Mikroskop zur wahlweisen Beobachtung eines durch sichtbare Strahlen erzeugten oder eines durch einen Fluoreszenzschirm in sichtbare Strahlen umgewandelten ultravioletten Bildes In der UV-Mikroskopie ist es seit langem üblich, ein mit ultravioletten Strahlen erzeugtes unsichtbares mi kroskopisches Bild durch einen Fluoreszenzschirm in ein sichtbares Bild umzuwandeln, um auf diese Weise eine Betrachtung des umgewandelten UV-Bildes zu ermög lichen.
Bei einem bisher bekannten UV-Mikroskop ge schieht dies so, dass über dem Okular des Mikroskops zum Absuchen des Objektes und zum Scharfeinstellen ein UV-Sucher angeordnet ist, der aus einem Quarz okular, einem in dessen Zwischenbildebene stehenden Fluoreszenzschirm, einem mit dem Fluoreszenzschirm verbundenen Prisma und einer Betrachtungslupe besteht und der beim Übergang zur Photographie aus dem Strah lengang ausgeschwenkt wird. Dieses bekannte UV-Mi- kroskop gewährleistet, dass vom Betrachter nur das durch ultraviolette Strahlen erzeugte Fluoreszenzbild gesehen wird, während unerwünschte Strahlen, wie z.
B. sicht bares Streulicht und durch den Fluoreszenzschirm nicht absorbierte langwellige UV-Strahlen, aus dem Strahlen gang entfernt werden. Nachteilig ist bei diesem bekann ten UV-Mikroskop die geringe Helligkeit des Bildes und die Unbequemlichkeit der Handhabung beim Übergang zur Photographie oder Photometrie. Andererseits ist ein UV-Mikroskop bekannt, bei dem das vom Objektiv er zeugte Zwischenbild durch eine UV-durchlässige achro matische Optik auf einem Fluoreszenzschirm verkleinert abgebildet wird, wobei ein Fluoreszenzbild entsteht, das als Objekt für ein nachgeordnetes vergrösserndes opti schen Systems dient.
Dieses Mikroskop hat gegenüber der erstgenannten den Vorteil einer grösseren Helligkeit des Bildes, wogegen ihr Nachteil darin besteht, dass unerwünschte Strahlen, wie z. B. sichtbares Streulicht, dem eigentlichen UV-Bild überlagert sind.
In der UV-Mikroskopie interessiert neben der visu ellen UV-Mikroskopie, die die Betrachtung des in sicht bares Licht umgewandelten UV-Bildes und die Fokus- sierung des Mikroskops umfasst, auch die normale mi kroskopische Beobachtungsmethode mit sichtbarem Licht. Bei strahlenempfindlichen Präparaten ist es vorteilhaft, wenn die vorbereitenden mikroskopischen Arbeiten, wie z. B. das Aufsuchen einer geeigneten Präparatstelle im sichtbaren Licht vorgenommen werden können. Da viele UV-Präparate im sichtbaren Licht nahezu durchlässig sind, ist eine Betrachtung im Phasenkontrastverfahren wünschenswert.
Man hat deshalb neben den UV-Objek- tiven spezielle Phasenkontrastobjektive vorgesehen. Das führt jedoch zu dem Nachteil, dass beim Übergang von der Beobachtung im Phasenkontrastverfahren zur UV- mikroskopischen Abbildung ein Objektivwechsel vorge nommen werden muss, mit dem eine Änderung der Ver- grösserung,
eine Abweichung eines eingestellten Bild details von der Bildmitte sowie eine Änderung der Fo- kussierung verknüpft sein kann.
Die Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines Mikroskaps zur wahlweisen Beobachtung eines durch sichtbare Strahlen erzeugten mikroskopischen Bildes oder eines durch einen Fluoreszenzschirm in sichtbares Licht umgewandelten ultravioletten Bildes, das die geschil derten Nachteile der bereits bekannten Einrichtungen nicht aufweist und ein bequemer Übergang von der Beob achtung zur Photographie und Photometrie ermöglicht.
Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass im abbildenden Strahlengang Umlenkmittel vorgesehen sind, mit denen dieser wahlweise in zwei Beobachtungs- strahlengänge ablenkbar ist, wobei in dem einen Beob- achtungsstrahlengang über eine Zwischenoptik im Oku lar ein direkt sichtbares Bild und in dem anderen Beob- achtungsstrahlengang über ein verkleinerndes achroma tisches UV-durchlässiges optisches System auf einem Fluoreszenzschirm ein ultraviolettes in sichtbares Licht umgewandeltes Bild entsteht und dass mit dem Fluores-
zenzschirm ein die unerwünschten Strahlen beseitigendes Prisma verbunden ist, dem Fluoreszenzbild ein ver- grössendes optisches System nachgeordnet ist und dass die Zwischenbildebenen dieser beiden Strahlengänge mit einer dritten vom Objektiv erzeugten Zwischenbildebene konjugiert sind.
Vorteilhaft ist es, wenn im direkten Beobachtungs- strahlengang, ausser den Mitteln für eine Zwischenab bildung des vom Objektiv erzeugten Zwischenbildes noch Mittel für eine Zwischenabbildung der Austrittspupille des Objektivs vorgesehen sind und dass in dieser Zwi- schenbildebene kontraststeigernde Mittel, vorzugsweise Phasenringe, angeordnet und diesen im Beleuchtungs- strahlengang entsprechende Blenden zugeordnet sind,
dass eine diese Blenden in die Eintrittspupille des Kondensors abbildende Zwischenoptik vorgesehen ist und dass zwi schen dieser Zwischenoptik und dem Kondensor ein weiteres Umlenkmittel zur wahlweisen Beleuchtung mit sichtbarem Licht oder UV-Strahlen angeordnet ist.
Eine weitere vorteilhafte Ausführung ergibt sich, wenn die genannten Umlenkmittel miteinander kuppel- bar sind und wenn hinter dem mit dem Fluoreszenz schirm verbundenen Prisma ein weiteres Prisma ange ordnet ist, dessen Eintrittsfläche gegenüber der optischen Achse der vom Fluoreszenzschirm ausgehenden sichtba ren Strahlen so geneigt ist, dass der vom erstgenannten Prisma erzeugte Komafehler kompensiert wird, und des sen Austrittsfläche rechtwinklig zur optischen Achse steht.
Ein Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der Erfin dung ist in der Zeichnung dargestellt.
Ein auf einem Objektträger liegendes Objekt 1 wird durch ein Spiegelobjektiv 2 über ein in den Strahlengang einschiebbares Prisma 3 und ein feststehendes Prisma 4 sowie über eine Zwischenoptik 5 in eine Zwischenbild ebene 6 abgebildet und kann durch ein Okular 7 direkt beobachtet werden. Die Beleuchtung des Objektes für diese Art der Beobachtung erfolgt von einer Lichtquelle 8 aus über einen Kollektor 9, eine Leuchtfeldblende 10, ein Umlenkprisma 11, und eine Linse 12, die zusammen mit einer Zwischenoptik 13 und einen Spiegelkonden- sor 14 die Leuchtfeldblende 10 in die Objektebene 1 ab bildet.
Bei der Beobachtung im Phasenkontrastverfahren wird in den Beleuchtungsstrahlengang eine Ringblende 15 und in den Beobachtungsstrahlengang ein Phasenring 16 eingeschaltet. Dabei ist die Anordnung so getroffen, dass die Ringblende 15 in die Eintrittspupille des Spiegel- kondensors 14 und in die Austrittspupille des Spiegel objektives 2 abgebildet wird. Über die Zwischenoptik 5 erfolgt eine weitere Abbildung der Ringblende 15 in die Ebene des Phasenringes 16. Ein einschwenkbares opti sches Glied 17 erleichtert durch Abbildung der Pupillen ebene in die Zwischenbildebene 6 die Justierung der Ein richtung.
Soll die Beobachtung mit UV-Strahlen erfolgen, so wird das Objekt ohne Veränderung seiner Lage mit dem gleichen Objektiv 2 über einen anstelle des Prismas 3 eingeschobenen Spiegel 18 und ein verkleinerndes achro matisches UV-durchlässiges optisches System 19 auf einen Fluoreszenzschirm 20 abgebildet.
Durch die Verkleinerung des vom Objektiv erzeug ten Zwischenbildes wird die Helligkeit des Fluoreszenz bildes erhöht und durch die nachträgliche Vergrösserung des nunmehr als Selbstleuchter wirkenden Fluoreszenz bildes wird die volle Pupillengrösse des Beobachters op timal ausgenutzt.
Mit diesem Fluoreszenzschirm ist ein Ablenkprisma 21 verbunden, das die unerwünschten Strahlen aus dem Strahlengang ablenkt und nur das sichtbare Fluoreszenz- licht über ein Korrekturprisma 22 in ein nachgeordne tes vergrösserndes System 23 eintreten lässt. Das Prisma 22 ist so angeordnet, dass dessen Eintrittsfläche 22' ge genüber der optischen Achse der vom Fluoreszenzschirm 20 ausgehenden sichtbaren Strahlen geneigt ist. Die Nei gung ist dabei so gewählt, dass der vom Prisma 21 er zeugte Komafehler kompensiert wird. Die Austrittsfläche 22" dieses Prismas steht rechtwinklig zur optischen Achse.
Die UV-Beleuchtung erfolgt von einer UV- Strahlenquelle 24 aus über einen UV-durchlässigen Kol lektor 25, ein Filter 26, eine Leuchtfeldblende 27 und über einen einschiebbaren Spiegel 28.
Zur Durchführung von photographischen Aufnahmen zur Photometrie oder ähnlichen Arbeiten sind die Um lenkmittel 3 und 18 aus dem Strahlengang ausschiebbar angeordnet. Es entsteht dann im unabgelenkten Strahlen gang ein Bild des Objektes 1 in der Zwischenbildebene 29 des Objektives 2. Diese Zwischenbildebene, die gleich zeitig die Bildebene einer photographischen Kamera 31 ist, ist mit den Zwischenbildebenen 6 und 30 konjugiert.