Bandspannvorrichtung in einer ein Folienband verarbeitenden Maschine
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Bandspannvorrichtung in einer ein Folienband verarbeitenden Maschine. Bekannte Maschinen dieser Art werden beispielsweise in der Papierindustrie verwendet, wobei das zu bearbeitende (z. B. zu beschichtende oder zu bedruckende) Papierband von einer Vorratsrolle über eine Spannvorrichtung mit nachgeordneter Abgabewalze abgezogen und dabei durch eine Bearbeitungsstation hindurch z. B. zu einer Aufwickeiwalze geführt wird.
Um einen einwandfreien, gleichförmigen Lauf des Fo lienbandes durch die Maschine hindurch zu gewährleisten, muss die gewünschte Bandspannung möglichst konstant gehalten werden. Nun sind aber die Vorratsrollen in den wenigsten Fällen genau zylindrisch; jede Abweichung von der Zylinderform des Vorratswickels führt aber zu einem ungleichmässigen Bandablauf. Mit einer zwischen Vorratsrolle und Abgabewalze angeordneten Spannvorrichtung sollen diese Ungleichheiten kompensiert und die Bandspannung konstant gehalten werden. Die zu diesem Zweck üblichen Spannvorrichzungen besitzen eine schwingend gelagerte sogenannte Tänzerwälze mit üblicherweise nachgeordneter Führungswalze, wie dies in Fig. 1 der beiliegenden Zeichnung beispielsweise dargestellt ist. Das Band 1 (z.
B. ein Papierband) wird von einer Vorratsrolle 2 abgezogen und wird dabei unter einer Tänzerwalze 3 hindurch und über eine Führungswalze 4 zur Abgabewalze 5 geführt, von wo das Rand zur nicht gezeichneten Bearbeitungsstation gelangt. Die Walze 3 der Spanavorrichtung ist an Hebeln 6 gelagert, die am Maschinengestell angelenkt sind. Durch diese Walze 3, die um ihre Anlenkstelle am Gestell schwingen kann, wird Idas Band 1 auch bei ungleichmässigem Ablauf von der Rolle 2 stets gespannt gehalten. Diese erwünschte Wirkung der Walze 3 ist in der Praxis aber nur bei relativ kleinen Bandgeschwindigkeiten (bis etwa 200 m/min) gegeben.
Da bei ungleichmässigem Bandlauf die Walze 3 eine schwingend Bewegung ausführt, tritt bei grösserer Bandgeschwindigkei- ten leicht ein Abheben und anschliessendes Zurückfallen der Walze 3 ein. Bei stark ungleichförmigem Bandlauf führt dies zu starken Schlägen auf das Band, was häufigen Bandriss zur Folge hat.
Diese Nachteile sind bei der erfindungsgemässen Spannvorrichtung vermieden; sie ist zu diesem Zweck dadurch gekennzeichnet, ! dass mehrere, mit Abstand parallel nebeneinander liegende, dem Band als Auflage dienende Ausgleichswalzen vorhanden sind, die je unter Federspannung vertikal begrenzt beweglich abgestützt sind, während zwischen den Ausgleichswalzen auf dem Band aufzuliegen bestimmte Leitwalzen ortsfest abgestützt sind.
Die Mehrzahl solcher Ausgleichswalzen, ihre entgegen Federspannung mögliche, begrenzte Vertikalbeweglichkeit und der zwangsläufige Niederh alte effekt der ortsfesten Leitwalzen ermöglichen es, eine sich durch einen bestimmten ungleichförmigen Bandablauf ergebende Bandlängenänderung zwischen Vorratsrolle und Abgabewalze (gleichbleibender Bandnachzug vorausgesetzt), die einen bestimmten Ausgleichshub der Spannmittel bedingt, einerseits auf mehrere Ausgleichswalzen zu verteilen und anderseits zu dämpfen, so dass zu Bandriss führende Schläge, wie sie bei einer einzigen, ungedämpften bzw. in ihrer Bewegung unbegrenzten Spannwalze bei grösseren Bandgeschwindigkeiten unvermeidlich sind, nicht auftreten können.
Fig. 2 der beiliegenden Zeichnung zeigt schematisch ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemässen Spannvorrichtung.
Mit 11 ist in Fig. 2 ein Papierband bezeichnet, das von einer Vorratsrolle 12 in nicht näher dargestellter Weise durch eine Bearbeitungsstation (z. B. zum Beschichten des Bandes mit einer Farbschicht zwecks Herstellung von Kopierpapier) hindurchgeführt wird. Es versteht sich, dass es sich auch um ein Kunststoffband handeln könnte. Nach Verlassen der Vorratsrolle 12 läuft das Band 11 über mehrere, beim gezeichneten Beispiel fünf, mit Abstand nebeneinanderliegende Ausgleichswalzen 13; zwischen den Walzen 13 sind auf dem Band 11 aufliegende, ortsfeste Leitwalzen 14 angeordnet. Von der letzten Ausgleichswalze 13 weg führt das Band 11 über eine Abgabewalze 15 zur genannten Bearbeitungsstation. Die Ausgleichswalzen 13 sind entgegen Federbelastung vertikal begrenzt beweglich abgestützt.
Beim gezeichneten, nur schematisch, gedachten Ausführungsbeispiel sind die Tragarme 16 der Walzen 13 in Zylindern 17 geführt, wobei obere und untere Federn 18a, 18b, die sich an einer oberen bzw. einer unteren Querwand 17a, 17b der Zylinder 17 abstützen, für die gewünschte Federspannung sorgen. Zweckmässig sind die Federn 1 8a, 1 8b bezüglich ihrer Spannung einstellbar. Die Anordnung ist dabei so getroffen, dass sich die Walzen 13 unter der normalen, am Band 11 angreifenden Betriebszugkraft annähernd in der Mitte ihres möglichen Vertikalhubes befinden, so dass sie bei ungleichförmigem Bandlauf nach oben und unten ausweichen können. Durch die getroffene Anordnung ist der mögliche Hub der Walzen 13 begrenzt.
Die die Hubbegrenzung bestimmenden Querwände 17a, 17b sind zweckmässig einstellbar, so dass der maximal mögliche Hub jeder Ausgleichswalze 13 innerhalb gewisser Grenzen beliebig eingestellt werden kann. Dabei wird so vorgegangen, dass die Summe der möglichen Hübe aller Ausgleichswalzen 13 nur wenig grösser ist als der (aus der Praxis bekannte) notwendige Gesamthub zum Ausgleich der grösstvorkommenden Ungleichheiten im Bandlauf. In der Praxis liegt dieser Gesamthub etwa bei 4 bis 5 cm. Es kann zweckmässig sein, den gewünschten Gesamthub nicht gleichmässig auf alle Ausgleichswalzen zu verteilen. In keinem Fall aber wird man einer einzigen Walze 13 den Gesamthub zugestehen.
Auf diese Weise ist es möglich, den Hub einer jeden Ausgleichswalze 13 auch bei grossen Bandgeschwindigkeiten (bis zu 400 mimin und mehr) so zu begrenzen, dass sie nicht in der Lage ist, erhebliche, vom Hub abhängige Schläge auf das Band auszuüben. Ausserdem bewirken natürlich die vorgesehenen Federn in jedem Fall noch eine Dämpfung dieser Schläge. Zusätzlich können die Federabstützflächen der Querwände 17a, 17b (oder bei anderer Konstruktion die Hubbegrenzungsanschläge für die Walzenarme 16) mit einem Dämpfungsmaterial, z. B.
Gummi oder Kunststoff, versehen sein.
Bei einer z. B. durch eine Unrundheit der Vorratsrolle 12 auftretenden Ungleichheit im Bandablauf wird diese zuerst die der Vorratsrolle 12 zunächst liegende Ausgleichswalze bis zu ihrem maximal möglichen Hub zum Ausweichen bringen; reicht dieser Hub noch nicht aus zur Ausgleichung des ungleichförmigen Bandlaufs, so wird auch die nächste (eventuell auch alle weiteren) Ausgleichsrolle im Rahmen ihrer begrenzten Hubmöglichkeit ausweichen.
Da keine ungedämpften, grosshubigen Schläge mehr auftreten können, sind durch Schläge in der Spannvorrichtung bewirkte Bandrisse praktisch unmöglich. Der Aufbau der Spannvorrichtung aus unter sich gleichen Bauelementen ergibt eine relativ einfache, auch bezüglich Montage und Unterhalt billige Konstruktion.