Mehrfarben-Druckmaschine Die Erfindung betrifft eine Mehrfarben-Druckma- schine, insbesondere Mehrfarben-Bogenoffsetmaschine, bestehend aus hintereinandergeschalteten Druckwerken, wobei jedes Druckwerk annähernd untereinander ange ordnet Farbwerk, Feuchtwerk, Platten-, Gummi- und Druckzylinder aufweist und mit einer diesen nachge schalteten, der Übertragung der Bogen dienenden über tragungstrommel versehen ist sowie der Durchmesser jedes Druckzylinders das Doppelte des Durchmessers der Platten- bzw. des Gummizylinders beträgt.
Die Herstellung, beispielsweise eines Vierfarben- Druckes, ist mit einer Vierfarben-Bogenoffsetmaschine in einem Maschinendurchlauf möglich, hingegen sind mit der Zweifarben-Maschine dafür zwei Durchgänge notwendig. Damit liegt bereits mit dem ersten Druck bogen das fertige Druckbild zur Beurteilung vor. Es kann, wenn nötig, rasch korrigierend eingegriffen wer den, wodurch bessere Qualität erzielt wird; es können weniger Ausschuss und weniger Druckunterbrechungen eintreten, und im Drucksaal ist kein Platzbedarf für halbfertige Erzeugnisse notwendig.
Durch die Vielzahl der hintereinander angeordneten Druckwerke werden natürlich besonders an die über tragung der Druckbogen hohe Qualitätsanforderungen gestellt; denn mit der Erhöhung der Druckwerke erhöht sich die Anzahl der Bogenübergaben und die beim Übertragen eintretenden Bogenkrümmungen, was be sonders die Qualität des Druckes ungünstig beeinflusst.
Weiterhin tritt durch die Vielzahl der hintereinander angeordneten Druckwerke die Frage der Zugänglichkeit, besonders der Zylinder und der Farb- und Feuchtwerke sowie die Frage des Bedienungsaufwandes ganz ent scheidend in den Vordergrund, üben doch diese Fak toren einen massgeblichen Einfluss auf die Nebenzeiten des Druckvorganges und die physische Belastung des Druckpersonals aus.
Die mit der Zugänglichkeit und dem Bedienungs aufwand mittelbar zusammenhängende Baulänge und -höhe der Mehrfarben-Bogenoffsetmaschine spielen da- bei in der Frage des Raumbedarfes in der Druckerei eine weitere entscheidende Rolle.
Bekannte Mehrfarben-Druckmaschinen, insbeson dere Mehrfarben-Bogenoffsetmaschinen, mit hinterein ander angeordneten Druckwerken weisen verschiedene Gestaltungsarten auf. So sind Druckmaschinen bekannt, deren zwei sogenannte Fünfzylinderdruckwerke, bei de nen also auf einem Druckzylinder zwei Gummi- und zwei Plattenzylinder arbeiten, durch fünf übertragungs- trommeln gekoppelt sind. Die jeweils erste und letzte Übertragungstrommel hat dabei den doppelten Durch messer des Druckzylinders.
Andere bekannte Druckmaschinen koppeln soge- nannte Dreizylinder-Druckwerke, bei denen auf einen Druckzylinder jeweils ein gleichgrosser Gummi- und ein Plattenzylinder arbeiten, entweder durch eine über tragungstrommel gleichen oder auch doppelten Zylin derdurchmessers oder auch mit drei Trommeln gleichen Zylinderdurchmessers.
Zusammengefasst besteht der Hauptmangel der be kannten Mehrfarben-Bogenoffsetmaschine darin, dass deren konstruktive Gestaltung besonders die Belange der Übertragung des Druckbogens, der Zugänglichkeit des Bedienungsaufwandes und des Raumbedarfes nicht so zusammenhängend lösen, dass optimale Bedingungen zur Erzielung höchster Qualität und Produktivität ge schaffen werden.
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, durch besondere konstruktive Anordnung des Druck zylinders, der Übertragungstrommeln zwischen den Druckwerken und der Auslegetrommel die zweckmässig günstigste Baulänge und -höhe der 'igaschine zu schaffen. Dabei ist die geringste Krümmung bei der Bogenführung und gute Zugänglichkeit zwischen den Druckaggregaten herbeizuführen. Die erfinderischen Massnahmen müssen bei höchster Druckqualität und Leistung durch den geringeren Raumbedarf der Bauweise eine Verbilligung der Herstellungskosten ergeben.
Erfindungsgemäss wird dies dadurch erfüllt, dass der Durchmesser jeder Übertragungstrommel gleich ist dem Durchmesser des Druckzylinders und dass die durch die Achsen der Übertragungstrommeln gelegte Ebene unterhalb der durch die Achsen der Druckzylin der gebildeten Ebene liegt. Dabei kann die mit dem Auslageaggregat in Verbindung stehende übertragungs- trommel als Kettenauslagetrommel ausgebildet sein.
Die gegenüber Gummi- und Plattenzylinder mit doppelt grossem Durchmesser ausgeführten Druckzylin der und Übertragungstrommeln können ideale Bedin gungen für den Bogenlauf schaffen, indem der Bogen während der gesamten Übertragung nur halb soviel ge krümmt wird wie bei Druckwerken mit gleichgrossen Zylindern und das Flattern bzw. bei steiferem Druck material das plötzliche Ablösen des Bogenendes von Trommel und Zylinder durch die ebenfalls nur die Hälfte betragende Fliehkraft und damit die Gefahr der Faltenbildung und Beschädigung des Bogens an Bogen führungsgliedern wird bedeutend gemindert.
Durch den doppelt grossen Druckzylinder kann wei terhin im Gebiet des Druckkontaktes zwischen Druck zylinder und Gummizylinder eine flachere Annäherung beider Zylinder erreicht werden, wodurch vor allem die Kräfte zum Abziehen des bedruckten Bogens vom Gummizylinder beträchtlich gemindert werden.
Beson ders bei hochglatten Papieren und strengen Farben, die heute in grossem Umfang verarbeitet werden, haftet der Druckbogen stark am Gummituch. Durch die Min derung der Abziehkräfte sowie durch die Minderung der Bogenkrümmung wird der Bogen beim Abziehen mechanisch geringer beansprucht, und besonders nach der Übernahme vom Druckzylinder auf die übertra- gungstrommel, wobei sich gewöhnlich das letzte Bogen drittel noch im Druckkontakt befindet und das Abziehen vom Gummi die Übertragungstrommel übernehmen muss,
kann dadurch ein Ablegen des frischen Druckes auf der Übertragungstrommel weitestgehend vermieden werden.
Anderseits können die doppelten Durchmesser von Druckzylinder und Übertragungstrommel bereits mit je weils nur einer Übertragungstrommel zwischen den Druckwerken so viel Bedienungsraum schaffen, dass müheloses Bedienen der Farb- und Feuchtwerke sowie der Zylinder möglich ist.
Einer der Vorteile des Offsetverfahrens, dass Pa piere mit geringer Qualität, mit geringem Leimungsgrad und hohem Füllstoffgehalt ebenso bedruckt werden können wie Qualitätspapiere mit gestrichenen, hoch glatten und hochempfindlichen Oberflächen, kann da durch in idealer Weise ausgeschöpft werden. Ebenso kann dadurch die Verarbeitung steifer Kartonarten auch mit gestrichenen Oberflächen ohne Beeinträchtigung der Qualität möglich werden, da diese besonders empfind lich gegen Krümmung sind.
Durch die unvermeidliche Feuchtwasseraufnahme des Druckbogens wird dessen mechanische Festigkeit ohnehin herabgemindert und je weniger Krümmungen, die wechselseitig auftreten, und je geringer diese sind und je geringer die Abziehkräfte des Bogens vom Gummi sind, desto geringer wird sich der Druckbogen während des Durchlaufens der Druck maschine in seiner Form verändern und damit die Qualität beeinträchtigen, wodurch die Gefahr von Quali tätsminderungen auch bei hohen Druckleistungen opti mal niedrig werden kann.
Mit der Ausbildung, dass die Achsflucht der über gabetrommeln unterhalb der Achsflucht der Druckzy linder liegt, wird insbesondere die Bedienung der Druck zylinder von der gleichen Seite möglich, von der auch Gummi- und Plattenzylinder bedient werden.
Die Achs fluchten können dabei so viel versetzt :sein, dass trotz kaum merklicher Einengung des Zwischenraumes von Druckwerk zu Druckwerk die Bedienungsebene zwi schen den Druckwerken durch die gegenüber der Druck zylinder-Ebene niedriger liegende Ebene der übergabe- trommeln bedeutend niedriger ist, was insbesondere durch die doppelt grosse Ausbildung der Druckzylinder und Trommeln begünstigt wird.
Die Druckwerke, also Plattenzylinder mit Farbwerk und Feuchtwerk, Gummizylinder, Druckzylinder und Übertragungstrommel können je in einer Baueinheit vereinigt werden, wobei die Übertragungstrommel hinter dem Druckzylinder angeordnet sein kann, und das mit dem Auslageaggregat in Verbindung zu bringende letzte Druckwerk kann durch Austausch der übertragungs- trommel eines vorher angeordneten Druckwerkes mit einer Kettenauslagetrommel vorgesehen werden.
Zwei Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstan des sind in der Zeichnung schematisch dargestellt. Es zeigt: Fig. 1 eine Seitenansicht von zwei Druckwerken, Fig. 2 eine Seitenansicht von zwei Druckwerk-Ein- heiten mit Auslageaggregat.
Jedes der in Fig. 1 dargestellte Druckwerk 1 ver einigt in gleicher Weise Plattenzylinder 2 mit Farb werk 3 und Feuchtwerk 4, Gummizylinder 5 und den gegenüber den Durchmessern von Platten- und Gummi zylinder 2; 5 doppelt so grossen Druckzylinder 6 und Übertragungstrommel 7 mit allen erforderlichen hier nicht dargestellten Funktionselementen in einer Bau einheit. An der Stossstelle 8 werden diese Baueinheiten fest miteinander verbunden, wobei die Koppelung durch den Zahneingriff zwischen den hier nicht dargestellten Zahnrädern von Übertragungstrommel 7 und Druck zylinder 6 erfolgt.
Die Bügel 9, 10, 11 stellen Bogenleitelemente dar. Das in Fig. 2 in Verbindung mit dem Auslage aggregat 12 dargestellte Druckwerk 13 vereinigt eben falls in gleicher Weise wie das Druckwerk 1 Platten zylinder 2 mit Farb- und Feuchtwerk 3, 4 sowie Gummi zylinder 5, aber statt der Übertragungstrommel 7 eine Kettenauslagetrommel 14.
Je nach Bedarf können somit @i\Iehrfarben-Bogen- offsetmaschinen verschiedener Farbenzahlen zusam mengestellt werden.
Darüber hinaus ist es durch die Anordnung der doppelt grossen Übertragungstrommel 7 möglich, durch Einbau einer speziell ausgebildeten übertragungstrom- mel, die den Bogen in Durchlauf wendet, den Bogen mit dem nachfolgenden Druckwerk auf der Rückseite zu bedrucken.
Die Darstellungen machen insbesondere den äusserst schlanken Bogenlauf im Zusammenhang mit den äusserst günstigen Platzverhältnissen zur Bedienung und den geringen Raumbedarf der Maschine deutlich. Deut lich erkennbar ist vor allem, dass alle Zylinder gemein sam von einer Seite gut bedienbar sind und die Bedie nungsebene 15 zwischen den Druckwerken 1 eine rela tiv geringe Höhe hat, indem diese beträchtliche unter dem Gummizylinder 5 liegt, wodurch beim Bedienen relativ geringe Höhenunterschiede vom Druckpersonal zu bewältigen sind.
Die Ebene II-II der übertragungs- trommeln 7 liegt zu diesem Zweck unter der Ebene I-I der Druckzylinder.
Durch die beschriebene Ausbildung und Anordnung der Druckzylinder und Übertragungstrommeln wird das Auftreten von Passungsungenauigkeiten der Farben zu einander vermieden, indem von Druckwerk zu Druck werk nur eine Bogenübernahme und Bogenübergabe erforderlich ist.