Furnierpahetschere Die Erfindung bezieht sich auf eine Furnierpaket- schere mit Antrieb, mit beweglichen Schneidmessern, Arbeitstisch und Druckbalken, zum Aufteilen und Be- säumen von Furnierpaketen.
In der holzverarbeitenden Industrie sind drei Arten von Furnierscheren mit Schneidmesser bekannt. Hierzu zählt eine Furnierbandschere, die als sogenannte Fur- nierschere, Furnierstanze oder Klipper ausgebildet ist und ohne Druckbalken zum Aufteilen der als endlose Bänder anfallenden Schälfurniere Verwendung findet. Diese Schere dient gleichzeitig zum Ausschneiden von Fehlstellen im Furnier.
Ferner ist eine Furnierstapelschere bekannt, die zum Beschneiden der Ränder von getrockneten Stapeln von Messerfurnieren dient. Diese Vorrichtung arbeitet gleichfalls ohne Druckbalken. Beide Scherenarten wer den in Furnierwerken verwendet.
Letzlich ist eine Furnierpaketschere, die im Gegen satz zu den anderen Vorrichtungen mit Druckbalken arbeitet, bekannt. Mit dieser Furnierpaketschere wird das Aufteilen und Besäumen von Furnierpaketen vorge nommen. Derartige Scheren arbeiten mit grosser Ge nauigkeit. Die letzlich genannte Furnierpaketschere wird in Möbelfabriken, Werkstätten oder dergleichen einge setzt.
Bei allen vorgenannten Vorrichtungsarten wird ein langes Furniermesser verwendet, das an seiner einen Seite eine angeschliffene Fase besitzt. Die Wirkung die ser Messerfase besteht darin, dass das der Fase zuge kehrte Furnierteilstück nach dem Schnitt eine schräg und das der Fase abgekehrte Teilstück eine gerade Kante aufweist.
Da die Teilstücke in den meisten Fällen nach dem Schnitt wieder zu grösseren Furnierblättern zusammen gesetzt (gefügt) werden und demzufolge fügbare, recht winklig zur Hauptebene des Furniers verlaufende Kan ten erforderlich sind, muss jeder Schnitt praktisch zwei mal durchgeführt werden.
Dieses lässt sich an der gleichen Maschine nur dann bewerkstelligen, wenn das Teilstück mit der schrägen Kante nach dem ersten Schnitt um 180 gedreht wird, ein Verfahren, das viel Zeit erfordert und einen konti nuierlichen Materialfluss unterbricht.
Es ist demzufolge auf dem Gebiet der Furnierband- scheren eine Vorrichtung bekanntgeworden, mit der an beiden, durch den Schnitt entstehenden Teilstücken füg- bare Kanten in einem Arbeitsgang erzeugt werden. Zu diesem Zweck besitzt die Furnierbandschere zwei mitein ander verbundene Obermesser, deren Fasen unmittel bar aneinanderstossen. Weiterhin weist die bekannte Vorrichtung zwei in gleicher Höhe im Abstand der parallelen Flächen der Obermesser nebeneinanderlie- gende Untermesser.
Nach einer besonderen Ausfüh rungsform ist es auch möglich, das Obermesser aus einem Stück mit eingeschliffener Fasennute herzustellen.
Derartige Furnierbandscheren sind für Furnierpakete wegen zu grossen Abfalls sowie Verklemmung der Fur- nierstreifen in dem Doppelmesser nicht anwendbar.
Es ist ferner auf dem Gebiet der Furnierstapelsche- ren eine Ausführungsart bekanntgeworden, bei der statt der bisher verwendeten vier Stapelscheren zum Be schneiden der vier Ränder von getrockneten Messerfur- nierstapeln nur zwei Scheren anzuwenden sind. An die sen beiden Scheren sind jedoch jeweils zwei Schneid messer angeordnet, die gleichzeitig beispielsweise eine Vorder- und eine Hinterkante von zwei Furnierstapeln beschneiden. Hierdurch soll die Arbeitszeit und die Zahl der eingesetzten Furnierscheren herabgesetzt werden.
Die vorbeschriebene Ausführung ist aus verschiede nen Gründen für die Zwecke des Aufteilens und Besäu- mens von Furnierpaketen in der Möbelindustrie nicht verwendbar.
Bei der Anordnung dieser Ausführung ist nämlich nur an einen gleichzeitigen Einsatz beider Messer ge dacht. Das gleichzeitige Besäumen beider Seiten eines Furnierpaketes ist, da die beiden Messerfasen einander zugekehrt sind und beim Schnitt an beiden Seiten schräge, nicht fügbare Kanten erzeugen würden, nicht möglich.
Zum Besäumen von verschieden breiten Paketen würde eine Verstellung des Messerabstands erforderlich sein, die aber wegen der hohen Schnittkräfte konstruktiv aufwendig und teuer wird.
Zum Aufteilen eines Furnierpaketes müssten die beiden Messer wiederum sehr nahe zusammenschiebbar sein. Dennoch würde ein Furnierpaket-Streifen von der Breite der doppelten Messerdicke bei jedem Schnitt ver lorengehen. Die Furnierstreifen würden sich ferner zwi schen den beiden Messerfasen verklemmen und somit die Schnittleistung der Maschine herabsetzen. Die An bringung und eventuelle Verschiebung von Druckbalken ist in der Anordnung nicht vorgesehen.
Ein gleichzeitiges Besäumen einer Vorder- und einer Hinterkante zweier verschiedener Furnierpakete ist in der Möbelindustrie wegen der weit grösseren Genauig keitsansprüche und der dann erforderlichen zwei Druck balken mit der beschriebenen Ausführung nicht durch führbar.
Beim Aufteilen und Besäumen von Furnierpaketen in der Möbelindustrie wird das Schneidgut durch einen hinter dem Messer liegenden Druckbalken von oben auf den Maschinentisch gepresst und anschliessend be schnitten. Dabei ist es nachteilig anzusehen, dass bei den bekannten Furnierpaketscheren, um zwei gegenüberlie <I>gende</I> fügbare Kanten zu erhalten, das Paket nach dem ersten Schnitt um 180 gedreht werden muss.
Die dem Bedienungsmann zugekehrte Messerfase bewirkt, dass nach jedem Schnitt nur der hintere der beiden durch den Schnitt entstehenden Paketteile eine fügbare rechtwink lig zur Hauptebene verlaufende Kante aufweist. Durch das Umdrehen der Pakete ergibt sich aber ein Mehrauf wand an Arbeitszeit, der die Herstellungskosten erhöht. Ausserdem besteht noch die Gefahr, dass die einzelnen Lagen des Furnierpaketes beim Wenden verrutschen, so dass in einem Paket Furnierblätter unterschiedlicher Grösse entstehen können.
Bei den vorgenannten Furnierpaketscheren ge schieht das Einlegen und Herausnehmen der Furnierpa- kete auf derselben Seite. Hierdurch ergeben sich hohe Nebenzeiten, und ein kontinuierlicher Materialfluss während des Arbeitsablaufes wird erschwert.
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, auf dem Gebiet der Furnierpaketscheren eine weitere Aus- führungsart zu offenbaren, bei der die aufgezeigten Mängel beseitigt sind.
Zu diesem Zweck ist der Gegen stand der Erfindung gekennzeichnet durch zwei einzeln oder gemeinsam auf- und abbewegliche Schneidmesser mit nach entgegengesetzten Richtungen weisenden Fasen und einem mittig angeordneten oder zwei ausser- halb der beiden Messer liegenden Druckbalken.
Zwei Ausführungsbeispiele des erfindungsgemässen Gegenstands sind. in den Zeichnungen dargestellt; es zei gen: Fig. 1 eine Furnierpaketschere, teilweise im Schnitt, mit zwei den Messern angeordneten Druckbalken.
Fig. 2 eine Furnierpaketschere nach Fig. 1, bei der die Fasern der Messer nach innen zeigen und die Druck balken aussen angeordnet sind.
Gemäss Fig. 1 zeigt die erfindungsgemässe Furnier paketschere zwei unabhängig voneinander einsetzbare Messer 1, 2 deren Fasen 1', 2' nach entgegengesetzten Richtungen weisen. Da jeweils derjenige Teil des einge brachten Furnierpaketes 3, der die fügbare, winkelrechte Kante erhält, mit dem Druckbalken 4 in seiner Lage fixiert werden muss, sind die Messer 1, 2 so anzuordnen, dass die Fase 1' des vorderen Messers 1 nach vorn und die Fase 2' des hinteren Messers 2 nach hinten weist.
Durch diese Lage der beiden Messer 1, 2 ist nur ein in der Mitte angebrachter Druckbalken 4 erforderlich.
Die Messer 1, 2 werden über an sich bekannte Kupplungen, die nicht näher beschrieben sind, einzeln, oder, wenn die geforderte Paketbreite dem Abstand der Messer 1, 2 gerade entspricht und die Motorleistung ausreicht, gemeinsam von nur einem Motor angetrieben. Falls aus einem Furnierpaket 3 mehrere schmalere Pakete mit beiderseits fügbaren Kanten geschnitten wer den sollen, ist der Arbeitsablauf der erfindungsgemässen Furnierpaketschere wie folgt: Das Paket wird auf den Arbeitstisch 5 gelegt und so weit eingeschoben, bis die vom Bedienungsmann ge sehene hintere Kante mit der vorgesehenen Schnittlinie unter der Schneide des hinteren Messers 2 liegt.
Nach dem Anpressen mittels Druckbalken 4 erfolgt nunmehr der erste Schnitt. Das Furnierpaket 3 weist an seiner hinteren Seite nunmehr eine fügbare Kante auf. An- schliessend wird das Paket 3, ohne es zu wenden, so weit parallel zur Schnittkante verschoben, und zwar je nach Paketbreite und Abstand der Messer 1, 2 vorgeholt oder nachgeschoben, bis die Schnittlinie für den zweiten Schnitt unter der Schneide des vorderen Messers 1 liegt.
Nach dem Anpressen und dem zweiten Schnitt ist das erste Teilpaket fertig besäumt. Das Restpaket wird nachgeschoben, bis die dritte Schnittlinie wieder unter dem hinteren Messer 2 liegt, und der Prozess beginnt von neuem.
Der Arbeitstisch 5 ist mit mechanisch angetriebenen synchron laufenden Anschlägen, Förderbändern und -rollen versehen, die so angeordnet sind, dass das Schneidgut in die Maschine eingefahren und nach jedem Schnitt um eine gewünschte Strecke vorwärts oder rück wärts weiterbewegt und nach dem letzten Schnitt nach hinten abtransportiert werden kann. Auf dem hinteren Teil des Arbeitstisches 5 ist ein an sich bekannter, motorisch oder manuell bewegbarer Parallelanschlag 7 angeordnet, der jedoch das eingelegte Furnierpaket 3 nur vorholen kann. Ein Durchlauf oder Abtransportie ren nach hinten wird durch diesen an sich bekannten Anschlag unterbunden.
Das Fördersystem im Arbeits- tisch 5 dagegen ist so ausgebildet, dass das Schneidgut in beiden Richtungen gefördert und über das hintere Ende des Tisches hinaus abtransportiert werden kann. Das Fördersystem der erfindungsgemässen Furnierpa- ketschere besteht aus den Parallelanschlägen 6, 7 und den Förderbändern 8, 9, wobei die Vorschubgeschwin- digkeit derselben 6, 7 und 8, 9 in beiden Richtungen ge nau gleich ist.
Um eine gleichmässige Geschwindigkeit bei allen Förderelementen zu gewährleisten, sind diese zweckmässig von einer gemeinsamen Welle aus antreib- bar. Das Einschieben mit dem vorderen Parallelanschlag ist besonders beim Schneiden mit dem hinteren Messer 2 vorteilhaft, um schnell zu einer zur Messerschneide parallelen Lage des Paketes 3 auf dem Arbeitstisch 5 zu kommen. Für besonders breite Furnierpakete 3 ist der vordere Anschlag 6 durch Umklappen um 90 um Ge lenke 10 an den Spindelmuttern 11 entgegen der Druck richtung des Furnierpakets 3 unter die Tischoberfläche versenkbar.
Der hintere Anschlag 7 klappt kurz vor sei ner Endstellung selbsttätig durch Schraubenkraft mit der Spindelmutter 11 um 90 um die Spindelachse 12 in eine unter dem Arbeitstisch 5 liegende Aussparung, wodurch der Abtransport des Schneidgutes über das Ende des Tisches 5 hinaus ermöglicht ist. Auf gleiche Weise klappt der Anschlag 7 bei Umkehr der Spindel- drehrichtung an derselben Stelle wieder in seine Aus gangsstellung zurück.
Am hinteren Ende des Arbeitstisches 5 ist eine aus Förderbändern und -rollen bestehende nicht dargestellte Winkelübergabe angeordnet, mit der die Furnierabfälle und fertig beschnittenen Furnierpakete 3 getrennt wer den. Neben oder anstelle der Winkelübergabe kann auch ein nicht dargestelltes Stapelgerät ein- oder angebaut werden. Zur Durchführung eines vollautomatischen Arbeitsprogramms ist die Maschine mit einer Pro grammsteuerung ausgerüstet.
Ein besonderer Vorteil der Erfindung gegenüber Be kanntem ist darin zu erblicken, dass durch den Einbau von zwei Furnierschneidmessern mit entgegengerichte- ten Fasen und einer automatischen Vorschubeinrichtung die Einzelwirkungen dieser Gegenstände erheblich ge steigert werden.
Ein weiterer Vorteil ist der, dass die erfindungsge- mässe Furnierpaketschere weitgehendst automatisch arbeitet, sich leicht in den Materialfluss einer modernen Fabrikation einfügen lässt und eine verstärkte Automa tionswirkung mit sich bringt.
Durch die Anordnung zweier Furnierschneidmesser wird ein erheblicher Teil an Arbeitszeit eingespart. Die mit dem Gegenstand der Erfindung erreichbaren kürze ren Material-Durchlaufzeiten wirken sich gewinnbrin gend auf die Herstellungskosten aus.
Durch die erfindungsgemässe Ausrüstung von Fur- nierpaketscheren grosser Schnittlänge wir der hier übli che zweite Bedienungsmann eingespart und das Unfall- Risiko erheblich vermindert.