CH432582A - Elektrisches Wechselstromtriebfahrzeug - Google Patents
Elektrisches WechselstromtriebfahrzeugInfo
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Description
Elektrisches Wechselstromtriebfahrzeug Die Erfindung betrifft ein elektrisches Wechsel stromtriebfahrzeug mit einem Anzapftransformator, Stu fenschaltern und einer mit ihren beiden Wicklungsen den an jeweils zwei benachbarten Transformatorstufen auf den Vollstufen gleichzeitig angeschlossenen Strom teilerdrossel, an deren Mittelanschluss die Fahrmotoren direkt oder über Stromrichterventile angeschlossen sind.
Die Drehzahl von Einphasenkollektormotoren bzw. über Stromrichterventile gespeisten Gleichstrommotoren für elektrische Wechselstromtriebfahrzeuge wird im allgemeinen durch Veränderung der Motorspannung gesteuert. Zur Änderung dieser Spannung bedient man sich Transformatoren, die entweder Anzapfungen an der Hochspannungswicklung oder an der Niederspan nungswicklung aufweisen. Transformatoren mit Nieder spannungssteuerungen werden bis zu einer Summe der Motorströme von etwa 10 000 Ampere angewandt.
Eine solche bekannte Schaltung ist in der Fig. 1 dar gestellt. Die Sekundärseite des Transformators 1 ist mit Anzapfungen a - d versehen, an die über ein Schalt werk mit den Schaltern 2a bis 2d (oder Einzelschal tern) und eine Stromteilerdrossel 3 ein oder mehrere Fahrmotoren 4 angeschlossen sind. Auf den einzelnen Fahrstufen (Vollstufen) sind immer jeweils 2 benach barte Schalter geschlossen.
Die Stromteilerdrossel 3 wirkt dabei sowohl als Stromteiler wie auch als Span- nungsteiler. Durch die Wicklungsanordnung der Strom teilerdrossel wird der Fahrmotorstrom auf beide Spu- lenhälften 3a und 3b gleichmässig aufgeteilt. Am Aus gang der Stromteilerdrossel stellt sich dann eine mittle re Spannung zwischen den an den Anzapfungen a und b des Transformators anstehenden Spannungen ein.
Durch die Stromteilerdrossel 3 wird der Strom zwischen den beiden angeschalteten Anzapfungen des Transfor mators begrenzt und eine Stromunterbrechung beim Übergang von einer Fahrstufe zur nächsten vermieden.
Soll z. B. von einer Fahrstufe (Schalter 2a und 2b geschlossen) auf die nächst höhere Fahrstufe wei tergeschaltet werden, wird zunächst der Schalter 2a ge- öffnet. Anschliessend wird der Schalter 2c geschlossen. Dabei wird durch die Stromteilerdrossel ein Kurzschluss zwischen den beiden angeschlossenen Transformatoran- zapfungen verhindert, da der Strom durch die Induk- tivität der Stromteilerdrossel begrenzt ist.
Die Fahrmo toren werden beim überschalten über die eine Strom teilerhälfte 3b weiter mit Strom versorgt, so dass keine Stromunterbrechung entsteht.
Bei der bisher bekannten Auslegung der Stromtei- lerdrossel treten im Überschaltaugenblick an den Kon taktstücken des Lastschalters, die gerade öffnen, erheb liche Spannungsscheitelwerte auf, die z. B. bei einer Stu fenspannung von etwa 100 V in der Grössenordnung von 1000 V liegen kann. Dadurch, dass der Schalter 2a geöffnet ist, fliesst, solange der Schalter 2c noch nicht geschlossen ist, der gesamte Motorstrom über die eine Hälfte 3b des Stromteilers. Durch diesen Strom wird in der nichtdurchflossenen Stromteilerhälfte 3a eine Spannung induziert, die am öffnenden Schalter 2a ansteht.
Im mittleren und oberen Geschwindigkeitsbe reich, also bei hohen Motorspannungen ist der Fahr motorstrom nahezu sinusförmig. Dabei ergibt sich, be dingt durch die starke Sättigung des Eisenkreises der Stromteilerdrossel, eine trapezförmige Flusskurve. Im Be reich kleiner Ströme steigt der Fluss rasch an. Damit ergibt sich ein grosser Spannungsscheitelwert an der Stromteilerdrosselhälfte 3a, der durch das Produkt der Windungszahl und der Flussänderung gegeben ist.
Wird die Stromteilerdrossel zufällig im Nulldurch gang der Spannung wieder beidseitig an Spannung ge legt, während sie vorher hoch gesättigt mit einseitiger Speisung arbeitete, tritt ein erheblicher Einschaltstrom- stoss auf, der zu einem Verschweissen der Schaltstücke des Lastschalters 2a und damit zu einem Stufenkurz- schluss über die Schalter 2a und 2c führen kann.
Ähn lich hohe Strombelastungen ergeben sich für die Last- schalter auch, wenn das Schaltwerk bei abgeschalteten Motoren, aber hochspannungsseitig eingeschaltetem Transformator, aufwärts oder abwärts läuft. Beim Über- schalten von einer Fahrstufe zur nächsten ergeben sich also zusätzliche Schaltwerkbeanspruchungen durch Ein- schaltstromstösse und hohe Spannungsscheitelwerte am öffnenden Lastschalter.
Die Niederspannungssteuerung mit Stromteilerschal- tung wird, da sie bei kleinen und mittleren Leistungen besonders wirtschaftlich arbeitet, im wesentlichen für im Nahverkehr eingesetzte Wechselstromtriebwagen und Lokomotiven verwendet. Moderne Nahverkehrstriebwa- gen werden z. B. für mittlere Haltestellenabstände von 2,5 km eingesetzt.
Die Anfahrt erfolgt in knapp 50 Se kunden auf 120 km/h. Anschliessend wird etwa 20 Se kunden die Höchstgeschwindigkeit beibehalten, wonach die Abbremsung bis zum Stillstand erfolgt. Bei einer Haltezeit von nur 30 Sekunden muss das Schalt werk, das meist mit mindestens 28 Fahrstufen gebaut ist, alle 2,5 Minuten einmal aufwärts und einmal abwärts laufen. Durch die grosse Schalthäufigkeit wird das Schaltwerk durch die normalen Fahrströme bereits aus- serordentlich stark beansprucht.
Dazu kommen zusätz liche Beanspruchungen durch hohe Einschaltstromstösse und hohe Scheitelspannungen am öffnenden Lastschalter beim überschalten von einer Fahrstufe zur nächsten. Stromteilerdrosseln wurden bisher, wie bei Transforma toren üblich, für kleinen Magnetisierungsstrom bei Nenn spannung gebaut, um die Verluste klein zu halten. Im Dauerbetrieb ergab sich dabei ein einwandfreies Verhal ten.
Bei Schaltvorgängen werden jedoch die Lastschalter kontakte durch Einschaltstromstösse und hohe Scheitel spannungen am öffnenden Lastschalter zusätzlich zum eigentlichen Fahrstrom erheblich belastet. Für ein moder nes Triebfahrzeug wird heute weitgehende Wartungsfrei heit verlangt. Lange Laufzeiten für die Triebfahrzeuge sind aber nur zu erreichen, wenn der bisherige starke Verschleiss der Lastschalterkontakte wesentlich verrin- gert wird.
Bei vorzeitiger Abnutzung ergeben sich Ausfall zeiten der elektrischen Triebfahrzeuge nur zum Zwecke der Auswechslung der Lastschalterkontakte. Diese Aus fallzeiten wären auf Grund des Zustandes des übrigen Teiler der elektrischen Ausrüstung nicht erforderlich, so dass die Ausnutzung des Triebfahrzeuges beschränkt wurde, zusätzliche Kosten in der Werkstatt anfielen und die Bereitstellung von zusätzlichen Reservefahrzeugen erforderlich war.
Die Aufgabe der Erfindung besteht also darin, eine Lehre für die Dimensionierung der Stromteilerdrossel zu geben, bei der sich an den Kontaktstücken der Last schalter des Schaltwerkes ein Minimum an Abbrand ergibt, indem die beim Schalten auftretenden hohen Spannungsscheitelwerte und Einschaltströme wesentlich vermindert werden.
Die Lösung der Aufgabe besteht gemäss der Erfin dung in einer solchen Dimensionierung der Stromteiler- drossel, dass bei an dieser anliegender veränderlichen Spannung die Funktion des Effektivwertes der Span nung an der Stromteilerdrossel in Abhängigkeit vom Effektivwert des Magnetisierungsstromes I der Drossel praktisch der Gleichung U = 121/I + 0,05 I gehorcht,
wobei der Kurvenverlauf unterhlalb des Nennstromes der Drossel von der genannten Funktion abweichen kann, der Magnetisierungsstrom bei Nennspannung der Dros sel (maximale Stufenspannung des Anzapftransformat- tors) jedoch mindestens ein Viertel des Nennstromes be tragen muss.
Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, dass die Kosten für die Bereitstellung von Werkstattkapa- zität, Personal und Reservetriebfahrzeugen viel grös- ser sind als die Kosten, die sich bei einer Vergrösserung der Verluste im Stromteiler ergeben. Bei dem Gegen stand der Erfindung ist die Stromteilerdrossel in Be zug auf ihre Verluste bewusst verschlechtert, um die Be triebssicherheit der gesamten elektrischen Ausrüstung zu verbessern.
Die Abführung der erhöhten Verluste der Stromteilerdrossel bei der erfindungsgemässen Aus führung bereitet keine Schwierigkeiten, da die Strom teilerdrossel im Ölkessel des Triebfahrzeugtransfor- mators eingebaut ist, dessen Verluste ein Vielfaches der Verluste der Stromteilerdrossel betragen so dass eine merkbare Erhöhung der abzuführenden Wärmemenge nicht stattfindet.
Durch die vorstehend angegebene Lehre für die Di mensionierung der Stromteilerdrossel, dass der Magne- tisierungsstrom bei 100% der maximalen Differenz- spannung zwischen zwei benachbarten Anzapfungen des Transformators mindestens 25 % des Drosselnennstro- mes betragen muss,
werden die Spannungsscheitelwerte am öffnenden Lastschalter wirksam begrenzt. In der Fig. 2 der Zeichnung ist eine solche Kurve 3 für die Spannung an der Drossel in Abhängigkeit vom Mag netisierungsstrom aufgezeichnet, die der angegebenen Di- mensionierungsregel entspricht. Die Einschaltstromstös- se, die bei überschalten von einer Fahrstufe zur näch sten bei ungünstigem Schaltaugenblick auftreten kön nen, werden bei einer Dimensionierung nach der vorste hend angegebenen Gleichung wirksam begrenzt.
In der bereits erwähnten Fig. 2 der Zeichnung ist in der Kurve 1 der Effektivwert der Spannung U für bisher gebaute bekannte Stromteilerdrosseln in Abhän gigkeit vom Magnetisierungsstrom aufgezeichnet. Die weiterhin eingezeichnete Kurve 2 zeigt die Spannung in Abhängigkeit vom Magnetisierungsstrom für eine prak tisch ausgeführte Stromteilerdrossel gemäss der Erfin dung.
Stromteiierdrossel, deren Spannung in Abhängigkeit vom Magnetisierungsstrom den in Fig. 2 dargestellten Kurven 2 oder 3 entsprechen, ergeben sich bei einer Dimensionierung, bei der die Spule der Drossel mög lichst kurz und dick mit grosser Windungszahl bei kleinem Eisenquerschnitt ausgeführt ist,
sowie durch Einführung eines oder mehrerer Luftspalten in den Ei senkreis und zwar wenn beispielsweise das Verhältnis der aus dem inneren Spulendurchmesser Ds errech neten Spulenfläche Fs zum effektiven Eisenquer schnitt FE mindestens 2,0 beträgt.
Für die Dimensionierung der Stromteilerspulen er geben sich bei einem Verhältnis von Spulenlänge l (siehe Fig. 3) zum mittleren Durchmesser D von weniger als 1,5 und bei einem Verhältnis von Spulenbreite b zum mitt leren Durchmesser D mit einem Wert von 0,2 oder grösser Spannungs- und Stromwerte, die den vorste hend gestellten Forderungen entsprechen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Elektrisches Wechselstromtriebfahrzeug mit einem Anzapftransformator, Stufenschaltern und einer mit ihren beiden Wicklungsenden über Lastschalter auf den Vollstufen an jeweils zwei benachbarten Transforma- torstufen gleichzeitig angeschlossenen Stromteilerdros- sel, an deren Mittelanschluss die Fahrmotoren direkt oder über Stromrichterventile angeschlossen sind, ge kennzeichnet durch eine solche Dimensionierung der Stromteilerdrossel,dass bei an dieser anliegender ver änderlicher Spannung die Funktion des Effektivwertes der Spannung an der Stromteilerdrossel in Abhängigkeit vom Effektivwert des Magnetisierungsstromes 1 der Drossel praktisch der Gleichung U = 1211 + 0,05 1 gehorcht, wobei der Kurvenverlauf unterhalb des Nenn stromes der Drossel von der genannten Funktion abwei chen kann, der Magnetisierungsstrom bei Nennspannung der Drossel (maximale Stufenspannung des Anzapftrans- formators) jedoch mindestens ein Viertel des Nennstro mes betragen muss. UNTERANSPRÜCHE 1.Elektrisches Wechselstromtriebfahrzeug nach Pa tentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Stromteilerdrosselspule das Verhältnis der Spulenlänge (l) zum mittleren Durchmesser (D) gleich oder kleiner als 1,5 und das Verhältnis der Spulenbreite (b) zum mittleren Durchmesser (D) gleich oder grösser als 0,2 ist. 2.Elektrisches Wechselstromtriebfahrzeug nach Pa tentanspruch oder Unteranspruch 1, dadurch gekenn zeichnet, dass das Verhältnis der aus dem inneren Spu- lenddurchmesser (D5) errechnete Spulenfläche (F,) zum effektiven Eisenquerschnitt (Fu) mindestens 2,0 beträgt.
Applications Claiming Priority (1)
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| DE1965B0080591 DE1299677B (de) | 1965-02-18 | 1965-02-18 | Stromteilerdrossel fuer die UEberbrueckung zweier benachbarter Anzapfungen eines Triebfahrzeug-Stufentransformators |
Publications (1)
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Family Applications (1)
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