Aufwinde-Einrichtung an einer Vorgarnstrecke zum Herstellen von Vorgarnspulen
Es sind schon Anordnungen für das automatische Auswechseln von Spulen in der Kammgarnspinnerei bekannt, jedoch beschränken sich diese infolge der schweren und komplizierten Mechanik nur auf Doppelnadelstabstrecken für grosse und schwere Kreuzspulen. Diese schwere Blewegungsmechanik kann auf Frotteurstrecken für die Endpassagen der Kammgarnvorspinnerei nicht angewendet werden und würde die Teilung von Kopfmitte zu Kopfmitte so sehr vergrössern, dass die Maschinen unübersichtlich werden und andere Nachteile einträten.
Mit den bisher bekannten Einrichtungen für das Aufwinden von Vorgarnspulen auf Frotteurstrecken oder Finisseur-Endstrecken musste man den Betrieb unterbrechen, um eine Vorgarnspule auf dem Spulwagen gegen einen neuen Spulenkern mit Hülse zu wechseln. Dieses bislang notwendige Stillsetzen der Frotteurstrecke jeweils nach dem Fertigaufwinden einer Spule setzt den effektiven Leistungsgrad der Maschine sehr stark herab.
Die Erfindung betrifft eine Aufwinde-Einrichtung an einer Vorgarnstrecke zum Herstellen von Vorgarnspulen. Diese soll zweckmässig das selbsttätige Wechseln von fertig gewundenen Vorgarnspulen und das selbsttätige Einlegen jeweils eines neuen Spulenkerns mit oder ohne Hülse in ununterbrochener kontinuierlicher Folge während des Laufes der Aufwinde-Einrichtung bewirken, wobei die fertig gewundene Vorgarnspule infolge des Windungsdurchmessers das Kommando für den Wechselvorgang gibt. Es ist aber auch möglich, dass der Wechselvorgang durch eine handbebätigte Schaltung des Mechanismus bewirkt werden kann oder durch ein Programmsteuerungsgerät ausgelöst wird, wenn entweder die aufgewundene Vorgarnspule einen bestimmten Aussendurchmesser erreicht hat, oder wenn eine bestimmte Länge von Vorgarn aufgewunden ist.
Die Aufwinde-Einrichtung zeichnet sich erfindungsgemäss dadurch aus, dass Mittel vorgesehen sind, welche die fertige Vorgarnspule zum Austreten freigeben und das Zuführen oder Zulaufen eines neuen Spulenkerns aus einem Magazin bewirken.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der beigegebenen Zeichnung dargestellt, wobei im einzelnen zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Maschine mit der neuen Einrichtung in Seitenansicht,
Fig. 2 ebenfalls in Seitenansicht und teilweise im Schnitt, eine Einrichtung gemäss der Erfindung,
Fig. 3 eine Ansicht von oben auf einen Wickelwagen (auf die Aufwinde-Einrichtung), gesehen etwa gemäss Pfeil A der Fig. 2,
Fig. 4 eine schematische Darstellung der Bewegungselemente für das Leit- bzw. Abschlagblech,
Fig. 5 ein Ausführungsbeispiel der Erfindung mit elektromagnetischer Betätigung der Sperrhebel am Magazinausgang,
Fig. 6 ein Schaltschema für die Betätigung der elektromagnetischen Elemente für die Leit- bzw. Ab schlagbleche einer Gesamtmaschine, und zwar mit eingebautem Verzögerungsrelais,
Fig.
7 und 8 eine Darstellung eines Ausführungsbeispiels für ein sprunghaftes Bewegen der Sperrhebel in Seitenansicht, gesteuert von der Spulenachse,
Fig. 9 ein weiteres Ausführungsbeispiel für das sprunghafte Bewegen der Sperrhebel, gesteuert vom Aussendurchmesser der Vorgarnspule,
Fig. 10 ein weiteres Ausführungsbeispiel für das sprunghafte Bewegen der Sperrhebel, gesteuert vom Aussendurchmesser der Vorgarnspule,
Fig. 11 eine vergrösserte Darstellung des Bereiches XI der Fig. 10,
Fig. 12 einen Schnitt etwa gemäss XII der Fig. 10.
Zu den Fig. 1, 2, 3 und 4 wird folgende Beschreibung gegeben:
Das Vorgarn V bzw. L wird durch die Luntenführung F den Wickelwalzen 1, 2 der erfindungsgemä ssen Spul- oder Aufwindvorrichtung zugeführt. Diese Wickelwalzen 1, 2 sind jeweils in den Spulständern 5, 5' gelagert. Die Wickelwalzen 1, 2 werden durch Ket tenräder 3, 3' mittels einer Kette 4 von der Maschine her angetrieben. Zwischen jeweils zwei Spulständern 5, 5' befindet sich ein Vorgarnwickel, das heisst also eine Vorgarnspule 6. Eine solche Vorgarnspule 6 umschliesst also einen Spulenkern 7, der mit einer Hülse 8 versehen sein kann. Bei diesem Beispiel wird also das Vorgarn V (Lunte L) in Kreuzwindung auf die Hülse 8 bzw. auf den Spulenkern 7 aufgewunden, weil in bekannter Weise die flexible Luntenführung F durch den Fadenführer 10 hin und her bewegt wird.
Der Umfang der Vorgarnspule 6 liegt auf den Wickelwalzen 1, 2 durch Eigengewicht auf und wird also von diesen in Drehung versetzt. Beim Beginn des Aufwindevorgangs haben die Organe 7, 8 (noch leer) die Lage 7', 8', wobei sie auf den Wickelwalzen 1, 2 aufliegen und angetrieben werden. Die Zapfen 11, 11' des Spulenkerns 7 sind in Führungsschlitzen 12 eines jeden Spulständers 5, 5' geführt, so dass sie in Pfeilrichtung P wandern, entsprechend dem zunehmenden Durchmesser der Vorgarnspule 6, bis sie schliesslich die Endlage lla am Punkt B erreichen.
Beim Vergrössern des Aufwickeldurchmessers der Vorgarnspule 6 wandern die Zapfen aus der Lage 11, 11' in die Lage iln und nehmen dann die Fühlhebel 13, 13' mit, und zwar bis in die strichpunktierte Endlage 13 a. Die Fühlhebel 13, 13' betätigen hierbei über jeweils ein Zwischengelenk 15 jeweils einen Sperrhebel 14, 14', der um die Schwenkachse oder Drehachse 16 schwenkbar ist.
Die Lage 13 a des Fühlhebels 13, 13'entspricht der geschwenkten Lage 14a der Sperrhebel 14, 14'. Die Nase C jedes Sperrhebels 14, 14' verschliesst bei noch nicht fertig aufgewundener Vorgarnspule 6 das Magazin bzw. den Führungs- oder Fallschlitz 17, 17' mit Bereich 17a, der in Führungsschlitz 12 einmündet.
Sobald aber die Vorgarnspule 6 vollen Durchmesser hat (Lage lla der Zapfen 11, 11' und Lage 13a des Fühlhebels und Lage 14a der Sperrhebel) verschwindet die Nase C aus dem Bereich der genannten Führungs- oder Fallschlitze 17, 17' und gibt den Weg für einen Spulenkern 18 (dieser entspricht auch 7, 8) frei, wobei aber gleichzeitig jeweils ein oberer Flächenteil E der Sperrhebel in die Lage E' geht, also in den Bereich der Magazinschlitze 17, 17' eintritt und somit das Herabfallen des nächstfolgenden, im Magazin befindlichen Spulenkerns 18' verhindert. Es ist zu erwähnen, dass die Schlitze 17, 17' in ihrem Oberbereich als Magazin selbst dienen.
Wenn der Spulenkern 18 nach Freigabe durch die Nase C nach unten fällt, dann trifft er dank seines Gewichtes auf den Umfang der Vorgarnspule 6 auf, so dass diese nun dank der hierbei auftretenden Keilwirkung mit den Zapfen 11 a über den Punkt B hin über gebracht wird derart, dass sie auf der schrägen Ablaufbahn D nach nechts unten (Fig. 2) abrollt, beispielsweise in die Lage 6a bzw. llb. Die Führungszapfen des Spulenkerns berühren hierbei in ihrer Lage 1 1b die Kontaktleisten 19, 19', die auf den schrägen Ablaufbahnen D der Spulenständer 5, 5' angebracht sind. Dabei wird nun ein Schwachstromkreis geschlossen, der einen Zugmagneten 20 speist.
Der Zugmagnet 20 zieht nun schlagartig mit seinem Anker einen Winkelhebel 21 mit Stossstange 22 an, so dass der Winkelhebel in die Lage 21 a geht und hierbei den Drehhebel 23 in die Lage 23a bringt; der Drehhebel 23 trägt das im Profil entsprechend gekrümmte Luntenrespektive Fasernahschlagblech 24, das gleichzeitig als Leitblech dient, wobei es bei diesem Vorgang gemäss Pfeil G in die Lage 23a geht und hierbei die Lunte am Umfang der Vorgarnspule 6a abschlägtl, so dass also die Luntenverbindung zwischen 6a und 10 genau in dem Bereich zwischen dem neu eingefallenen Spulenkern 7', 8' und der Wickelwalze 2 getrennt ist.
Hierbei wird auch in der Lage 24a das in angepasster Weise gekrümmte Leitblech an den genannten neu eingefallenen Spulenkern 7' bzw. an dessen Hülse 8' angelegt (Spulenkerne, die noch im Magazin 17, sind, tragen das Bezugszeichen 18, 18').
Wenn nun der neue Aufwindevorgang beginnt, dann bleibt infolge eines in den Stromkreis des Magneten 20 eingeschalteten Verzögerungsrelais die Lage 24a des Leitbleches erhalten, etwa für eine einstellbare Zeit von einigen Sekunden, und dies sichert, dass die durch 10 ankommende Lunte L in ihren Anfangswindungen gut auf die Organe 7' bzw. 8' aufgewickelt oder angewickelt wird. Alsdann geht durch Unterbrechung des Magnetstromkreises das Leitblech in die Lage 24 zurück.
Während Sperrhebel 14, Schlitze 17, 12 und dergleichen, Fühlhebel 13 und dergleichen zweifach, nämlich zu beiden Stirnenden der Vorgarnspule 6 vorgesehen sind, wobei die Sperrhebel synchron miteinander arbeiten-dies wird beispielsweise durch eine die genannten beiden Sperrhebel 14, 14' verbindende Verbindungsstange 25 gesichert -, genügt im allgemeinen die Anordnung nur eines Magneten 20 pro Spulstelle oder Aufwindestelle. Die Organe 22, 23 können hingegen doppelt vorgesehen sein, damit das auf die ganze Spulbreite durchgehende Leitblech 24 an seinen beiden Enden eine gute Befestigung oder Auflage besitzt.
Sobald die Vorgarnspule 6 über Punkt B ausgeschoben ist, kann, da ja jetzt die Zapfen lla in Richtung zur Lage 1 1b gehen, der Fühlhebel aus der Lage 13a zurück in die Lage 13 gehen, nämlich durch die Wirkung der Zugfeder 26, 26'. Die die Feder 26, 26' haltende Schraube S kann gleichzeitig als Anschlag für den Sperrhebel 14, 14' dienen, wie in Fig. 2 für den Bereich H gezeigt. Die Kraft der Feder 26, 26' ist so stark bemessen, dass der von der Fläche E' zunächst noch zurückgehaltene Spulenkern 18' beim Freigeben und beim hierbei erfolgenden Auffallen auf die Nase C nicht in der Lage ist, den Sperrhebel zu öffnen.
Man kann den Sperrmechanismus auch von Hand betätigen, also willkürlich zu jeder gewünschten Zeit; man ergreift also beispielsweise mit der Hand die Verbindungsstange 25 und bewegt damit dann die Sperrhebel in die Entsperrungslage, so dass sofort anschliessend der Wechselvorgang abläuft. Dies ist möglich, wenn die Zapfen 11 etwa zwei Drittel ihres Weges zwischen den Lagen 11, lla zurückgelegt haben, wenn also die Vorgarnspule zu zwei Drittel vollgewunden isb. Zum Zweck eines sanften und kontrollierten Abfühlens oder Ausgleitens der Vorgarnspule 6a aus der Aufwinde-Einrichtung (also zur Sicherung der Parallel-Translations- Bewegung) ist unterhalb der Spulständer 5, 5' ein Auffangblech 28 vorgesehen, das an zwei Schwenkhebeln 29 angebracht ist,
schwenkbar um die Schwenkwelle 29a und abgefedert durch die Zugfeder oder Zug federn 31. Es ist auch die untere e Endlage 28a dieses angepasst gekrümmten Auffangbleches gezeigt. Gemäss Fig. 1 ist entweder ein Auffangbrett 40 oder ein Auffangkasten 41 vorgesehen, nämlich zum Aufnehmen der fertigen Vorgarnspulen 6a. Die obere Lage 28 des Auffangbleches kann beispielsweise durch einen Anschlag 32 begrenzt oder einstellbar begrenzt sein.
Die Fig. 5 zeigt eine Ausführungsform mit magneti scher Betätigung der Sperrhebel. Die wesentlichen Elemente wie Fühlhebel 13a, Sperrhebel 14, 14', Wickelwalzen 1, 2, Spulenkern 7', 8', Spulständer 5, 5' usw. sind die gleichen wie bisher. Bei diesem Ausführungsbeispiel sind aber die Fühlhebel 13, 13' bzw. 13a einerseits und die Sperrhebel 14, 14' anderseits mechanisch voneinander getrennt; jetzt aber findet die Steuerung der Bewegung der Sperrhebel über elektrische Mittel, nämlich Kontakte 30 und Elektromagnete 32 statt.
Die Feder 26 gemäss Fig. 2 ist hier durch zwei Federn ersetzt, nämlich eine Feder 126, welche für jeden Sperrhebel 14, 14'vorgesehen ist und die Sperrhebel in Sperrlage zu halten bestrebt ist, also mit Eingreifen der Nase C in den oder die Schlitze 17, 17' zum Verschliessen des Magazins, während für die Fühlhebel 13a jetzt eine entsprechende Zugfeder 226 mit gleicher Funktion wie in Fig. 2 die Feder 26 vorgesehen ist.
Der Anker 32a des Zugmagneten 32 greift an einem Ausleger 114 jedes Sperrhebels 14, an. Der Magnetstromkreis wird gesteuert durch den Kontakt 30, dessen Fühlstift oder Kontaktstift 130 vom Organ 13a in der gezeigten Stellung der Fig. 5 geschlossen wird, so dass nun bei geschlossenem Magnetstromkreis eine Kippbewegung des Sperrhebels 14 gemäss Pfeil I stattfinden wird, was dann zur zeitweiligen Freigabe des Magazins (Öffnen des Schlitzes 17, 17') führt, worauf dann in der schon beschriebenen Weise (z. B. Fig. 2) ein neuer Spulenkern 18 durch die Schlitze 17, 17' in die Lage 7', 8' fällt und wobei die Vorgarnspule 6 in der ebenfalls schon beschriebenen Weise über die Gleitflächen D abgeführt wird.
Das Prinzip hierbei ist also, dass dann, wenn die Vorgarnspule 6 einen gegebenenfalls vorwählbaren Wickeldurchmesser erreicht hat, durch geeignete, von diesem Durchmesser oder auch vom Spulgewicht oder von der aufgespulten Länge gesteuerte Schaltmittel der Stromkreis des Zugmagneten 32 geschlossen wird und die Sperrhebel 14, 14' entsprechend gekippt oder geschwenkt werden. Es können auch handbetätigbare Kontaktmittel vorgesehen sein, die zu jedem gewünschten Zeitpunkt den Stromkreis des Zugmagneten schliessen.
Während bei den Ausführungsformen gemäss Fig. 1 bis 4 notwendigerweise die Spulenkerne beziehungsweise deren Welle oder Zapfen 11, 11' elektrisch leitend sein müssen, kann auf solche elektrische Leitfähigkeit gemäss Fig. 5 dann verzichtet werden, wenn die Kontaktleisten 19,
19' (Fig. 2) ersetzt werden durch einen oder zwei Schliesskontakte 119, derart, dass beispielsweise die über die Fläche D ablaufenden Spulenkernzapfen 11 a den Kontaktknopf 119' niederdrücken und somit den früher schon beschriebenen Magneten 20 (Fig. 2) be tätigen.
Zu Fig. 2 ist noch zu erwähnen, dass bei genügender Länge der Kontaktschiene 19, 19'gegebenenfalls auf das erwähnte Verzögerungsrelais für den Magnetstromkreis 20 verzeichtet werden kann, weil nämlich die kontaktgebenden Organe 1 ib eine genügende Verweilzeit auf den Kontaktorganen 19, 19' haben. Hingegen muss bei der Ausführungsform gemäss Fig. 5, wenn ein Kontaktschalter 119 vorgesehen ist, im allgemeinen ein solches Verzögerungsrelais oder sonstige Verzögerungsmittel vorhanden sein.
Die Fig. 6 zeigt ein Schaltschema für die Steuerung der Hubmagnete 20, und zwar für eine Mehrzahl von Spulstellen (hier im Beispiel sechs Spulstellen). In den Stromkreis jedes Zugmagneten ist jeweils ein Verzögerungsrelais eingeschaltet, und das Schliessen des jeweiligen Hubmagnetkreises wird an jeder Spulstelle durch das Schliessen der schon genannten Kontakte 19, 19' (Fig. 2) bewirkt.
Die Fig. 7 und 7a zeigen eine spezielle Ausführungsform, bei der Mittel für das Sichern einer sprungartigen Bewegung der Sperrhebel 14, 14' vorgesehen sind. Kurz vor völligem Öffnen oder Freigeben des Schlitzes 17, 17', also kurz bevor die Nase C den Schlitz 17, 17' ganz frei gibt, kurz bevor also der Spulenkern 18 nach unten fallen kann, tritt folgende Einrichtung und Funktion in Wirkung:
Wie in Fig. 7a gezeigt, ist in diesem Stadium eine durch eine Feder 41 belastete Druckrolle 43 kurz vor der Rastmulde oder Rastnut 52.
Sobald nun bei Wei herbewegen des Sperrhebels 14, 14' gemäss Pfeil K (Fig. 7a) die Kante 52 der Rastmulde 52 sich nach links der Linie 143 bewegt, wirkt die Federkraft PF und die entsprechende Druckkraft der Rolle 43 so, dass nun die Rolle 43 momentan und schlagartig, also sprunghaft, in die Mulde 52 einspringt, und hierbei den Sperrhebel 14, 14' um den Betrag Sp schnell und ruckartig (sprungartig) in seine Endstellung bewegt, bei der der Schlitz 17, 17' völlig freigegeben wird. Bei dieser Bewegung kann das Zwischengelenk 15 gegen über dem Fühlhebel 13a eine Relativbewegung ausführen, weil das Zwischengelenk 15 ein Langloch 44 besitzt, durch welches ein Mitnehmerbolzen 45 des Fühlhebels 13a durchtritt.
In gleicher Weise wird die letzte Phase des Bewegens des Sperrhebels 14, 14' in die Verschlusslage (Drehen im Uhrzeigersinn um 16, Fig. 7) schlagartig oder sprungartig gestaltet, wobei dann die Rolle 43 in die zweite entsprechend angebrachte Rastnut oder Rastmulde 53 einspringt. Im Prinzip ist der Vorgang also so, dass jeweils die Endphasen der Sperrhebelbewegungen sprungartig vor sich gehen. Damit nur geringe Reibung und Massenkräfte auftreten, sind die Organe 44, 45 vorgesehen, so dass bei diesen sprungartigen Bewegungen die Teile 13 a nicht mitbewegt werden müssen.
Eine ganz analoge Einrichtung zeigt Fig. 8. Die sprunghafte Endbewegung der Sperrhebel 14, 14' wird hier durch eine Kniehebel-oder Kipphebelmechanik hervorgerufen, und zwar besteht diese aus einer in einer Querbohrung seines Drehbolzens 46 verschieblichen, durch eine Druckfeder 67 entsprechend belasteten Druckstange 48, die über einen Gelenkbolzen 49 am Sperrhebel 14, 14' angeschlossen ist. Wenn beispielsweise der Sperrhebel 14, 14' um die Achse 16 gedreht wird, und wenn dann der Punkt 49 über die Mittellinie M, welche 46 mit 16 theoretisch verbindet, hinausgeht, dann wird durch die Wirkung der Feder 67 die Drehbewegung des Sperrhebels 14, 14' sehr stark beschleunigt, also geht der Sperrhebel nun sprunghaft in seine entsprechende Endstellung.
Auch hier wieder sind zwischen den Organen 15 und 1 3a Langlochbolzen-Verbindungen 44, 45 vorgesehen. Selbstverständlich sind für beide Endstellungen der Sperrhebel entsprechende Anschläge vorhanden, wobei nur beispielsweise ein solches Mittel durch die einstellbare Anschlagschraube 50 in Fig. 8 gezeigt ist.
Im übrigen ist in Fig. 7 und 9 auch gezeigt, dass die SchrägEläche D aufgerauht sein kann, insbesondere für den Fall eines in an sich bekannter Weise kugelgelagerten Spulenkerns. Bei solcher Aufrauhung der Fläche D kann ein parallel translatorisches Abrollen der Vorgarnspule 6a gesichert werden, so dass dann auf die Organe 28, 29 (Fig. 2) verzichtet werden kann.
Selbstverständlich kann das Prinzip, die Endbewegungen der Sperrhebel sprunghaft zu gestalten, mit den verschiedensten an sich bekannten Mitteln durchgeführt werden.
Fig. 10 zeigt die Sprunghebelsteuerung durch den Aussendurchmesser der Vorgarnspule, und zwar gezeigt am Ausführungsbeispiel ähnlich wie z. B. Fig. 7 oder 9. Der in den früheren Ausführungsbeispielen mit 13 bzw. 13a bezeichnete Fühlhebel ist hier ersetzt durch einen Fühlhebel 113, der auf einem Zapfen 161 eine Fühlrolle 160 besitzt. In der dargestellten Lage liegt die Fühlrolle 160 auf dem Umfang der Vorgarnspule 6 auf, und da die Vorgarnspule ihren vollen Durchmesser erreicht hat, ist bei dieser Lage des Fühlhebels 113 der Sperrhebel 14, 14' in seine Öffnungs- lage gekommen, wobei also der Schlitz 17, 17' von der Nase C freigegeben ist, so dass nunmehr ein neuer Spulenkern 18 nach unten fällt.
Wenn der neue Spulenkern eingefallen ist (7', 8'), dann geht, unter der Wirkung der Feder 26, 26' und/oder auch unter der Wirkung des Gewichts der Fühlrolle 160, der Fühlhebel 113 in die Lage 113a, und hierbei ist dann die andere Endlage der Sperrhebel 14, 14' erzielt, wobei die Nase C das Magazin 17, 17' wieder verschliesst. Man kann bei Entfallen der Kontaktleisten 19, 19' den Stromkreis für den Magneten 20 durch den Fühlhebel 113 betätigen oder schliessen lassen, nämlich durch eine solche Anordnung eines Kontaktschalters, dass bei Erreichen der Lage 113a der genannte Fühlhebel den Magnetstromkreis 20 schliesst und die schon erwähnten Vorgänge steuert. Zweckmässig ist die Fühlrolle 160 leicht drehbar gelagert.
Bei der Ausführungsform gemäss der Fig. 10 sind einige Varianten getroffen; beispielsweise ist das Magazin, beziehungsweise dessen Schlitze 17, 17' im oberen Bereich schräg, und dort sind auch in diesem Falle die Sperrhebel 14, 14' angebracht. Diese Sperrhebel besitzen wieder Rastnuten 52, 53, und hier ist zur Verbreiterung des Sprungbereiches Sp an der einen Seite der Rastnut 52 eine Schrägfläche Sp' angeordnet, so dass die Kante 52' etwas weiter von der eigentli- chen Rastnut 52 entfernt ist. Die Rolle 43 (entsprechend Fig. 7) gleitet hier also übier die Fläche Sp' und drückt dabei den Sperrhebel 14, 14' in der Pfeilrichtung K, sobald sie die Kante oder den Punkt 52' erreicht hat.
Der Fühlhebel 113 ist hier auf der Achse 16 der Sperrhebel angebracht, und zwar ist er begrenzt gegenüber den Sperrhebeln drehbar oder schwenkbar.
Das Prinzip ist also, dass der Fühlhebel 113 zunächst sich frei bewegt und erst dann die Sperrhebel mitnimmt und dann in der-Endphase die Sperrhebel wieder so weit frei gibt, dass diese die sprunghafte Endbewegung durchführen können.
Ein zweckmässiges Mittel hierfür zeigt die Fig. 12.
Auf der Achse oder Welle 16, die selbst in den Wänden 5, 5', also den Spulständern drehbar gelagert ist, sind fest angebracht die beiden Sperrhebel 14, 14', etwa durchVersplintung 121, 121'. Am einen Sperrhebel ist eine Kupplungsnabe 123 (gegebenenfalls einteilig mit 14') vorgesehen, welche eine Kupplungsnase oder Mitnehmernase 124 besitzt, und diese Kupplungsnase 124 greift in den wesentlich breiteren, nämlich um den Sprungweg Sp (Fig. 11) breiteren Kupplungsschlitz 125 des Fühlhebels 113, beziehungsweise dessen Nabe 127 ein. Die Nabe 127 ist also auf 16 begrenzt drehbar. Die zwischen dem Organ 124 und den entsprechenden Seitenwänden des Schlitzes 125 bestehenden freien Lücken entsprechen also dem Sprungweg Sp.
Diese Anordnung gemäss Fig. 12 ersetzt also die Lang loch- oder Bolzenanordnung 44, 45 der Fig. 7, 8 und 9.
Wichtig ist in allen Ausführungsbeispielen die räumliche Lage der Elemente 17, 17', 17a, 12, D. Ein Bereich 17, 17' ist vorteilhaft senkrecht, der unten anschliessende Bereich 17a ist schräg zum Spuleninneren geneigt und mündet in den zur Spulenmitte schräg ansteigenden Schlitz 12 ein, und zwar so, dass unten vor der Einmündungsstelle noch ein Bereich 12a verbleibt. Der Schlitz 12 und die Fläche D bilden zusammen einen nach unten offenen Winkel mib einem Scheitel B. Diese Anordnung erleichtert sehr wesentlich Gesamtfunktion und Einzelfunktionen.
Die Arbeits- und Funktionsweise der beschriebenen Beispiele des Erfindungsgegenstandes beruht darauf, dass von einem Magazin, welches der Aufwinde-Einrichtung vorgelagert ist, ein neuer Spulenkern mit oder ohne Hülse freigegeben wird, welcher-infolge seiner beiderseitigen Zapfenführung in den Schlitzen der beiderseitigen Spulständer der Aufwinde-Einrichtung - tangential auf den Aussendurchmesser der im Aufwindevorgang befindlichen Vorgarnspule infolge seines Eigengewichts aus einer vorbestimmten Höhe fällt und dadurch die Vorgarnspule aus der Aufwinde-Einrichtung drückt bzw. schlägt.
Dadurch, dass die tangentiale Fallrichtung des neuen Spulenkernes mit der Auf windedrehrichtung der gewundenen Vorgarnspule übereinstimmt, übt der neue Spulenkern, eine Keilwirkung auf die im Aufwindevorgang befindliche Vorgarnspule aus und schiebt die Vorgarnspule aus der Aufwinde Einrichtung.
Die Faserb andverbindung zwischen der ausgeschobenen Vorgarnspule und der Aufwinde-Einrichtung wird durch ein Luntenabschlagsblech (ein Blech oder dergleichen, welches die Lunte oder das Faserband abschlägt, quasi abschneidet, also abtrennt) getrennt, welches sich infolge der gerundeten Form um den in die Aufwinde-Einrichtung neu eingefallenen Spulenkernes legt, so dass infolge der drehenden Bewegung des Spulenkernes das abgeschlagene und angelegte Faserband im Aufwindevorgang mitgenommen wird. Die Steuerung der Faserbandabschlageinmchtung lerfolgt von dem vollgewundenen Spulenkern der Vorgarnspule unmittelbar, nachdem diese aus der Aufwinde-Einrichtung geschoben worden ist.
Die Zeitdauer der Faserbandanlegung bzw. des Verbleibens des gerundeten Abschlag- und Anwindebleches um den neuen Spulenkern im Anwindevorgang kann entweder durch eine genügend lange Einwirkung des vollgewundenen Spulenkernes auf ein Schalt- oder KontakteIement, welches einen Zugmanget betätigt, bewirkt werden, oder durch die Betätigung beziehungsweise Dazwischenschaltung eines zeiteinstellb aren Verzögerungsrelais, welches durch den vollgewundenen Spulenkern oder von einem sonstigen am Auswurfsvorgang betätigten Schaltelement das Kommando erhält. Es ist aber auch möglich, dass der in den Aufwindevorgang einfallende neue Spulenkern durch Berühren eines Schaltelements eine solche Funktion des Luntenabschlag- und Anwindebleches bewirkt.
Die von der Aufwinde-Einrichtung ausgeschobene Vorgarnspule kann zum Zwecke einer kontrollierten Ausfalleinrichtung durch ein federndes Auffangblech, welches sich an den Umfang der ausgeworfenen Spule anlegt, in einen Spulenkasten gelenkt werden.
Die Funktion der Schalteinrichtung für die Freigabe eines Spulenkernes mit oder ohne Hülse aus dem der Aufwinde-Einrichtung vorgelagerten Magazin erfolgt durch die Betätigung von zwei fest miteinander verbundenen Sperrhebeln am Magazinausgang, welche bei der Freigabe eines Spulenkernes gleichzeitig das Magazin nach rückwärts abschliessen, so dass jeweils nur ein Spulenkern für den Einfallvorgang freigegeben wird.
Die Betätigung der Sperrhebel kann sowohl durch mechanische wie auch wahlweise durch elektromagnetische Steuerungs- und Kraftelemente erfolgen.
Zum Zwecke einer gleichmässigen Freigabe des Spulenkernes aus dem Magazin für den Einfall in die Aufwinde-Einrichtung (wobei die Spulenkernachse waagrecht bleibt) ist es zweckmässig, dass die beiden miteinander verbundenen Sperrhebel eine Sprungbewegung ausführen. Eine solche sprunghafte (ruckartige, rasche) Betätigung der Sperrhebel kann konstruktiv auf verschiedene Weise erfolgen, und es wird dadurch eine Vergrösserung der Herstellungstoleranz für die Bewegungselemente erreicht.
Damit die fertiggewundene Vorgarnspule, welche von der Aufwinde-Einrichtung durch den neuen Spulenkern herausgeschoben wurde, sehr schnell auf einer schrägen Auslaufbahn ausgleiten kann, ohne dass hierdurch der neu eingefallene Spulenkern im Aufwinden behindert wird, kann der Spulenkern auch mit kugelgelagerten Führungszapfen, beziehungsweise einer kugelgelagerten Achse (Welle) versehen werden.
Durch einen solchen kugelgelagerten Spulenkern wird auch der Ausschiebevorgang der fertig gewundenen Spule (Vorgarnspule) beschleunigt, weil hierdurch sowohl die Zapfen des in die Aufwinde-Einrichtung neu einfallenden, wie auch die Zapfen des vollgewundenen Spulenkernes dem Wechselvorgang weniger Reibungskräfte entgegensetzen, was besonders bei sehr schnell laufenden Maschinen (beispielsweise bei 100 m/min Aufwindegeschwindigkeit) von Vorteil sein kann.
Bei Verwendung von Spulkernen mit kugelgelagerten Achsen kann auch auf ein federndes Auffangblech am Spulständer verzichtet werden, wenn die beiden schrägen Ausgleitflächen oder Spulständer angerauht oder mit Feilenhieb versehen sind, welche dann dem vollgewundenen kugelgelagerten Spulenkern eine sichere und gerade Rollbewegung (ohne seitliches Verkanten, also Paralleltranslation) verleihen.