Mehrpoliger Druckgasschalter Aus der deutschen Auslegeschrift<B>1185</B> 692 ist ein mehrpoliger Druckgasschalter mit einem geschlossenen Gaskreis bekannt, der Isolierstoffgehäuse für die Schalt strecken der einzelnen Pole und neben den Isolierstoff gehäusen liegende metallische Hoch- und Niederdruck behälter sowie ein für alle Schaltstrecken gemeinsames Ein- und Ausschaltventil umfasst. Für die drei Pole eines Drehstromschalters ist dabei ein gemeinsamer Hoch druck- und ein gemeinsamer Niederdruckbehälter vorhan den.
Beide Behälter verlaufen rechtwinklig zu den von ihnen getragenen Isolierstoffgehäusen. Der Hochdruckbe hälter enthält das für alle Pole gemeinsame Ventil zum Steuern des Gaskreises.
Die Erfindung geht von der Aufgabe aus, den Auf bau eines mehrpoligen Druckgasschalters mit geschlosse nem Gaskreis so zu gestalten, dass eine rationelle Her stellung möglich ist. Diese Aufgabe wird erfindungsge mäss dadurch gelöst, dass jedem Isolierstoffgehäuse ein eigener Hochdruck- und Niederdruckbehälter zugeordnet ist. Dies bedeutet, dass für einen dreipoligen Schalter drei Hochdruck- und drei Niederdruckbehälter vorgesehen werden, insgesamt also sechs Behälter statt der zwei Be hälter bei dem bekannten Schalter.
An sich würde man vermuten, dass die Aufteilung der Behälter auf die Polsäulen die Herstellung des Schalters erschwert und verteuert. Erstaunlicherweise wurde jedoch gefunden, dass dies nicht der Fall ist, sondern dass viel mehr bei der erfindungsgemässen Bauweise eine einfa chere und vor allen Dingen billigere Herstellung möglich ist.
Dies liegt vor allem daran, dass durch die Aufteilung der Behälter auf die Pole die erfordelichen Behältergrös- sen soweit verringert werden können, dass wesentlich ein fachere Konstruktionen möglich sind. Hierbei wird aus genutzt, dass bei Druckgasbehältern der Aufwand an Be arbeitung im Hinblick auf die Sicherheitsbestimmungen mit kleiner werdendem Behältervolumen stärker als pro portional dem Behältervolumen abnimmt, so dass durch die Aufteilung eine grössere Wirtschaftlichkeit erzielt wird.
Der Schalter nach der Erfindung lässt sich besonders günstig so ausführen, dass die einem Isolierstoffgehäuse zugeordneten Hoch- und Niederdruckbehälter zu einem länglichen Behälter baulich vereinigt sind. Diesen Be hälter kann man z. B. durch Einsetzen einer Trennwand in ein Rohr herstellen, dessen Stirnseiten durch geeignete Metallkappen verschlossen werden. Diese Herstellungs weise ist an sich bekannt. Sie ist aber bei dem Schalter nach der Erfindung besonders vorteilhaft, weil der Rohr durchmesser und damit auch die Abmessungen der Kap pen im Hinblick auf die geringen Behältergrössen nur klein zu sein brauchen, so dass man mit geringen Blech dicken auskommt, die gut zu bearbeiten sind.
Bei Schaltern mit länglichen Isolierstoffgehäusen ord net man die Behälter zweckmässig parallel zu den Isolier stoffgehäusen an, um dadurch einen gedrängten Aufbau zu erhalten. Hierbei können die Isolierstoffgehäuse mit den zugeordneten Metallbehältern über zwei Stützisolato ren verbunden sein, wie in der eingangs genannten Aus legeschrift beschrieben ist, oder über einen gemeinsamen Isolierstoffträger, wie in der deutschen Auslegeschrift <B>1185</B> 691 angegeben ist.
Das gemeinsame Einschaltventil und Ausschaltventil kann man bei genügendem Abstand der Behälter zwi schen diesen unter bringen. Im anderen Fall ordnet man es zweckmässig auf der den Isolierstoffgehäusen abge kehrten Seite der Hoch- und Niederdruckbehälter an. Man erhält dadurch etwas längere Leitungen, die vom Ventil zu den Isolierstoffgehäusen mit den Schaltstrek- ken führen und dadurch eine Vergleichmässigung der Gasströmung zu den Schaltstrecken aller Pole ergeben.
Um eine raumsparende Anordnung der Ventile zu erhalten, wird man Ein- und Ausschaltventile zweck- mässig in Richtung der Behälterachse übereinanderlie- gend anordnen. Ausserdem empfiehlt es sich, die vom Ein- und/oder Ausschaltventil zu den Isolierstoffgehäu- sen führenden Leitungen durch die zugeordneten Hoch und Niederdruckbehälter verlaufen zu lassen.
Man kann dann an den Behältern kräftige Rohrstutzen vorsehen, die zugleich zum Tragen der Isolierstoffgehäuse der ein- zelnen Pole dienen können, und vermeidet dadurch, me chanisch empfindliche Anschlüsse von Rohrleitungen kleinen Querschnitts.
Zur näheren Erläuterung der Erfindung wird im fol genden anhand der Zeichnung ein Ausführungsbeispiel beschrieben. Dabei ist ein dreipoliger Druckschalter in isometrischer Darstellung gezeichnet, dessen einzelne Teile auseinandergezogen sind, um Einzelheiten besser erkennnen zu lassen.
Der Schalter besitzt für jeden Pol ein aus Giessharz bestehendes Isolierstoffgehäuse 1, 2 bzw. 3. Alle Gehäuse sind gleich aufgebaut und enthalten eine Schaltstrecke, die mit Schwefelhexafluorid als Antriebs- und Löschmit- tel arbeitet. Die Isolierstoffgehäuse tragen längs einer Mantellinie angeordnete Rohrstutzen 5, 6 und 7. Mit diesen werden sie mit drei länglichen Metallbehältern 10, 11 und 12 verbunden, die zu diesem Zweck entsprechende Rohrstutzen 14, 15 und 16 besitzen und parallel zu den Isolierstoffgehäusen 1, 2 und 3 verlaufen.
Zu jedem Rohr stutzen gehört ein Flansch 17 mit Löchern für Befesti gungsschrauben, mit denen die Isolierstoffgehäuse 1, 2 und 3 an den jeweiligen Metallbehältern 10, 11 und 12 angeschraubt werden.
Die Metallbehälter sind im Innern durch eine nicht dargestellte Wand unterteilt, so dass sie einen unteren Hochdruckbehälter und einen oberen Niederdurckbehäl- ter bilden, die baulich vereinigt sind. Ausserdem ist der Stutzen 15 mit einem sich durch den jeweiligen Behälter erstreckenden Fortsatz versehen, der auf der den Isolier stoffgehäusen abgekehrten Seite als Stutzen 20 zu sehen ist. Darin ist ein Stellungsmelder untergebracht, der in der deutschen Auslegeschrift<B>1</B>222 564 im einzelnen be schrieben ist.
Der Schalter besitzt für alle drei Pole ein gemein sames Einschaltventil 22 und ein gemeinsames Ausschalt ventil 23. Von jedem der Behälter 10, 11 und 12 führt aus dem unteren, als Hochdruckteil verwendeten Bereich ein Rohr 25, 26 und 27 zu einem Sammelraum im Aus schaltventil 23. Aus diesem gelangt es beim Öffnen des Ventiles durch Leitungen 28, 29 und 30, die durch die Behälter 10, 11 und 12 verlaufen, zu den Rohrstutzen 16 dieser Behälter und durch die Rohrstutzen 7 in die Iso- lierstoffgehäuse 1, 2 und 3. Dort öffnet es über einen mit dem beweglichen Schaltstück verbundenen Kolben die Schaltstrecke und bebläst den dabei entstehenden Aus schaltlichtbogen.
Dann strömt es durch den Kanal 31 des Rohrstutzens 5 über den Rohrstutzen 14 in den Nieder druckteil des jeweiligen Behälters 10, 11 oder 12 zurück.
Zum Einschalten wird das Einschaltventil 22 betätigt. Über das mit dem Sammelraum des Ausschaltventiles 23 verbundene Rohr 32 gelangt dann Hochdruckgas durch die Rohrleitungen 33, 34 und 35, die durch die Behäl ter 10, 11 und 12 führen, und durch die parallelen Ka näle 37 im Rohrstutzen 5 jeder der Isolierstoffgehäuse 1, 2 und 3 auf die andere Seite des genannten Kolbens. Diese Gasströmung ist durch die Pfeile 38 angedeutet. Sie bringt den Kolben mit dem beweglichen Schaltstück in die Einschaltstellung.
Die Ventile 22 und 23 arbeiten mit pneumatischer Betätigung und Vorsteuerventile. Sie sind deshalb zu sätzlich durch die Niederdruckleitung 40 verbunden. Zu gleich bilden die Ventile eine Verbindung der Hoch druckteile und der Niederdruckteile der Behälter 10, 11 und 12.
Der vorgenannte Gaskreis mit den Hochdruckbehäl tern, den Isolierstoffgehäusen und den Niederdruckbe- hältern ist beim Ausführungsbeispiel durch einen nicht dargestellten Kompresser geschlossen, der das Gas aus dem Niederdruckteil ansaugt und in den Hochdruckteil fördert.