Verfahren und Anordnung zum kontinuierlichen Giessen von geschmolzenem Metall Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum konti nuierlichen Giessen von geschmolzenem Metall, bei welchem geschmolzenes Metall ohne Unterbruch in eine Form gegossen wird. Das erfindungsgemässe Ver fahren ist dadurch gekennzeichnet, dass eine bemes sene Strömung eines geschmolzenen Metalles von einer Giessstelle über der Form aus einem im wesentlichen vollen Behälter gegossen wird, dass bevor der Behälter leer wird, dieser gegenüber der Giessstelle verschoben wird, dass die Strömung unter dem Einfluss der Schwerkraft über Leitorgane der Giessstelle zugeführt wird, bis sich die Zufuhr unter die für die Form erfor derliche Menge vermindert, worauf aus einem zweiten Behälter gegossen wird,
welcher sich neben dem ersten Behälter befindet, und zwar mit einer Strömungs menge, welche zur Ergänzung des verminderten bemes senen Stromes erforderlich ist, wodurch die gesamthaft der Form zugeführte Menge gleich bleibt.
Die erfindungsgemässe Anordnung zur Ausübung des Verfahrens ist mit einer Form zur Aufnahme einer kontinuierlichen Zufuhr von geschmolzenem Metall sowie mit getrennten, hitzebeständigen Behältern mit dem zu giessenden geschmolzenen Metall versehen, welche relativ zur Form beweglich sind, und zwar zwi schen einer Ausgabestellung über der Form und einer daneben befindlichen Bereitschaftstellung, derart, dass, wenn sich ein Behälter in der Ausgabestellung befindet und geschmolzenes Metall in die Form liefert, der an dere Behälter sich in der Bereitschaftstellung zur Auf nahme von geschmolzenem Metall befindet.
Die erfin- dungsgemässe Anordnung ist gekennzeichnet durch Organe zur Führung der Strömung aus beiden Behäl tern in die Form während des Überganges zwischen der Ausgabestellung und der Bereitschaftstellung, der art, dass die Form kontinuierlich mit geschmolzenem Metall versorgt wird, während die Behälter zwischen beiden Stellungen bewegt werden.
Bei Einrichtungen zum kontinuierlichen Giessen werden Pfannen mit geschmolzenem Metall üblicher weise nicht direkt in die Form gegossen. Sie werden vorher in einen Zwischenbehälter gegossen, welcher zwischen der Pfanne und der Form eingeschaltet ist. Aus dem Zwischenbehälter wird das Metall in einer abgemessenen Strömung in den oberen Teil der Form abgegeben, und zwar mit einer Strömungsmenge, die der Geschwindigkeit entspricht, mit welcher ein Block aus dein Boden der Form gezogen wird.
Beim Giessen von eisenhaltigen Metallen, wie z. B. Stahl gestattet der Einfluss der Kombination der hohen Giesstemperatur, der chemischen Einwirkung und der physikalischen Erosion auf die hitzebeständigen Teile der Pfannen und des Zwischenbehälters einen konti nuierlichen Betrieb nur während ungefähr einer Stunde, nach welcher der Giessvorgang unterbrochen werden muss. Der Unterbruch erfolgt hauptsächlich, weil der Ausguss und der Verschluss des Zwischenbe hälters ersetzt werden müssen. Deren Lebensdauer ist normalerweise bei Verwendung der bestehenden hitze beständigen Materialien nicht grösser als 60 Minuten. Diese kurze Lebensdauer im Betrieb verursacht Unter brüche während des kontinuierlichen Giessens, welche ungefähr SO ",'o der Arbeitszeit verschlingen.
Die Erfindung hat die Schaffung eines Verfahrens und einer Anordnung zuin Ziel, durch welche die er wähnten Schwierigkeiten überwunden werden und durch welche während des Giessvorganges ein Intervall gewonnen wird, während welchem die Giesspfanne und der Zwischenbehälter ohne Unterbrechung des Giess- vorganges repariert werden können.
im Zusammenhang mit der Erfindung kann zusam men mit den Zwischenbehältern eine Vorrichtung für die Führung der Strömung des flüssigen Metalles in die Form unter dem Einfluss der Schwerkraft vorgesehen sein, welche aus hitzebeständigem Material bestehende rinnenartige Teile enthält, die so geneigt sind, dass ihre unteren Enden sich an der Giessstelle über der Form befinden, während sich ihre oberen Enden unter einen oder beide Zwischenbehälter erstrecken.
Die Rinnen können aus zwei Abschnitten bestehen, von denen sich jeder zu einer Seite der Form nach aus- sen erstreckt, und zwar entlang der Bewegungsbahn der Zwischenbehälter, wobei die inneren benachbarten Enden der Abschnitte zusammenwirkende ausgeschnit tene Teile haben, welche eine kreisförmige Giessstelle bilden.
Wo es erwünscht ist, einen Teil der Strömung des flüssigen Metalles von der Form weg zu leiten, kann der Abschnitt der Rinne in der Nähe der Form schwenkbar gelagert sein, so dass dessen äusseres Ende nach unten geneigt werden kann.
Es ist auch vorteilhaft, das Metall durch die Rin nen zu leiten, wenn eine neue Pfanne und ein neuer Zwischenbehälter angezapft werden, um Teile der Aus kleidung wegzuschwemmen, welche eventuell im Metall vorhanden sein können. Die Abschnitte der Rinnen können in diesem Falle in einer beweglichen Führung gelagert sein, so dass sie unter der Giessstelle linear beweglich sind.
Die Erfindung wird anhand einer in der Zeichnung schematisch dargestellten Ausführung erläutert. Es zei gen: Fig. 1 eine Ansicht mit Teilschnitt einer Tandem anordnung von Giesspfannen und Zwischenbehältern zum Beschicken einer kontinuierlichen Giessform, Fig. 2 einen Grundriss bzw.
Schnitt nach der Linie 2-2 in der Fig. 1., mit der Darstellung der Giessstelle der Vorrichtung nach der Fig. 1, Fig.3 einen Schnitt eines Teiles der Vorrichtung nach der Fig.1 entsprechend der Linie 3-3 in der Fig. 4 mit der Darstellung einer Rinne zur Beschickung der Form während des Überganges zwischen verschie denen Stellungen beim Giessen, Fig. 4 eine Seitenansicht der Rinne, Fig. 5 ein Schema der relativen Giessstellungen der Vorrichtung, wenn eine Zwischenpfanne die gesamte Menge allein der Form zuführt,
Fig.6 eine schematische Ansicht ähnlich der Fig.5, mit der Darstellung der relativen Stellungen, wenn die Vorrichtung erfindungsgemäss verschoben ist und Fig.7 eine Ansicht der Stellung der Vorrichtung, wenn ein Teil der gesamten Strömung der Form abge leitet wird.
Die in der Zeichnung dargestellte bevorzugte Aus führung der Erfindung dient nur Zwecken der Erläute rung und soll nicht beschränkend wirken. Die Fig. 1 zeigt nur den oberen Teil einer Anlage 10 zum konti nuierlichen Giessen, bei welcher normale Pfannen 11, 11' zum Giessen durch den Boden verwendet werden, um geschmolzenes Metall einer bekannten wasserge kühlten Giessform 12 zuzuführen. Obwohl dies nicht dargestellt ist, versteht es sich, dass die Anlage sich in vertikaler Richtung weiter unter die Form 12 erstreckt und die normalen Führungsrollen, Bewegungsmecha nismen, Kühlvorrichtungen und Maschinen zum Schneiden enthält, mittels welcher der gegossene Block behandelt wird, bevor dieser aus dem Boden der Form 12 gezogen wird.
Die Pfannen 11, 11' sind in Rahmen 14, 14' befe stigt, welche auf Schienen 17 beweglich sind, die auf Säulen 18 über der Form 12 angeordnet sind. Die Rahmen sind vorzugsweise miteinander verbunden, um gleichzeitig miteinander bewegt werden zu können. Sie können jedoch, wenn dies erwünscht ist, voneinander getrennt werden und einzeln bewegt werden. Da die Rahmen 14, 14' im wesentlichen gleich aufgebaut sind, so genügt es, wenn nur einer beschrieben wird. Gleiche Teile von beiden sind dabei mit gleichen Bezugszei chen bezeichnet, wobei dem Bezugszeichen beim ande ren jeweils ein Strich beigefügt ist. Der Rahmen 14, der sich in der Fig. 1 auf der linken Seite befindet, ist mit Trägern 15 versehen, welche Räder 16 aufweisen, die auf Schienen 17 geführt sind, zwecks Ermöglichung einer Bewegung zur Form 12 und von dieser weg.
Der Rahmen 14 hat eine obere Plattform 20, in welcher die Pfanne 11 in ihrer unteren Lage abgestützt ist. Die Pfannen sind mit exzentrischem Ausguss versehen. Unter dem Ausguss 28 der Pfanne ist ein Zwischenbe hälter 24 angeordnet, der auf Zugstangen aufgehängt ist, die vom Träger 15 nach unten führen. Die Zug stangen 26 tragen einen Boden 29 mit einer Öffnung 30, über welcher der Zwischenbehälter 24 an der Stelle 32 schwenkbar gelagert ist. Der Zwischenbehäl ter 24 ist mit einer hintzebeständigen Auskleidung 41 versehen, welche eine geschlossene Giesskammer 42 und einen offenen Behälter 44 bildet, welcher mit der Giesskammer durch eine Öffnung 45 verbunden ist. Der offene Behälter 44 befindet sich direkt unter dem Ausguss 28 der Pfanne.
Die Giesskammer 42 ist mit einem Ausguss 46 für die Abgabe einer bemessenen Strömung des geschmolzenen Metalles in die Form 12 versehen, wobei die Strömung durch ein Drosselorgan 48 gesteuert wird. Die Kante des Behälters 44 ist mit einem Ausguss 49 versehen, unter welchem sich ein Behälter 50 für Schlacken befindet. Durch den Aus- guss 49 können Schlacken in den Behälter 50 abgelei tet werden, so dass sich der Spiegel des reinen Metalles immer über der Öffnung 45 befindet.
Wenn sich die Rahmen 14, 14' nebeneinander be finden, wie dies in der Fig. 1 dargestellt ist, so haben die Ausgüsse 46, 46' der Zwischenbehälter einen gege benen Abstand in der Bewegungslinie 47. Die Ab schnitte 54, 54' der Rinnen werden durch hydraulische Zylinder 56, 56' in Abhängigkeit von der Stellung der Zwischenbehälter 24, 24' bewegt, so dass das ge schmolzene Metall in der im folgenden beschriebenen Weise in die Form 12 geführt wird. Da die Rinnen 54, 54' im wesentlichen gleich ausgebildet sind, so genügt auch in diesem Falle nur die Beschreibung einer von ihnen, wobei gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen sind, denen im Falle der anderen Rinne ein Strich zugeordnet ist.
Entsprechend den Fig. 3 und 4 enthält die Rinne 54' einen rechteckigen Rahmen 60', welcher mit einer Konsole 62' zur schwenkbaren Befestigung der Rinne auf einem Zapfen 55' in der Gegend der Form dient, wie dies in der Fig. 1 dargestellt ist. Der Rahmen 60' trägt untere Führungsrollen 65' und seitliche Füh rungsrollen 67', welche im Rahmen 60' eine Füh rungsbahn bilden, die mit 68' bezeichnet ist. In einem Trog 71', der durch einen Kasten 72' getragen ist, ist eine Giessrinne 70' ausgebildet. Der Kasten 72' ist in der Führungsbahn 68 hin und her beweglich geführt.
Im Rahmen 60' ist ein hydraulischer Zylinder 75' an geordnet, dessen Kolbenstange 76' schwenkbar mit einer Konsole 80' verbunden ist, welche sich vom Kasten 72' erstreckt und einer Bewegung der Giess- rinne 70' in der Führungsbahn 68' dient. Das innere Ende der Giessrinne 70' ist mit einem halbkreisförmi gen Ausschnitt 87' versehen, welches in ergänzender Weise mit einem halbkreisförmigen Ausschnitt 87 der anderen Giessrinne 70 der Rinne 54 zusammenwirkt, und mit dieser eine kreisförmige Giessöffnung 90 bildet (Fig.2). Die Giessöffnung 90 befindet sich in der