Vorrichtung zum Verschlüsseln und zum Entschlüsseln eines Klar- bzw. Geheimtextes Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Vorrichtung zum Verschlüsseln und zum Entschlüsseln eines Klar- bzw. Geheimtextes.
Bei derartigen, selbsttätig wirkenden Vorrichtungen wird jedem Textzeichen meist eine digitale Signalfolge oder Signalgruppe zugeordnet und in dieser Form auch verarbeitet. Solche Signalfolgen oder -gruppen sind heute allgemein u. a. im Fernschreibwesen, in der Da tenverarbeitung üblich und bestehen in der Regel aus einer Anzahl einzelner Dualsignale (bit), die auf eine (in der Regel konstante) Anzahl Stellen verteilt sind. Im Fernschreibwesen sind z. B. fünfstellige Signalgrup pen üblich.
Bei der Verschlüsselung werden nun die einzelnen Textzeichen entsprechenden Signalgruppen mit einer Schlüsselinformation oder einem Schlüsselzeichen ver arbeitet, welches in der Regel ebenfalls durch eine Si gnalgruppe gleicher Stellenzahl mit einzelnen Dualsigna len dargestellt ist und von einem besonderen Schlüssel geber erzeugt wird. Die Verarbeitung geschieht in ei nem Verschlüsselungsmechanismus, wo die beiden Si gnalgruppen (Textzeichen und Schlüsselzeichen) ge mischt werden, wobei das Resultat dieser Mischung, je nachdem ob ver- oder entschlüsselt wird, die dem Geheim- oder dem Klarzeichen entsprechende Signal gruppe ist.
Sinnvoll erscheint eine Verschlüsselung nur dann, wenn sie gegen einen unbefugten Zugriff gesichert ist. Um eine möglichst grosse diesbezügliche Sicherheit zu erlangen, wurden immer verfeinerte Schlüsselgeber und Verschlüsselungsmechanismen geschaffen und zu Vor richtungen vereinigt, die sowohl an der Sende- wie auch auf der Empfangsseite den ihnen zugeführten Text nach den vom Schlüsselgeber und vom Verschlüsselungs mechanismus bestimmten Gesetzen verarbeiteten.
Es ist jedoch eine Tatsache, dass die von solchen Vorrichtungen gebotene Sicherheit nur so lange ge- währleistet ist, als nicht gleichartige Vorrichtungen in unbefugtem Besitz sind. Da aber damit gerechnet werden muss, dass Ver schlüsselungsgeräte möglicherweise auch in unbefugten Besitz gelangen, ist damit der Sicherheit der bekannten Geräte eine Grenze gesetzt.
Die vorliegende Erfindung bezweckt nun eine Vor richtung der eingangs genannten Art zu schaffen, deren Tätigkeit nicht ausschliesslich von den von den Benüt zern zuvor vereinbarten und der Vorrichtung eingege benen Gesetzen (oder Schlüssel) abhängt.
Die vorliegende Erfindung stützt sich auf die Er kenntnis, dass die Zeichenfolge des verarbeiteten Tex tes selbst einen Zufallsfaktor darstellen, der zu Ver schlüsselungszwecken herangezogen werden kann.
Dementsprechend besitzt die vorgeschlagene Vor richtung eine Eingabe- und eine Ausgabestelle für den verarbeiteten Text und einen zwischen der Eingabe- und der Ausgabestelle geschalteten Verschlüsselungs mechanismus und ist erfindungsgemäss dadurch ge kennzeichnet, dass der Verschlüsselungsmechanismus an einen Speicher gekoppelt ist, der seinerseits mit der geheimseitigen Aus- bzw. Eingabestelle gekoppelt ist.
Die vorgeschlagene Vorrichtung benützt also zur Bildung der Schlüsselinformation eines der vorherge henden, vorzugsweise das unmittelbar vorhergehende Geheimtextzeichen, so dass das mit dieser Vorrichtung durchgeführte Verschlüsselungsverfahren als textab hängig bezeichnet werden kann.
Es wäre zwar denkbar, die Textabhängigkeit des Verfahrens auch damit zu erreichen, dass zur Bildung der Schlüsselinformation eines der vorhergehenden Klar textzeichen herbeigezogen wird. Dieses Verfahren hätte aber den folgenschweren Nachteil, dass bei einem über mittlungsfehler eines einzigen Geheimzeichens die Ent schlüsselung der darauf folgenden und richtig übermit telten Geheimzeichen nicht mehr möglich ist.
Dagegen ist die vorgeschlagene Vorrichtung ver- hältnismässig unempfindlich auf übermittlungsfehler, denn ein falsch übermitteltes Geheimzeichen zieht bei der Entschlüsselung nur zwei falsche Klartextzeichen nach sich, die sich auf der Empfangsseite in der Regel aus dem Zusammenhang des ganzen Textes heraus ohne Rückfrage korrigieren lassen.
Nachfolgend sind Ausführungsbeispiele des Erfin dungsgegenstandes anhand der Zeichnung näher erläu tert. Es zeigen: Fig. 1 ein vereinfachtes Prinzipschema einer Aus führungsform der vorgeschlagenen Vorrichtung.
Fig. 2 bis 17 ein vereinfachtes Schema einer prak tischen Ausführungsform der Vorrichtung analog zu der Fig. 1 mit den verschiedenen Kontaktstellungen beim Verschlüsseln. (Fig. 2 bis 9) und beim Entschlüs seln (Fig. 10 bis 17) von je drei Textzeichen.
Fig. 18 bis 22 ein vereinfachtes Schema einer Aus führungsvariante wiederum mit verschiedenen Schalter stellungen.
Die in Fig. 1 dargestellte Vorrichtung ist in nach ihrer Funktion getrennten Bausteinen gegliedert darge stellt, wobei durch Pfeile einerseits die gegenseitige Kopplung der Bausteine aneinander, andererseits der Informationsfluss von dem einen Baustein zum andern dargestellt ist.
Es versteht sich indessen, dass in der praktischen Ausführungsform diese Bausteine zweck- mässig nicht räumlich getrennt sind, sondern ineinan- dergreifen. Die Wahl der Darstellungsart der Fig. 1 ist lediglich des besseren Verständnisses wegen getroffen worden.
Die in Fig. 1 dargestellte Vorrichtung besitzt dem nach eine Eingabestelle 10 für den Klartext. Diese Ein gabestelle kann z. B. eine Tastenklaviatur, ein Loch streifenabtaster, ein Telegraphenempfänger oder derglei chen sein. Der Eingabestelle 10 gegenüber ist eine Aus gabestelle 11 für den Geheimtext vorgesehen. Diese Ausgabestelle 11 kann z. B. aus einem Telegraphie geber, einem Lochstreifenstanzer oder einem Druck werk bestehen.
Zwischen der Eingabestelle 10 und der Ausgabe stelle 11 ist ein Schlüsselmechanismus 12 geschaltet, der sich zweckmässig mit einem Rechenwerk verglei chen lässt.
Dieser Schlüsselmechanismus 12 besitzt neben dem Eingang von der Eingabestelle 10 her, zwei weitere Eingänge: der eine von einem Schlüsselgeber 13 her und der andere von einem Speicher 14 her, welcher seinerseits mit der Ausgabestelle 11 gekoppelt ist.
Die Richtung des Informationsflusses ist durch Pfeile angegeben und zwar bleibt im Falle der Doppel pfeile 16, 17 und 18 diese Richtung sowohl beim Ver schlüsseln wie auch beim Entschlüsseln dieselbe, wäh rend beim Verschlüsseln die Richtung des Informations flusses im Sinne der dick ausgezogenen Pfeile 15 und 19 und beim Entschlüsseln im Sinne der dünn ausge zogenen Pfeile 20 und 21 verläuft.
Im Prinzip erfolgt nun die Verschlüsselung wie folgt: Die Ausgabestelle 10 gibt ein Klartextzeichen an den Schlüsselmechanismus 12 weiter (Pfeil 15). In die sem wird zunächst ein vom Schlüsselgeber 13 geliefer ter (Pfeil 17) Schlüsselwert mit dem vom Speicher 14 gelieferten (Pfeil 16) vorausgegangenen Geheimzeichen zu einem Schlüsselzeichen verarbeitet. Darauf wird das Klartextzeichen mit diesem Schlüs selzeichen zum entsprechenden Geheimzeichen ver arbeitet und sodann vom Schlüsselmechanismus 12 an die Ausgabestelle 11 (Pfeil 19) weitergegeben.
Die Vorgänge beim Entschlüsseln sind analog, mit dem Unterschied, dass die Eingabe- und die Ausgabe stelle ihre Rollen vertauschen, d. h., dass die Ausgabe stelle 11 zur Eingabestelle für den Geheimtext wird und die Eingabestelle 10 zur Ausgabestelle für den Klartext. Zu beachten ist, dass der Speicher stets mit der Geheimseite gekoppelt ist.
Anhand der Fig. 2 bis 17 soll nun eine erste prak tische Ausführungsform und deren Arbeitsweise erläu tert werden.
Einleitend ist hierzu zu bemerken, dass die Vor richtung so aufgebaut ist, dass für jedes einzelne Dual signal (bit) einer zu verarbeitenden Signalgruppe ein Satz gleichartiger Schaltelemente vorgesehen ist, so dass z. B. für den üblichen Fernschreibercode fünf gleich artige Sätze in Frage kommen. In den Fig.2 bis 17 sind der 'Übersichtlichkeit wegen lediglich zwei Sätze dargestellt. Der erste Satz mit der Indexbezeichnung 1 und der n-te Satz mit der Indexbezeichnung n .
Mit S sei generell ein Schlüsselgeber bezeichnet, z. B. ein rechenwerkartiges Gebilde, ein Lochstreifen abtaster oder dergleichen, der für jede zu verarbeitende Signalgruppe eine neue Schlüsselsignalgruppe erzeugt. Diese letzteren sind im vorliegenden Beispiel durch die Stellung der 3 Umschalter s11 , S12 , sls bzw.
Snl , Sn2 , Sn3 dargestellt, deren Anzahl natür lich pro Satzelement kleiner oder grösser sein könnte, wobei je nach Ausführungsart des Schlüsselgebers ver schiedene Schalter gemeinsam, andere wieder unabhän gig voneinander betätigt werden können.
Es versteht sich, dass der Schlüsselgeber S , wel cher der übersichtlichkeit halber in den Figuren sinn- gemäss in zwei Satzelementen S1 und S" darge stellt ist, in der praktisch ausgeführten Vorrichtung zu einer integralen Einheit zusammengefasst werden kann. Auch besteht die Möglichkeit, die Leitungszüge der einzelnen Schlüsselelemente unter sich zu permutieren.
Mit a sind die Kontakte der Eingabestelle be zeichnet, die von einer Klaviaturtaste, einem Lochstrei- fenabtaster, einem Telegraphenempfänger oder derglei chen betätigbar sind.
Mit sr12 bzw. srn2 sind Ausgabekontakte von Sekundärregisterrelais bezeichnet, die die verarbeitende Information an einen Telegraphie geber, einen Lochstreifenstanzer, einen Drucker oder dergleichen weitergeben srll bzw. sr"1 sind dazu gleichsinnig geschaltete Hilfskontakte.
Im folgenden sei vorerst der Vorgang beim Ver schlüsseln näher erläutert, wobei jeder einzelnen Be triebsphase eine eigene Figur zugeteilt ist und jeweilen nur diejenigen Kontakte eingezeichnet sind, die in der betreffenden Betriebsphase wesentlich sind.
Fig.2 Eingabe eines ersten Zeichens : + - (Relais- und Schalterkontakte nach oben gelten als + , nach unten als - .) über jetzt geschlossene Steuerkontakte 11 n1 , die durch nicht dargestellte Nockenscheiben oder der gleichen betätigt werden, sind ein Primärregister bil dende, polarisierte Relais PRI und PR" zu den Eingabekontakten a1 bzw.
an derart durchver bunden, dass die zugehörigen Relaiskontakte prl und prn analoge Lagen zu den Eingabekontakten einnehmen, und auch beibehalten, wenn die Steuerkon takte 11 , ni sich wieder öffnen.
Fig.3 Verschlüsselung und Ausgabe eines ersten Textzeichens.
Die Steuerkontakte 12 bis n2 , wiederum durch nicht weiter dargestellte Mittel betätigt, sind geschlos sen. Die Relais SRI bis SR" werden über die Mischkontakte ml , m. an die Speicherkontakte pr1 , pr" geschaltet und ihre Anker nehmen die der Stromdurchflutung entsprechende Lage ein, d. h. die Kontakte srll und srl2 gehen nach + , die Kontakte sr"1 , sr"2 nach - .
Es ist hier zu bemerken, dass stets zu Beginn der Operationen, durch (wiederum nicht dargestellte) Mit tel, die Kontakte ml , m" durch entsprechende Beaufschlagung der Relais Ml und M" in eine definierte Lage gebracht werden. Diese braucht nicht für alle Relais M gleich zu sein, aber immer gleich, wenn die Ver- oder Entschlüsselungsoperationen be gonnen werden; im vorliegenden Fall sei angenommen, dass die Relais in die + Lagegeworfen wurden.
Der Steuerkontakt c , für alle Ausgänge gemein sam, schliesst die Ausgänge an eine gemeinsame Lei tung und es ist ersichtlich, dass das Zeichen +, - ausgegeben wird.
Fig. 4 Schlüsselvorbereitung für Zeichen 2.
Die Kontakte srll bis sr"1 sind in der glei chen Stellung wie die nun wieder abgetrennten Aus gabekontakte srl2 bis sr"2 . Die durch (wiederum nicht dargestellte) Mittel betätigten Steuerkontakte 1s bis n3 sind geschlossen und schalten die polarisier ten Mischrelais Ml und M" an die Schlüsselket ten, die durch die eben erwähnten Hilfskontakte abge schlossen werden, dergestalt, dass die Anker ml und m, eine neue, durch die Stromdurchflutung gege bene Lage einnehmen, und auch beibehalten, wenn die Steuerkontakte sich öffnen.
Fig. 5 Eingabe eines zweiten Zeichens -, - . Über die Steuerkontakte 11 und ni wird die Information wiederum in den Primärregisterrelais PR. und PR" gespeichert, analog wie in Fig.2 für das Zeichen + , - dargestellt.
Fig. 6 Verschlüsselung und Ausgabe des zweiten Zeichens.
Über die Steuerkontakte 12 und n2 und die Iülfs- kontakte ml und m" wird den Sekundärregister relais SRi und SRn die neue Information aufge prägt. Der Steuerkontakt c legt die Relaiskontakte srl2 und srn. an den Ausgang, der + , + an zeigt.
Fig. 7 Schlüsselvorbereitung für ein drittes Zeichen Der Schlüsselgeber S hat inzwischen seine Schal terstellungen verändert (er wird durch nicht dargestell te Mittel jeweilen für eine Signalgruppe ausgelöst).
Die Steuerkontakte 1s und na legen die Misch relais Ml und M" an die Schlüsselketten, ml und m" gehen in die Lage +, + .
Fig. 8 Eingabe des dritten Zeichens.
Das Zeichen + , - wird sinngemäss in den Kon takten prl und pr" gespeichert.
Fig. 9 Verschlüsselung und Ausgabe des Zeichens 3. Die Steuerkontakte 12 und n2 legen die Se kundärregisterrelais SR an Spannung. Der Ausgabe- kontakt c legt die Kontakte srl2 und srn2 an den Ausgang. Es wird + , - angezeigt.
Für die Entschlüsselung werden sinngemäss wieder eine Anzahl Arbeitsphasen durch separate Figuren dar gestellt, wobei die einzelnen Zeichen denjenigen ent sprechen sollen, die bei der Besprechung des Verschlüs selungsvorganges ausgegeben wurden.
Fig. 10 Eingabe des ersten Zeichens.
Aus der zu den Fig. 2 und 3 gehörenden Beschrei bung ging hervor, dass das erste Zeichen aus der Kom bination + , - bestand. Diese Signalgruppe wird hier durch die Kontakte a1 und a" dargestellt. Die Steuerkontakte 12 und ni sind wiederum ge schlossen, so dass die Information in den Primärregi- sterkontakten prl und pr" sinngemäss gespeichert wird.
Fig.11 Entschlüsselung und Ausgabe des ersten Zeichens.
Die Steuerkontakte 12 und n2 sind geschlos sen und legen nun die Sekundärregisterrelais SR1 und SR. über die Mischkontakte ml und m. an Spannung, wobei wiederum zu bedenken ist, dass beim ersten Zeichen die Mischkontakte durch nicht dargestellte Mittel in eine definierte Lage gebracht wer den. Im vorliegenden Fall ist diese Lage, wie zuvor be schrieben, +, + . Sinngemäss ergibt sich dadurch für die Sekundärregisterkontakte die Lage +, - .
Diese wird durch den Steuerkontakt c abgegeben und an den Kontakten srl2 und sr"2 wird diese Infor mation entsprechend angezeigt bzw. weitergeleitet.
Fig. 12 Schlüsselvorbereitung für das zweite Zei chen.
Der Steuerkontakt c wird geöffnet, hingegen wer den die Kontakte 1s und na geschlossen. Dadurch werden die Mischrelais M an die Schlüsselkette ge legt. In der dargestellten Lage ergibt sich daraus, dass beide Mischrelais Ml und M" in die Lage -, - gehen. Ihre zugehörigen Kontakte mi und m" sind somit für Zeichen 2 in dieser Lage vor bereitet.
Fig. 13 Eingabe für das zweite Zeichen.
In der üblichen Weise wird das zweite Zeichen wieder in den Primärregisterkontakten pri und pr" gespeichert. Diesmal handelt es sich um die Kombination +, + .
Fig. 14 Entschlüsselung und Ausgabe des zweiten Zeichens.
Die Steuerkontakte 12 und n2 werden ge schlossen, wodurch die Sekundärregisterrelais SR an Spannung gelegt werden und entsprechend der Strom durchflutung ihre Kontakte steuern. Die Kontakte srl2 und srn2 nehmen die Lage -, - ein, die durch den gemeinsamen Steuerkontakt c als Infor mation weitergegeben wird.
Fig. 15 Schlüsselvorbereitung für das dritte Zeichen. Der Steuerkontakt c wird geöffnet, die Hilfskon takte srii und sr"1 sind in der Lage -, - die Steuerkontakte 1s und n3 werden geschlossen, wo durch die Mischrelais M eine neue Lage einnehmen, diesmal gehen ihre Kontakte in die Lage -, - .
Fig. 16 Eingabe des dritten Zeichens.
Sinngemäss wird das Zeichen 3 in den Primärregi- sterkontakten gespeichert, Kombination +, - .
Fig. 17 Entschlüsselung und Ausgabe des dritten Zeichens. Die Kontakte 12 und n2 werden geschlossen und bringen die Sekundärregisterrelais SR an Span nung, entsprechend der Stromdurchflutung werden die Kontakte sr12 und srn2 umgelegt. Ihre Lage wird durch den Steuerkontakt c als Information -, + weitergegeben.
Die vorliegende Ausführungsform mit Relais und Kontakten ist eine der möglichen Ausführungsarten der Erfindung, bei der die Mischinformation durch soge nannte exklusive- oder Verknüpfung oder Vorzei chenmultiplikation von zwei Informationen erhalten wird. Eine andere Art Mischung, bei der dual addiert wird, sei nachfolgend anhand der in Fig. 18 bis 22 darge stellten Ausführungsvariante beschrieben; wobei wieder um in einzelnen Figuren verschiedene Phasen darge stellt werden.
In den Figuren 18 bis 22 soll die linke Stellung der Kontakte mit + , die rechte mit - bezeichnet bzw. angetönt sein. Immerhin sei hier le diglich das Grundprinzip erläutert, da ja die Funktions weise der ganzen Informationsverarbeitung grundsätz lich gleich ist, wie weiter vorn beschrieben, und ledig lich der Mischvorgang anders durchgeführt wird.
Auf Fig. 18 und den folgenden Figuren ist deshalb nur der eigentliche Mischteil und zwar nun für duale Addition dargestellt, wobei statt nur zwei, hier drei Sätze von Schaltelementen zur Abbildung gelangen, um die Sache übersichtlicher zu gestalten.
Es versteht sich von selbst, dass die Anzahl Schalt elemente hier auch grundsätzlich beliebig sein kann und sich der Anzahl Bits einer zu übertragenden Signal gruppe anpassen muss.
Mit pri , pr2 , prs sind drei Kontakte des Primärregisters bezeichnet. Mit mi , m2 , ms die drei Kontakte der Mischrelais, jetzt in Form von Dop pelumschaltkontakten.
Mit SR sind wiederum die nun neutralen Sekun där- oder Ausgaberegisterrelais bezeichnet mit ihren Hauptkontakten srii , sr21 , srs1 und den neu dazu gekommenen Haltekontakten sris , sr2s und srss die über einen durch nicht dargestellte Mittel betätigten Nockenkontakt n an den Pluspol gelegt werden können.
Die Relais Ul , U2 , U3 mit ihren Hauptkon takten u12 (vierfach) und u22 und Hilfskontakten ull , u21 sind neu.
Im ersten Satz Schaltelemente ist - rein der sym metrischen Darstellung wegen - ein nicht näher be zeichneter Block von vier Umschaltekontakten vorhan den, die in den weiteren Sätzen durch die jeweilen vor hergehenden U-Relais betätigt werden. Andererseits ist, wie weiter sichtbar werden wird, das Relais Us mit Kontakt un überflüssig, hier aber ebenfalls aus Symmetriegründen dargestellt. (Das Ganze könnte ja mehr als drei Sätze Schaltelemente umfassen).
Die Schlüsselerzeugung ist hier absichtlich weggelassen wor den, da es nur darum geht, das andere Mischverfah ren darzustellen und der Fachmann wird sich ohne wei teres die für die vollständige Vorrichtung erforderli chen Bauelemente aus den weiter vorn erfolgten Er läuterungen entnehmen können. Mit 1<B>...</B> 6 sind Strom ventile oder sogenannte Gleichrichterdioden darge stellt, die rückläufige Stromverkettungen unterbinden sollen.
Es sei mit Bezug auf Fig. 18 angenommen, dass das Zeichen + , - , - (Kontakte pri, pr2 und prs) eingegeben sei und die Mischkontakte mi, m2 und ms die Schlüsselinformation -, +, - darstellen (Fig.18).
Die duale Addition beginnend mit der ersten Stelle gibt, wenn für Kontakte nach links (also +) die Infor mation L und für Kontakte nach rechts (also -) die Information O gesetzt wird, das Resultat<B>:</B> L + O=L. Es ist aus der Fig. ersichtlich, dass SR1 zieht und sich über sr1s selber hält, solange der Steuerkontakt n geschlossen ist, was er auch ist, bis bei srii die In formation weitergeleitet wird.
Die Addition der zweiten Stelle ergibt O + L = L, was wieder durch Erregung des Relais SR2 und Selbsthaltung über sr2s und Informationsabgabe bei sr2i dargestellt wird. Die Summe der dritten Stelle ergibt O + O = O, somit ist srsi in der rechten Lage.
In Fig. 19 sei folgende Kombination vorgesehen: Als Klarzeichen im Primärregister das Zeichen +, -, + , und als Schlüsselzeichen in den Mischkontakten das Zeichen +, -, + .
Die Summe der ersten Stellen ergibt L + L = O mit (+ L) als Übertrag. Im konkreten Fall heisst das, dass nun das Relais Ui zieht und sich, solange n ge schlossen bleibt, über den Hilfskontakt uii selber hält und natürlich in die zweite Stelle ein Übertrags signal in Form der betätigten Kontaktgruppe u12 eingibt.
Die Summe der zweiten Stellen ergibt O + O (+ L) = L. Es wird nun hier ja die übertragene Information (L) von der ersten Stelle her mitgerechnet. SR1 zieht, sr21 gibt + als Information ab. Die Summe der dritten Stelle ergibt L + L = O mit (+ L) als Übertrag. Ist diese Stelle die letzte einer Si gnalgruppe, so wird dieser Übertrag fallengelassen. Sind weitere Stellen vorhanden, so wird der Übertrag wie weiter oben, in der nächsten Stelle mitgerechnet.
In Fig.20 sei die Addition des Textzeichens +, +, - mit dem Schlüsselzeichen +, +, + dar gestellt.
1. Stelle: L + L = O (+ L) als Übertrag.
2. Stelle: L + L (+ L) = L (+L) als Übertrag.
3. Stelle: O + L (+ L) = O (+L) als Übertrag, welch letzterer Übertrag wiederum vernachlässig wird. Bei der Informationsweiterverarbeitung wird nun stets eine Inversion durchgeführt, die z. B. durch Ver tauschen der Ausgänge an den sri Kontakten er reicht werden kann. Wenn wir also in den drei auf geführten Fällen die Resultate aufzeichnen, +, +, - , -, +, - , -, +, - so wird übertragen, gedruckt oder sonstwie endgültig aufgezeichnet: -, -, + , +, Für die Entschlüsselung wird analog vorgegangen, und es sei das Zeichen aus Fig. 19, also nach Inversion +,-, + in Fig. 21 zur Entschlüsselung dargestellt.
(Das dazugehörige Schlüsselzeichen ist +, -, + .) 1. Stelle: L + L = O (+ L) als Übertrag. 2. Stelle: O + O (+ L) = L.
3. Stelle: L + L = O + (L) als Übertrag.
Letzterer wird wieder, wie weiter vorn erwähnt, vernachlässigt, sofern es sich bei der 3. Stelle um die letzte Stelle der Signalgruppe handelt. Der Ausgang O, L, O ergibt also -, +, - und nach der obligatorischen Inversion +, -, + , was dem ursprünglichen Klarzeichen entspricht.
In Fig.22 sei das anhand der Fig.20 erhaltene Geheimzeichen entschlüsselt.
Eingabe: +, -, + und Schlüssel +, +, + . 1. Stelle: L + L = O (+ L) als übertrag.
2. Stelle: O + L + (L) = O + (L) als übertrag. 3. Stelle: L + L + (L) = L (+ L) als übertrag. Letzterer wird wieder vernachlässigt.
Ausgang: O, O, L nach Inversion +, +, - , was wiederum dem ursprünglichen Klarzeichen entspricht. Aus dieser Ausführung ergibt sich, dass nebst der weiter vorn beschriebenen Vorzeichenmultiplikation auch die duale Addition für Verschlüsselungszwecke im erwähnten Sinne eingesetzt werden kann, wobei dieses System sinngemäss auch für die eigentlichen Schlüssel bildungsketten, die die M-Relais steuern, angewendet werden kann.
Es versteht sich von selbst, dass weitere technische Möglichkeiten bestehen, die vorgeschlagene Vorrich tung zu verwirklichen. So können z. B. optische (mit magnetisch gesteuerten Spiegeln, oder mit Lampen, Fotozellen), hydraulische, pneumatische oder elektro nische Schaltelemente, wie sie heute in der allgemeinen Datenverarbeitung üblich sind, anstelle der dargestell ten Relais treten.
Die vorliegende Darstellung mit Relais wurde des halb gewählt, weil sie zur beispielsweisen Erläuterung der Vorrichtung sich besonders gut eignet und für das Verständnis der Erfindung nicht besondere Kenntnisse der neuesten Technik der Datenverarbeitung voraussetzt.