Verfahren und Vorrichtung zur Druckknopf-Steuerung eines Webstuhles Es sind verschiedene Verfahren zum Anlassen und Abstellen von Webstühlen bekannt. Die ältesten Ver fahren benutzen einen Hebel mit mechanischen über setzungen, gegebenenfalls Druckknöpfe, mittels derer der Motor des Webstuhles angelassen oder abgestellt wird. Erst die neueren Verfahren benutzen die Druck knopfsteuerung in Verbindung mit einer wirkungsvol len Kupplung und Bremse, die in der Maschine instal liert ist.
Keine der bekannten Vorrichtungen erfüllt je doch bei gleichzeitig geforderter Einfachheit der Aus führung gänzlich die folgenden webtechnologischen An forderungen: Das Anlassen der Maschine mindestens während ei ner einzigen Umdrehung. Das schnelle Abstellen der Maschine im Falle des Nichteinlaufens des Schussein- tragungselementes.
Das Abstellen der Maschine in der Einführungs stellung (d. h. gewöhnlich in einer solchen Stellung, wenn die Webschäfte sich in einer Reihe hintereinan der befinden) beim Signal der Kettfadenabstellvorrich- tung. Das Abstellen der Maschine beim Schussfaden bruch in demselben Webfach, in welchem es zum Fa denbruch kam und das folgende Zurückbringen der Weblade in den hinteren Umkehrpunkt, in welchem es möglich ist, den fehlenden Schussfaden zu ersetzen.
Das Ablaufen der Maschine aus einer Stellung (dem hinteren Umkehrpunkt) der Weblade, um die Biegung des Webblattes, die durch dynamische Kräfte beim An lauf des Webblattes verursacht wurde, immer gleichzu- halten. Die Möglichkeit des motorischen Antriebes so wie des Antriebes von Hand der Maschine, das bei der Einstellung des Webstuhls nötig ist.
Die Möglichkeit des motorischen Antriebes sowie des Antriebes von Hand der Maschine auch im Falle bei unterbrochener Kettfadenabstellvorrichtung (im Falle, dass es sich nicht um Fadenbruch, sondern um einen losen Kettfaden handelt). Die Möglichkeit des motorischen Antriebes der Ma schine nach einer Umdrehung nach vorn, auch bei un terbrochener Schussfadenabstellvorrichtung (für den Fall, dass das Gewebe getrennt werden muss).
Alle diese geforderten Funktionen sollen durch das nachfolgende Verfahren, insbesondere bei einem Web stuhl, erreicht werden, dessen Bremse und Kupplung durch einen Elektromagneten gesteuert werden. Das er- findungsgemässe Verfahren ist gekennzeichnet durch ei nen elektrischen Stromkreis, in den Druckknöpfe Start , Stop und Revers eingeschaltet sind, mit tels derer es möglich ist, beim Drücken eines oder zweier von ihnen, fortlaufend das Anlassen und Abstel len der Maschine, den Antrieb um eine Umdrehung, das Zurückbringen der Weblade in den hinteren Um kehrpunkt sowie den Antrieb der Maschine mittels Mo tor oder von Hand zu erzielen.
Bei einem Beispiel kann der Antrieb des Webstuh les um eine Umdrehung nach vorn durch Drücken des Knopfes Start durchgeführt werden, auf das dann unmittelbar das Drücken des Knopfes Stop erfolgt, der so lange heruntergedrückt wird, bis der Webstuhl stehen bleibt. Beim Drücken des Knopfes Start wer den z. B. die Stromkreise von Kett- sowie Schussfaden abstellvorrichtungen ausgeschaltet, was den Antrieb der Maschine auch bei Ausschaltung dieser Abstellvorrich- tungen ermöglicht, jedoch das Anlassen der Maschine bei unrichtiger Stellung des Schusseintragselementes ver hindert, das durch seine eigenen Abstellvorrichtungen kontrolliert werden kann.
Weiters kann diese elektri sche Anordnung so beschaffen sein, dass sie nach dem Impuls einer bekannten Schussfadenkontrollvorrich- tung das Abstellen der Maschine noch vor dem An schlag sichert, wobei mittels des Druckknopfes Re vers die Weblade in den hinteren Umkehrpunkt zu rückbewegt werden kann, in der es möglich ist, einen fehlenden Schussfaden zu ergänzen. Ferner können die Verhältnisse so sein, dass in der Zeit, wenn der Motor nicht eingeschaltet ist, die Stromkreise der Schuss- und Kettfadenabstellvorrichtungen ausser Tätigkeit gebracht werden können, was auch den Antrieb der Maschine von Hand auch ohne Material im Webstuhl ermög licht.
Die Vorrichtung zur Ausführung des erfindungsge- mässen Verfahrens ist erfindungsgemäss dadurch ge kennzeichnet, dass der elektrische Stromkreis auf zwei verschiedene Spannungswerte geschaltet ist, von denen der höhere nur während des Anlassens der Maschine, das ist beim Drücken des Druckknopfes Start , oder während der Tätigkeit des Schaltenschützens beim Drücken des Druckknopfes Revers für den Rück lauf der Maschine in Tätigkeit ist, und der niedrigere Spannungswert im Stromkreis nur während des Arbeit laufes der Maschine, das ist, nach dem Loslassen des Druckknopfes Start , in Tätigkeit ist.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes dargestellt. Es zeigen: Fig. 1 ein Schaltungsschema, Fig.2 das Schaltungsschema nach Fig. 1, mit Be zeichnung des elektrischen Stromflusses bei angelasse nem Motor, Fig. 3 das Schaltungsschema mit Bezeichnung des elektrischen Stromflusses bei abgebremstem Webstuhl und eingeschalteter Kupplung, beim Antrieb des Web stuhls von Hand (der Motor ist ausgeschaltet),
und Fig.4 das Schaltungsschema mit Bezeichnung des elektrischen Stromflusses bei der Rückkehr der Web- lade aus der Stellung vor dem Anschlag in den hin teren Umkehrpunkt der Weblade.
Die dargestellten Schaltschemen sind auf der linken Seite mit einer Zahlenkolonne versehen, die die Zeilen der Schemen bezeichnet. Auf der rechten Seite der Schemen befinden sich bei verschiedenen Zeilen Zah len mit einem horizontalen Strich ober- oder unterhalb der Zahl. Diese Zahlen bedeuten, dass sich in dieser Zeile entweder ein Relais oder ein Schaltschütz befin det, der in der mit dieser Zahl bezeichneten Zeile die Kontakte, die mit dem gleichen Symbol versehen sind, verbindet oder unterbricht. Das Verbinden der Kon takte wird durch einen Strich oberhalb der Zahl, die Unterbrechung hingegen durch einen Strich unterhalb der Zahl bezeichnet.
Die Vorrichtung besteht aus den folgenden Ele menten, die im Schema nach Fig. 1 eingezeichnet sind: Aus der gemeinsamen Klemme U1, U2, --. U3, für die Gleichspannung Ui, U2 und die Wechselspannung U3, weiters aus den Klemmen +Ui und +U2 der Gleichspannung Ul und U2.
In der Zeile 1 befindet sich dann von links nach rechts ein Kondensator Ci, Kontakte des Relais Ri, ZU-Kontakte einer Schussfadenabstellvorrichtung, ZO- Kontakte einer Kettfadenabstellvorrichtung, die Kon takte ZSi, und ZSP einer linken und rechten Ab stellvorrichtung der Kontrolle eines Schusseintragsele- ments, z.
B. des Greifers oder des Schützen, ein I-Elfs- ruhestellungskontakt S2 eines Schaltschützen S2 aus Zeile 7, ein zum Abstellen des Webstuhls (nicht des Motors) bestimmter Druckknopf Stop , der zum Zu rückbringen der Weblade in den hinteren Umkehrpunkt bestimmte Druckknopf Revers und ein Relais Ri (Fig. 1).
In der Zeile 2 befindet sich ein zum Lösen der Bremse des Webstuhls und zur Einschaltung einer Kupplung bestimmter Druckknopf Start , Kontakte eines Endschaltschützen KLo und Unterbrechungskon takte eines Druckknopfes Motor .
In der Zeile 3 befinden sich zwei Hilfseinschalt- kontakte S2 eines Schaltschützen S2 aus Zeile 7, die Kontakte eines Endschaltschützen K, die Hilfsruhestel- lungskontakte Si eines Schaltschützen Si aus Zeile 6 und ein die Bremse und die Kupplung des Webstuhls steuernder Magnet.
In der Zeile 4 befinden sich Kondensatoren C2 und C3. Diese dienen beim Unterbrechen der Strom kreise zum schnellen Absorbieren der elektromagneti schen Kraft, die der Magnet auslöst und dadurch zur Herabsetzung des Abbrennens der Kontakte, welche die einzelnen Stromkreise unterbrechen.
Zwischen den Zeilen 4 und 5 liegt die zweite Klem me -#. U3 der Wechselspannung U3.
In der Zeile 5 befinden sich Schaltkontakte des Druckknopfes Motor aus der Zeile 2, weiters ein Relais R2 mit den Kontakten eines thermischen Relais RT, das zum Stromschutz des Antriebsmotors dient.
In der Zeile 6 bedeuten R2 die Kontakte eines Relais R2 aus Zeile 5, weiters die Unterbrechungskon takte des Druckknopfes Revers aus der Zeile 1, S2 die Hilfsruhestellungskontakte des Schaltschützen S2 aus der Zeile 7 und Si den Schaltschützen des Motors für den Lauf des Webstuhles nach vorne.
In der Zeile 7 befinden sich die Schaltkontakte des Druckknopfes Revers , weiters die Hilfsruhestellungs- kontakte Si des Schaltschützen Si aus der Zeile 6, und der Schaltschütze S2 für den Rücklauf des Motors zum Zurückbringen der Weblade in den hinteren Umkehr punkt.
Die Hilfsruhestellungskontakte S2 in der Zeile 6 und Si in der Zeile 7 sichern gegenseitig die Schalt schützen Si und S2 gegen gleichzeitiges Einschalten, das beim Verschweissen einer der Kontakte eintreten könnte.
In den Schaltschemen auf den weiteren Zeichnun gen sind für gleiche Bauteile die gleichen Symbole be nutzt, zwecks besserer übersicht, jedoch nur bei Kon takten, Schaltern und Relais, die für die folgende Funk tionsweise des Stromkreises nötig sind.
Beschreibung der Funktionsweise: Zwecks Erfüllung aller in der Einleitung angeführ ten Forderungen ist es nötig, die folgenden Operatio nen durchzuführen: Anlassen des Motors (Fig. 2).
Lösen der Bremse des Webstuhls und Einschalten der Kupplung: Mit dem Motor ausser Betrieb für den Antrieb von Hand bei der Einstellung des Webstuhls (Fig. 3). Während des Vorwärtslaufes des Motors für: a) den normalen Arbeitslauf des Webstuhls, b) eine Umdrehung nach vorn.
Nach der Veränderung des Drehsinns des Motors für das Zurückbringen der Weblade in den hinteren Umkehrpunkt (Fig. 4) bei: a) der Beseitigung eines Schussfadenbruches, b) dem Abstellen des Webstuhls infolge des Nichtein laufes des Schusseintragelementes, wenn die Weblade in den hinteren Umkehrpunkt gebracht werden muss, und das Schusseintragselement in die richtige Stellung verschoben wird und der Webstuhl aus dem hinteren Umkehrpunkt der Weblade angelassen wird.
Anlassen des Motors (Fig. 2); Zum Anlassen des Motors dient der Druckknopf Motor , dessen Kontakte sich in der Zeile 2 (Un terbrechungskontakt) und in der Zeile 5 (Schliesskon- takt) befinden. Die Unterbrechungskontakte des Druckknopfes Motor in der Zeile 2 unterbrechen zuerst aus Sicherheitsgründen den Stromkreis des Ma gneten, das auch während der Ruhestellung des Motors durch Drücken des Knopfes Start entweder aus Ver sehen oder bei der Einstellung der Maschine einge schaltet werden kann. Die Schaltkontakte des Druck knopfes Motor in der Zeile 5 schliessen den Wech selstromkreis U3 (gestrichelt dargestellt). Der Strom kreis hat zwei Abzweigungen.
Eine Abzweigung läuft auf der Zeile 6 über die Kontakte des Druckknopfes Revers , die Ruhestellungshilfskontakte S2 und die Spule des Schaltschützen Si, während die zweite Ab zweigung auf der Zeile 5 über die Spule des Relais R2 läuft und nach Verbindung beider Abzweigungen über die Kontakte des thermischen Relais RT auf der Zeile 5 den Stromkreis mit der zweiten Klemme U3 schliesst.
Die Hauptkontakte des Schaltschützen S, ver binden den Motor mit dem Stromnetz und die Kon takte des Relais R2 auf Zeile 6 verbinden dauernd den Wechselstromkreis, so dass es schon möglich ist, den Druckknopf Motor zu lösen.
Der so geschlos sene Stromkreis ist in Fig. 2 mit starken Linien darge stellt, der geschlossene Schaltschütz S2 unterbricht die Hilfsruhestellungskontakte Si in Zeile 3, die während des Laufes des Motors nicht die Kontakte der Kett- fadenabstellvorrichtung ZO und der Schussfadenab- stellvorrichtung ZU überbrücken, in Zeile 1. Die Ab stellung des Motors wird durch einen nicht dargestell ten Hauptschalter des elektrischen Stromes oder durch den Druckknopf des thermischen Relais RT in der Zeile 5 durchgeführt.
Der gewöhnliche Kraftstromkreis sowie die üblichen Spannungsquellen sind in dem Schaltschema zwecks besserer übersieht nicht darge stellt.
Das Lösen der Bremse des Webstuhls und das Ein schalten der Kupplung zwecks Antriebes des Webstuh les von Hand beim Motor in Ruhestellung (Fig. 3). Durch Drücken des Druckknopfes Start wird der Gleichspannungsstromkreis +U2, wie in Fig. 3 gestri chelt dargestellt, geschlossen, weiters in der Zeile 1 über die Kontakte ZSL und ZSP der linken und rechten Abstellvorrichtung zur Kontrolle des Greifers,
die Hilfsruhestellungskontakte S2 des Schaltschützen S2, über die Kontakte des Druckknopfes Stop , über die Kontakte des Druckknopfes Motor in der Zeile 2, wo zwei Abzweigungen entstehen;
die Abzweigung in der Zeile 3 ist durch ein Elektromagnet abgeschlossen, der die Lösung der Bremse des Webstuhls und das Schliessen der Kupplung steuert, und die Abzweigung in der Zeile 1 führt über die Kontakte des Druck knopfes Revers und die Windung des Relais Ri. Weiters verbinden sich beide Abzweigungen und schlies- sen den Stromkreis auf der gemeinsamen Klemme -U2, -Us.
Der Kontakt des Relais R, in der Zeile 1 bringt die Arbeitsspannung +Ui auf den Stromkreis. Der Ruhekontakt des Schaltschützen Si in der Zeile 3 ver bindet entweder alle oder nur einige Abstellstromkreise derart, dass der Stromkreis auch bei abgetrennten Ab- stellvorrichtungen geschlossen bleibt. Im erwähnten Falle ist nur die Schussfadenabstellvorrichtung ZU und die Kettenfadenabstellvorrichtung überbrückt.
Die Ab stellvorrichtungen zur Kontrolle des Schusseintrags- elementes ZSL und ZSP sind nicht durch diesen Kon takt Si überbrückt, da beim Verdrehen von Hand ihre richtige Einstellung durchgeführt und kontrolliert wer den kann. Weiters schliesst sich der Stromkreis über ZSP und ZSL, S2, den Druckknopf Stop usw., wie der stark gezeichnete Stromkreis zeigt.
Dadurch ist der Stromkreis dauernd auf den Strom +Ui geschaltet und der Druckknopf Start kann ge löst werden. Dieser Zustand ist in Fig. 3 mit einem dicken Strich bezeichnet. Da beim Lösen der Bremse des Webstuhls und beim Einschalten der Kupplung der Anker des Magnets die Luftspalte überbrückt, ist die Spannung +Ui höher als die Spannung +Ui, die nach der Überbrückung der Luftspalte nur den Magnetanker in eingeschalteter Stellung hält.
Zwischen den Klem men +U2 und +Ui kann jedoch kein Kurzschluss eintreten, da der Transformator mit den Abzweigun gen auf Ui und U2, die mittels Dioden gleichgerich tet sind, als Quelle dieser Spannung sowie als elektri sches Ventil dient.
Weiters ist in Fig. 3 zu sehen, dass alle Abstellvorrichtungen (ZO-Kettfadenabstellvorrich- tung, ZU-Schussfadenabstellvorrichtung und ZS-Grei- ferabstellvorrichtung) sich in eingeschaltetem Zustand befinden müssen, da anders bei unterbrochener Kett- oder Schussfadenabstellvorrichtung der Vorschub von Hand durchgeführt werden kann, oder der Webstuhl nur dann angetrieben werden kann,
wenn dor Druck knopf Starb> gedrückt ist.
Die Lösung der Bremse des Webstuhls und die Einschaltung der Kupplung während des normalen Be triebes des Webstuhls (Fig. 1): Nach dem Anlassen des Motors durch Drücken des Druckknopfes Motor wird der Webstuhl durch Drücken des Druckknopfes Start in Gang gesetzt, wo es zum Einschalten des Stromkreises wie vorher kommt, nur mit dem Unterschied, dass die Kontakte Si in der Zeile 3 ausgeschaltet sind und der Strom kreis des Stromes +Ui über die Kontakte der Schuss- und Kettfadenabstellvorrichtung (ZU und ZO) ge schlossen werden muss.
Das Abstellen des Webstuhls ist dann in den fol genden Fällen möglich: Durch Drücken des Druckknopfes Stop .
In dem Falle wird der Stromkreis nicht aug; nblick- lich unterbrochen, da er noch über die Kontakte des Endschaltschützen K in der Zeile 3 geschlossen ist, der den Stromkreis erst dann unterbricht, wenn sich die Weblade im hinteren Umkehrpunkt befindet, wo durch die Umdrehung beendet wird. Die Unterbre chung des Stromkreises hat das augenblickliche Ab stellen des Webstuhls zur Folge.
Falls der Stromkreis durch irgend etwas in den Kontrollvorrichtungen unterbrochen ist. Die Schuss- fadenabstellvorrichtung ZU unterbricht den Stromkreis und stellt den Webstuhl in einer Stellung ab, in der sich die Weblade vor dem Anschlag befindet. Die Kon trolle des Einlaufes des Greifers ZSL und ZSP im Falle eines Mangels stellt ebenfalls die Maschine in ei ner Stellung ab, wenn sich die Weblade vor dem An schlag befindet.
Die Kettfadenabstellvorrichtung ZO un terbricht den Stromkreis in einem beliebigen Augen blick, wird aber durch den Endschaltschützen KZo überquert, der den Webstuhl abstellt, wenn sich die Webschäfte hintereinander befinden (Stellung, in wel cher der Kettfadenbruch beseitigt wird).
Aus dem Schema in Fig. 1 ist ersichtlich, dass der Webstuhl auch bei unterbrochener Kett- oder Schuss- fadenabstellvorrichtung angelassen werden kann. Das ist besonders dann notwendig, wenn die Kettfadenab- stellvorrichtungen nicht deswegen wirken, dass es zum Fadenbruch kam, sondern wegen der loseren Kett- fäden. In diesem Falle ist der Webstuhl nur bis dann in Tätigkeit, solange der Druckknopf Start gedrückt ist.
Antrieb des Webstuhls nach einer Umdrehung: Durch Drücken des Druckknopfes Start beginnt der Webstuhl anzulaufen, und zwar aus dem hinteren Umkehrpunkt der Weblade. Durch augenblickliches Drücken des Druckknopfes Stop wird der Strom kreis wieder über die Kontakte des Endschaltschützen in der Zeile 3 geschlossen und der Webstuhl beendet die Umdrehung bis in den hinteren Umkehrpunkt der Weblade, wenn der Stromkreis durch die Kontakte K des Endschaltschützen in der Zeile 3 unterbrochen wird.
Das Zurückbringen der Weblade aus der Stellung vor dem Anschlag in den hinteren Umkehrpunkt (Fig. 4). Durch Drücken des Druckknopfes Revers wird in der Zeile 1 aus dem Stromkreis das Relais Ri und in der Zeile 6 die Abzweigung des Stromkreises aus geschaltet, in der sich der Schaltschütze S, befindet, wodurch der Motor von dem Stromnetz abgeschaltet wird.
Zugleich schliesst der ausgefallene Schaltschütz Si die Hilfsruhekontakte Si in der Zeile 7 der Strom kreisabzweigung mit dem Schaltschütz S2. Die Schlies- sung dieser Abzweigung des Stromkreises wird durch die Kontakte des Druckknopfes Revers in der Zeile 7 beendet.
Der Schaltschütz S2 verbindet den Motor mit dem Stromnetz derart, dass sich dieser in entgegengesetzter Richtung dreht, und zwar so lange, solang der Druck knopf Revers gedrückt bleibt. Zugleich aber verbin den die Hilfskontakte des Schaltschützen S2 in der Zeile 3 die Klemme +U2 über die Kontakte K des Endschalters und der Stromkreis wird weiter über die Kontakte des Druckknopfes Motor und den Magne ten auf die Klemme U2 geschlossen. Der Magnet löst die Bremse des Webstuhles und schaltet die Kupplung ein. Der Webstuhl läuft nach hinten. Der Kontakt K des Endschalters unterbricht den Stromkreis und stellt den Webstuhl ab, sobald die Weblade den hinteren Umkehrpunkt erreicht.
Der Motor dreht sich jedoch noch immer nach hinten, solange der Druckknopf Re vers gedrückt wird. Sobald der Druckknopf Revers losgelassen wird, unterbrechen sich seine Kontakte in der Zeile 7, die Abzweigung des Schaltschützen S2, der Motor wird vom Stromnetz abgeschaltet und in der Zeile 6 werden von neuem die Kontakte des Diuckknopfes Revers eingeschaltet, wobei mittels der Hilfsruhestellungskontakte S2 die Abzweigung des Schaltschützen Si geschlossen wird, der wiederum den Motor mit dem Netz auf den ursprünglichen Drehsinn verbindet.
Der Motor läuft, der Webstuhl steht und nach Beseitigung des Mangels (Fadenbruch oder Nicht einlauf des Greifers) kann dieser durch den Druck knopf Start in der Zeile 2 anlaufen gelassen werden. Es wird noch erklärt, warum es nötig ist, das Re lais Ri aus dem Stromkreis durch die Kontakte des Druckknopfes Revers in der Zeile 1 auszuschalten,
auch wenn bei eingeschaltetem Schaltschütz S2 in der Zeile 7 seine Hilfsruhestellungskontakte S2 in Zeile 1 den Stromkreis über den Endschalter K führen und nach Einlauf der Weblade in den hinteren Umkehr punkt die Kontakte Ri in der Zeile 1 durch Unter brechung des Stromkreises gelöst werden würden. Im Falle, dass jedoch die Bedienung den Druckknopf Re vers bis zum Abstellen der Weblade in der hinteren Stellung nicht halten würde und das Relais Ri in der Zeile 1 die Kontakte Ri in der Zeile 1 halten würde,
dann würde der durchgeschaltete Strom aus der Klem me +Ui augenblicklich den Webstuhl in Richtung nach vorne anlaufen lassen. Der Gang des Webstuhls würde jedoch wieder durch die Abstellvorrichtung abgestellt werden, die ursprünglich in Wirkung trat, das Zurück bringen müsste jedoch wiederholt werden.
Aus der Beschreibung der Funktion ist ersichtlich, dass zur Erfüllung aller Anforderungen, die aus der Webtechnologie hervorgehen, nur drei Druckknöpfe ge nügen, und zwar Start , Stop und Revers . Durch Drücken des Druckknopfes Start wird der Webstuhl in normalen Gang gebracht. Durch Drücken des Druck knopfes Stop wird der Webstuhl abgeschaltet (nicht der Motor). Durch wechselweises Drücken der Druck knöpfe Start und Stop kann der Webstuhl um eine Umdrehung (eine Schusseintragung) angetrieben werden.
Falls der Webstuhl durch eine Kontrolleinrich- tung abgestellt wurde (Schuss- oder Kettfadenabstell- vorrichtung oder durch die Einlaufkontrolleinrichtung des Schusseintragselements), d. h. in einer Stellung, in der sich die Weblade vor dem Anschlag befindet, kann die Weblade in die Hinterstellung durch Drücken des Druckknopfes Revers zurückgebracht werden.
Der vierte Druckknopf Motor wird normal nur am Anfang der Arbeitsschicht angewendet, es ist des halb möglich, diesen ausserhalb der Steuerungsschalt tafel anzubringen, z. B. auf den Kasten der elektri schen Installation, wo sich auch der Druckknopf des thermischen Relais RT und der Hauptschalter befin den. Das Abstellen des Motors kann durch Drücken des Druckknopfes RT oder durch Abschalten des Hauptschalters durchgeführt werden. Auf der Schalt tafel des Webstuhls sind zwecks besserer Übersicht nur drei Druckknöpfe angebracht.