Gerät zum Einschiessen von Bolzen, Dübeln oder ähnlichen Befestigungs- bzw. Verankerungsteilen Die Erfindung betrifft ein Gerät zum direkten und indirekten Einschiessen von Bolzen, Dübeln oder ähn lichen Befestigungs- bzw. Verankerungsteilen in Bau werke oder Werkstücke.
Es ist bekannt, den Treibgasstoss unmittelbar oder unter Zwischenschaltung eines Treibkolbens (Döppers) auf das Befestigungselement wirken zu lassen. Ein ent scheidender Mangel bei den bekannten Bolzenschiess- und Eintreibgeräten besteht vor allem darin, dass sie nur eine der beiden Schiessarten zur Einbringung dei Bolzen bzw. Dübel oder dergleichen in die Bauwerke oder Bauteile zur Anwendung bringen können, je nach dem, nach welchem Schiessystem - direkter oder in direkter Schuss - das zur Benutzung vorhandene Gerät gebaut ist.
Ein weiterer Mangel der bekanten Geräte beider Schiessysteme ist, dass sie einschüssig sind, d.h. dass je der Schuss, Kartusche und Bolzen, einzeln geladen wer den muss und ein kontinuierliches Arbeiten mit optimaler Zeitausnutzung nicht möglich ist. Weiterhin ist bei den bekannten Geräten die Beseitigung von Zündversagern umständlich und zeitraubend.
Ein weiterer schwerwiegender Mangel bei den be kannten Geräten ist die notwendige Anordnung von Aus- ziehern für die abgeschossene Kartusche. Die bekannt gewordenen Auszieherkonstruktionen unterbrechen das Kartuschlager, um mit der Auszieherkralle- hinter den Kartuschrand treten zu können. Durch diese Unter brechung wird dieses höchstbeanspruchte Teil meist so geschwächt, dass der feste und gasdichte Verschluss in Frage gestellt, die Dauerfestigkeit herabgesetzt und hier durch die Gebrauchsdauer entscheidend gesenkt wird.
Es ist ein mehrschüssiges Gerät bekannt, dessen fest aber drehbar angeordnetes Trommelmagazin mit spe ziellen Patronen - Kartusche mit Dübel in einer Hülse - geladen werden muss. Dieses Gerät ist auch nur für ein Schiessystem eingerichtet. Die Entfernung von Ver sagern, das Reinigen und die Pflege bzw. Wartung des Gerätes ist umständlich und zeitraubend. Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, ein Gerät dahingehend weiterzuentwickeln und zu vervollkommen, dass die vorgenannten Mängel und Nachteile beseitigt werden, das Gerät beide Schiessysteme anzuwenden ge stattet und leicht und gefahrlos in der Handhabung so wie einfach in der Wartung ist.
Das wird erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass dieses Gerät aus einem Griffstück, einem Schiessystem für direktes Schiessen, einem Schiessystem für indirektes Schiessen und einem mehrschüssigen Wechselmagazin besteht und diese Teile leicht wechselbar angeordnet mit einer Bajonettkupplung verbindbar sind. Hierdurch wird die universelle Verwendbarkeit des Gerätes vor allem in der Bauindustrie mit ihren sehr oft wechselnden Forde rungen gewährleistet und ein zügiges Arbeiten mit hoher Arbeitsproduktivität erreicht.
Vorzugsweise ist das Magazin wechselbar in einem Magazinlager der Schiessysteme gelagert und durch einen unter Federdruck stehenden Stift in Spannbereitschafts lage angeordnet. Durch Verwendung von mehreren Ma gazinen ist ein schnelles, leichtes Laden und hierdurch ein zügiges Arbeiten mit dem Gerät ermöglicht.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Er findungsgegenstandes dargestellt, das im folgenden nähe beschrieben wird.
Es zeigen: Fig. 1 das Gerät mit seinen vier Hauptteilen - dem Griffstück, das Magazin, dem Schiessystem für direktes Schiessen (mit Splitterschutz) und dem Schiessystem für indirektes Schiessen, Fig. 2 die Kombination als direktschiessendes Gerät im ungespannten, ungeladenen und unbestückten Zu stand im Längsmittelschnitt, Fig. 3 die Kombination als indirektschienendes Ge rät im gespannten, geladenen und bestückten Zustand im Längsmittelschnitt,
Fig. 4 die Kombination als direktschiessendes Gerät im gespannten, geladenen und bestückten Zustand im Längsmittelschnitt, Fig. 5 Teillängsschnitt der Magazinlagerung in umge spannten Zustand, Fig. 6 Teillängsschnitt der Magazinlagerung in ge spannten Zustand, Fig. 7 Teillängsschnitt der Bajonettkupplung bei voll ständig vollzogener Verriegelung, Fig. 8 Teillängsschnitt der Bajonettkupplung bei un vollständig vollzogener Verriegelung,
Fig. 9 Querschnitt durch Magazinlagerung und Ma gazin.
Ein Griffstück 1 enthält die an sich bekannten Spann-, Abzugs-, Zünd- und Sicherungselemente und ist an seiner dem Lauf zugewendeten Seite als Aufnahme 2 für das ein Magazin 3 aufnehmende Magazinlager 4 ausgebildet. Diese Aufnahme 2 und das Magazinlager 4 sind als Bajonettverschluss ausgebildet und wird durch die Raste 5 kraftschlüssig fixiert. (Fig. 2).
Das Schussystem 11 für direktes Schiessen (Fig. 1 und 2) setzt sich wie folgt zusammen: ein Lauf 6 mit Splitterschutz 7 ist an seiner dem Griffstück 1 zugewen deten Seite mit einer Laufführung 8 und mit derselben im Magazinlager 4 zweckentsprechend - z.B. durch Ge winde - befestigt. Die Laufführung 8 dient gleichzeitig als Anlage für eine Splitterschutzfeder 9 und eine Lauf vorholfeder 10 (Fig. 2).
Das Schussystem 15 für indirektes Schiessen (Fig. 1 und 3) setzt sich aus den an sich bekannten Teilen, wie einer Döpperführungshülse 12 mit einem Döpper 13 und einem Handschutz 14 zusammen und ist mit dem Ma- gazinlager 4 - z.B. durch Gewinde - verbunden (Fig. 3).
Nach Niederdrücken der Raste 5 lässt sich der Bajo- nettverschluss in bekannter Weise lösen und das Schuss- system vom Griffstück I abnehmen sowie das mit den Kartuschen geladene Magazin 3 in das am Schussystem befindliche Magazinlager 4 einführen bzw. das herge schossene entnehmen und ein leichtes und schnelles Wechseln der je nach Werkstoff- und Ausführungsart der zu beschiessenden Bauteile notwendigen/erforderli- chen/möglichen Einschiess- bzw.
Eintreibart verwendbare Schussystem wieder ansetzen.
Das Laden, Entladen, Enthülsen und die Beseitigung von eventuellen Versagerkartuschen kann hierdurch leicht und schnell ausserhalb des Gerätes in bekannter Weise erfolgen (Fig. 1).
Die Ausbildung des Magazins 3, der Aufnahme 2 und des Magazinlagers 4 gewährleisten eine leicht dreh bare Lagerung des Magazins 3 im Magazinlager 4. Der im Magazin 3 angeordnete Federstift 16, der unter dem Druck der Feder 17 stehend über die Stirnfläche 3' des Magazins 3 herausragt, drückt bei zusammengekuppeltem Gerät einen Verschluss 18 in Richtung Griffstück 1 und damit einen Verschlusskonus 18' aus dem Drehbereich des Magazins 3 (Fig. 5).
Die Ausbildung des Magazins 3 und der Laufführung 8 beim Schiessystem für direktes Schiessen 11 ermög licht beim Andrücken des Splitterschutzes 7 auf/an den zu beschiessenden Bauteil den Eintritt des entsprechend ausgebildeten Laufendes 6' des Laufes 6 in zentrisch zum Kanuschlager 3" angeordnete Aussparungen 3"'. Durch weiteres Andrücken des Gerätes bewegt sich der Verschluss 18 in der Aufnahme 2 soweit in Schiessrich- tung, bis der Verschlusskonus 18 am Verschluss 18 in die ihm zugeordnete konische Aussparung 3"' fest anliegt. Hierdurch wird das Magazin 3 gegen jede radiale Ver drehung während der Abgabe des Schusses fixiert.
Eine weitere Wirkung dieses Ineinandergreifens des Laufendes 6 in die Aussparung 3"' und des Verschluss- konusses 18' in die konische Aussparung 3"" ist die zielgerichtete Verbindung der Bewegungsrichtung von Schlagbolzen 19 - Kartuschlager 3" und Laufbohrung 6" hergestellt und gleichzeitig der kleinstmögliche Explo sionsraum 3a mit optimaler Wirkung bzw. Ausnutzung der Treibgasenergie gesichert.
Beim Schussystem für indirektes Schiessen ist die Magazinausführung die gleiche wie beim direkten Schuss- system.
Anstelle des Laufendes 6' dichtet das Döpperende 13' unter dem federnden Druck der dem Bolzen oder Dübel durch die parabolischen Haltestifte 25 verliehen werden, die Magazinstirnfläche 3d den Explosionsraum 3a ab.
Die Wirkungen der vorstehend beschriebenen erfin- dungsgemässen Funktionsteile sind dieselben wie beim Schiessystem für den direkten Schuss beschrieben.
Durch die düsenförmige Ausbildung der Austritts öffnung 3b des Explosionsraumes 3a zur Laufbohrung 6" oder zur Döpperführungshülse 12 hin ist weiterhin der verlustlose Austritt der Treibgase auf Dübel oder Bol zen gewährleistet (Fig. 3).
Die Transport- bzw. Drehbewegung des Magazins 3 erfolgt mittels eines Transportstiftes 20, der unter Feder druck stehend in ihm angepasste und zweckentsprechend ausgebildete Rasten 3c, die am Umfang des Magazins 3 eingearbeitet sind, eingreift und durch seitliches Drehen dasselbe nach einer Richtung hin bewirkt (Fig. 9). Im Magazinlager 4 ist ein entsprechend gestalteter Führungs schlitz für den Transportstift angeordnet, der einen Weg desselben der Anzahl der im Magazin 3 angeordneten Kartuschlagers 3" entsprechend gestattet, z.B. bei 6- schüssigem Magazin = 60 usw.
Ein drehbeweglicher Schutzring 21 besitzt zu diesem Zweck eine Durchtritts- öffnung bzw. Bohrung für den Transportstift 20 und deckt den Führungsschlitz im Magazinlager 4 ab. Die Raste 5 ist so ausgebildet und angeordnet, dass sie nur bei vollkommen geschlossenem Bajonettverschluss ein rastet und beim Spannen des Gerätes in die ihr zuge ordnete im Griffstück 1 eingearbeitete Nute 1' eintreten kann (Fig. 7).
Bei nicht vollkommen geschlossenem Bajonettver- schluss steht die Raste 5 mit ihrem griffstückseitigen Ende zu tief, so dass das Griffstück 1 beim Spannvorgang bei Einleitung des Schiessvorganges - an die Raste 3 anstösst (Fig. 8) und den zum Spannen der Abzugsein richtung notwendigen Weg x (Fig. 7) = x' x" (Fig. 2) nicht zurücklegen kann, das Gerät bleibt schussunfähig, da der Abzug 22 nicht unter die Abzugstange 23 zur Funktion treten kann.