CH432333A - Verfahren und Vorrichtung zur Formung keramischer Körper durch Einformen keramischer Masse in Formen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Formung keramischer Körper durch Einformen keramischer Masse in FormenInfo
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Description
Verfahren und Vorrichtung zur Formung keramischer Körper duch Einformen keramischer Masse in Formen Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vor richtung zur Formung keramischer Körper durch unter Druck erfolgendes Einformen keramischer Masse in Formen.
Die bekannten Verfahren dieser Art sind das Pres sen und das Spritzen in entsprechenden Maschinen. Da bei wird die zur Formgebung der keramischen Körper erforderliche Verformungsenergie von der in die Maschine eingeleiteten Antriebsenergie abgenommen und durch entsprechende Bauteile !der Maschine auf mechanischem Wege mit verhältnismässig geringer Ver- formungsge-schwindigkeit ohne Veränderung des plasti schen Zustandes der keramischen Masse auf diese über tragen.
Der erforderliche Energiebedarf ist daher ver- hältnismässig erheblich, weil beachtliche Druckverluste infolge der inneren und äusseren Reibung der kerami schen Masse eintreten. Daher beschränkt sich die An wendung des Pressens und des Spritzens in der feinkera mischen Technik üblicherweise auf die Herstellung von Kleinteilen. Das Spritzen erfordert den Zusatz besonde rer Plastifizierungsmittel zur keramischen Masse.
Als Verfahren zur spanlosen Herstellung grösserer Körper von komplizierter stereometrischer Gestalt unter Verwendung fester Formen hat sich bisher nur das Giessen eingaführt. Die Nachteile des Giessverfahrens bestehen in einem beträchtlichen Formenverschleiss, einem hohen Wasserballast und somit einem erheblichen Trockenaufwand.
Es ist bereits bekannt, Halbleiterpillen dadurch her zustellen, dass man die zur Erzeugung einer Pille erfor derliche Materialmenge in einem Druckzylind:.r mittels eines in diesem geführten Kolbens presst, der mit ge- schossartiger Geschwindigkeit auf die Masse auftrifft. Der Kolben wird durch die Pulverladung einer in den Druckzylinder eingesetzten Patrone abgeschossen und durch den dabei erzeugten hohen Pressdruck soll eine entsprechend hohe Temperatur hervorgerufen werden, so dass das pulverförmig;. Material in Form eines Plätt chens geformt und durch Sintern verfestigt wird.
Der Eintritt dieses Erfolges hängt davon ab, dass ein grosser Anteil der die Verformungsarbeit leistenden Energie in Wärme umgesetzt wird und beschränkt sich auf für Halbleiterpresspillen geeignete Metallverbindungen.
Wissenschaftliche Untersuchungen, über die in der Literatur insbesondere seit dem Jahr 1952 berichtet wurde, haben ergeben, dass der Verformungswiderstand und somit der für die Formgebung erforderliche Ener giebedarf bei hoher Verformungsgeschwindigkeit gerin ger sind als bei Anwendung der bisher üblichen Verfah ren und Vorrichtungen zur Formgebung keramischer Körper. Es wurde festgestellt, dass sich plastische kera mische Massen in bestimmten Bereichen der Verfor- mungsgeschwindigkeit ähnlich echten Flüssigkeiten ver halten.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ausge hend von den erwähnten wissenschaftlichen Ergebnissen bei der Formung keramischer Körper durch unter Druck erfolgendes Einformen keramischer Masse in feste For men mit einem wesentlich geringeren Energieaufwand auszukommen als ihn die üblichen Verfahren und Vor richtungen erfordern. Ferner wird angestrebt, das er wähnte Formgebungsverfahren auch auf die Herstellung komplizierter gestalteter grösserer keramischer Körper, wie z. B. Stab-Isolatoren, auszudehnen.
Die Erfindung besteht .darin, dass die Formgebungs- energie in einer der Form zugeordneten Druckkammer durch plötzliche Druckerzeugung mit solcher Anfangs geschwindigkeit auf die keramische Masse übertragen wird, dass deren Viskosität abnimmt und diese sich ähn lich einer Flüssigkeit verhält und in diesem Zustand verformt wird.
Die plötzliche Druckerzeugung erfolgt vorzugsweise durch Expansion eines expansionsfähigen Mediums.
Das Verfahren wird zweckmässig in der Weise aus- geführt, dass bei der Ausformung der keramischen Masse mit Verformungsgeschwindigkeiten über 1,6 mis gearbeitet wird.
Die erfindungsgemässe zur Ausführung des Verfah rens dienende Vorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass an eine mit Mitteln zur Erzeugung .einer plötzlichen hohen Druckwelle ausgestattete Druckkammer unmittel- bar eine mehrteilige Form mit Evakuierungseinrichtun- gen und Überdrucksicherungen angeschlossen ist.
Verfahren und Vorrichtung nach,der Erfindung wer den nachfolgend in Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnung beschrieben. Es zeigen: Abb. 1, 2 und 3 schematische Darstellungen erfin- dungsgemässer Vorrichtungen zur Erläuterung des Prin zips des Verfahrens, Abb. 4, 5, 6 und 7 schematische Darstellungen von Vorrichtungen z. B. zur Herstellung gtabförmiger massi ver Schirm-Isolatoren.
Gemäss Abbildungen 1, 2 und 3 ist ein druckfester Zylinder 1 vorgesehen, der eine Druckkammer 2 bildet. In der Druckkammer 2 wird durch plötzliche starke Druckerzeugung, die symbolisch in Abb. 1, 2 und 3 durch einen mit 3 bezeichneten Pfeilstern dargestellt ist, die Expansion einer Gasmenge mit hoher Anfangsge schwindigkeit hervorgerufen.
Das kann beispielsweise dadurch geschehen, dass man in die Druckkammer einen chemischen Sprengstoff einbringt, der durch nicht gezeichnete bekannte Mittel zur Expansion gebracht wird.
Es können auch andere bekannte Verfahren zur Er zeugung einer Druckwelle verwendet werden, beispiels weise elektrische Hochspannungs-Hochstrom-Entladung in einem inkompressiblen Medium oder durch Feder gespeicherte Energie. Im Druckzylinder 1 ist eine mit 4 bezeichnete keramische Masse untergebracht, auf die die Druckwelle wirkt, so dass die Masse verformt wird.
Bei der Ausführung nach Abb. 1 wirkt ;das expandierende Medium, das ein Gas oder Dampf sein kann, unmittel bar auf die keramische Masse; nach Abb. 2 ist zwischen dem Medium und der keramischen Masse ein bewegli cher fester Körper 5 (Kolben oder Fallbär) eingeschaltet, der die Druckwelle auf die keramische Masse überträgt, und nach Abb. 3 ist zwischen der keramischen Masse 4 und dem festen Körper 5 ein elastisches Medium 6 vor handen,
das eine gewisse Dämpfung der Druckwelle hervorruft.
Durch die Druckwelle wird die keramische Masse in der beschriebenen Weise geformt. Eine Sinterung kann dabei nicht eintreten, weil die zur Formung der plasti schen keramischen Massen erforderliche Energie zu ge ring ist, als dass sie eine wesentliche Temperaturerhö hung in der keramischen Masse hervorrufen könnte.
Bei den Vorrichtungen nach Abb. 4, 5, 6 und 7 sind zwecks Herstellung der als Beispiel gewählten massiven stabförmigen Schirm-Isolatoren Formen 7 vorhanden, die bei 8 gemäss der äusseren Gestalt des herzustellen den Isolators ausgearbeitet sind. Um den hergestellten keramischen Körper aus der Form 7 entfernen zu kön nen, muss diese in bekannter Weise aus zwei oder meh reren Teilen zusammengesetzt und auseinandernehmbar sein.
Bei den Ausführungen nach Abb.4, 5 und 6 ist vereinfachend angenommen, ,dass der Druckzylinder 1 durch den oberen Teil der Form 7 gebildet wird.
Bei der Ausführung nach Abb. 4 hat die Form 7 einen zylindrischen Füllraum 9, der auch als Druckkam mer 2 dient. Die keramische Masse 4 wird in Gestalt eines plastischen zylindrischen Körpers (Hubel) in die Form gefüllt, wobei sich zunächst ein erheblicher Teil der Masse noch oberhalb des den oberen Isolatorschirm erzeugenden Formteiles befindet.
Zur Herstellung des Isolatorkörpers wird in der Druckkammer 2 eine Druckwelle erzeugt. Durch Wirkung der Druckwelle wird die keramische Masse in der Form 8 eingeformt. Durch Öffnung der Form 7 kann der geformte Körper entfernt werden.
Der Hohlraum der Form wird zweckmässig über ein Absperrorgan 10 an eine Evakuierungsanlage ange schlossen, so dass sich der Hohlraum vor der Formung des keramischen Körpers evakuieren lässt.
Dabei soll der Druck zweckmässig unter 200 mm Quecksilbersäule liegen. Bei der Ausführung nach Abb. 5 ist der Innenform 8 eine zylindrische Füll- und Druckkammer 9 vorgeschaltet, deren Durchmesser wesentlich grösser ist als der Durchmesser des Strunkes des herzustellenden Isolators. Diese Kammer ist durch eine Düse 11 mit der Innenform 8 verbunden. Die kera mische Masse 4 wird zunächst in die Füllkammer 9 ge bracht.
Es wird eine Masse verwendet, die zum Spritzen geeignet ist. Oberhalb der Masse wird eine Druckwelle erzeugt, die die Masse 4 nach Art des Spritzverfahrens in die Innenform 8 treibt.
Bei der Ausführung nach Abb. 6 wird keramische Masse trocken oder nass in die Innenform 8 eingetra gen. Zur Beschickung ist eine auf der Zeichnung nur angedeutete Vorrichtung vorhanden, die aus einem Massebehälter 12 mit Verschlussschieber 13 und einer Schleuse 14 mit Verschlussschieber 15 besteht. Durch Öffnen des Schiebers 13 gelangt die Masse aus dem Be hälter 12 in die Schleuse 14.
Nachdem diese gefüllt ist, wird der Schieber 13 in Schliessstellung gebracht und der Schieber 15 geöffnet, ,so dass die in der Schleuse 14 befindliche Masse durch einen Kanal 16 über eine Düse 11 in die Innenform 8 gelangt und diese ausfüllt. Es ist wiederum eine Kammer 2 vorgesehen, in der eine Druckwelle erzeugt wird, die die Verdichtung der Masse 4 und die Einformung derselben bis zur Herstellung des gewünschten Körpers bewirkt.
Abb. 7 zeigt eine Weiterbildung einer Vorrichtung nach Abb. 5. An die Form 7 sind zwei Druckzylinder 1 mit Füllkammern 9 und Druckkammern 2 angeschlos sen, so dass die Form 8 im Sinne der Abb. 7 von oben und von unten durch Erzeugung von Druckwellen in die Kammern 2 mit der keramischen Masse beschickt wird. Zur Sicherung der Vorrichtung bei Überdosierung der Masse oder zu hohem Energieanfall isst ein überdruck ventil vorhanden.
Dieses umfasst ein Gewindesackloch 17, das durch einen Kanal 18 mit dem Hohlraum der Form in Verbindung steht. Der Kanal ist durch eine Membrane 19 verschlossen. Diese wird durch eine Schraube 20 gehalten. Die Schraube 20 ist gleichachsig mit dem Kanal 18 durchbohrt. Bei zu hohem Druck auf die keramische Masse wirkt sich dieser auf die Mem brane 19 aus, diese wird durchgeschlagen und dadurch ein Druckausgleich mit der Umgebung der Vorrichtung hergestellt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH I Verfahren zur Formung keramischer Körper durch unter Druck erfolgendes Einformen keramischer Masse in Formen, dadurch gekennzeichnet, dass die Formge- bungsenergie in einer der Form zugeordneten Druck- kammer durch plötzliche Druckerzeugung mit solcher Anfangsgeschwindigkeit auf die keramische Masse übertragen wird, dass deren Viskosität abnimmt und diese sich ähnlich einer Flüssigkeit verhält und in die sem Zustand verformt wird.UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach dem Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die plötzliche Druckerzeugung in folge Expansion eines expansionsfähigen Mediums er folgt. 2. Verfahren nach dem Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Ausformung der kerami schen Masse mit Verformungsgeschwindigkeiten über 1,6 m/s gearbeitet wird. 3. Verfahren nach dem Patentanspruch I und Unter anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die kerami sche Masse in die Druckkammer eingebracht und bei der Formgebung aus dieser in die Form verdrängt wird. 4.Verfahren nach dem Patentanspruch I und Unter anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die kerami- sche Masse vor dem Beginn .der Druckerzeugung unmit- telbar in die Form eingebracht wird. PATENTANSPRUCH II Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach dem Patentanspruch I und den Unteransprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, .dass an eine mit Mitteln zur Erzeugung einer plötzlichen hohen Druckwelle ausge stattete Druckkammer (2) unmittelbar eine mehrteilige Form (7) mit Evakuierungseinrichtungen (10) und über drucksicherungen (17 bis 20) angeschlossen sind.
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| CH1081764A CH432333A (de) | 1964-08-19 | 1964-08-19 | Verfahren und Vorrichtung zur Formung keramischer Körper durch Einformen keramischer Masse in Formen |
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2037404A1 (de) * | 1969-08-02 | 1971-02-25 | Service Engineers Ltd , Stoke on Trent, Staffordshire (Großbritannien) | Verfahren und Anordnung zum Formen von Ton zu Keramikartikeln |
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1964
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