CH438939A - Verfahren zur Herstellung von Druckformen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von DruckformenInfo
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Description
Zusatzpatent zum <B>Hauptpatent Nr. 409 633</B> Verfahren zur Herstellung von Druckformen Das Hauptpatent betrifft ein Verfahren zur Her stellung von Druckformen mit Hilfe von Schichten, die ganz oder teilweise aus hochpolymeren Stoffen beste hen, nach dem Silbersalzdiffusionsverfahren, bei dem man in einer belichteten photographischen Schicht das unbelichtete Halogensilber nach oder während der Ent wicklung auflöst und in eine mit dieser Schicht in Kon takt befindliche übergangsschicht diffundieren lässt, die ganz oder teilweise aus hochpolymeren,
freie oder neutralisierte Carboxylgruppen enthaltenden Stoffen besteht, die befähigt sind, Silbersalze zu binden und hierdurch die Struktur und Quelleigenschaften der Schicht zu ändern.
Die Veränderung der Schichtstruktur, die mit der Bildung der Silbersalze verbunden ist, hat u. a. auch zur Folge, dass sich damit das Haftvermögen des hoch polymeren Stoffes der übertragsschicht an anderen Materialien ändert. Aufgrund dieser Eigenschaft der Schicht gelingt es, .die Teile, die ganz oder teilweise in Silbersalz umgewandelt wurden, durch Herausreissen zu übertragen.
Auf den unbelichteten Stellen des Negativmaterials befindet sich nach dem Ausreissen eine Reliefschicht, die aus den hochpolymeren Stoffen der übertragungs- schicht besteht. Nach einer Ausführungsform des Ver fahrens des Hauptpatentes werden der übertrags- schicht Farbstoffe zugesetzt, mit Hilfe derer man je nach den Eigenschaften der zugesetzten Farbstoffe durch Erwärmung oder unter Anwendung von Lösungsmitteln von den erhaltenen Reliefschichten Vervielfältigungen herstellen kann.
Verwendet man beispielsweise das Negativ als Druckmatrize, so erhält man ein seitenrichtiges, positives Bild der Vorlage.
Bei der Weiterentwicklung des Verfahrens des Haupt patentes wurde nun gefunden :dass man den Farbstoff in Form einer besonderen Schicht auch nach Fertig stellung der Druckmatrize auf diese aufbringen kann. Es erübrigt sich dann der Zusatz der Farbstoffe zu der Positivschicht. Dies ist insofern vorteilhaft, als man nicht auf die Verwendung von Farbstoffen gebunden ist, .die keinen Einfluss auf die Eigenschaften der über- tragungsschicht ausüben.
Die erfindungsgemässe Ausführungsform des Ver fahrens des Hauptpatentes ist dadurch gekennzeichnet, dass man die nach der Trennung der belichteten und entwickelten photographischen Schicht und der Über tragsschicht erhaltenen Reliefschicht unter schwachem Andrücken mit einer farbstoffhaltigen Folie in Kontakt bringt und anschliessend die Farbstoffolie und die Reliefschicht auseinanderreisst, wobei Teile der Farb- stoffolie,
die mit dem übertragungsschichtteil der Reliefschicht in Kontakt gestanden haben, an dieser haften bleiben.
Wie bei dem Verfahren des Hauptpatentes ist es auch beider vorliegenden Ausführungsform zweckmäs- sig, der übertragungsschicht Stoffe zuzusetzen, die eine Auflockerung des Schichtverbandes und damit ein leichteres Ausreissen von Schichtteilen im Laufe der Verarbeitung ermöglichen.
Man verarbeitet diese Schichten in der gleichen Weise wie im Hauptpatent, d. h. man hat nach der Abtrennung ein Negativ vorliegen, auf dessen unbe lichteten Stellen sich die ausgerissenen Teile der Posi tivschicht befinden.
Um nun den für das Abdrucken notwendigen Farb stoff auf diese Schichten zu bringen, bringt man die Negativschicht, welche an den unbelichteten Stellen Teile der Positivschicht festhält, mit einer Folie in Kontakt, die die notwendige Farbstoffmenge enthält und andererseits die Eigenschaft hat, in feuchtem Zu stand an der Positivschicht stärker zu haften als an der Negativschicht.
Will man die Druckm.atritze für den bekannten Spritdruck verwenden, so kann man hier für manche der für diesen Zweck käuflichen Farbfolien benützen. Diese dürfen für den hier beschriebenen Verwendungszweck keine Schutzschicht besitzen, und ihre Schicht muss auf einen .dünnen, wasserdurchlässi gen Papierstoff aufgebracht sein.
Sobald man die Positivfolie vom Negativ getrennt hat, legt man eine Farbfolie locker auf das Negativ und führt nun die beiden Papiere durch einen Schlitz eines Verarbeitungsgerätes hindurch. Nachdem die Papiere das Gerät verlassen haben, zieht man die Farbfolie ab. An den Stellen, an .denen die Positiv schicht am Negativ festgehalten wurde, ist die Farb- schicht aus der Farbfolie ausgerissen worden. Man trocknet das Negativ und kann es nun als Druckma trize für den Spritdruck einsetzen.
Das festere Halten der Farbschicht auf .den Teilen der Positivschicht ist darauf zurückzuführen, dass diese stärker quillt als die stark gehärtete Negativschicht. Die Farbfolien haben die Eigenschaft, dass. sich ihre Schicht verhältnismässig leicht von der Papierunterlage löst, wenn sie feucht wird. Begünstigt wind dieses Los lösen, wenn die Farbschicht auch rückseitig etwas Wasser erhält, darum die oben angeführte Forderung, dass die Papierunterlage der Farbfolien sehr :dünn und wasserdurchlässig sein muss.
Diese käuflichen Farbfolien eignen sich nur für den Spritdruck. Will man das gleiche Verfahren für einen Wärmedruck benützen, so muss man Folien herstellen, die einen sublimierbaren Farbstoff enthalten, und de ren Bindemittel nicht schmelzbar ist.
Die Herstellung einer solchen Folie ist in Beispiel 2 des Schweizer Patentes Nr. 435332 beschrieben. Auch in diesem Fall ist es notwendig, dass die Schicht der Farbfolie auf ein dünnes, wasserdurchlässiges Papier gegossen wird. <I>Beispiel 1</I> Negativschicht: Als Negativ kommen alle lichtempfindlichen Halo gensilberschichten in Frage, die auch für das Silbersalz- diffusionsverfahren gebraucht werden. Es kann jedoch vorteilhaft sein, diese Schichten mit einer sehr ver dünnten Keimlösung, wie im Hauptpatent beschrieben z. B. Silberkeime, zu überziehen.
Positivschicht: 50 g Stärke werden in 1850 cm-3 Carboxymethyl- cellulose 10 o/aig, pH 5,8 (Produkt NV Spezial, Han delsname der Firma Phrix) suspendiert und einige Stunden auf einer Schwingmühle innig vermischt.
Die ser Mischung setzt man noch 2000 em3 Algitex 1,5 o/oig, pH 5,8 und 150 cm" Natriumthiosulfat-Lö- sung 50 ohig hinzu. Nach Zugabe von Netzmittel wie z. B. Saponin vergiesst man die Suspension auf einen Papierträger.
Herstellung der Druckmatrizen: Das Negativmaterial wird in .der üblichen Weise bildmässig belichtet. Die Verarbeitung erfolgt in Gerä ten wie sie für die Ausübung des Silbersalzdiffusions- verfahrens verwendet werden. Der Entwickler hat die folgende Zusammensetzung:
EMI0002.0060
Wasser <SEP> 1000 <SEP> c<B>111</B>3
<tb> Natriumsulfit <SEP> sicc. <SEP> 100 <SEP> g
<tb> Ätznatron <SEP> 12 <SEP> g
<tb> Hydrochinon <SEP> 15 <SEP> g
<tb> Phenidon <SEP> 0,5 <SEP> g
<tb> Bromkali <SEP> 1 <SEP> g Anschliessend führt man das belichtete Negativ und die oben beschriebene Carboxymethylcellulose- schicht gemeinsam .durch das Gerät (durch zwei ge trennte Schlitze) und trennt die beiden Schichten nach etwa 2 Minuten. Nach der Trennung findet sich nur an den unbelichteten Stellen des Negativs die Carboxy- methylcelluloseschicht.
Nachdem man die Negativ- von der Positivschicht getrennt hat, legt man auf die Reliefschicht des Nega- tivs eine Farbfolie, wie man sie für den Spritdruck käuflich erwerben kann. Es eignen sich z. B. die Folien: Pelikan Sprit-Carbon der Firma Günther Wagner, und zwar Nr. 993 U 12, Nr. 993 U 16 und Nr. 993 U 20. Man führt beide Papiere gemeinsam durch einen Schlitz eines Gerätes, das für die Verarbeitung von Papieren nach dem Silbersalzdiffusionsverfahren geeig net ist. Darauf trennt man die Papiere und trocknet das Negativ.
Man kann es dann als Druckmatrize für den Spritdruck verwenden. <I>Beispiel 2</I> Negativmaterial: Als Negativ kommen alle lichtempfindlichen Halo gensilberschichten in Frage, die auch für das Silbersalz- diffusionsverfahren gebraucht werden. Es kann jedoch vorteilhaft sein, diese Schichten mit einer sehr ver dünnten Keimlösung, wie im Hauptpatent beschrieben z. B. Silberkeime, zu überziehen.
Positivmaterial: 50 g einer Barytpasta werden in 1000 cm3 Carb- oxymethylcelMose 10o/oig (Produkt Henkel G 5006, Handelsname der Firma Henkel & Cie.) suspendiert und auf einer Kugelmühle innig vermischt.
Man setzt dieser Lösung 350 em3 Polyvinylalkohol 5 o/oig und 75 cm3 Natriumthiosulfat 50 ohig zu sowie Netzmittel wie Saponin nach Bedarf und vergiesst diese Mischung auf einen Papierträger, der vorher mit einer gehärteten Gelatineschicht überzogen wurde.
Die Herstellung der Druckform wird wie in Bei spiel 1 beschrieben durchgeführt.
Nachdem man die beiden Papiere getrennt ha-t, legt man auf das Negativ eine Farbfolie, die hergestellt wurde wie in Beispiel 2 ;des Schweizer Patentes Nr. 435332 beschrieben. Es ist dabei wichtig, dass als Träger für die Belichtung ein dünnes, wasserdurchlässi ges Papier verwendet wird.
Man führt die beiden Papiere gemeinsam durch einen Schlitz eines Gerätes, wie man es für die Verar beitung von Papieren, die nach dem Silbersalzdiffu- sionsverfahren arbeiten, verwendet. Nachdem die Papiere das Gerät verlassen haben, trennt man sie. Man trocknet das Negativ und verwendet es dann in einem entsprechenden Gerät als Druckmatrize, wobei die Übertragung des Farbstoffes mittels Wärme erfolgt.
Das Prinzip der vorliegenden Erfindung wird durch die beiliegenden Zeichnungen erläutert: Fig. 1 .stellt das Auftragsmaterial dar, das aus der Unterlage (1) und der übertragsschieht (2) besteht.
Fig. 2 zeigt das belichtete und entwickelte Negativ material, wobei (3) die Unterlage, (4) die Gelatine- schicht mit :den belichteten und entwickelten Teilen (5) bedeutet.
Fig.3 veranschaulicht das Aussehen der Druck form, die nach der Trennung des übertragsmaterials von dem belichteten und entwickelten Negativmaterial entstanden ist, dabei bedeuten (6) die an den unbelich teten Stellen haftenden und aus der übertragsschicht herausgerissenen Teile dieser Schicht.
Fig.4 zeigt den Aufbau der gefärbten Druckfolie mit der dünnen wasserdurchlässigen Papierunterlage (7) und der den Farbstoff enthaltenden Schicht (8). Fig. 5 zeigt das endgültige Verfahrensprodukt nach der Trennung der gefärbten Druckfolie von der in Fig. 3 dargestellten noch keinen Farbstoff enthaltenden Druckform. Die Reliefschicht besteht nun aus 2 Schichtteilen, nämlich aus dem aus der übertrags- schicht herausgerissenen Teil (6) und den aus der Farbstoff enthaltenden Schicht herausgerissenen Teilen (9).
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von Druckformen nach dem Patentanspruch des Hauptpatentes, dadurch ge kennzeichnet, dass man die nach .der Trennung der belichteten und entwickelten photographischen Schicht und der übertragsschicht erhaltene Reliefschicht unter schwachem Andrücken mit einer farbstoffhaltigen Folie in Kontakt bringt und anschliessend die Farb- stoffolie und die Reliefschicht auseinanderreisst, wobei die Teile der Farbstoffolie,die mit dem übertrags- schichtteil der Reliefschicht in Kontakt gestanden haben, andieser haften bleiben. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man Farbstoffolien, die alkohollös liche Farbstoffe enthalten, verwendet. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge- kennzeichnet, dass man Farbstoffolien verwendet, die sublimierbare Farbstoffe enthalten. 3.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man die Farbstoffohe und die Relief schicht in feuchtem Zustand miteinander in Kontakt bringt.
Applications Claiming Priority (5)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEA0036044 | 1960-11-16 | ||
| DEA0037762 | 1961-06-29 | ||
| DEA38014A DE1291755B (de) | 1961-07-29 | 1961-07-29 | Vorrichtung zum Herstellen von Vervielfaeltigungen |
| CH1326761A CH409633A (de) | 1960-11-16 | 1961-11-15 | Verfahren zur Herstellung von Druckformen mit Hilfe von Schichten, die ganz oder teilweise aus hochpolymeren Stoffen bestehen |
| DEA0039954 | 1962-04-14 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH438939A true CH438939A (de) | 1967-06-30 |
Family
ID=27509470
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH411463A CH438939A (de) | 1960-11-16 | 1963-04-01 | Verfahren zur Herstellung von Druckformen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH438939A (de) |
-
1963
- 1963-04-01 CH CH411463A patent/CH438939A/de unknown
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