CH428063A - Verfahren zur Verbrennung von Abfallbrennstoffen, insbesondere Müll, sowie Verbrennungsofen zur Durchführung dieses Verfahrens - Google Patents
Verfahren zur Verbrennung von Abfallbrennstoffen, insbesondere Müll, sowie Verbrennungsofen zur Durchführung dieses VerfahrensInfo
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Description
Verfahren zur Verbrennung von Abfallbrennstoffen, insbesondere Müll, sowie Verbrennungsofen zur Durchführung dieses Verfahrens Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verbren nung von Abfallbrennstoffen, insbesondere Müll, bei welchem die Durchsatzmenge des Brennstoffes in Ab hängigkeit vom Ascheerweichungspunkt durch die Höhe der Feuerraumtemperatur begrenzt ist.
Weiter hin betrifft die Erfindung einen Verbrennungsofen zur Durchführung dieses Verfahrens.
Bei den bekannten Müllverbrennungsverfahren dieser Art werden gemäss üblicher europäischer Praxis meist ungekühlte Feuerräume benutzt, d.h. die Verbrennung spielt sich hier zur Gänze innerhalb des vollständig mit feuerfesten Steinen und dahinterlie- gendem Isoliermauerwerk ausgemauerten Feuerrau mes ab, während die allfällige Ausnutzung der im Feuerraum erzeugten Verbrennungswärme erst an schliessend in einem dem Feuerraum nachgeschalte ten,
sogenannten Abhitzekesseb> stattfindet. Die Heizflächen dieses Abhitzekessels haben hier somit keinen Einfluss auf die Verbrennung selbst bzw. auf die daraus resultierende Feuerraumtemperatur, son dern sie nützen lediglich die durch die Verbrennung entstandenen heissen Verbrennungsgase ausserhalb des eigentlichen Feuerraumes aus.
Dieses Verfahren hat sich während vieler Jahr zehnte bewährt. Durch die Trennung des Feuer raumes vom Kessel und seine weitgehende Wärme isolierung wird nämlich gewährleistet, dass trotz des geringen Müllheizwertes von 800 bis 1300 kcal/kg die zu seiner Verbrennung und Desodorierung erfor derliche Feuerraumtemperatur erreicht und aufrecht erhalten werden kann.
Seit etwa fünfzehn Jahren ist jedoch ein ständiges Steigen des Müllheizwertes bis auf Werte im Bereich von 1500 bis 2000 kcal/kg zu beobachten, das wohl in erster Linie auf die infolge des steigenden Lebens standards veränderten Lebensgewohnheiten zurück- zuführen ist.
Mit dem Anwachsen des Müllheizwertes steigen bei den bereits vorhandenen, lediglich für die früheren Verhältnisse gebauten Müllverbrennungs anlagen auch die Temperaturen im Verbrennungs- raum, da meistens weder genügend überschüssige Luft zur Rauchgaskühlung zur Verfügung steht noch die Leistung der Rauchgasreinigungs- und Saugzug- Anlage für einen grösseren Luftüberschuss aus reichend ist.
Dies führt vielfach zu unzulässig hohen Feuerraumtemperaturen in der ungekühlten Brenn- kammer, was zur Folge hat, dass der bei ca. 1000 C liegende Ascheerweichungspunkt erreicht wird, so dass die Flugasche teigig wird und an den Kessel heizflächen festklebt, was an diesen Heizflächen zu einem rasch wachsenden Belag mit tropfsteinartiger Struktur und somit zu schweren Betriebsstörungen und häufig sogar zum Ausfall der ganzen Anlage führt.
Wenn die durch den Ascheerweichungspunkt gegebenen Temperaturgrenzen nicht überschritten werden sollen, so bleibt bei bereits vorhandenen An lagen kein anderer Ausweg als die Verringerung der Durchsatzleistung des Ofens, die aber, besonders an gesichts der von Jahr zu Jahr steigenden Müllmen- gen, durchaus unerwünscht ist.
Eine andere Lösung des Problems könnte darin bestehen, dass, wenn es sich ermöglichen lässt, in den Feuerraum Heizflächen zur Reduzierung der Feuerraumtemperatur eingebaut werden, was aber wegen des komplizierten Umbaues und des hohen Kostenaufwandes meist nicht in Frage kommt.
Ein weiterer Nachteil, der durch den steigenden Müllheizwert verursacht wird besteht darin, dass die Ofenmauerung infolge der höheren Feuerraumtempe- ratur erheblich höher beansprucht wird, was, insbe sondere bei bereits vorhanden Anlagen, zu schweren Beschädigungen des Mauerwerks führen kann. Zweck der Erfindung ist es, die angeführten Nach teile, insbesondere bei bereits vorhandenen Anlagen, zu beheben.
Das Verfahren gemäss der Erfindung besteht darin, dass in den Feuerraum Wasser eingeführt wird und durch Erwärmung, Verdampfung und Überhitzung des eingeführten Wassers die Verbrennungsgase im Feuerraum gekühlt werden, wobei die eingeführte Wassermenge in Abhängigkeit von der Temperatur der Verbrennungsgase geregelt wird.
Der Erfindung liegt im wesentlichen die überle- gung zugrunde, dass es entgegen der bisher gelten den Regel, dass der Feueraum eines Müllverbren nungsofens nach aussen hin vollständig abgeschlossen sein muss, möglich sein müsste, durch Einführung von Wasser in den Feuerraum aufgrund seiner rela tiv hohen Verdampfungswärme (r kcal/kg) und über- hitzungswarme (i - is kcal/kg)
eine so grosse Ab kühlung der heissen Verbrennungsgase zu erreichen, dass die Feuerraumtemperatur unter dem Ascheer- weichungspunkt bleibt, ohne dass hierbei die Rauch- gasreinigungs- und Saugzug-Anlage durch die Ver- grösserung des Gasvolumens infolge der Bildung von Wasserdampf überlastet wird.
- Eine beispielsweise Durchführungsform des Ver fahrens gemäss der Erfindung soll im folgenden an hand eines in der Zeichnung schematisch dargestell ten Ausführungsbeispieles des Verbrennungsofens ge- mäss der Erfindung im einzelnen näher beschrieben werden.
In der Zeichnung ist der Müllverbrennungsofen in einem Längsschnitt dargestellt. Der Ofen weist einen Vortrocknungsrost 1 und einen an diesen sich anschliessenden, mit Unterwind versorgten Verbren nungsrost 2 auf. Der Müll wird über einen Einfüll- trichter 3 auf den Vortrocknungsrost 1 aufgegeben.
Der mit 4 bezeichnete Feuerraum ist mit feuerfesten Steinen und dahinterhegendem Isoliermauerwerk aus gemauert und weist keine Kesselheizflächen auf. Die Verbrennungsgase verlassen den Feuerraum 4 über eine Abzugsöffnung 5, um anschliessend ihre nutz bare Wärme an in der Zeichnung nicht dargestellte Heizflächen eines nachgeschalteten Abhitzekessels ab zugeben.
Im Bereich der Abzugsöffnung 5 ist eine Rohr schlange 6 angeordnet, welcher Wasser zugeführt wird, das z. B. aus der Trommel des Abhitzekessels entnommen wird. Die Rohrschlange 6 wird von den bereits gekühlten, den Feuerraum 4 verlassenden Rauchgasen beaufschlagt, so dass bei ihr Anwach- sungen infolge teigig gewordener Flugasche nicht auftreten können.
Das erhitzte Wasser wird von der Rohrschlange 6, gegebenenfalls zusammen mit einem Wasseranteil in dampfförmiger Phase, über eine Rohr leitung 7 und eine in der Ofendecke angeordnete Ein spritzdüse 8 derart in den Feuerraum 4 eingeführt, dass das Wasser verdampft bevor es auf die heisse Feuerraumwand auftreffen kann, so dass eine. un zulässige Beanspruchung des feuerfesten Mauerwer kes durch Aufprall von Wassertropfen vermieden wird.
Durch geeignete Wahl der Einspritzrichtung der Düse 8, wie auch der Menge des eingespritzten Wassers wird erreicht, dass die Verbrennungsgase mit einer unter dem Ascheerweichungspunkt liegenden Temperatur den Feuerraum 4 über die Abzugsöff nung 5 verlassen. Hierbei wird die Menge des in den Feuerraum eingeführten Wassers bzw.
Wasser dampfes in Abhängigkeit von der Temperatur der Verbrennungsgase geregelt, wobei die hierzu erfor derlichen Temperaturmessfühler im nachgeschalteten Rauchgaszug vor den Heizflächen des Abhitzekessels angeordnet sein können.
Statt einer einzigen Einspritzdüse können je nach Grösse des Feuerraumes auch mehrere solcher Dü sen vorgesehen werden.
Bei der im Feuerraum stattfindenden Erwärmung, des Wassers bis auf die Verdampfungstemperatur, die Verdampfung des Wassers und die anschliessende Überhitzung des Wasserdampfes wird den Verbren nungsgasen eine derart grosse Wärmemenge entzo gen, dass die Feuerraumtemperatur unter den Asche erweichungspunkt absinkt.
Statt das Wasser mittels der Rohrschlange 6 vor zuwärmen, kann es auch direkt in den Feuerraum 4 eingespritzt werden, wozu kaltes oder ausserhalb des Ofens vorgewärmtes Wasser oder Wasser in dampfförmiger Phase verwendet werden kann. Hier bei, wobei der Kühleffekt durch niedrigere Wasser temperatur (to) gesteigert werden kann (1-to), kann das Wasser bzw. der Dampf durch eine oder mehrere Düsen, die wie in der Zeichnung mit 8' angedeutet, z.
B. in einer oder beiden Seitenwänden des Ofens angeordnet sind, in den Feuerraum eingeführt wer den. Abweichend hiervon ist es auch möglich, den Brennstoff direkt mit Wasser zu bespritzen, was in nerhalb oder ausserhalb des Feuerraumes geschehen kann. Bei dieser Methode ist allerdings die Regelung der in den Feuerraum eingebrachten Wassermenge in Abhängigkeit von der Rauchgastemperatur we- sentlich träger. Weiterhin kann anstelle von reinem Wasser eine Mischung von Wasser und Feststoff, z.
B. Klärschlamm, in den Feuerraum eingebracht werden.
Das beschriebene Verfahren ist keineswegs auf die Verbrennung von Müll beschränkt. So kann es z. B. auch bei der Verbrennung von Industrieabfällen angewendet werden. Bei chemischen Abfällen ist vielfach der Heizwert infolge des steigenden Anteils an Kunststoffen derart angestiegen,
dass der resul tierende Gemischheizwert mitunter bei 3000 kcal/kg und höher liegt. Der Betrieb mit diesem heizkräfti- gen Brennstoff führt oftmals in der ungekühlten Brennkammer zu unzulässig hohen Temperaturen. Deshalb ist auch hier das vorgeschlagene Verfahren von Bedeutung.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE I. Verfahren zur Verbrennung von Abfallbrenn stoffen, insbesondere Müll, bei welchem die Durch satzmenge des Brennstoffes in Abhängigkeit vom Ascheerweichungspunkt durch die Höhe der Feuer raumtemperatur begrenzt ist, dadurch gekennzeich net, dass in den Feuerraum Wasser eingeführt wird und durch Erwärmung, Verdampfung und überhit- zung des eingeführten Wassers die Verbrennungsgase im Feuerraum gekühlt werden, wobei die eingeführte Wassermenge in Abhängigkeit von der Temperatur der Verbrennungsgase geregelt wird.1I. Verbrennungsofen zur Durchführung des Ver fahrens nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeich net, dass oberhalb des Verbrennungsrostes in minde stens einer Seitenwand des Ofens Düsen zum Ein spritzen von Wasser in den Feuerraum angeordnet sind. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge- kennzeichnet, dass das Wasser versprüht und den Verbrennungsgasen zugemischt wird.2. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass das Wasser ausserhalb des Feuer raumes durch die bereits gekühlten Verbrennungs gase vorerhitzt und darauf in den Feuerraum einge- düst wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass das Wasser auf den Brennstoff gespritzt wird.4. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass das Wasser in Form einer Was- ser-Feststoffmischung als Schlamm in den Feuerraum eingebracht wird.
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| CH428063A true CH428063A (de) | 1967-01-15 |
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Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE1813012B1 (de) * | 1968-12-06 | 1970-07-16 | Basf Ag | Verfahren zum Verbrennen von organischen Substanzen in Abwaessern |
| WO1993007422A1 (de) * | 1991-10-08 | 1993-04-15 | Vaw Aluminium Ag | Verfahren zur verbrennung von feststoffen |
-
1965
- 1965-03-31 CH CH439665A patent/CH428063A/de unknown
Cited By (3)
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| WO1993007422A1 (de) * | 1991-10-08 | 1993-04-15 | Vaw Aluminium Ag | Verfahren zur verbrennung von feststoffen |
| US5553556A (en) * | 1991-10-08 | 1996-09-10 | Mullkraftwerk Schwandorf Betriebsgesellschaft Mbh | Method for burning solid matter |
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