CH427699A - Pumpspeicheraggregat mit einer Pumpenturbine, deren Läufer bei Pump-bzw. Turbinenbetrieb entgegengesetzte Drehrichtung hat - Google Patents
Pumpspeicheraggregat mit einer Pumpenturbine, deren Läufer bei Pump-bzw. Turbinenbetrieb entgegengesetzte Drehrichtung hatInfo
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Description
Pumpspeicheraggregat mit einer Pumpenturbine, deren Läufer bei Pump- bzw. Turbinenbetrieb entgegengesetzte Drehrichtung hat Die Erfindung betrifft ein Turbinenaggregat mit einer Pumpenturbine, deren Läufer bei Pump- bzw.
Turbinenbetrieb entgegengesetzte Drehrichtung hat, und einem Motor/Generator, dessen Induktor mittels eines zwischengeschalteten Wendegetriebes Drehzahl und Drehrichtung dauernd beibehält, dadurch gekennzeich net, dass der Läufer der immer gefüllten Pumpenturbine mit dem Induktor des Motor/Generators über zwei be- triebsschaltbare hydraulische Kupplungen, von denen die eine Drehrichtungsumkehr bewirkt,
und über je ein mit der jeweils eingeschalteten Kupplung in Serie lie gendes Planetengetriebe mit unterschiedlichem überset- zungsverhältnis im Sinne kraftschlüssiger hydraulischer Momentenübertragung verbunden ist.
Pumpenturbinen grösserer Leistungen mit nur einem Laufrad für Fall- bzw. Druckhöhe über etwa 25 m sind bisher nur solche bekannt geworden, bei denen die Drehrichtung beim übergang von Turbinen- auf Pum penbetrieb, oder umgekehrt, geändert werden muss.
Wird bei beiden Betriebsarten nur mit ein und der selben Synchrondrehzahl des Motor/Generators gefahren, müssen Abstriche der hydraulischen Wirkungsgrade in Kauf genommen werden. Wenn die Pumpenturbine direkt starr mit dem Motor/Generator gekuppelt wird, so erschwert das sehr hohe Schwungmoment des Motor/- Generators das Hochfahren und Abbremsen seines In- duktors bei wesentlicher Erhöhung der Umschaltzeiten.
Die bisherigen mechanischen und elektrischen Bremsverfahren erfordern, neben anderen Nachteilen, zu lange Auslaufzeiten bis zum Stillstand.
Die bisher bekannt gewordenen Pumpspeicheraggre- gate machen beim Hochfahren das Entleeren der Pum penturbine bis zur Synchronisation erforderlich, weil sonst die Anfahrleistung zu gross wird. Das Entleeren und Wiederfüllen der Pumpenturbine hat einrichtungs mässige und insbesondere betriebliche Erschwerungen zur Folge, die überdies verlängerte Umschaltzeiten be dingen.
Die Erfindung ermöglicht es, einen Motor/Generator mit gleichbleibender Drehzahl und Drehrichtung mit einer Pumpenturbine so zu kuppeln, dass mit der Kupp lungseinrichtung die Drehzahl und Drehrichtung der Pumpenturbine zwischen Pump- und Turbinenbetrieb geändert und das Bremsen aus dem Turbinenbetrieb durchgeführt werden können.
Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausfüh rungsbeispiel näher erläutert werden.
Eine Maschine 1 als Motor/Generator ist über ein koaxiales, hydraulisch betriebsschaltbares Getriebe 2 mit einer Pumpenturbine 3 gekuppelt. Der Motor/Gene- rator ist eine für Wasserkraftwerke nach Leistung und Wechselstromdrehzahl standardisierte Synchronma schine, die ständig nur in .einer Drehrichtung läuft.
Die Pumpenturbine stellt eine 2-flutige Ausführung dar, deren Drehzahlen für den Pump- und Turbinenbetrieb bezüglich des jeweiligen optimalen Wirkungsgrades bei entgegengesetzter Drehrichtung verschieden sind.
Das Getriebe besteht aus einem mechanischen 2-tei- ligen Planetenteil und einem hydraulischen, 3-teiligen Kupplungsteil. Die beiden Planetengetriebe 4 und 5 sind nur konstruktiv ineinander gebaut, bezüglich der Momentenübertragung aber mechanisch unabhängig voneinander. Beim Planetengetriebe 4 ist der Steg als Planetenradträger ruhend und links im Getriebegehäuse festgesetzt. Beim Planetengetriebe 5 ist das äussere Son nenrad ruhend und am Steg des Planetengetriebes 4 festgesetzt.
Die Ritzel der beiden Planetengetriebe 4 und 5 sind untereinander und mit der Welle der Maschine 1 fest gekuppelt.
Mit der Welle des Pumpenturbinenläufers ist eine 2-seitig ausgebildete hydraulische Kupplungshälfte 6 fest verbunden und auf deren Wellenstumpf fliegend ange ordnet. Auf beiden Seiten dieser Kupplungshälfte 6 sind je eine Kupplungshälfte 7 und 8 angeordnet, die auf dem Wellenstumpf drehbar sind.
Die Kupplungshälfte 8 ist mit dem äusseren Sonnenrad des Planetengetriebes 4, die Kupplungshälfte 7 mit dem Steg als Planetenradträ- ger des Planetengetriebes 5 fest verbunden. Das äussere Sonnenrad des Planetengetriebes 5 ist ruhend und mit dem feststehenden Steg des Planetengetriebes fest ver- Bunden. Unabhängig von der gleichbleibenden Turbodreh zahl und Drehrichtung des Motor/Generators sind die Drehzahlen der Pumpenturbine für Pump- bzw.
Turbi nengetriebe zu wählen. Da die beiden Drehzahlüberset zungen auf die gleiche Achsrichtung zwischen Motor/ Generator und Pumpenturbine zurückgeführt werden muss, muss eine koaxiale Anordnung in Form von Pla netengetrieben gewählt werden, in d enen die Drehrich tung einmal durch feststehendes Sonnenrad, andermal durch feststehenden Steg als Planetenträger verschieden gestaltet werden kann. Die untereinander verbundenen Ritzel der beiden Getriebe sind fest mit dem Induktor des Motor/Generators verbunden.
Mit dem sich drehen den Sonnenrad des ersten Getriebes und dem Steg als Planetenträger des zweiten Getriebes ist je eine Hälfte zweier hydraulischer Kupplungen fest verbunden. Diese beiden Hälften haben eine gemeinsame, zweiseitige hydraulische Kupplungshälfte, die fest mit dem Läufer der Pumpenturbine verbunden ist.
Die Massen der Kupplungshälften können zwecks Erhöhung des Induktor-Schwungmomentes beliebig ver- grössert werden. Je nach dem Füllungszustand der hydraulischen Kupplungen können über Handbedienung bzw. Automatik sämtliche Anfahr-, Betriebs- und Bremsbedingungen nach nachstehendem Ausführungs beispiel erfüllt werden.
Das hydraulische Füllmittel der beiden Kupplungen arbeitet ohne Mengenverlust im Kreislauf, aus welchem die Schlupfverlustwärme genau wie bei den beiden Getriebestufen, zwecks thermischer Weiterverwendung zu Heizungszwecken u. ä. zurückge wonnen werden kann.
Die technischen und ökonomischen Auswirkungen sind in folgender Weise zu beurteilen: Es können die gleichen Umschaltzeiten bei Verwen dung von Pumpenturbinen erreicht werden wie bei der klassischen Anordnung mit getrennter Pumpe und Tur bine. Es geht kein Betriebswasser bei den Umschaltun gen verloren.
Kompressoren für Ausblaseluft und Druckhaltung werden nicht benötigt.
Bei Kurzschluss im Motor/Generator reisst die hydraulische Kupplung ab.
Es enthält eine besondere Anwerfvorrichtung für den Pumpbetrieb der gefüllten Pumpturbine. Die hydrauli schen Bremsvorgänge sind betrieblich einwandfrei, schnell und sicher. Die Verwendung von standardisier ten Motor/Generatoren mit Turbodrehzahlen wird vereinfacht, indem dieselben selten hochgefahren und nicht für verschiedene Drehrichtungen bzw. Drehzahlen gebaut werden müssen. Die hydraulischen Wirkungs grade der Pumpenturbine sowohl im Pump-, als auch Turbinenbetrieb sind etwa so hoch wie bei der klassi schen Anordnung.
Es kann Phasenschieberbetrieb durchgeführt wer den, ohne dass die Pumpenturbine ausgeblasen werden muss. Der hierbei stillstehende Läufer der Pumpentur bine wird betrieblich geschont und braucht nicht zusätz lich gekühlt zu werden.
Dadurch, dass die Pumpentur bine zum Pumpbetrieb mit der hydraulischen Kupplung gefüllt hochgefahren werden kann, vollzieht sich der Be triebsübergang bis zu Förderung erschütterungsfreier, sicherer und schneller als bei allen bisherigen Verfah ren, wobei die hydraulische Kupplung überdies stoss- und schwingungsdämpfend wirkt, was auch für den lau fenden Betrieb zutrifft.
Die Gesamtanlage wird bezüglich Übersichtlichkeit, Handbedienung und Automatik vereinfacht, wodurch sich die Betriebssicherheit und der Bedienungsfaktor verbessern. Die Anlagekosten werden etwa die gleichen sein wie bei starr gekuppelter Pumpenturbine mit den erforderlichen Nebenanlagen.
Die Verringerung des Induktorgewichtes durch An wendung von Turbodrehzahlen ermöglicht die Verklei nerung der Hubkräfte der Maschinenhauskräne und ihrer Abmessungen.
Die mit Hilfe -dieser Getriebe-Kupplungsanordnung durchführbaren Betriebsschaltungen haben zur Voraus setzung, dass einerseits der Induktor der Maschine 1 stets ununterbrochen in ein und derselben Drehrichtung netzsynchron läuft und andererseits die Pumpenturbine immer mit Wasser gefüllt bleibt.
1. B; triebsart: Anfahren der Maschine 1 zum syn chronen Leerlauf und Phasenschieberbetrieb. Kupplung 6-8 ist ohne Ölfüllung und belüftet, Kupplung 6-7 ist mit Öl gefüllt. Pumpenturbine 3 wird hydraulisch im Leerlauf-Turbinenbetrieb hochgefahren, bis der Induk tor der Maschine 1 die Synchrondrehzahl erreicht hat. Anschliessend wird Maschine 1 im Leerlauf-Generator- betrieb mit dem Netz elektrisch synchronisiert.
Wird anschliessend Kupplung 6-7 entleert, so läuft Maschine 1 im Phasenschieberbetrieb, wobei der Pum- penturbinenläufer zum Stehen kommt.
z. Betriebsart: Turbinenbetrieb aus Phasenschieber betrieb. Kupplung 6-7 wird gefüllt, wobei der Pumpen turbinenläufer bis zur vollen Leistung im Generatorbe- trieb in gleicher Drehrichtung hochgefahren wird.
3. Betriebsart: Pumpenbetrieb aus Phasenschieber- betrieb. Kupplung 6-8 wird gefüllt, wobei der Pumpen turbinenläufer in umgekehrter Drehrichtung zum Induk tor unter steigender Lastaufnahme im Motorbetrieb bis zum vollen manometrischen Pumpen-Druck hochgefah ren wird.
4. Betriebsaxt: Turbinenbetrieb aus Pumpenbetrieb. Gleichzeitig werden Kupplung 6-8 entleert und Kupp lung 6-7 gefüllt. Hierbei tritt hydraulische Bremsung des Pumpenturbinenläufers bis zu dessen Stillstand in der Kupplung 6-7 auf. Hierauf wird derselbe sofort in entgegengesetzter Drehrichtung mit steigender Lastauf nahme im Generatorbetrieb hochgefahren.
5. Betriebsart: Pumpbetrieb aus Turbinenbetrieb. Gleichzeitig werden Kupplung 6-7 entleert und Kupp lung 6-8 gefüllt. Hierbei tritt hydraulische Bremsung des Pumpenturbinenläufers in der Kupplung 6-8 bis zu dessen Stillstand auf. Hierauf erfolgt sofortiges Hoch fahren desselben in umgekehrter Drehrichtung zum In duktor unter steigender Lastaufnahme im Motorbetrieb bis zum vollen manometrischen Pumpen-Druck.
6. Betriebsart: Phasenschieber aus Turbinenbetrieb. Kupplung 6-7 wird entleert und belüftet. Pumpenturbi- nenläufer kommt zum Stillstand.
7. Betriebsart: Phasenschieberbetrieb aus Pumpbe- trieb. Kupplung 6-8 wird entleert und belüftet. Pum- penturbinenläufer kommt zum Stillstand.
Aus Gründen oder Übersichtlichkeit sind die normal notwendigen hydraulischen und elektrischen Schaltvor gänge an der Pumpturbine 3 und Maschine 1 weggelas sen worden. Praktisch werden sie über Automatik paral lel zu den vorbeschriebenen Schaltvorgängen durchge führt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH I Pumpspeicheraggregat mit einer Pumpenturbine, deren Läufer bei Pump- bzw. Turbinenbetrieb entgegen- gesetzte Drehrichtung hat, und einem Motor/Generator, dessen Induktor mittels eines zwischengeschalteten Wendegetriebes Drehzahl und Drehrichtung dauernd beibehält, dadurch gekennzeichnet, dass der Läufer der immer gefüllten Pumpenturbine mit dem Induktor des Motor/Generators über zwei betriebsschaltbare hydrau lische Kupplungen, von denen die eine Drehrichtungs- umkehr bewirkt,und über je ein mit der jeweils einge schalteten Kupplung in Serie liegendes Planetengetriebe mit unterschiedlichem übersetzungsverhältnis im Sinne kraftschlüssiger hydraulischer Momentenübertragung verbunden ist.PATENTANSPRUCH II Verfahren zum Betrieb des Pumpspeicheraggregates nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die zwei hydraulischen Kupplungen beim Umschalten des Läufers der Pumpenturbine von der einen auf die andere Drehrichtung wechselseitig gleichzeitig gefüllt bzw. entleert werden, so dass der Läufer der Pumpen turbine infolge auftretender hydraulischer Verwirbe- lungsbremsung der zu füllenden und Belüftung der zu entleerenden Kupplung zum Stehen kommt.
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| EP3705715A1 (de) * | 2019-03-05 | 2020-09-09 | Mataro Holding BV | Systeme und verfahren zur erzeugung von energie aus einem flüssigkeitsstrom |
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