Hilfsvorrichtung an einem Fadenknoter
Die Erfindung betrifft eine Hilfsvorrichtung an einem Fadenknoter, der ausser mit knotenbildenden Organen mit einem Hebel versehen ist, der nach der Knotenbildung zum Spannen der miteinander verknoteten Fäden dient, und bezweckt, durch die Schaffung dieser Hilfs- vorrichtung die Funktionssicherheit des Fadenknoters zu erhöhen. Dies ist namentlich dann von grosser Wichtigkeit, wenn der Fadenknoter in einer vollautomatischen Spulmaschine angeordnet ist. Bekannte Fadenknoter haben den Nachteil, dass immer wieder Fehlknüpfungen vorkommen, in dem Sinne, dass die an sich richtig miteinander verknoteten Fäden sich mit Teilen des Fadenknoters verwickeln, was zu Fadenbruch führt und einen neuen Knüpfvorgang nötig macht.
Die Hilfsvorrichtung nach der Erfindung vermeidet diesen Nachteil dadurch, dass sie ein Sperrorgan aufweist, das nach der Knotenbildung und dem Spannen der miteinander verknoteten Fäden eine Rückstellung des Spannhebels in seine Ausgangslage verhindert, solange die knotenbildenden Organe noch nicht in ihre Ausgangslage zurückgestellt worden sind.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes schematisch in drei Stellungen dargestellt, und zwar zeigt:
Fig. 1 die Ausgangsstellung des Fadenknoters mit der daran angebrachten Hilfsvorrichtung,
Fig. 2 die Stellung unmittelbar nach Ausführung des Knotens, und
Fig. 3 die Stellung unmittelbar vor Rückkehr in die Ausgangsstellung.
In der Zeichnung ist ein Fischerknoten herstellender Fadenknoter 1 bekannter Art, der z.B. in der britischen Patentschrift Nr. 830 383 ausführlich beschrieben ist, nur soweit dargestellt, als dies zum Verständnis der Funktion der an ihm angebrachten Hilfsvorrichtung 2 notwendig ist.
Der Fadenknoter 1 weist eine Seitenwand 3 auf, deren Rand mit zwei Einschnitten 4 und 5 versehen ist, in welche zwei miteinander zu verknotende Fäden 6 und 7 gelegt werden. Die Fäden 6 und 7 werden zugleich auch noch in zwei den Einschnitten 4 und 5 etwa gegenüberliegende Einschnitte einer zweiten, nicht dargestellten Seitenwand gelegt. Von den verschiedenen, zwischen den beiden Seitenwänden geordneten, knotenbildenden Or- ganen sind lediglich zwei Greifer 8 und 9 dargestellt, die als Winkelhebel ausgebildet und bei 10 bzw. 11 an der Seitenwand 3 schwenkbar gelagert sind.
Die Greifer 8 und 9 haben je einen längeren Hebelarm, dessen freies Ende ein zum Fassen des Fadens 6 bzw. 7 dienendes Maul 12 bzw. 13 aufweist, und je einen küzeren Hebelarm, dessen freies Ende mit einem Zapfen 14 bzw. 15 versehen ist, der in einen Schlitz 16 bzw. 17 einer sektorförmigen Antriebsscheibe 18 eingreift.
Die Antriebsscheibe 18 weist auch noch einen weiteren Schlitz 19 auf, in den ein Zapfen 20 eingreift, der am mittleren Teil eines Hebels 21 vorgesehen ist, weicher an einem Ende 22 an der Seitenv1and 3 schwenkbar gelagert und am anderen Ende 23 an einem Ende eines Koppelgliedes 24 angelenkt ist. Bei seinem anderen Ende ist das Koppelglied 24 mit einem Längsschlitz 25 versehen, in den ein Zapfen 26 eingreift, der an einem Spannhebel 27 angebracht ist.
Der Spannhebel 27, welcher bei 28 an der Seitenwand 3 schwenkbar gelagert und an seinem freien Ende mit einem Haken 29 versehen ist, steht unter dem Einfliuss einer Torsionsfeder 30, die bestrebt ist, ihn im Uhfzeigerdrehsinne von Fig. 1 zu verschwenken, um ihn nach Bildung eines Knotens < in die in dieser Figur gezeigte Ausgangslage zurückzubringen.
Die Antriebsscheibe 18, die bei 31 an der Seitenwand 3 schwenkbar gelagert und mit einem Betätigungs- hebel 32 fest verbunden ist, steht unter dem Einfluss einer Feder 33, welche bestrebt ist, sie im Gegenuhrzeigerdrehsinne von Fig. 1 zu verschwenken, wodurch sie ebenfalls wieder in die Ausgangslage kommt
Die am Fadenknoter 1 angebrachte Hilfsvorrichtung 2 weist einen Sperrhebel 34 auf, der bei 35 an der Seitenwand 3 schwenkbar gelagert ist und an einem seiner Enden mit einem Anschlaghaken 36 versehen ist, der mit einem am Spannhebel 27 auf nicht näher dargestellte Weise befestigten Gegenansohlag 37 zusammenarbeitet.
Der Sperrhebel 34 steht unter dem Einfluss einer Feder 38, die bestrebt ist, ihn im Uhrzeigerdrehsinne zu verschwenken. In der Ausgangslage kann der Sperrhebel
34 sich aber nicht verschwenken, weil ein Anschlag 39, der am Ende einer mit der Steuerscheibe 18 auf nicht dargestellte Weise fest verbundenen oder mit ihr und/ oder dem Betätigungshebel 32 aus einem Stück bestehen den Auslösehebels 40 auf das als Gegenanschlag 41 ausgebildete, dem Anschlaghaken 36 entgegengesetzte Ende des Sperrhebels 34 drückt, wodurch der Sperrhebel 34 an einem seitenwandfesten Anschlagnocken 42 festgehalten wird.
Alle anderen, nicht gezeigten knotenbildenden Organe des Fadenknoters 1, sowie Messer, die e zum Abschneiden der nach der Verknotung vorstehenden Enden der Fäden 6 und 7 dienen, sind lin bekannter Weise ausgebildet und mit dem Betätigungshebel 32 kinematisch verbunden.
Die dargestellte Anordnung unterscheidet sich von dem bekannten Fadenknoter lediglich durch die Hilfsvorrichtung 2, zu welcher die Teile 34-42, sowie der den Längsschlitz 25 aufweisenden Teil des Koppelgliedes 24 und die Feder 30 zu rechnen sind. Beim bekannten Fadenknoter ist nämlich der Sperrhebel 27 durch den Zapfen 26 spielfrei an das Kopplungsglied 24 angelenkt, so dass sich auch die Feder 30 erübrigt.
Wenn man in der Ausgangslage im Sinne des Pfeiles 43 auf den Betätigungshebel 32 drückt, so wird die Antriebsscheibe 18 verschwenkt, wodurch die Greifer 8 und 9 gegenläufig verschwenkt werden und dabei die Fäden 6 und 7 in ihren Mäulern 12 und 13 in die in Fig. 2 gezeigte Lage mitnehmen, in der sich diese Fäden kreuzen.
Durch die Verschwenkung des Betätigungshebels 32 werden auch die nicht gezeigten knotenbildenden Organe betätigt und entsprechend der dargestellten Form des Schlitzes 19 der Antriebsscheibe wird in der Endphase dieser Verschwenkung auch der Spannhebel 27 durch den Hebel 21 und das Koppelglied 24 in die Lage von Fig. 2 gebracht. Dabei fasst der Haken 29 den einen oder den anderen der beiden bereits miteinander verknoteten Fäden 6 und 7, wodurch dieselben gespannt und der Knoten festgezogen wird. Zugleich werden auch die nicht gezeigten Messer betätigt, um die vorsíehenden Fadenenden abzuschneiden.
Beim Loslassen des Betätigungshebels 32 würden in Ermangelung der Hilfsvorrichtung 2 nun sämtliche knotenbildende Organe, sowie die Messer und der Spannhebel 27 durch die Feder 33 gleichzeitig in die Ausgangslage zurückgestellt, wobei der Spannhebel 27 bereits lin der Anfangsphase dieser allgemeinen Rückstellbewegung seine Ausgangslage erreichen würde. Dieses rasche Zurückgehen des Spannhebels 27 kann aber zur Folge haben, dass die miteinander verknoteten Fäden 6 und 7 sich nicht von den knotenbildenden Organen und Messern lösen, sondern sich mit denselben verwickeln, und infolgedessen reissen, was ein neues Verknoten mit entsprechendem Zeitverlust notwendig macht In besonders schlimmen Fällen kann es sogar vorkommen, dass im Fadenknoter Fadentele verbleiben, welche dessen Funktion überhaupt verhindern, bis er nicht von denselben befreit worden ist.
Bei der dargestellten Anordnung gehen dagegen, zuerst alle knotenbildenden Organe und die Messer in die Ausgangslage zurück und erst ganz am Ende der allgemeinen Rückstellbewegung auch der Spannhebel 27, und zwar aus folgendem Grunde: Sobald man auf den Betätigungshebel 32 drückt, gibt der Anschlag 39 des Haltehebels 40 seinen Gegenanschlag 41 am Sperrhebel 34 frei, wobei letzterer aber zunächst noch durch Anschlagen des An schlagliakens 36 an dem mit dem Spannhebel 27 verbundenen Gegenanschlag 37 verhindert wird, der Kraft der Feder 38 zu folgen.
Wenn der Spannhebel 27 aber in der Endphase der Arbeitsbewegung des Betätigungs hebels 32 in die e Fadenspannlage nach Fig. 2 kommt, verklinkt sich der Haken 36 mit dem Gegenanschlag 37 und sperrt dadurch die Rückstellung des Spannhebels 27, der infolge des Längsschlitzes 25 des Kopplungsgliedes 24 nicht gezwungen rist, dessen Rückstellbewegung mitzumachen. Unmittelbar vor dem Ende der allgemeinen Rückstellbewegung befindet sich der Spannhebel 27 immer noch in seiner Spannlage, wie in Fig. 3 dargestellt ist.
Erst wenn der Anschlag 39 des Auslösehebels 40 auf den Gegenanschlag 41 des Sperrhebels 34 trifft, wird letzterer in seine Ausgangslage zurückgeschwenkt, so diass der Haken 36 den Gegenanschlag 37 freigibt, worauf die Feder 30 den Spannhebel 27 in seine Ausgangslage zurückbringt.
Versuche haben gezeigt, dass der Wirkungsgrad des Fadenknoters 1, nämlich das Verhältnis der gelungenen Knoten zu den geknüpften Knoten, durch das Anbringen der Hilfsvorrichtung 2 ausserordentlich erhöht wird.
Bei Benützung der Hilfsvorrichtung 2 ist es nur äusserst selten nötig, einen Knotvorgang wiederholen zu müssen, wobei dann wohl stets die Ursache in einem ohnehin vorhandenen Fadenfehler liegt.
Obwohl beim vorliegenden Ausführungsbeispiel ein Fadenknoter angenommen worden ist, der Fischerknoten herstellt, ist es klar, dass Hiifsvorrichtungen auch für Fadenknoter anderer Art vorgesehen werden können, welche ebenfalls mit einem Spannhebel versehen sind.