Kupplung Die Erfindung bezieht sich auf eine Kupplung zum Verbinden von gegeneinander parallel verschobenen Wellen, mit deren Hilfe auch die Enden der einander gegenüberliegenden Wellen, die mit einem kleineren Abstand als der Radius irgendwelcher der Wellen ver schoben sind, in einer das Drehmoment übertragenden Weise verbunden werden können.
Eine in der Industrie oft vorkommende Aufgabe besteht darin, dass die Enden zwei solcher Wellen mit einander drehfest verbunden werden sollen, deren Mit tellinien einander parallel verlaufen, die Mittellinien jedoch nicht in dieselbe Linie fallen, sondern mitein ander verglichen in einem Abstand, der kleiner als der Radius der Wellen äst, verschoben sind.
Zur Lösung dieser Aufgabe ist keine der bisher bekannten und angewendeten Kupplungen vollständig geeignet. Bei dem einen bekannten Kupplungstyp ist eine aus elastischem, biegsamem Material angefertigte Scheibe mit beiden Wellenenden verbunden, welche Scheibe im Falle einer Mittellänienverschiebung und Winkelverschiebung kleinen Ausmasses fähig ist, das Drehmoment zu übergeben. An Stelle der elastischen Scheibe wird auch eine elastische Hülse aus biegsamem Material angewendet, in welche beide Wellenenden ein greifen. Der gemeinsame Fehler dieser Typen besteht darin, dass infolge der Dauerbelastung die Verbindungs scheibe oder Hülse nach verhältnismässig kurzer Betriebszeit schadhaft wird.
Das Material der Scheibe oder Hülse ist auf Wärmeeinwirkung empfindlich und einzelnen chemischen Stoffen, wie z. B. Öl, gegenüber nicht genügend widerstandsfähig. Im Verbindungsmate rial wird durch die ständige Deformationsarbeit Wärme erzeugt, was zur Folge hat, dass der Wirkungsgrad sol cher Kupplungen nicht zufriedenstellend genannt wer den kann. Die Scheibenausführung hat einen verhältnis- mässig grossen Raumbedarf.
Ein anderer bekannter Kupplungstyp ist die karda- nische Ausführung. Ihr Fehler ist, dass für ihre Anwen dung ein grosser Raum nötig ist. Auch ein solcher Kupplungstyp ist bekannt, bei welchem die auf das Ende der einen Welle montierten Zapfen in das entsprechende Loch der am Ende der anderen Welle befestigten, elastischen oder aus Leder verfertigten Büchsen eingreifen.
Sein Nachteil besteht in der relativ kurzen Lebensdauer des Büchsenmate rials, in der kleinen Widerstandsfähigkeit Wärme und chemischen Stoffen gegenüber sowie in der Wärme erzeugung infolge der Deformationsarbeit. Auch sein Wirkungsgrad entspricht nicht den, gegenwärtigen tech nischen Anforderungen.
Die Kupplungsausführungen, welche das Moment mittels elastischer, biegsamer Stoffe übertragen, sind infolge des nach relativ kurzer Zeit auftretenden Schad- haftwerdens nicht genügend betriebssicher und auch für die übertragung grosser Momente nicht geeignet.
Die bekannten Kupplungen sind für die Durchfüh rung besonderer Aufgaben, wie z. B. für den direkten Antrieb der Ausgangswelle durch ein Planetenrad oder durch Planetenräder bei Planetengetrieben, nicht geeig net.
Der Zweck der Erfindung ist die Herstellung einer solchen Kupplung, die für die übertragung grosser Momente bei jeder beliebigen Drehzahl geeignet ist, deren Wirkungsgrad den gegenwärtigen technischen Anforderungen in jeder Hinsicht entspricht, die in einen kleinen Raum eingebaut werden kann, grosse Betriebs sicherheit aufweist und der Wärmeeinwirkung sowie der Einwirkung chemischer Stoffe sehr gut widersteht.
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, dass sie auf der einen Welle längs des um die Mittel linie der Welle verlaufenden Kreises angeordnet drei oder mehr Bohrungen, in den Bohrungen mittels Gleit- oder Wälzlagerung gelagerte, verdrehbare Büchsen, in den Büchsen weitere, mit einer, der Mittellinienent- fernung der zu verbinden gewünschten beiden parallelen Wellen gleichen Exzentrizität ausgebildete Löcher,
und auf die andere Welle befestigte und in die Löcher der Büchsen eingreifende, in den Löchern verdrehbare Zapfen aufweist. Die Erfindung wird anhand des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erörtert.
Fig. 1 ist der Längsschnitt der erfindungsgemässen Kupplung.
Fig. 2 ist der Schnitt bzw. die Ansicht der Kupp lung nach Fig. 1 längs der Linie II II.
In die Bohrungen 3 der auf der Welle 1 befestigten Scheibe 2 sind die Büchsen 4 eingedrückt. Die Ausbil dung der Büchsen 4 ist der Ausbildung der äusseren Lagergehäuse der Rollenlager ähnlich, wo die innere Büchse 6 auf den Rollen 5 drehbar ist.
Die in den inneren Büchsen 6 angeordneten Rollen 7 dienen zur Führung und Halterung der in der Scheibe 9 befestigten Zapfen 10, welche Scheibe auf die Welle 8 montiert ist.
Der Mittelpunkt der zur Aufnahme der Zapfen 10 dienenden Bohrungen 11 ist im Verhältnis zum Mittel punkt der inneren Büchse 6 exzentrisch angeordnet. Das Mass der Exzentrizität e ist mit dem Abstand der Mittellinien der beiden zu verbinden gewünschten Wel lenenden voneinander identisch.
Die erfindungsgemässe Kupplung arbeitet in der Weise, dass mittels Drehung der Welle 1 oder 8 über die Zapfen 10 sich auch die andere Welle mit gleicher Drehzahl dreht. Während der Drehung der Wellen 1 und 8 verdrehen sich auch die inneren Büchsen 6 in der äusseren Büchse 4.
Die wichtigeren Vorteile der Kupplung sind die folgenden: Diese Kupplung enthält keine auf chemische Stoffe oder auf Wärmeeinwirkung empfindlichen Stoffarten, deshalb kann sie überall in einer, sämtlichen möglichen technischen Anforderungen entsprechenden Weise gut angewendet werden, wo die Kupplung einer grossen Wärmeeinwirkung oder chemischen Stoffen ausgesetzt ist. Praktisch ist sie auch zur Übertragung eines beliebig grossen Momentes geeignet. Während des Betriebes ent wickelt sich in dieser Kupplung kaum Wärme, deshalb ist ihr Wirkungsgrad gut.
Sie arbeitet betriebssicher, und zu ihrem Einbau ist bloss ein kleiner Raum nötig. Bei Planetengetrieben ist sie auch für den direkten Antrieb der Ausgangswelle von dem Planetenrad geeig net.
Die Erfindung ist nicht auf die Form der Bestand teile der beispielsweise erörterten Ausführung be schränkt. Der Schutzbereich der Erfindung ändert sich nicht, wenn diese Bestandteile durch anders ausgebil dete, aber ähnlich arbeitende und wirkende Bestand teile ersetzt werden. So können z. B. an Stelle des in der Zeichnung dargestellten Zapfens 10 und der dazu gehörenden Büchsen auch drei oder mehr Zapfen bzw. Büchsen angeordnet werden, an Stelle einer dem Rollen lager entsprechenden Konstruktionsausführung auch eine Vorrichtung mit Gleitlagerung oder mit teilweiser Gleitlagerung benützt werden usw.