Vorrichtung zur Herstellung von Käse, insbesondere Hartkäse
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung von KÏse, insbesondere Hartkäse, mit wenigstens einer Form sowie einer Abfüll-und Presseinrichtung.
Für die Herstellung von KÏse sind Presseinrichtun- gen bekannt, bei denen ein beweglicher Deckel von oben auf den Käselaib'drückt,dessenGegenlager von einem festem Träger oder einer Unterlage gebildet ist.
Der bewegliche Deckel kann mechanisch, pneumatisch oder hydraulisch betätigbar sein. Es ist auch vorgeschlagen worden, einen Behälter zu verwenden, der zwi- schen einem äusseren festen Deckel und einem inneren beweglichen Deckel eine Blase enthält, die durch ein Druckmedium aufblasbar ist, und den beweglichen Dekkel nach unten drückt. Derartige Binrichtungen sind verhältnismässig schwer und aufwendig. Vielfach sind bei den bekannten Abf ll- und Pre¯einrichtungen einzelne BehÏlter vorgesehen, die ins Innere einer Wanne odor dergleichen igebracht werden müssen, welche beim Auspressen des Käsebruches in schwimmender Molke die ausgepre¯te Molke aufnimmt. Der Transport solcher Behälter bzw. Einrichtungen ist sehr umständlich.
Bei einer weiteren bekannten Einrichtung mit'einem im BehÏlter nach oben beweglichen Pre¯stempel ist der Transport leichter, doch kann dabei nicht in der Molke gepresst werden. Meist wird auch die Form, in welche der Käsebruch gefiüllt wird, zuerst mit Tüchern ausgeschlagen und dann erst der Käse gepresst, der sich anschliessend als Käselaib aus der Form herausheiben lässt. Auch diese zusätzliche Auskleidung ist umständlich und in hygienischer Beziehung nicht ideal.
In den KÏsereien war es bislang üblich, da¯ die KÏselaibe beispielsweise eingepackt m Käsetücher und umgeben von HolzjÏrben und Holzpre¯deckeln auf einen Presstisch gebracht wurden. Die Geschwindigkeit der Auskühlung im Käselaib, welche die Säuerung be einflusst und eine bedeutungsvolle Rückwirkung auf die QualitÏt des Käses hat, hing dabei von der herrschenden Raumtemperatur ab. In moderneren Betrieben bat man das gesamte Käsereilokal auf eine gewünschte Temperatur aufgeheizt, oder man brachte die Käselaibe in einen Pressraum, der seinerseits die gewünschten Temperatu- ren. aufwies.
Dies bedingte einerseits einen grossen Energieaufwand, erschwerte jedoch anderseits gleichzeitig die Arbeitsbedingungen des Personals.
Aufgabe der Erfindung ist es, die Nachteile der bekannten Ausf hrungen zu vermeiden und eine verbesserte Vorrichtung zu schaffen, die bai einem Minimum an Konstruktions-, Fertigungs- und Transportaufwand eine wirtschaftliche Herstellung von Käse, ins- besondere Hartkäse, mit grosser Betriebssicherheit er möglicht, wobei die einzelnen Arbeitsschritte bequem und auch durch angelerntes Personal ausf hrbar sind.
Diese Aufgabe wird bei einer Vorrichtung der ein gangs erwähnten Art erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass die Abf ll- und Presseinrichtung eine Aussenum mantelung ufweist, an welcher die Form oder Formen lösbar befestigt ist bzw. sind.
Diese Massnahme ermöglicht eine äusserst rationelle Arbeitstechnik, wobei nur eine einzige Bodienungsper- son erforderlich ist. Die Formen können mit einem Handgriff an der Au¯enummantelung der Wanne bzw. des Pre¯tisches befestigt werden, wobei die Au¯enummantelung ein unerwünschtes Abfliessen der Molke beim Einfüllen des Molke-Käsebruch-Gemisches verhindert.
In der Zeichnung ist ein Ausf hrungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 die Vorrichtung im Querschnitt nach der Schnittlinie 1-1 der Fig. 2,
Fig. 2 die Vorrichtung in Ansicht von oben.
Die Ummantelung der Vorrichtung ist entweder als fest eingebaute Wanne 1 oder als fahrbare Abfüllwanne 2 vorgesehen. Die Wanne enthÏlt mehrere Formen 19, die durch Trennwände 3 mit Gummipfropfen 4 abgetrennt werden können. In einer Ecke der Abfüllwanne 1 bzw. 2 ist ein Standrohr 5 angebracht, das im InnerenmiteinemStandrohmufsatz 6 versehen ist.
Innerhalb der Press-und Abfüllwanne l, 2 sind entsprechend der Anzahl der Formen Presseinheiten vorgesehen. (dièse bestehen aus einem als Pressstempel dienenden Hubzylinder 9 und d einem Pre¯teller 10, der durch einen Faltenbalg 8 ge,,-en das Innere der Wanne 1, 2 abgedichtet ist. In der Wanne 1, 2 ist in BodennÏhe ein Chemikalien-Zuführungsrohr 12 angeordnet.
Längs der Oberkante der äusseren Wannenbegrenzung befindet sich ein Sprührohr 13. Ausserdem sind Luft- anschlüsse 14 vorgesehen.
Im Falle einer fest eingebauten Wanne 2 ist ein starrer Unterbau 16 vorhanden, während bei einer fahrbaren Abfüllwanne 2 ein Fahrgestell die Abstützung gegenüber dem Boden übernimmt. Fussventile 18 songen für die BetÏtigung der Pre¯einrichtung. Diese weist eine Pressplatte 20 auf, auf welcher eine untere Kunststoff- einlage 21 aufruht Auf letztere ist eine untere Siebplatte 22 aufgelegt. Die Form 19 ist obe. durch einen Deckel 25 abgeschlossen, der mit einer oberen Kunst- stoffeinlage 24 und einer darunter befindlichen oberen Siebplatte 23 versehen ist.
Die dünnen Kunststoffolien verhindern das Kleben der perforierten Metall-Siebplatten 22,23 mit dem aufgelegten Deckel 25 bzw. der Pressplatte, so dass der Käselaib nach Beendigung des Käsepressens glatt abgehoben werden kann. Ausserdem wird der Abfluss der Molke durch d. ie eingelegten Kunststoffolien beg nstigt.
Von Vorteil ist es, wenn die Form mehrere Schichten verschiedener Kunststoffe aufweist, wobei die innere Schicht bzw. die inneren Schichten h¯here Festigkeit als die Aussenschichten besitzen, beispielsweise mit einer Glasfaserverstärkung.
Zur Befestigung des Deckels 25 dienen Stifte 26.
Auf die Form 19 ist ausserdem ein Füllrahmen 27 aufsetzbar.
Die Form 19 besitzt Nocken 29, welche unter Haken 11 greifen, die auf dem Unterbau 16 bzw. dem Fahrgestell angebracht sind. Wird die Form 19 mittels des Handgriffs 15 geöffnet, so weitet sie sich radial auf, so dass sich die Nocken 29 aus den Haken 11 l¯sen und die Form axial abgenommen werden kann.
An gegenüberliegenden Wänden der Wanne 1 bzw.
2 sind Drehzapfen 30 angeordnet, so daf3 die ganze Wanne 1, 2 während des Pressvorganges bzw. zur Ent- nahme der Käselaibe um die Längsachse gekippt wer- den kann.
Dadurch ist es möglich, den KÏs während des Pressvorganges zu wenden, ohne da¯ er der Käseform entnommen, aus Tüchern ausgepack@, auf einem Tisch gewe. ndet und nachher wieder in frische T cher eingewickelt werden muss. Das Wenden in der Wanne hat einen n g nstigen Einflu¯ auf die Molkenverteilung im Käselaib, wodurch die QualitÏt des KÏses gesteigert wird.
Am Boden der Wanne 1, 2 ist ein WÏrmeaustauscher in Form einer Heizschlange 31 angeordnet, die eine Temperierung des Innenraumes der Wanne 1, 2 e. rmöglicht. Diese kann mit einem Isolierdeckel abdeckbar sein, um Wärmaverluste gegenüber einem tiefer temperierten Raum zu verhindern.
Indem man in einen solchen Zwischenmantel oder Wärmeaustauscher ein Heizmedium, beispielsweise Dampf, Wasser oder Öl, oder auch ein Kühlmittel einströmen lϯt, kann die Temperatur des Innenraumes der Wanne, den jeweiligen Erfordernissen entsprechend eingestellt werden. Zweckmϯig ist insbesondere die Anordnung einer Heizschlange am loden der Wanne, die das AufwÏrmen des Hohlraumes in der Wanne mit Steuerung von Hand oder automatisch gestattet. Dadurch kann die Raumtemperatur des Käsereilokales wesentlich tiefer gehalten werden, und der Säuerungs- verlauf ist weitgehend stauerbar, je nach den Anwei sungen des Betriebsleiters.
Die niedrigeren Heizkosten bedeuten eine weitere starke Steigerung der Wirtschaft- lichkeit. Damit kein WÏrmeverlust zufolge der tieferen Raumtemperatur entsteht, bann über die Wanne ein Deckel aus isolierendem Material gelegt werden.
Die e Vorrichtung wird wie folgt benützt :
Das von einem Käsekessel kommende Gemisch von bereits geschnittenem und gebranntem KÏsebruch und Molke wird über Iden Füllrahmen 27 in n die offene Form 19 geleitet. Je mehr Gemisch in die Form 19 gelangt, um so mehr Molke tritt aus den Locher der Siebform 19 aus und sammelt sich in der Wanne 1 bzw.
2. Ist dis Form 19 gefüllt, so wird der F llrahmen 27 labgenommen, die obere'Siebplatte 23 samt der Kunst- stoffeinlage 24 eingelegt und der Deckel 25 mit den Stiften 26 befestigt. Nun wird die Presseinrichtung betätigt, deren Pressteller 10 den Käsebruch gegen den Deckel 25 presst, wobei die Molke durch die Löcher der Form 19 und der Siebplatten 22,23 sowie gegebe- nenfalls durch (nicht dargestellte) Radial-Nuten der Pressplatto 20 und des Deckels 25 in die Wanne 1, 2 gelangt. Bei Erreichen der Oberkante des Standrohres 5 läuft die Molke über.
Die in der Wanne 1, 2 gestaute Molke bildet so, einen Luftabschluss, der beim Einfüllen des Gemisches und beim Pressen die Bildung von Lufteinschlüssen im Käsebruch verhindert. Sobald letzterer gen gend fest zusammengepresst wonden ist, zieht man das Standrohr 5 aus seinem Sitz heraus, so da¯ die Molke aus der Wanne l, 2 in ein darunter angeordnetes Gefϯ oder in eine Leitung abläuft. Bei dem folgenden weiteren Pressen besteht wegen des dichten Vorpressens keine Gefahr von Luft-oder Molkeneinschlüssen mehr.
Der Zutritt von Luft zu der perforierten Form 19 f¯rdert die Rindenbildung. Hat schlie¯lich der KÏselaib die gewünschte Konsistenz erreicht, so entfernt man den Deckel 25 sowie die obere Siebplatte 23 und l¯st die Spanneinrichtung 15 der Form 19, wodurch diese den KÏselaib freigibt. Durch erneuta Betätigung der Pre¯einrichtung wird der Pressteller 20 so weit gehoben, da¯ er etwas höher liegt. als der obere Rand der Wanne 1, 2. Dabei wird der KÏselaib ganz aus der Form 19 ausgestossen, wozu eine teleskopisch ausdehnbare Kolbenstange vorhanden ist, die sich durch den im Hubzylinder 9 herrschend. en Druck automatisch verlängert, wenn letzterer die auf dem Pressteller ruhende Last überwindet.
Der Käselaib kann dann zur weiteren Be arbeitung oder Lagerung bequem seitlich ber den Rand der Wanne 1, 2 geschoben werden, unter Umständen nach Wegfahren'der ganzen Vorrichtung an eine andere Stelle der Käserei.
Es ist wichtig, dal3 die beschriebene Abfüll-und Presseinrichtung eine Aussenummantelung für eine oder mehrere Formen aufweist, die rasch, z. B. mit einem Handgriff. an der Wanne bzw. dem Pre¯tisch befestigt oder abgelöst werden kann. Diese Aussenummantelung verbindert das Abfliessen der'Molke und gewährleistet einen. stets gleich hohen Füllstand. Die Aussenumman telung könnte anstatt, aus einer Wanne 1, 2 aus einem Doppelmantel bestehen, der ebenfalls mit der Form 19 durch die Haken 11 und die Nocken 29 verklinkt ist.
Die Form 19 ist zumindest an ihren Innenflächen mit flüssigkeitsabweisendem Kunststoff versehen. Diese Massnahme verhindert ein Kleben der Käsemasse am Metall. Es sind daher keinerlei Käsetücher erforderlich, und die Vorrichtung kann auf einfachste Weise sauber gehalten werden.
An die Abfülleinheit kann mit einem Handgriff ein Luftschlauch angeschlossen werden. Während eines Pressvorganges kann der Druck mittels eines automa- tisch regulierten Pressdruckgebers genau gesteuert und den Fabrikationsbedürfnisssn angepasst werden. Die. Einhaltung des eingestellten Maximaldruckes kann durch eine automatische Anzeigeanlage sichergestellt werden.
Nach idem Pressen kann, die Mantelform mit wenigen Handgriffen entfernt werden. Der ausgescho- bene Käselaib kann mit dam Wagen oder anderen Transportmitteln zum Salzbad transportiert werden.
Werden Lage und Abmessungen des Salzbades der Vorrichtung angepa¯t, so mu¯ der KÏse zwischen dem KÏsekessel und dem Salzbad kein einziges Mal mit menschlicher Kraft gehoben werden.
Wenn man zuerst'die Aussenummantelung mit Molke füllen und hernach den Käsebruch unter dem Molkenspiegel langsam einflie¯en lassen will, ist diese Ausf hrung besonders zweckmϯig, um den oberen Rand der Form zu erh¯hen. Es ist jedoch auch m¯glich, anstelle des Füllrahmans einen Abfüllturm auf die Form aufzusetzen, der die gesamte Käsebruch-Molkenmenge in kurzer Zeit aufnimmt. In diesem Falle fliesst die Molke durch die perforierte Form ab, und der Käse- bruch bleibt zurück.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung kann auch in Verbindung mit bestehenden Prcssanlagen Verwendung finden. In dilesem Falle wird der Käsebruch aus dem KÏsefertiger in die Form abgef llt, die sich auf der fahrbaren und mit TrennwÏnden ausgestatteten Abf llwanne 2 befindet. Sie wird mach idem Sedimentieren zum vorhandenen Käsepresstisch. gefahren. Auf diesen wird'die Form geschoben, wo die obere Siebplatte 23 und der Pressdeckel 25 sowie die bisher verwendeten Käsepresskreuze eingelegt werden können. Sodann werden'die Pressen von Hand nachgespannt. Eventuell können die vorhandenen mechanischen Käs ! epressen auf pneumatischen Betrieb umgebaut werden.
Die erfindungsgemϯe Vorrichtung erm¯glicht eine sehr gro¯e Arbeitszeiteinsparung und Arbeitserleichterung. Sie ist durch eine einzige Bedienungsperson hand habbar und äusserst anpassungsfähig an die herzustellen- den Fabrikate und ihre Abmessungen sowie an die Schwankungen der zu verarbeitenden Milchmenge. Da keine festen Einbauten in das GebÏude vorgenommen werden müssen und kostspielige Armierungen für Böden und WÏnde oder andere statische Konstruktionen nicht erforderlich sind, kan. n Idie Produktionsmenge in jeder beliebigen KÏserei ohne gro¯e bauliche VerÏnderungen und mit geringsten Kosten erh¯ht werden. Die ver wendeten einfachen p@eumatischen und hydraulischen Einrichtungen haben eine gro¯e Lebensdauer und sind besonders f r nasse Betriebe geeignet.
Ein besonderer Vorteil d'er orfindungsgemässen Vorrichtung ist die einfache und hygienische Sauberhaltung der Maschinen und Gerätschaften.
Die Vorrichtung k¯nnte auch so angeordnet sein, dass die f r die Durchf hrung aller Arbeitsschritte erforderlichen Einrichtungen vereinigt sind, nÏmlich eine Abfüllwanne, zugleich Molkenauffangbassin, eine Presse zum Vorpressen des KÏsebruches unter dem Molkenspiegel sowie zum Pressen des KÏselaibes, ein Pre¯stempel zum Herausheben des KÏselaibes aus der Form, eine Wendeeinrichtung und Mittel zur Reinigung der
GerÏtschaften in der gleichen Wanne. Eine solche An Ordnung ist leicht und billilg hersbellbar und wirtschaftlich in der Verwendung. Transportvorgänge werden weitgehend vermieden. Bis zum Auspacken des KÏselaibes werden nur wenige Kilogramm in vertikaler Richtung verschoben.
Dabei sind nur leichte Teile zu bewegen, die ohne Schwierigkeiten von einem Bedienungsmann getragen werden k¯nnen. Zweckmϯigerweise geht man so vor, dass die abgenommenen Teile neben der Form in vertikaler Richtung in die Wanne gestellt wer den. Sobald der Käselaib der Form entnommen worden ist, werden die Teile in horizontaler Richtung in die ge¯ffnete Form eingelegt. Anschlie¯end kann die Abf llund Pre¯wanne durch ein zentrales SÏure- und Laugensystem mit einer Reinigungsflüssigkeit beschickt werden. Dabei kann ein Zirkulationskreislauf vorgesehen sein, wobei ein Wärmaverlust durch eine im Laugentank eingebaute Heizung ausgeglichen wird.
Auf diese Weise k¯nnen nicht nur Formenteile, sondern auch F lleitun gon und andere Gerätschaften des Käsereibetriebes einer einwandfreien Säuberung unterzogen werden.