung gequollen und danach extnudiert werden und einen Faden bilden und anschliessend dehydratisiert werden, durch proteolytische Enzyme schneller. angegriffen als Nähfaden, die aus Schafsdärmen hergestellt. sind.
Deshalb ist es Gegenstand der vorliegenden Er- findung, das Kollagen chemisch zu modifizieren und dabei seinen'Widerstand gegen. die enzymatische Zersetzung zu erhöhen. Gemäss der Erfindung sind chemisch bebandelte extrudierte Kollagenfäden für chirurgische Zwecke geeignet ; sie weisen eine ge nügende Na#rei#festigkeit auf,
Der vom lebenden Körpengewebe absorbierbare Kollagenfaden soll eine genügende Rei#festigkeit un- ter den Verwendungsbedingungen beibehalten, so dass or seinen Zweck erfüllt und im Körper absor biert wird, nachdem die Wunde geheilt und der Faden nicht mehr länger notwendig ost.
Die vorliegende Erfindung betrifft demgemä# ein Verfahren zum Gerben von Kollagen, insbeson dere mittels Säure gequollensm extrudiertem und wisderverfestigtem Kollagen, z., B. von Multifilamenten, Strängen oder Bändern, das dadurch entsprechende Festigkeit, Absorptionszeit im lebenden Organismus und Einheitlichkeit erhält. Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass das Gerbmittel ein
Chinon, einen Aldehyd und ein basisches Chrom" (III) salz enthält.
Die alleinige Verwendung einer Lösung von Chinon hat keine merkliche Wirkung auf die Ab sorptionszeit im lebenden Organismus oder die Stärke des Kollagenstranges ; wenn diese Behandlung aber mit einer Behandlung mit Aldehyd, z. B. Formalde- hyd kombiniert ist, wird die Absorptionszeit im lebenden Organismus verbessert. Es ist bekannt, dass Formaldehyd allein die ursprüngliche, Absorptionszeit des Kollagens im lebenden Organismus erhöht, aber wenn Formaldehyd allein in entsprechender Menge verwendet wird, um die Eigenschaften im lebenden Onganismus zu verbessern, versprödet der Strang und die Knotenfestigkeit wird herabgesetzt.
Durch Behandlung des Kollagens mit Chinonlösung und Formaldehydlösung wird die Absorptionszeit im le benden Organismus stark verbessert, ohne dass eine Versprödumg des Stranges eintritt. Der Zweck der Verwendung von Chromsalz besteht, darin, die. Reiss- festigkeit des Endstranges zu verbessern. Chrom allein hat geninge Wirkung auf die Absorptionszeit des Kollagens im lebenden Organismus bei den er findungsgemäss angewandten Konzentrationen.
Die Erfindung wird klarer definiert in der nach- folgenden Beschreibung in Verbindung mit den Zeichnungen, die an Hand von BeispEielen zweck- mässige Ausführungsformen der Erfindung zeigen.
Fig. 1 stellt eine Machine zum konbinuierlichen Gerben eines verbundenen Kollagen-Multifilaments dar.
Fig. 2 ist eine perspektivische Teilansicht eines Teils der Maschine gemäss Fig. 1 und zeigt die Walze 21, die das fBand von der Vorratswalze aufnimmt. Diese Figur zeigt auch die Hilfswalze 31, welche mit. der Walze 21 zusammenarbeitet.
Fig. 3 ist eine perspektivische Ansicht eines Falschzwirns, welcher zur Rundung und Formung des Stranges benutzt wird.
Das Ausgangsmaterial für eine Ausifübrungsform des erfindungagemässen Verfahrens besteht aus einem Kollagen-Multifilament, der hiernach als Kollagenband bezeichnet wird. Dieses'Material ist bandartig in seiner Form und aus etwa 20 bis 500 einzelnen Kollagen-Monofilamenten aufgebaut. Das Kollagenband kann durch Extrudieren einer Dispersion im wesentlichen reiner gequollener Sehnenkollagenfäser chen durch eine Mehrfachspumdüse in ein. alkali- sches Aceton-Dehydratisierungsbad hergestellt wer- den.
Die Multifilamente, wie sie aus dem Spinnbad heraustreten, sind leicht vereinigt und nahezu kreisförmig im Querschnitt ; die Fäden werden jedoch aus dem Spinnbad durch eine rotierende Walze herausgszogen'und die Spannung, die auf die nassen Fäden. ausgeübt wird, wenn sie über die Walzen- flächen laufen, bindet die einzelnen Fäden zu einem bandartigem Strang zusammen. Wenn dieses verbundene Multifilament getrocknet ist, bleibt die bandartige Form beibehalten. Aus dem Vonhergehenden kann man ersehen, dass die einzelnen Fäden durch Kohäsionskräfte zur Bildung des Kollagenbandes zusammengehalten werden.
Die mechanische Behandlung des Koll. agenban- des, wenn dieses durch die verschiedenen Gerblöaun- gen hindurchgeführt, getrocknet und gerundet wird zur Bildung eines Stranges von kreisförmigem Quer- schnitt, ist am besten aus Fig. 1 zu sehen. Die beschriebene Maschine dient zur kontinuierlichen Behandlung des Kollagenbandes aus etwa 195 ein zelnen Fäden, die das gagerbts Multifilament bilden und d zu einem gerundeten Strang von 0, 363 mm Durchmesser machen ; es ist aber klar, dass auch Stränge von geringerem oder grösserem Durchmesser hergestellt werden können durch Variieren der Anzahl der einzelnen Fäden im Kollagenband. Solche Ab änderungen liegen im Bereich der Erfindung.
Aus Fig. 1 ergibt sich, dass das Kollagenband 11 von der Vorratswalze 12 zur Aufnahmewalze 13 über die angetriebenen Walzen 21, 22 und 23 geführt wird. Das Band wird zwischen den Walzen 21 und 22 und nochmals zwischen den Walzen 22 und 23 gestreckt. Unmittelbar unter jeder Walze befinden sich Nylonhilfswalzen 31, 32 und 33. Die Walzen 31 und 32 sind von den Trögen 14 und 15 umgeben, die mit Flüssiigkeiten 41 und 42 gefüllt sind und die auf den sich bewegenden Kollagenstraog angewandt wenden.
Andere Hilfsmittel zur Behand- hmg des sich bewegende Kollagenstranges'mit'Flüs- sigkeiten sind durch die IDüsen 20, 24 und 25 vorgesehen.
Die Röhren 16, 17 und 18 werden aufgeheizt und dienen zum Trocknen und Erwärmen des sich bewegenden Stranges. Der gewünschte kreisförmige Querschnitt des Endproduktes wird mit Hilfe eines Falschzwimes 19 erzeugt, welcher zum Runden und Trocknen des Stranges dient, wenn dieser durch die Trockenröhren 17 und 18 läuf ;.
Die drei Walzen 21, 22 und 23 sind ebenfalls aus Nylon hergestellt und jade hat zweckmässig 7, 62 om Umfang. Alle drei Walzen werden mit Hilfe eines Reeves-Reduktionsgetriebemotors mit va riabler Geschwindigkeit und einem Geschwindigkeits- bereich von 3, 3 bis 32, 1 Umdrehungen pro Minute angetrieben. Unmittelbar unter. der Walze 21 befindet sich eine Nylonhilfswalze 31, wie es Fig. 2 am besten zeigt. Die Trennung des Kollagenbandes auf der Walze 21 wird durch. Bewegen der Achse. der Hilfswalze 3. 1 in bezug auf die Achse der Walze gesteuert.
Die Walze 31 dreht sich auf einem Scharnierstift 26 und kann in irgendeiner. Lage mit Hilfe der Stell- schraube 28 befestigt werden.
Die Walze 21 wird mit einer Geschwindigkeit von etwa a zehn Umdrehungen pro Minute angetrieben.
Bei zehn Umdrahuntgea pro Minute beträgt die Lineargeschwindigkeit der Gerbung 76, 20 cm pro Minute. Das Kollagenband läuft von der Spannvorrichtung 35 dreimal um die Walze 21 herum, die drei Schleifen gewähren genügend Zeit im Bad 41, um das Kollagenband mit der Gerblösung, gut zu durchfeuchten.
Die Walze 22 wird mit elf Umdrehungen pro Minute angetnieben und enzeugt daher eine 10 % lige Streckung im Bandzwischen den Walzen 21 und 22.
Der Betrag der Streckung in dieser Stufe kann ver grössert oder verringert werden durch variieren der Beziehung zwischen den Geschwindigkaitan der Walze 21 und 22. Der Strang ist um die Walze 22 dreimal herumgeschlungen. Die Streckung zwischen der Walze 21 und der, Walze 22 bewirkt eine Aus- richtung des trocknenden. Kollagenbandes und verbessert die Rei#festigkeit.
Die Bedingungen können baispielsweise so ge- ändert wenden, dass die Walze 21 sich mit zehn, die Walze 22 mit elf und die Walze 23 mit zwölf Umdrehungen pro Minute dreht. Unter diesen Bedingungen erhält man zusätzlich zu der 10 % igen Streckung zwischen den Walzen 21 und 22 eine weiter 10 % ige Streckung zwischen den Walzen 22 ibis 23. Die Gesamtsttreckung kann zwischen etwa 10 % bis etwa 20 % variiert werden, und im zweckmässigen Fall beträgt die'obere Grenze der Streckung etwa 20 %.
Das sich bewegende Kollagenband kann kon tinuierlich bei der Walze 21 und bei der Walze 22 behandelt werden. Die'Lösung 41 im Trog 14 besteht aus einer wässrigen alkalischen Lösung eines Chinons, wie z. B. 1, 2-Naphthochinon, 1, 4-Naphthochinon, 2-Anthrachinonnatriumsulfonat, p-Toluchinon, 1, 2-Anthrachinon oder Mischungen dieser Verbindungen. Chinone, d'ie im Gerbprozess gemäss der vorliegenden iErfindung wirksam sind, sind vorzugsweise solche, die in Nachbarstellmg zu einer der Carbonylgruppen mindestens eine unsubstituierte CH-Gruppe aufweisen.
Zusätzlich zum Chinon kann die Lösung 41 eine geringe Menge (etwa 0, 5 %) eines Anfeuchtungsmittels, d. h. das Dinatriumsalz der Äthylendiamintetraessigsäure enthalten. Die Konzentration des Chinons, im Bad beträgt ! etwa 0, 2 bis etwa 2, 0 %. Wenn dieses Bad essigsauer oder neutral ist, nimmt das Kollagenband zuviel Wasser auf. Es ist deshalb zweckmässig, den pH-Wert des Bades auf etwa 7, 5 bis 10, 5 mit Alkali, wie z. B. Ammoniumhydroxyd oder Natriumhydroxyd, einzustellen. Ausgezeichnete Ergebnisse wurden bei einem pH des Gerbbades von 8,3 erhalten.
Das Kollagenband läuft aus dem Gerbbad 41 um die nicht angetriebene Walze 30 und dann durch die Trockenröhre 16. Diese Trockenröhre hat eine Quer- schnittsfläche von etwa 12, 90 bis 19, 35 cm2 und ist etwa 40, 64 cm lang. @ Auf etwa 66 C erhitzte Luft wird durch die Röhe 16 mit einer Geschwindigkeit von etwa 16,98 m3 pro Minute durchgeführt.
Das getrocknete Kollagenband läuft aus der Röhre 16 über eine nicht angetriebene Walze 29, umschlingt dreimal die Walze 22 und wird in dem zweiten Gerbbad 42 durchgefeuchtet. Das Bad 42 enthält eine wä#rige Lösung von Chrom-(III)-sulfat und einen Aldehyd, wie z. B. Formaldehyd oder Glyoxal öden'Mischungen dieser beiden. Die Kon- zentration des Chroms als Chromoxyd lielgt bei etwa 10 g pro, Liter, die Konzentration des. Formaldehyds und/oder Glyoxals liegt bei eüwa 0, 10 bis, etwa 0, 32 % und das pH des.
Bades bei letwa 2, 5 bis etwa 3, 5 (nicht gepuffert). Wenn der Betrag an Aldehyd mehr als etwa 0,32 % beträgt, nimmt die Reissfestigkeit des Stranges. ab und wenn. die Menge an Aldehyd geringer ist als etwa 0, 10 % ist die Absorption des Stranges im lebenden Organismus zu schnell. Beim Durchlaufen dieses Bades absorbiert das Kollagenband etwa 1 Gew. % des Chroms als Chromoxyd. Es muss festgchalten werden, da# optimale Na#rei#- festigkeit und die Trockenknotfestigkeit des fertigen Stranges erhalten wird, wenn die Menge an Chromoxyd im Strang bei etwa 1, 0 Gew. % liegt.
Kollagen- Stränge (Grösse 2/0) mit weniger als 0, 5 % Chromoxyd besitzen eine niedrige Na#rei#festigkeit und Stränge mit mehr als etwa 1, 5 % Chnomoxyd haben eine geringe Trockenknotfestigkeit.
Das Kollagenband läuft aus dem Bad 42 um die nicht angetriebene Walze 34 und durch die Trocken röhiren 17 und 18 hindurch. Diese fRöhren haben einen Querschnittsbereich, der ähnlich demjenigen der Röhre 16 ist, sind aber länger. Jede Röhre ist etwa 91, 2 cm lang. Wie man aus Fig. l ersieht, sind die Röhren 17 und 18 etwa 15, 24 cm voneinander entfernt. Auf etwa a 43-54 C erhitzte Luft wind durch die Röhre 17 mit etwa 8, 49 m3 pro Minute geblasen und auf etwa 68, 5 C erhitzte Luft wird dann durch die Röhre. 18 mit etwa 12, 74 bis 16, 98 m3 pro Minute hindurchgeführt.
Das Kollagenband aus dem Bad 42 wird durch Berührung mit dem'Flaschzwirner 19 des in Fig. 3 dangestellten Typs. gerundet. und geformt. Diese Vorrichtung verleiht dem Strang automatisch eine sogenannte Falschzwirnung ; eine Falschzwirnung ist eine Zwirmmg, deren Richtung auf einer Sleite eines Be rührungspunktes umgekehrt ist wie auf der. anderen Seite, so dass die Zwirnung aufgehoben wird. Der Zwirnungszyklus ist am wirksamsten, wenn das Kol. lagenband sich in nassem Zustand befindet, und dies wird durch Auftropfen von Wasser auf das Band aus der Düse 20 hervorgerufen. Der Strang kann auch, kurz bevor er in Berührung mit dem Falschzwirner kommt, mit destilliertem Wasser durch die Düse 24 geschmiert werden.
Wenn die Zwinnung durch die Walze 34 im Augenblick des Ablaufens des feuchten Bandes von derselben unterstützt wird, findet eine allmähliche Verjüngungswirkung des Stranges statt, wodurch dieser ausgerundet wird. Die kreisförmige Gestalt des Stranges bleibt, nachdem die Zwirnung aufgehoben wird. Der'Falschzwirnen wird mit 150 bis 1000 Umdrehungen pro Minute betrieben.
Es ist von Bedeutung, dass das durch die Düse 20 zugeführte Wasser. und die Geschwindigkeit und Temperatur der Luft in der Trockennöhre 17 und
18 so gesteuert werden, dass das nasse gegerbte Band genügend trocken ist, wenn der Strang den Falschzwimer 19 berührt, um eine Deformierung zu vermeiden. Dies führt zu einem verbesserten kreisförmigen Querschnitt.
Der runde Kollagenstrang geht vom Falschzwirner 19 um die nicht angetriebene Walze 36 und kann mit einer Lösung aus der Düse 25 in Berührung gebracht werden, die abwärts in entgegengesetzter Richtung zur Richtung des sich bewegenden Kol- lagenstranges flie#t. Die Lösung aus der Düse 25 besteht aus einer wä#rigen Lösung aus etwa 0, 08 ibis etwa 0, 3 % Formaldehyd, eingestellt auf ein pH von etwa 9. Wenn die Konzentration des Formaldehyds geringer als etwa 0, 08 % oder wenn die Gerbung g an, an der Düse 25 vollständig ausgeschaltet ist, wird der fertige Kollagenstrang schneller absorbiert, wenn er in das Körpengewebe eingepflanzt wind.
Wenn die Konzentration von Formaldehyd grösser als etwa 0, 3 % ist, ist der fertige Kollagenstrang spröde und besitzt geringe Trockenknotfestigkeit.
Der durchfeuchtete Strang geht von der Düse 25 aus durch die Trockenröhren 18 und 17 um die nicht angetriebene Waize 38 und kehrt durch die Trockenröhron 17 und 18 um die nicht angetriebene Walze 40 zurück.
Wenn. die Walze 23 mit zwölf Umdrehungen pro Minute. angetrieben wird, um eine etwa 10 % ige Streckung zwischen den Walzen 22 und 23 zu erhalten, beträgt die auf den fertigen Strang ausgeübte Spannung, gemessan mit dem Span- mungsmesser 44, etwa 1500 g. Der trockene gegerbte und gerundete Strang wird von der Walze 23 durch die Aufnahmewalze 13 mit etwa 91, 44 cm pro Minute aufgenommen. Der fertige Strang hat, unter den Verfahrensbedingungen, wie sie vorbeschrieben wurden, einen Durchmesser von etwa 0, 36 mm, Nähfadengrö#e 2/0.
Es wurde beobachtet, dass atmosphärische Feuch- tigkeit, eine Variable während des Spinnens eines Stranges, eine wichtige Rolle bei der Streckung und der Endrei#festigkeit des Stranges spielt. Die Feuch tigkeit wird zweckmä#ig kontrolliert, indem man das Spinnverfahren unter Verschluss in einer Vernichtung durchführt, die mit Luft bestimmter Feuchtigkeit versongt wird. Vortreffliche und gleichmässige Stränge werden erhalten, wenn die Elative Feuchtigkeit auf etwa 40 % gehalten wind.
Die kontinuierliche Behandlung des erhaltenen Kollagenbandes zur Herstellung eines gleichmä#igen Stranges mit den genannten Eigenschaften wird an Hand der folgenden Beispiele erläutert. In der ganzen Beschreibung werden die Mengen in Gewichtsteilen angegeben, wenn) nicht etwas anderes gesagt ist.
Beispiele 1. Ein. Kollagenband, nahezu 0, 1 mm dick und 1, 5 mm breit, bestehend aus 192 einzelnen Fäden, wird in der Vorrichtung gemä# Fig. 1 behandelt.
Die Geschwindigkeit der Walzen 21, 22 und 23 wird auf 10, 0, 11, 0 und 12, 0 Umdrehungen pro Minute gehalten. Wässrige Ammoniumhydroxydiösung vom pH 10, 3 wird in den Trog 14 (Bad 41) gebracht.
Die folgende Lösung ans
Chrom- (III)-sulfat als Chromoxyd 1, 0 Teile
Formaldehyd 0,32 Teile entionisiertes Wasser 98,68 Teile eingestellt auf pH 3, 5 mit Natriumhydroxyd wird in dem Trog 15 (Bad 42) gebracht.
Eine Lösung von 0, 32 Teilen Formaldehyd und 99, 68 Teilen entionisiertem Wasser wird auf ein pH von 5, 6 mit Natriumhydroxyd eingestellt und in einm Zuführungsbehälter für die Düse 25 gebracht.
Entionisiertes Wasser wird der Sprühvorrichtung oben an der Trockenröhne (Düse 20) und aberhalb des Zwirnes, QDüse 24) zugeführt.
Das Kollagenband 11 läuft, aus der Spannvorrich- tung 35 um die Walze 21 und wird dreimal um die Walze und die Leerlaufwalze 31 herumgeschlun- gen ; die letztere ist im Bad 41 eingetaucht. Eine Umschlingung nimmt nahezu 15 Sekunden Wegzeit in Anspruch, so da# die gesamte Einwirkungszeit für die Lösung 41 etwa 45 Sekunden beträgt. Der mit Pynogallol behandehe Strang läuft dann in die Trookenröhre 16 und wird einem Warmluftstrom von 60 C ausgesetzt.
Der teilweise getrocknete Strang -aus der Röhre 16 läuft dann über die nicht an, ge trieben, Walze 29 und wind dreimal um die Walze 22 un d die Hilfswalze 32 geschlungen. In diesem Augenblick berührt der sich bewegende Strang die Lösung 42, im Behälten 15.
Aus der Lösung 42 läuft der Strang in der Trockenröhre 17 nach oben, in der der mit einem Strom von entionisiertem Wasser, das aus der Düse 20 austritt, in Berührung gelant. Dies disent dazu, um den Strang mit Wasser zur besseren Bindung wäh- rend der Zwirnung zu sättigen und hilft auch, die überschüssigen Chromsalze zu entfernen. Wenn sich . der Strang abwärts durch die Trockenröhren 17 und 18 bewegt, kommt er mit einem entgegengesetzten Strom warmer Luft von etwa 60 C in Berührung und wird durch den Falschzwirner 19 gezwirnt, der sich mit nahezu 300 Umdrehungen pro Minute dreht.
Kurz bevor der Strang den Falschzwirner erreicht, wind er mit entionisiertem Wasser aus der Düse 24 geschmiert. Dies verhindert ein Abnutzen während des Nichtzwirnens. Der nun gerundete Strang wird dann mit einer alkalischen Formaldehydlösung aus der Düse 25 gewaschen und schlie#lich durch einen doppelten Durchgang durch die Trockenröbron 17 und 18 getrocknet. Der fertige Strang wird von der Walze 23 aufgenommen, wobei 5 bis 10 Umschlin- gungen erforderlich sind, um ein Gleiten zu verhindern, und wird auf die Aufnahmespule 16 aufgerollt.
In dem vorbeschriebenen Verfahren wird eine etwa 10 % ige Streckung zwischen der Walze 21, und 22 und eine weitere etwa 10 %. ige Streckung zwischen der Walze 22 und 23 angewandt. Die Eigenschaften des so erhaltenen Produkts sind. in den Tabellen I und II aufgeführt.
2. Es wird ein Strang nach der in Beispiel 1 beschriebenen Verfahrensweise hengestellt. Der so erhaltene Strang wird dann eine Stunde lang in eine Lösung aus 1, 0 Teilen des Natriumsalzes von 1, 2 Naphthochinon-4-sulfonsäure und 99 Teilen entionisiertem Wasser eingetaucht. Der Strang wird dann in Aceton gespült und getrocknet. Das so erhaltene Produkt besitzt die in den Tabellen I und II auf) geführten Eigenschaften.
Tabelle I Beispiel Denier Durchmesser Reissfestigkeit in g/Denier in trockenem Zustand Trockenknotfestigkeit Nassknotfestigkeit 1 1320 14, 4 3, 40 1, 61 1, 48
2 1330 15, 3 3, 31 1, 74 1, 33 Catgut 1210 14, 0 3, 60 2, 40 1, 20 Tabelle II
Absorption im lebenden Organismus in Pfund Beispiel Tage nach der Einpflanzung
0 1 3 5 7 10 15 1 5, 4 4, 5 4, 6 4, 3 4, 0 3, 9 1, 7
2 5, 7 5, 6 5, 0 3, 9 4, 3 3, 0 0, 8 Catgut 8, 2 5, 3 4, 6 3, 9 3, 3 2, 5 1, 4
Die nach dem Verfahren der vorliegenden Erfindung hergestellten Nähfäden enthalten Chinon Reduktionsprodukte, die chemisch mit dem'Kollagen vereinigt sind.
Eine konventionelle quantitative Bestimmung der Menge an Chinon, die in dem fertigen Faden enthalten ist, lieferte folgende Engebnisse (in der folgenden Aufstellung ist die sichtbare Wellen- länge, bei der eine maximale Absorption eintritt, wiedergegeben) :
1, 2-Naphthochinon 570 m
1, 4-Naphthochinon 575 m
2-Anthrachinonnatriumsulfonat 560 mu p-Toluchinon 560 m, u
1, 2-Anthrachinon 545 m, u
Es wurde gefunden, dass Nähfäden, die nach dem Verfahren der vorliegenden Erfindung hergestellt wurden, etwa 0, 2 bis etwa 0, 92 % Chinon,, nach der vorgenannten analytischen Methode bestimmt, ent balte.
Es ist selbstverständlich, da# das erfindungs- gemässe Verfahren auch zur Erhaltung anderer kol- lagenhaltiger Materialien benutzt werden kann, wie z. B. Leder, deren Lebensdauer häufig abgekürzt wird durch den Angriff von Mikroorganismen und Enzyme, die durch solche Mikroonganismen er- zeugt werden.