CH442109A - Verfahren zur Herstellung homogener Zündsätze unter Zusatz härtbarer oder thermoplastischer Kunststoffe - Google Patents

Verfahren zur Herstellung homogener Zündsätze unter Zusatz härtbarer oder thermoplastischer Kunststoffe

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CH442109A
CH442109A CH86763A CH86763A CH442109A CH 442109 A CH442109 A CH 442109A CH 86763 A CH86763 A CH 86763A CH 86763 A CH86763 A CH 86763A CH 442109 A CH442109 A CH 442109A
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dispersion
curable
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homogeneous
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CH86763A
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Hans Dr Stadler
Heinz Dr Gawlik
Kurt Dr Ballreich
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Dynamit Nobel Ag
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    • C06EXPLOSIVES; MATCHES
    • C06BEXPLOSIVES OR THERMIC COMPOSITIONS; MANUFACTURE THEREOF; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS EXPLOSIVES
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
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Description


      Verfahren        zur    Herstellung homogener Zündsätze  unter Zusatz     härtbarer    oder thermoplastischer Kunststoffe    Die Erfindung bezieht sich auf ein Herstellungs  verfahren für homogene Zündsätze unter Zusatz     härt-          barer    oder thermoplastischer Kunststoffe.  



  Es ist bekannt, Sprengstoff nass zu verarbeiten.  Ebenso ist es nicht mehr neu, Sprengstoff mit     einzm     organischen Bindemittel zu versetzen, das dem     Form-          ling    eine besondere Festigkeit und Elastizität verleiht.  Diese Verfahren sind allgemein anwendbar für die Her  stellung von Sprengladungen, pyrotechnischen Mischun  gen, Treibladungen usw.  



  Es breitet jedoch grosse Schwierigkeiten, mit diesen  Bindemitteln Mischungen herzustellen, die zum Zünden  von     Spreng-    oder Treibladungen geeignet sind, die nor  malerweise durch     Perkussion    oder elektrischen Strom  ausgelöst werden. Sie sind     vielfach    hohen Schockbean  spruchungen in Patronen oder Granaten ausgesetzt,  auch dürfen sie bei hohen Beschleunigungskräften nicht  zu Selbstzündungen führen. Aus diesen Gründen werden  Mischungen, die trocken verarbeitet werden, mit hohem  Druck in Metall- oder Kunststoffkapseln eingepresst,  damit die fertigen Zündmittel allen, an sie gestellten Be  anspruchungen standhalten.

   Ein hoher Druck beim Ein  pressen ist vor allem auch deshalb erforderlich, um  eine entsprechend hohe Reaktionsfähigkeit des Gemi  sches zu gewährleisten.  



  Um die notwendigen     Festigkeiten    ohne Anwendung  eines hohen Druckes zu erreichen, muss das Bindemittel  sehr reichlich bemessen werden. Ein derart hoher Zusatz  an     oxganischen        Bindemitteln    führt jedoch     zu    einer star  ken Trägheit des Zündmittels, wodurch nicht nur seine  Empfindlichkeit     herabgesetzt,    sondern auch sein Zünd  vermögen beeinträchtigt wird.  



  Die bisher     bekanntgewordenen    Verfahren führten  deshalb nicht zu brauchbaren Ergebnissen. Diese Nach  teile und Mängel werden nun durch die Erfindung ver  mieden.  



  Bei dem Verfahren zur Herstellung homogener       Zündsätze    unter Zusatz     härtbarer    oder thermoplasti  scher Kunststoffe nach der Erfindung werden die Zünd  satzkomponenten mit einer Dispersion oder Lösung         härtbarer    oder thermoplastischer Kunststoffe versetzt,  wobei das Gewichtsverhältnis von Kunststoff zu Zünd  stoff im trockenen Zustand zwischen 1:5 und 1:50 liegt.  Die     Zündsatzkomponenten    können vor dem Einbringen  in die Dispersion oder Lösung in trockener Form mit  einander gemischt oder im feuchten oder gelösten Zu  stand der Dispersion oder Lösung zugemischt werden,  wobei vorzugsweise alle Komponenten bis zur Bildung  einer homogenen Paste miteinander     vermengt    werden.

    Es ist jedoch in vielen Fällen vorteilhaft, zu der vorge  legten Dispersion oder     Lösung    die     Zündsatzkomponen-          ten    in entsprechend abgewogenen Mengen einzeln zuzu  geben, wodurch der vorhergehende Arbeitsgang des  trockenen     Mischens    entfällt. Bei der Herstellung des       pastenförmigen    Zustandes tritt ohnedies eine vollstän  dige Homogenisierung des Gemisches ein. Werden die       einzelnen        Zündsatzkomponenten    im feuchten Zustand  zugesetzt, so muss das benetzende Medium mit dem       Dispersionsmittel    identisch oder verträglich sein.  



  Gemäss einer Ausführungsform der Erfindung be  trägt die Menge der Dispersion oder Lösung 10 bis 40  Gewichtsprozent des fertigen     pastenförmigen        Zünd-          satzes,    wobei der Anteil des     härtbaren    oder thermo  plastischen Kunststoffes 5 bis 35 Gewichtsprozente   bezogen auf die Dispersion oder Lösung - ist. Bei ge  eigneter Auswahl des Kunststoffes kann dieser dabei  mindestens einen Teil der im Zündsatz enthaltenen Re  duktionsmittel ersetzen.

   Die     erfindungsgemäss    mit der  Kunststoffkomponente     versehenen    Zündmassen können  -     und    darin liegt ein grosser Vorteil der Erfindung   nun im feuchten Zustand in die Zündkapsel eingebracht  werden. Dadurch ist eine grosse Sicherheit beim Labo  rieren gewährleistet. Sie können nach dem Einbringen  durch Verdunstung oder bei höheren Temperaturen,  z. B. bei 80 bis 100  C getrocknet und gegebenenfalls       gehärtet    werden. Bei der Verwendung der Zündstoffe  in einer Zündkapsel können deren Wandungen in an  sich bekannter Weise aus Metall oder Kunststoff her  gestellt sein.  



  Der Anwendungsbereich der Erfindung erstreckt      sich auf Zündsätze, .die durch Reibung, Schlag, elek  trischen Strom oder durch Flamme gezündet werden  sollen. Zur Erzielung einer guten Wirkung wurde er  wähnt, dass Zündstoff und Kunststoff in ein     bestimmtes     Gewichtsverhältnis zueinander zu bringen sind. Da die  Zündmedien sehr vielgestaltig sind, muss die     Zündsatz-          zusammensetzung    dem jeweiligen Verwendungszweck  angepasst werden. Bei einer     scharfen        Zündung    ist daher  ein höherer und bei einer     milden    Zündung ein niedrigerer       Zündstoffgehalt    notwendig.

   Es wird also durch .die     Di-          mensionierung    der Zündung der Anteil des Bindemittels  und des Zündstoffes bestimmt.  



       Als        h"ärtbare        Harze        können        beispielsweise    Phenol  harze,     Epoxydharzz    oder Polyesterharze verwendet wer  den. An thermoplastischen Kunststoffen eignen sich vor  wiegend Polystyrol,     Polyacrylate,        Polycarbonate    und       Polyvinylacetate.    Als     Disperisonsmittel    kommen     Koh-          lenwasserstoffe,    Alkohole,     Ketone    und Ester in Frage.  Die Dispersionen sind meist auf wässriger Grundlage  aufgebaut.  



  Anhand einiger Beispiele werden homogene     Zünd-          sätze        nach    der     Erfindung    angegeben:  <I>Beispiel 1</I>  76g     Zündsatz        (bestehend    aus     insgesamt    38 :

  g     Blei-          trinitroresorcinat    und     Tetrazen,    30g     Bariumnitrat    und  8 g anderen Komponenten) wenden     portionsweisz    in 24 g  einer wässrigen Dispersion von     Polyvinylacetat    einge  tragen und zu einer homogenen Paste     angeteigt.    Die  Dispersion hat einen     Feststoffgehalt    von 16,6     Gew.-0/9.     Die Paste wird in ein Kunststoff- oder Metallnäpfchen  eingefüllt und getrocknet.  



  <I>Beispiel 2</I>  1,4 g eines frisch angesetzten     Epoxydharzes    werden  in 25,8 g     Aethanol    suspendiert.     Portionsweise    werden  72,8 g eines Zündsatzes (wie unter 1 beschrieben)     ein-          Ptragen    und das Gemenge bis zur völligen Homogeni  tät gemischt. Die Verarbeitung erfolgt, wie in Beispiel 1  angegeben.  



  <I>Beispiel 3</I>  40 g     weserfeuchtes        Bleitrinitroresorcinat    und  5     g        wasserfeuchtes        Tetrazen        (mit        jeweils        10        %        Wasser-          gehalt)    werden in 25 g einer wässrigen     Disperison    eines       Polymethacrylsäureesters    eingetragen.

   Letztere weist       einen        Feststoffgehalt        von        33,3        Gew.-%        auf.        Danach     werden     portionsweise    34 g trockenes     Bariumnitrat    und  10 g trockenes Schwefelantimon zugesetzt und ,das  Ganze zu einer gleichförmigen Mischung durchgear  beitet. Die weitere Verarbeitung erfolgt, wie es im Bei  spiel 1 erläutert ist.  



  <I>Beispiel 4</I>  40g Zündstoffe     (Tetrazen        -f-        Bleitrinitroresorcinat),     40 g     Bariumnitrat    ;     Kaliumchlorat    und 12 g Schwefel  antimon werden in 24 g einer wässrigen Dispersion von       Polyvinylacetat    eingetragen.

      Die Dispersion hat einen     Feststoffgehalt    von 33,3       Gew.-%.        Die        Verarbeitung        erfolgt        wie        in        Beispiel    1     an-          ,gegeben.    Das     Polyvinylacemat    wirkt nicht nur     als    Binde  mittel, sondern nimmt gleichzeitig infolge seines hohen  Prozentsatzes .an der Reaktion teil.  



  Je nach     Zündstoffgehalt    ist auch der Bindemittel  gehalt zu halten. Als Zündstoff kann man verwenden:  Die     Bleisalze    des     Trinitroresorcins        und    des     Trinitro-          phloroglucins,        Knallquecksilber,        Tetrazen    und ähnliche.  



  Durch die     genannten    Methoden zur     Herstellung     von     Zündsätzen    werden     also    nicht nur die Dosierung  und     Laborierung    der Sätze, sondern ebenso der     gesmate     Mischvorgang hinsichtlich der Handhabungssicherheit  wesentlich verbessert.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE I. Verfahren zur Herstellung homogener Zündsätze unter Zusatz härtbarer oder thermoplastischen Kunst- stoffe, dadurch gekennzeichnet, ass die Zündsatz- komponenten mit einer Dispersion oder Lösung des härtbaren oder thermoplastischen Kunststoffes versetzt werden, wobei .das Gewichtsverhältnis von Kunststoff zu Zündstoff in trockenem Zustand zwischen 1:5 und 1:50 ist.
    II. Zündsatz, hergestellt gemäss dem Verfahren nach Patentanspruch I. 11I. Verwendung des Zündsatzes nach Patentan spruch II, als Füllung von Zündkapseln. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch. I, dadurch ge kennzeichnet, dass die Zündsatzl@omponenten vor dem Einbringen in die Dispersion oder Lösung in trockener Form miteinander gemischt werden. 2. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass die Zündsatzkomponenten im feuch ten oder gelösten Zustand der Dispersion oder Lösung zugemischt und bis zur Bildung einer homogenen Paste miteinander vermengt werden. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass die Menge der Dispersion oder Lö sung 10 bis 40 Gewichtsprozent des fertigen pasten- förmigen Zündsatzes ausmacht, wobei .der Anteil des härtbaren oder thermoplastischen Kunststoffes 5 bis 35 Gewichtsprozent - bezogen auf die Dispersion oder Lösung - beträgt. 4. Verwendung nach Patentanspruch III, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandung der Zündkapsel aus Metall oder Kunststoff besteht. 5.
    Verwendung nach Patentanspruch III, dadurch gekennzeichnet, dass der Zündsatz feucht in die Zünd kapsel eingefüllt und anschliessend bei 80 bis 100 C getrocknet wird. 6. Verwendung nach Unteranspruch 5, dadurch ge kennzeichnet, dass .der getrocknete Zündsatz gehärtet wird.
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