CH436912A - Verfahren zum Erzeugen oder Fertigbearbeiten eines Aussengewindes an einem stangenförmigen Werkstück und Werkzeugmaschine zur Ausführung des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zum Erzeugen oder Fertigbearbeiten eines Aussengewindes an einem stangenförmigen Werkstück und Werkzeugmaschine zur Ausführung des VerfahrensInfo
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Description
Verfahren zum Erzeugen oder Fertigbearbeiten eines Aussengewindes an einem stangenförmigen Werkstück und Werkzeugmaschine zur Ausführung des Verfahrens Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erzeugen oder Fertigbearbeiten eines Aussengewindes an einem stangenförmigen Werkstück mittels einer Werkzeug maschine mit. spanendem Werkzeug, wobei das Werk stück zusammen mit einer koaxial zu demselben ange ordneten Leitspindel rotiert und gleichzeitig axial ver schoben und dabei an dem in die Mantelfläche des Werkstückes eingreifenden Werkzeug vorbeigeführt wird.
Das erfindungsgemässe Verfahren ist dadurch ge kennzeichnet, dass das Werkzeug zuerst zum Eingreifen in das Gewinde der Leitspindel, die durch ein während der Arbeit stillstehendes Mutterschloss an der Werk zeugmaschine läuft, gebracht wird, und dass die Ver schiebung des Werkstückes und der Leitspindel in der Richtung vom Werkzeug zum Mutterschloss erfolgt, so dass nach dem Erzeugen bzw. Fertigbearbeiten eines Teiles des Gewindes dieser Teil durch das Mutter schloss läuft,, um selbst als Leitspindel zu dienen.
Die Erfindung betrifft weiter eine Werkzeugma schine zur Durchführung dieses Verfahrens, die ein rotierend antreibbares spanendes Werkzeug und ein relativ dazu verstellbares Mutterschloss für eine ro tierend antreibbare Leitspindel hat, die mit einer Vor richtung zur koaxialen Kupplung mit dem stangen- förmigen Werkstück versehen ist. Die erfindungsgemässe Werkzeugmaschine ist gekennzeichnet durch Organe, die das Werkstück, nachdem ein Teil desselben durch das Werkzeug mit Gewinde versehen worden ist, durch das Mutterschloss schrauben, zum Zwecke, das Werk stück dabei als Leitspindel zu verwenden.
Ein wesentlicher Vorteil der Erfindung besteht darin, dass Werkstücke unbegrenzter Länge in der Maschine behandelt werden .können, und trotzdem ist die Maschine kürzer als vorher bekannte Werkzeugmaschinen zum kontinuierlichen Fräsen von Aussengewinden an stan- genförmigen Werkstücken. -Besonders grosse Genauig keit wird ausserdem erhalten.
In der Zeichnung ist eine erfindungsgemässe Werk zeugmaschine zur Ausführung des erfindungsgemässen Verfahrens beispielsweise dargestellt. Im Zusammen hang damit, wird auch das erfindungsgemässe Ver fahren beispielsweise erläutert.
Es zeigen: Fig. 1 eine Vorderansicht einer Werkzeugmaschine, Fig. 2 eine teilweise in Längsschnitt gezeigte Vor deransicht der Teile der Maschine, in deren Nähe das Gewinde geschnitten (gefräst) wird, Fig. 3 einen Querschnitt nach der Line III-III in Fig. 2, welcher insbesondere eine Abgratvorrichtung zeigt, Fig. 4 einen Querschnitt nach der Line IV-IV in Fig.
2, welcher insbesondere eine Spülvorrichtung zeigt, Fig. 5 einen Längsschnitt durch eine Vorrichtung zur axialen Zusammenkupplung der Leitspindel der Maschine mit dem Werkstück, das mit Gewinde ver sehen werden soll, Fig. 6 einen ähnlichen Längsschnitt durch die Kupplungsvorrichtung nach der Linie VI-VI in Fig. 5 und Fig. 7 eine Stirnansicht der Leitspindel, von links aus gesehen in Fig. 5.
In einer senkrechten Führung 1 am Maschinengestell 2 ist durch eine mit einer Kurbel 3 versehene Leit- spindel 4 ein Schlitten 5 mit einem relativ zu ihm in einer Vertikalebene drehbaren Getriebegehäuse 6 ver' schiebbar, an welchem ein Elektromotor befestigt ist. An der Unterseite des Getriebegehäuses 6 ist ein Spin- delgehäuse 9 mit einer von dem Motor 7 getriebenen Arbeitsspindel 10 um einen Zapfen 8 drehbar ange ordnet. An einem Ende der Spindel 10 ist ein spanab hebendes Werkzeug, z. B. ein Fräser 11, angebracht.
An einer waagrechten Führung 12 ist ein Querschlitten 15 mittels einer mit einer Kurbel 13 versehenen Leit- spindel 14 quer zur Führung 1 verschiebbar. Dieser Querschlitten 15 trägt einen in der Längsrichtung der Maschine durch eine mit einer Kurbel 16 versehene Leitspindel 17 verschiebbaren Schlitten 18. Dieser trägt seinerseits eine Stützlagerung 19 für das stangenförmige Werkstück 20, in welches mit dem Fräser 11 ein Au ssengewinde geschnitten werden soll.
Der Schlitten 18 trägt auch ein Abgratwerkzeug 21 und auf einer Trag konsole 22 auch eine Vorrichtung 23 zum Spülen und gegebenenfalls auch zum Abbürsten von am Werkstück anhaftenden Metallspänen sowie ein Schlossgehäuse 24, in welchem ein Mutterschloss für eine zur Maschine gehörende Leitspindel 2'5 angeordnet ist. An ein Ende derselben kann das Werkstück 20 mittels einer weiter unten näher beschriebenen Vorrichtung (Fig. 2) ,axial angekuppelt werden. Das andere Ende der Leitspindel 25 ist von einem Spindelstock 27 getragen, der auf Rollen 28 an einer in der Längsrichtung der Maschine sich erstreckenden Führung 29 verschiebbar ist.
Diese besteht aus zwei parallelen, von Stützbeinen 30 ge tragenen und am Schlitten 15 befestigten Tragschienen 31, beispielsweise Röhren. Die Leitspindel 25 ist an ein Schaltgetriebe 32 gekuppelt, das über einen stufen losen Variator 33 von einem elektrischen Motor 34 getrieben wird. Dieser wie auch der Variator 33 und das Schaltgetriebe 32 werden vom Spindelstock 27 getragen.
Die Vorrichtung zur axialen Zusammenkupplung des Werkstückes 20 mit der Leitspindel 25 hat einen durch letztere axial hindurchgehenden Spannbolzen 35, der an einem Ende mit einem Kopf 36 versehen ist, welcher in das Gehäuse des Schaltgetriebes 32 hinein geführt werden kann, um von diesem Getriebe ,ange trieben zu werden. Der Spannbolzen 35 ist am anderen Ende mit einem Schraubengewinde 37 versehen. Dieses Ende wird zur Verbindung mit dem Werkstück in eine mit entsprechendem Muttergewinde versehene, axiale Bohrung 38 eines zu einem Zentrierzapfen 39 geformten Endes des Werkstückes geschraubt, wie Fig. 5 zeigt.
Dieses Ende des Werkstückes ist mit einer querver laufenden Nut 40 versehen, der eine ähnliche quer verlaufende Nut 41 in dem mit ihm zu verbindenden Ende der Leitspindel 25 zugeordnet ist. In diese Nuten 40, 41 ist ein Keil 42 einführbar, durch den der Spann bolzen 35 frei hindurch geführt ist. Beim Anziehen des Spannbolzens wird das Werkstück 20 mit der Leit- spindel 25 axial gekuppelt und dadurch gezwungen, sich mit derselben zu drehen.
Das in dem Schlossgehäuse 24 angeordnete Mutter schloss besteht aus zwei Hülsen 45, 46, die mit einem dem Gewinde 43 der Leitspindel 25 entsprechenden Innengewinde 44 versehen und an entgegengesetzten Enden des Schlossgehäuses 24 in dieses einschraubbar sind. Die Hülse 46 ist mittels einer Gegenmutter 47 in einer wählbaren axialen Stellung relativ zur anderen Hülse 45 festklemmbar, so dass ein eventuell vorhande nes axiales Spiel zwischen der Leitspindel 25 und dem Mutterschloss beseitigt werden kann.
Die Vorrichtung zum Wegspülen von ,an dem Ar beitsstück anhaftenden Metallspänen besteht, wie in Fig. 2 und 4 gezeigt ist, aus einer die Leitspindel 25 bzw. das Werkstück umschliessenden Ringkammer 48 in einem Spülgehäuse 49, an das eine Zuleitung '50 und eine Ableitung 51 für die Spülflüssigkeit angeschlossen sind. Auf der Konsole 22 ist ausserdem eine Aufnahme schüssel 52 für Spülflüssigkeit, die gegebenenfalls längs des Schraubengewindes 43 aus dem .Spülgehäuse 49 an dessen Enden axial herausgedrängt wird, angeordnet.
Nachdem das Werkstück 20 an die Leitspindel 25 und diese ihrerseits - nachdem sie durch die Spülvor richtung 23 und das Schlossgehäuse 24 geführt worden ist, - an das Schaltgetriebe 32 gekuppelt wurde, wird die Spindel 10 mit dem Fräser 11 so eingestellt, dass sie in das Schraubengewinde 43 nahe an der Kupplungs vorrichtung 26 eingreift. Wenn danach die Motoren 7 und 34 gestartet werden, schraubt sich die Leit spindel 25 durch das Muttergehäuse 24 rechts nach Fig. 1 und 2 und nimmt das Werkstück 20 mit, wobei mittels des rotierenden Fräsers 11 ein Aussengewinde in dem Werkstück geschnitten wird. Etwaige zurück bleibende Grate werden mit dem Abgratwerkzeug 21 beseitigt.
In der Spülkammer 48 wird das gebildete Gewinde des Werkstückes 20 reingespült, wenn das selbe in das Spülgehäuse 49 gelangt. Das mit dem Aussengewinde versehene Werkstück 20 dient, wenn es das Mutterschloss 24 erreicht hat, als Verlängerung der Leitspindel.
Es ist also offenbar, dass Aussengewinde in be liebig lange Werkstücke 20 geschnitten werden können, auch wenn die Leitspindel 25 verhältnismässig kurz ist.
Mit der Maschine können Gewindespindeln und dergleichen mit einem, zwei oder mehreren Gewinde anfängen gefräst werden. Wenn Gewindespindeln mit mehreren Gewindeanfängen gefräst werden sollen, braucht die Leitspindel 25 nur mit einem einzigen Gewinde versehen zu sein, wenn am Spindelstock 27 ein Teilkopf angebracht ist, mit welchem die Leit- spindel 25 und dadurch auch das Arbeitsstück 20 einen beabsichtigten Teil einer Umdrehung gedreht werden können.
Die Leitspindel 25 soll dann (nahe der Kupplungsvorrichtung 26) auch mit einer periphe- rielen Nut (nicht gezeigt) versehen sein, die als Freilauf für den Fräser 11 dient, so dass die Leitspindel, wenn der Fräser sich in dieser Nut befindet, in, die neue Arbeitsstellung gedreht werden kann. Die Hülsen 45, 46 des Mutterschlosses müssen natürlich dem Gewinde 43 der Leitspindel 25 entsprechende Gewinderillen, Führungsstifte oder ähnliche in dieses Gewinde ein greifende Führungsorgane aufweisen.
Die gezeigte und beschriebene Werkzeugmaschine ist nur als ein Beispiel zu betrachten und die ver schiedenen Teile der Maschine .können baulich .auf verschiedene Art im Rahmen der Erfindung verändert werden. Der Fräser 11 kann durch ein anderes ge eignetes Werkzeug ersetzt sein. Beispielsweise kann er durch eine Schleifscheibe ersetzt sein, und die Maschine kann dann zum Schleifen eines schon geschnittenen Aussengewindes verwendet werden. In dem Spülgehäuse kann gegebenenfalls auch eine Bürste zum Reinbürsten des Gewindes angebracht sein.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCHI Verfahren zum Erzeugen oder Fertigbearbeiten ei nes Aussengewindes an einem stangenförmigen Werk stück mittels einer Werkzeugmaschine mit spanendem Werkzeug, wobei das Werkstück zusammen mit einer koaxial zu demselben angeordneten Leitspindel rotiert und gleichzeitig axial verschoben und dabei an dem in die Mantelfläche des Werkstückes eingreifenden Werk zeug vorbeigeführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeug (11) zuerst zum Eingreifen in das Ge winde (43) der Leitspindel (25),die durch ein wäh rend der Arbeit stillstehendes Mutterschloss (24) an der Werkzeugmaschine läuft, gebracht wird, und dass die Verschiebung des Werkstückes (20) und der Leit- spindel in der Richtung vom Werkzeug zum Mutter schloss erfolgt, so dass nach dem Erzeugen bzw. Fertig bearbeiten eines Teiles des Gewindes dieser Teil durch das Mutterschloss läuft, um selbst als Leitspindel zu die nen. UNTERANSPRUCH 1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass das mit dem Aussengewinde ver sehene Werkstück (20), bevor es durch das Mutter schloss (24) läuft, von anhaftenden Metallspänen oder Schleifrückständen reingespült und/oder gebürstet wird.PATENTANSPRUCH II Werkzeugmaschine zur Durchführung des Verfah rens nach Patentanspruch I, mit einem rotierend an- treibbaren, spanenden Werkzeug und einem relativ dazu verstellbaren Mutterschloss für eine rotierend an- treibbare Leitspindel, die mit einer Vorrichtung zur koaxialen Kupplung mit dem stangenförmigen Werk stück versehen ist, gekennzeichnet durch Organe (32, 33, 34), die das Werkstück, nachdem ein Teil des selben durch das Werkzeug (11) mit Gewinde (43) versehen worden ist, durch das Mutterschloss schrau ben, zum Zwecke,das Werkstück dabei als Leitspindel zu verwenden. UNTERANSPRÜCHE 2. Werkzeugmaschine nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass zwischen dem Werkzeug (11) und dem Mutterschloss eine Vorrichtung zum Ab spülen und/oder Abbürsten von Metallspänen oder Schleifrückstand von dem Schraubengewinde des Werk stückes (20) angebracht ist. 3. Werkzeugmaschine nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass das dem Werkstück (20) .abgewandte Ende der Leitspindel (25) von einem Spin delstock (27) getragen ist, der in einer Führung (31) verschiebbar und mit einer Antriebsvorrichtung (32, 33, 34) für die Leitspindel (25) versehen ist. 4.Werkzeugmaschine nach Unteranspruch 3, da durch gekennzeichnet, dass die Antriebsvorrichtung ei nen stufenlosen Variator (33) enthält. 5. Werkzeugmaschine nach Unteranspruch 2, da durch gekennzeichnet, dass das Mutterschloss (24) aus zwei in bezug auf einander ,axial einstellbaren, mit dem Gewinde der Leitspindel (25) entsprechenden In nengewinde versehenen Hülsen (45, 46) besteht. 6. Werkzeugmaschine nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass das Mutterschloss in einem Schlossgehäuse (24) auf einem Schlitten (18) an der Maschine auswechselbar angebracht ist.PATENTANSPRUCH III Stangenförmiges Werkstück mit Aussengewinde, her gestellt oder fertigbearbeitet nach dem Verfahren ge mäss Patentanspruch I.
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