Verfahren und Maschine zur Herstellung ausgekleideter Tunnels, Stollen oder dergleichen Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung ausgekleideter Tunnels, Stollen oder dgl., bei dem ein rohrförmiges Schild mit an seiner Vorderseite arbeitenden Werkzeugen im Masse des Arbeitsfortschrit tes vorgetrieben wird.
Zur Herstellung von Tunnels, Stollen, Kavernen, Schächten oder dgl. sind bereits Maschinen verschie dener Art bekannt. Es ist auch nicht mehr neu, einen rotierenden Werkzeugträger mit an seiner Vorderseite arbeitenden Werkzeugen im Masse des Arbeitsfortschrit tes vorzutreiben. Der Vortrieb erfolgt dabei in der Regel in der Weise, dass zunächst ein Teil der Vorrichtung mittels radialer Spreizorgane in der Tunnelröhre ver ankert und der Werkzeugträger unter Abstützung an diesem Vorrichtungsteil mit Hilfe von hydraulischen Kolbentrieben oder Schraubentrieben vorwärts gescho ben wird, bis die maximale Reichweite der Triebe er reicht ist,
wonach der Stützteil aus seiner Verankerung gelöst, im Schnellgang nachgezogen, in der Tunnelröhre neuerlich verspreizt und schliesslich der Werkzeugträ ger zur Wiederholung des ganzen Vorganges das nächste Stück weitergeschoben wird. Es ergibt sich also ein absatzweiser, wegen der notwendigen Unterbrechungen verlangsamter Vortrieb mit umständlichen Manipula tionen beim Verklemmen und Lösen des Stützteiles.
Änliche Mängel treten bei einer anderen bekannten Konstruktion auf, bei der ein rohrförmiges, mit Werk zeugen bestücktes Schild durch Kolbentriebe oder Schraubenspindeln vorgetrieben wird, die sich an der jeweils bereits fertigen Ausmauerung abstützen. Ein weiterer Nachteil aller bisherigen Maschinen bzw. Ver fahren zur Herstellung ausgekleideter Tunnels oder dgl. ist darin zu erblicken, dass das Auskleiden bzw Aus betonieren völlig unabhängig vom Bohren hinterher er folgt und dass man zwar die Bohrarbeit verbessert und beschleunigt hat, den nachfolgenden Ausbau aber nach den althergebrachten umständlichen Baumethoden aus führt.
Selbst wenn es also gelingt, mit Hilfe moderner Maschinen den Hohlraumausbruch als solchen bedeu tend zu verbilligen und zu beschleunigen, bleiben die Gesamtkosten und die Gesamtherstellungszeit des Bau werkes wegen der nicht verbilligten und nicht verbes serten Auskleidung hoch genug. Ausserdem sind die bekannten Bohrmaschinen nicht universell für die ver schiedensten Gebirgsarten von festem Gestein bis zum Schotter und Schwimmsand und auch nicht wahlweise sowohl im Trockenen als auch unter Wasser verwend bar, ja es ergeben sich sogar besondere Erschwernisse und Arbeitsverzögerungen, wenn beim Bohren bzw. vor dem und beim Auskleiden Bergwässer auftreten.
Der Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, gleichzei tig mit dem Hohlraumausbruch auch die Auskleidung maschinell und kontinuierlich herzustellen, wobei Berg wässer keine Schwierigkeiten bereiten sollten und auch die Möglichkeit gegeben sein sollte, unter Wasser zu arbeiten.
Erfindungsgemäss wird das bei einem Verfahren, bei dem ein rohrförmiges Schild mit an seiner Vorderseite arbeitenden Werkzeugen im Masse des Arbeitsfortschrit tes vorgetrieben wird, dadurch erreicht, dass eine pump fähige, erhärtende Masse hinter der Schildrückwand in den Ringraum zwischen der Wand des Tunnels oder dgl. und einer mit dem Schild verbundenen Gleitscha- lung gepresst und dadurch das Schild unter gleichzei tiger Bildung der Auskleidung vorwärtsgedrückt wird.
Die in diesen Ringraum eingepresste Masse, vorzugs weise Beton, kann sich einerseits an dem bereits fertigen Betonrohr abstützen und anderseits auf die kolbenartige Rückwand des Schildes drücken, so dass dieses vor wärtsgetrieben wird, wobei gleichzeitig die Auskleidung unter einem so hohen Pressdruck entsteht, dass der Be ton eine besondere Güte und Wasserdichtheit erhält und auch mit grossem Druck auf die Tunnelwand einwirkt, so dass sich das bisher erforderliche umständliche und zeitraubende Hinterpressen erübrigt.
Wenn das Schild wasserdicht ausgebildet ist und dafür gesorgt wird, dass das von den Werkzeugen abgearbeitete Material ohne Wasserzutritt in das Schildinnere zur Durchschleusung kommt, kann mit dem vorliegenden Verfahren auch unter Wasser gearbeitet werden, ohne dass dabei die Bedienungsmannschaft in einem Druckraum unterge bracht werden müsste, da hinter dem Schild und der Gleitschalung die fertige Auskleidung den Wasserzutritt verhindert und vorne eben das wasserdichte Schild vor gesehen ist.
Ein weiterer Vorteil des vorliegenden Ver fahrens liegt auch in der kontinuierlichen Arbeitsweise und in der wesentlichen Vereinfachung der maschinellen Einrichtungen, da die sonst für den Vortrieb erforder lichen Spreizorgane oder dgl. entfallen und sich alle Massnahmen zur Abstützung des Gesteins vor der Fer tigstellung der Auskleidung und weitere Schalungen hie für erübrigen.
Die Auskleidung des Tunnels oder dgl. kann auch armiert werden, in welchem Fall die Betonstähle vorteil haft von Vorratstrommeln im Schild durch Öffnungen in der Schildrückwand in den Ringraum abgezogen werden können. Trotz der kontinuierlichen und ma schinellen Herstellung der Auskleidung bereitet dem nach auch das Einbringen der Betonstähle keine Schwie rigkeiten.
Der Zement kann, gegebenenfalls mit dem Zuschlag, pneumatisch zur Baustelle gefördert und der Beton erst dort aufbereitet werden. Auf diese Weise ist es möglich, die laufend erforderlichen Materialmengen durch das bereits fertige Tunnel in einfachen Leitungen zuzuführen und hiefür nur wenig Raum zu beanspruchen.
Die Erfindung bezieht sich weiter auf eine Maschine zur Durchführung des vorliegenden Verfahrens mit rohr- förmigem Maschinenschild, die gekennzeichnet ist durch eine hinter der Schildrückwand angeordnete, mit dem Schild verbundene, aber im Aussendurchmesser verrin gerte Gleitschalung sowie durch eine innerhalb der Gleitschalung oder des Schildes vorgesehene Pumpe, die die pumpfähige,
erhärtende Masse unter Druck in den Ringraum ausserhalb der Gleitschalung fördert. Um der Auskleidung je nach Notwendigkeit eine verschiedene Dicke geben zu können, kann die Gleitschalung aus radial verstellbaren Teilen, die gegebenenfalls im Bereich der Betonaustrittsöffnungen Büchsen tragen, in denen die radialen Betonförderrohre passend verschiebbar sind, bestehen.
Dabei empfiehlt es sich, wenn die Gleitscha- lung aus mehreren Segmenten zusammengesetzt ist, die jeweils an der einen Seite mit radial gerichteten Kolben- trieben gelenkig verbunden und an der anderen Seite am benachbarten Segment gleitfähig abgestützt sind.
Weiter kann die Gleitschalung vorzugsweise mit Hilfe von einerseits am Schild, anderseits an der Scha lung angelenkten hydraulischen Kolbentrieben relativ zum Schild axial verschiebbar sein. Es kann also zwi schen der Gleitschalung und dem Schild bzw. der Schild rückwand ein Ringspalt gebildet werden, der beispiels weise notwendig ist, um in die Auskleidung Dehnfugen ausfüllende Zwischenlagen oder auch Betonstähle zur Rundarmierung einzubringen.
Für den letzteren Zweck kann an der Schildrückseite eine Ringscheibe mit in den Ringraum ausserhalb der Gleitschalung achsparallel vorragenden Stützflügeln drehbar gelagert und innerhalb des Schildes eine Beton stahlvorratstrommel vorgesehen sein, von der der Beton stahl fallweise durch ein verschliessbares Fenster oder dgl. in der Schildrückwand zu der mit ihren Stützflügeln ein Aufwickelorgan bildenden Ringscheibe läuft. Die Stützflügel können von der Rückseite her eingeschlitzt sein.
Nach Herstellung eines schmalen Ringhohlraumes durch pumplosen Vorschub kann der Betonstahl von der Vorratsrolle durch das Fenster in der Schildrückwand gezogen und mit seinem hakenförmig abgebogenen Ende in den Schlitz des nächsten Stützflügels eingehängt wer den. Nun kann die Ringscheibe gedreht werden, so dass sich der Betonstahl auf ihren Stützflügeln mit einer oder mehreren Windungen aufwickelt, wonach der Stahl in Fensternähe durchgetrennt und das Fenster geschlossen wird.
Beim weiteren Vortrieb des Schildes durch den Betondruck füllt der Beton den vorerst ver bliebenen Hohlraum aus, umhüllt damit auch den Be tonstahl, der schliesslich bei weiterer Schildverschiebung von den Stützflügeln abgeleitet und in Beton der Aus kleidung als Ringarmierung verbleibt.
Im Schild kann auch eine der gewünschten Längs- armierung der Auskleidung entsprechende Anzahl von Betonstahlvorratstrommeln vorgesehen sein, von denen die Betonstähle durch Öffnungen in der Schildrückwand achsparallel nach hinten geführt sind. Hier erübrigen sich weitere Massnahmen zur Einbringung der Beton- stähle, da diese im Masse des Maschinenvortriebes selb ständig nach hinten abgezogen werden.
Es ist selbstver ständlich zweckmässig, alle Vorratstrommeln mit Brem sen auszustatten oder sonstige Einrichtungen vorzu sehen, die das einwandfreie Ab- bzw. Aufwickeln der Betonstähle gewährleisten.
Um den örtlichen Betondruck an die jeweiligen Be triebsverhältnisse anpassen zu können, können in den Betonförderleitungen einstellbare Drosselorgane einge baut sein.
Es ist selbstverständlich, dass mit der Maschine erst dann nach dem erfindungsgemässen Verfahren gearbei tet werden kann, wenn sie so weit in das Gebirge oder dgl. eingedrungen ist, dass hinter ihr bereits ein genü gend fester Betonauskleidungsring besteht. Um dennoch starten zu können, kann das Schild bei Arbeitsbeginn mit Hilfe von abnehmbaren Rollen oder Gleitstücken auf Schienen aufsetzbar und mittels sich an einem mit den Schienen verbundenen Querjoch abstützender hy draulischer Kolbentriebe vortreibbar sein.
Die Anfangs- tunnelstrecke kann dann mit hydraulischem Vortrieb gebohrt werden, wobei im Masse des Eindringens der Maschine in das Gebirge die Maschine die Schienen verlässt und die Rollen bzw. Gleitstücke abgenommen werden können.
Damit der Beton sofort eine feste Ab stützfläche findet und das Schild vortreiben kann, kann ein am Hinterende der Gleitschalung festklemmbarer und dann in der Tunnelröhre oder dgl. verankerbarer, vor zugsweise kastenförmiger und gegebenenfalls mehrtei liger Schalungsring vorgesehen sein.
Die Rollen oder Gleitstücke können mit Hilfe von die Schienenköpfe übergreifenden und an den Schienenstegen anschraub- baren Laschen oder dgl. festhaltbar sein, um sie zum Aufstellen des Schildes bzw. der Maschine heranziehen zu können.
An der Schildvorderseite kann mit den verschie densten Werkzeugen gearbeitet werden, ja es ist sogar möglich, das Bohrgut von Hand aus hereinzugewinnen. Besonders zweckmässig ist es aber, wenn an der Schild vorderseite eine um die mit der Achse des Tunnels oder dgl. zusammenfallende Maschinenhauptachse drehbare Trommel mit gegebenenfalls für sich drehbaren Werk zeugen wasser- und luftdicht eingesetzt ist. Die Trommel dient also als Werkzeugträger und schliesst zugleich das Schild an seiner Front dicht ab.
Die Trommel kann mit Türen in ihren beiden Stirnwänden versehen sein, damit die Arbeiter zur Maschinenfront gelangen können. Wird unter dem Grundwasserspiegel gearbeitet, kann in den Arbeitsraum vor der Trommel, wenn dort Arbeiten durchzuführen sind, Druckluft eingeblasen und der Trommelinnenraum dann als Durchgangsschleuse ver wendet werden.
Die Trommel kann im Schild axial verschiebbar an geordnet sein und hinterseitig auf grossem Durchmesser ein Axiallager aufweisen, an dessen Stützring hydrauli sche Kolbentriebe oder dgl. angreifen. Dadurch ist es möglich, die Trommel von der Brust des Stollens oder Tunnels zurückzuziehen, um Werkzeuge auszuwechseln oder Arbeiten an den Werkzeugen durchzuführen. Die Trommel kann mit Messerköpfen oder dgl. versehen sein, die exzentrisch in in der Trommel drehverstellbaren Büchsen gelagert sind.
Durch Verdrehung dieser Büchsen ändert sich dann der Radialabstand der Messerköpfe oder dgl. von der Trommelachse, und es ist auf diese Weise möglich, die jeweils äussersten Messerköpfe ein wärts zu ziehen, damit sie beim Zurückschieben der Trommel in das Schild nicht im Wege stehen. Anderseits kann durch entsprechende Büchsenverstellung ein den Schilddurchmesser übersteigender Bohrdurchmesser ein gestellt werden.
Das Bohrgut muss durch das Schild bzw. die Gleit- schalung und die dahinter fertiggestellte Betonröhre abgeführt werden. Dieser Transport ist mit Hilfe ver schiedenster Fördereinrichtungen möglich. Schwierig keiten treten aber dann auf, wenn die Förderung so er folgen soll, dass in den Raum innerhalb des Schildes und dahinter kein Wasser gelangt bzw. ohne Überdruck innerhalb dieses Raumes gearbeitet werden kann.
Diese Schwierigkeiten können dadurch beseitigt werden, dass im Schild eine Saugpanzerpumpe mit zur Schildvorder seite führender Saugleitung für den Abtransport des von den Werkzeugen abgearbeiteten, mit Wasser vermisch ten Gutes vorgesehen ist. Eine derartige Spülförderung eignet sich auch für grosse Bohrgutmengen, wobei es für deren Abtransport lediglich notwendig ist, im fertigen Tunnel entsprechende Rohrleitungen zu verlegen. Um die Stückgrösse des anfallenden Bohrgutgesteins zu be grenzen und dadurch Verstopfungen in den Rohrlei tungen zu vermeiden, kann dem Saugmund der Saug leitung ein Steinbrecher vorgeordnet sein.
Ein solcher Steinbrecher kann selbstverständlich auch empfehlens wert sein, wenn bei Arbeit im Trockenen und bei nicht dichtem Schild andere Fördereinrichtungen verwendet werden.
Das Abfördern des Bohrgutes mit Hilfe einer Saug pumpe lässt sich auch bei Arbeiten oberhalb des Grund wasserspiegels durchführen, zu welchem Zweck an der Front der die Werkzeuge tragenden Trommel eine zen trale, für sich um die Trommelachse drehbare und vor zugsweise quer zu dieser gerichtete Druckwasserdüse vorgesehen sein kann. Diese Düse liefert das erforder liche Spül- bzw. Förderwasser, wobei der Wasserstrahl bei leichtem Gebirge die Lösung des Gebirges teilweise bewirken kann.
Um insbesondere bei härterem Gestein das Gegen drehmoment der von den an der Trommel angeordneten Werkzeugen gebildeten Bohrmaschine sicher auf das Gebirge übertragen zu können, kann das im wesentli chen kreiszylindrische Schild wenigstens unterseitig ei nen kielartigen Ansatz aufweisen, der vorne einen vor zugsweise achsparallele Stossbewegungen ausführenden Keil bilden kann, wobei gegebenenfalls die Gleitschalung einen entsprechenden, aber im Querschnitt kleineren Ansatz besitzt.
Der Ansatz an der Gleitschalung kann dann dazu dienen, ein vom Kreis abweichendes Tunnel profil zu erhalten und beispielsweise eine Wasserabfluss- rinne oder eine Schwellen- bzw. Schienenauflage am Tunnelboden oder eine Ausnehmung in der Tunnel decke für Stromabnehmer elektrischer Bahnen oder dgl. zu schaffen.
Um mit der Maschine auch gekrümmte Tunnels oder dgl, herstellen zu können, kann das Schild aus mehreren einander übergreifenden Schüssen bestehen, die mittels hydraulischer Kolbentriebe oder dgl. zusammengehalten und ziehharmonikaartig einseitig auseinanderspreizbar sind. Bei der Herstellung eines bogenförmigen Tunnels werden die Schüsse an der Bogenaussenseite auseinan- dergespreizt, so dass sich die Ringflächen der einzelnen Schüsse dem gewünschten Bogen sehnenartig anschmie gen. Zur besseren Anpassung an einen solchen Bogen können die Schildschüsse an ihrem Umfang bombiert sein.
Die Dichtheit des Schildes kann trotz seiner Unter teilung in einzelne Schüsse dadurch gewährleistet wer den, dass jeweils im Stossbereich zweier Schildschüsse wenigstens eine stets vom benachbarten Schuss über deckte Ringnut oder dgl. mit eingelegter Dichtung vor gesehen ist.
Schliesslich kann der letzte Schuss vor der Gleit- schalung radial spreizbar ausgebildet oder mit Spreiz- organen versehen und das übrige Schild mit Hilfe von an diesem Schuss angreifenden Kolben- oder Schrauben trieben allein vortreibbar sein.
Bei einer derartigen Aus bildung ist es möglich, sowohl unter gleichzeitiger Her stellung der Auskleidung zu bohren, in welchem Fall alle Schüsse beisammenbleiben, als auch ein ausklei- dungsloses Tunnel oder dgl. herzustellen, wobei die Be- toniereinrichtung nicht ausgenützt wird und der Vor trieb des Schildes mit Ausnahme des letzten Schusses, der zur Abstützung in der Tunnelröhre dient, in be kannter Weise erfolgt.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in einem Ausführungsbeispiel dargestellt. Es zeigen: Fig. 1 eine Maschine zur Herstellung ausgekleideter Tunnels oder dgl. im Schnitt nach der Linie I-1 der Fig. 2, Fig. 2 die Maschine im Querschnitt nach den Linien II-11 (rechte Seite von Fig. 2) und IIa-Ila (linke Seite von Fig. 2) der Fig. 1,
Fig. 3 die Verbindung zweier Schildschüsse als Detail im grösseren Massstab im Axial schnitt, Fig. 4 bis 6 eine Einrichtung zur Herstellung von Rundarmierungen im Axialschnitt, in Rückansicht und im Schnitt nach der Linie VI-VI der Fig. 5, ebenfalls im grösseren Massstab und Fig. 7-9 die Maschine bei Bohrbeginn in Seitenansicht, in Draufsicht und im Quer schnitt nach der Linie IX-IX der Fig. 7,
wobei die Fig. 9 in einem grösseren Massstab als die Fig. 7 und 8 ge halten ist.
Ein rohrförmiges Schild ist aus mehreren Schüssen 1-5 zusammengesetzt. Der erste Schuss 1 besteht aus einem Aussenmantel 6 und einer Querwand 7. Er könnte auch einen flach kastenförmigen Mantel aufweisen. Die Schüsse 2, 3 und 4 besitzen jeweils einen Aussenmantel 6, einen Innenmantel 8 und diese beiden Mäntel verbin dende Querwände 9. Der letzte Schildschuss 5 besitzt einen verkürzten Aussenmantel 10 und eine Querwand 11, die zugleich die Rückwand des ganzen Schildes bil det. An der Wand 11 sind zwei zylindrische oder poly- gonal-prismatische Trommeln 12 befestigt, die hydrau lische Kolbentriebe 13 tragen.
An den Kolbenstangen dieser Kolbentriebe 13 sind Segmente 14 jeweils mit ihrer einen Seite in Achsrichtung verschiebbar ange- lenkt, während sie mit ihrer anderen Seite auf dem je weils benachbarten Segment gleitbar aufliegen. Diese Segmente bilden eine mit Hilfe der Kolbentriebe 13 in ihrem Durchmesser veränderbare, im wesentlichen zy- lindrische Gleitschalung.
Auf einer innerhalb der Gleit- schalung angeordneten Bühne 15 ist eine Betonpumpe 16 angeordnet, der der Beton aus einem Nachmischer 17 zugeführt wird und die den Beton durch einen zen tralen Verteiler 18 über radiale Rohre 19 in den Ring raum ausserhalb der Gleitschalung 14 hinter der Schild- rückwand 11 drückt. Die radialen Rohre 19 sind in Büchsen 20 passend verschiebbar, um das radiale Ver stellen der Schalungssegmente 14 zu ermöglichen.
Die an ihren Aussenmänteln 6, 10 bombierten Schüsse 1-5 des Schildes sind durch Kolbentriebe 21 zusammengehalten, wie dies insbesondere aus Fig.3 hervorgeht. Je nach der Beaufschlagung des Kolbens. 22 können nun die Schüsse auseinandergespreizt werden. Erfolgt dieses Spreizen einseitig, kann das Schild gewis- sermassen abgebogen und dadurch ein gekrümmtes Tun nel oder dgl. hergestellt werden.
Aus Fig. 3 ist ferner ersichtlich, dass jeweils im Stossbereich der einander übergreifenden Schildschüsse eine Ringnut 23, die vom benachbarten Schuss stets überdeckt bleibt, mit einge legter Dichtung 24 vorgesehen ist. Die Dichtung kann verschieden ausgebildet sein. Im Ausführungsbeispiel besteht sie aus einem gegebenenfalls aufblasbaren Schlauch.
An der Schildvorderseite ist eine an die mit der Achse des Tunnels oder dgl. zusammenfallende Maschi- nenhauptachse drehbare Trommel 25 eingesetzt, wobei wiederum Dichtungen 26 dafür sorgen, dass zwischen dem ersten Schildschuss 1 und der Trommel kein Was ser und keine Luft durchdringen können. Die Trommel 25 ist mit Messerköpfen 27, 28 ausgerüstet, die von Motoren 29 angetrieben werden. Die Trommel wird von im Schildschuss 2 gelagerten und über den Umfang ent sprechend verteilten Rollen 30 drehbar und längsver schiebbar gehalten.
Sie besitzt hinterseitig auf grossem Durchmesser ein Axiallager 31, dessen Stützring 32 ge lenkig mit hydraulischen Kolbentrieben 33 verbunden ist, mit deren Hilfe die Trommel also vorgeschoben oder zurückgezogen werden kann. Ausserdem sind am Stütz ring gleitsteinartige Fortsätze 34 vorgesehen, die in Längsnuten 35 am Innenmantel des Schusses 3 eingrei fen und so den Stützring gegen Verdrehung sichern.
Der zweite Teil des Axiallagers 31 ist als Innenzahnkranz 36 ausgebildet, in den ein Ritzel 37 eingreift. Mit Hilfe dieses Ritzels kann die Trommel 25 über ein regelbares Getriebe 38 in Drehung versetzt werden, so dass die Messerköpfe 27, 28 planetenartige Umlaufbahnen be schreiben.
Die äusseren Messerköpfe 27 sind exzentrisch in Büchsen 39 gelagert, die ihrerseits dicht, aber drehbar in der Trommel 25-sitzen und mit einem Zahnsegment 40 versehen sind. In das Zahnsegment greift ein ge meinsamer Zahnkranz 41 ein, der von einem Ritzel 42 angetrieben werden kann.
Bei Verdrehung der Büchse 39 ergibt sich zufolge der exzentrischen Messerkopfla- gerung eine Veränderung des Radialabstandes der Mes serköpfe von der Maschinenhauptachse, so dass die Messerköpfe beim Zurückziehen der Trommel 25 ein wärts verstellt werden und in den Schildschuss 1 zu rücktreten können.
Selbstverständlich kann die Trommel 25 auch mit Werkzeugen anderer Art, beispielsweise mit radial an geordneten Schneidmessern, Brechdisken, Rollmeisseln und dgl. ausgestattet werden.
Unter der Maschinenbühne 15 ist eine weitere Bühne 43 angeordnet, auf der, von einem gemeinsamen Motor 44 angetrieben, zwei Pumpen 45, 46 vorgesehen sind. Die Pumpe 45 ist als Saugpanzerpumpe ausgebildet, die das von den Messerköpfen 27, 28 abgearbeitete Gut mit Wasser vermischt durch ein Rohr 47 ansaugt und über ein Teleskoprohr 48 in ein Rohr 49 weiterfördert. Die Zentrifugalpumpe 46 hat die Aufgabe, Druckwasser über ein zentrales Rohr 50 und ein Teleskoprohr 51 einer Düse 52 zuzuführen,
die mit Hilfe eines Getriebes 53 um die Trommelachse gedreht wird und das Spül- bzw. Förderwasser liefert. Dem Saugmund 54 der Saug leitung 47 ist ein Steinbrecher 55 vorgeordnet, der sei nen Antrieb über Gelenkwellen 56 und Getriebe 57 von im Schildschuss 2 liegenden Motoren 58 erhält. Der Steinbrecher kann auch mit hydraulischem Brechge- stänge ausgerüstet sein.
Um bei härterem Gebirge das Gegendrehmoment sicher auf das Gebirge übertragen zu können, sind an jedem Ringschuss kielartige kastenförmige Ansätze 59 vorgesehen. Der vorderste Ansatz 60 bildet einen Keil mit Keilschneide 61 und kann mit einem waagrechten bzw. achsparallelen Stossantrieb ausgerüstet werden.
An der Schussrückwand 11 einerseits und der Gleit- schalung 14 anderseits sind hydraulische Kolbentriebe 62 angelenkt. Mit deren Hilfe ist es möglich, die Gleit schalung relativ zum Schild in axialer Richtung zu ver schieben, um fallweise in die Auskleidung Zwischenla gen einbringen oder Betonstähle einführen zu können. Wie die Fig. 4-6 zeigen, ist an der Schildrückseite eine Ringscheibe 63 gelagert, die einen Innenzahnkranz auf weist und mit Hilfe eines Ritzels 64 verdreht werden kann.
An der Ringscheibe sind in den Ringraum ausser- halb der Gleitschalung 14 vorragende Stützflügel 65 mit Schlitzen an der Rückseite befestigt. Innerhalb des Schildes bzw. des Schildschusses 4 ist eine Betonstahl- vorratstrommel 66 angeordnet, von der der Stahl 67 durch ein Fenster 68 in der Schildrückwand 11 zu der von der Ringscheibe 63 mit ihren Stützflügeln gebilde ten Aufwickeltrommel läuft.
Soll eine Rundarmierung hergestellt werden, wird der Schildvortrieb durch Betonpumpen unterbrochen und das Schild mit Hilfe der Kolbentriebe 62 eine kurze Strecke vorgeschoben. Darauf wird die Gleitschalung bis auf einen kleinen Spalt nachgezogen. Nun wird das sonst verschlossene Fenster 68 geöffnet und das Ende des Betonstahls 67, das hakenförmig umgebogen ist, im Schlitz des nächstliegenden Stützflügels 65 einge hängt. Hierauf wird die Ringscheibe 63 gedreht und der Betonstahl wickelt sich auf den Stützflügeln. ein oder mehrere Male auf.
Nun kann der Stahl in Fensternähe abgeschnitten werden, wobei ein Anschlag 69 verhin dert, dass das freie Stahlende nach aussen federt. Nach dem Schliessen des Fensters 68 und Heranziehens der Gleitschalung 14 wird das Betoneinpressen fortgesetzt, wobei der Beton den aufgewickelten Betonstahl um hüllt und letzterer im Masse des Vortriebes von den Stützflügeln abgeleitet und im Beton verbleibt.
Falls statt des Fensters 48 eine dem Querschnitt des Beton stahles angepasste Öffnung in der Schildrückwand vor gesehen ist, braucht das Betoneisen nicht abgeschnitten zu werden, es wird dann viehmehr achsparallel bis zur nächsten Rundarmierung mitgezogen. Achsparallele Be tonstähle 70 werden von im Schild angeordneten, aber nicht dargestellten Vorratstrommeln einfach durch ent sprechende Öffnungen 71 in der Schildrückwand 1.1 nach hinten abgezogen.
Gemäss Fig. 7 bis 9 werden bei Arbeitsbeginn zu nächst Schienen 72 auf Schwellen 73 montiert, sodann werden die Ringschüsse 1-5 paarweise aus der waab rechten Lage mit Hilfe von hydraulischen Kolbentrie ben aufgestellt. Zu diesem Zweck werden jeweils durch den Kielansatz 59 Querwellen 74 gesteckt und auf die sen Rollen 75 oder auch Gleitstücke gelagert.
Zum Auf stellen der Schildschüsse können diese Rollen oder Gleit- stücke mit Hilfe von die Schienenköpfe übergreifenden und mit den Schienenstegen verschraubbaren Laschen 76 festgehalten werden.
Ist die Maschine aufgestellt, so wird der Kielansatz 59 mittels eines Verlängerungsstückes 77 nach hinten fortgesetzt und am Ende des Verlänge rungsstückes eine weitere Welle 74 mit Rollen 75 ange ordnet.
Mit Hilfe von Schrägstreben 78 wird dann die Gesamtmaschine versteift. Der Vortrieb der auf den Schienen 72 stehenden Maschine erfolgt bei Arbeits- beginn mit Hilfe von hydraulischen Kolbentrieben 79, die sich an einem mit den Schienen verbundenen Querjoch 80 abstützen und durch ein Blech 81 miteinander verbunden sind. Die Schubkraft wird über das Verlängerungsstück 77 und die Schrägstreben 78 auf die Maschine übertra gen.
Bei fortschreitendem Eindringen der Maschine in das Gebirge werden zuerst die vordersten Rollen 75, dann die zweiten und schliesslich die letzten abgenom men und die Maschine gleitet ihrer ganzen Länge nach in der gebohrten Röhre.
Ist die Maschine so weit eingedrungen, dass mit der Betoneinbringung begonnen werden kann, so wird ein am Hinterende der Gleitschalung 14 festgeklemmter und daher mit vorgetriebener Schalungsring 82 von der Gleitschalung gelöst und in der gebohrten Tunnelröhre oder dgl. mit Hilfe von Stahlnägeln oder in ähnlicher Weise verankert. Nun kann Beton in den Ringraum zwischen Gleitschalung und Tunnelwand zunächst mit geringerem und dann steigend bis zum vollen Druck eingepumpt werden. Sobald der Betondruck den Vor schub übernimmt, werden auch die Schrägstreben 78, das Verlängerungsstück 77 und die Kolbentriebe 79 abmontiert.
Es ist selbstverständlich, dass die Vorrichtung in verschiedener Weise abgewandelt werden kann, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen. Insbesondere könnten die beschriebenen hydraulischen Kolbentriebe durch Schraubentriebe oder andere rein mechanische Triebe ersetzt werden.