CH447880A - Fussbekleidung mit einer Auskleidung für das Fussgelenk und Verwendung derselben als Skischuh - Google Patents
Fussbekleidung mit einer Auskleidung für das Fussgelenk und Verwendung derselben als SkischuhInfo
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Description
Fussbekleidung mit einer Auskleidung für das Fussgelenk und Verwendung derselben als Skischuh Die vorliegende Erfindung betrifft eine Fussbeklei- dung und deren Verwendung als Skischuh, bei der eine starre und sichere Einbettung des Fussgelenkes verlangt wird. Insbesondere betrifft sie eine Auskleidung für das Fussgelenk des Trägers.
In letzter Zeit wurden bedeutende Anstrengungen unternommen, um einen angenehm zu tragenden Ski schuh zu entwickeln, der auch gleichzeitig eine genü gende Stütze für den Fuss und dessen Gelenk bietet. Z. B. wird in einer Patentschrift ein äusserer schwenk barer Gelenkknochenschutz beschrieben, der den Ab satz des Fusses flach auf die innere Schuhsohle drückt, aber gleichzeitig das Vorbeugen des Knies erlaubt.
Wenn nun dieser Schuh so stark geschnürt wird, dass dabei ein zuverlässiger Halt des Fusses entsteht, wird ein gleich- mässiger aber stetiger Druck auf das gesamte Fussge- lenkt ausgeübt, was ein unangenehmes, wenn nicht schmerzliches Gefühl erweckt. Gemäss einer weiteren Patentschrift wird auch versucht, diese Nachteile zu ver meiden, und zwar indem am hinteren Teil des Schuhs Auspolsterungen angebracht werden, die sich in die Vertiefungen hinter dem Fussgelenk einschmiegen kön nen.
Bei der heutigen Verwendung sind aber auch diese Auspolsterungen unangenehm, da ein nicht geringer Druck auf eine relativ kleine Fläche ausgeübt wird. In einer anderen Patentschrift wird erläutert, wie diesem Problem durch eine das Fussgelenk einschliessende, mit Gas oder Flüssigkeit gefüllte Auskleidung begegnet wer den soll. Die verwendete Füllung ist entweder Luft, oder, wie später ebenfalls versucht wurde, ein Frostschutzmit tel enthaltendes Wasser. Obwohl dieser Schuh relativ an genehm zu tragen ist, hat er den Nachteil, dass sich jeder aufkommende Druck sofort und gleichförmig über die ganze Fläche der Auskleidung verbreitet, und dabei in den weichen Teilen des Fussgelenkes einen Schmerz er zeugt.
Zweck der vorliegenden Erfindung ist nun die Schaffung einer Fussbekleidung, die angenehm zu tragen ist und eine ausgezeichnete Stütze für den Fuss bildet.
Die mit einer Auskleidung für das Fussgelenk versehene erfindungsgemässe Fussbekleidung ist da durch gekennzeichnet, dass die Auskleidung ein Polster aus Material enthält, das auf einen plötzlichen Druck wie ein fester Gegenstand, auf einen gleichförmigen Druck jedoch wie eine Flüssigkeit reagiert, und dass der gepolsterte Teil der Auskleidung mindestens einen Teil des Fussgelenkes umgibt.
Die Fussbekleidung wird erfindungsgemäss als Ski schuh verwendet, bei dem ein aufkommender Druck lokal vermindert werden kann. So kann z. B. die eine Seite des Fusses entlastet werden, indem mit dem Fuss gegen die andere Seite gedrückt wird, und umgekehrt. Dies ermöglicht eine freie Blutzirkulation und verhindert das Unwohlsein, das entsteht, wenn über längere Zeit ein gleichförmiger Druck auf den Fuss ausgeübt wird, was besonders bei Verwendung von zusammengepress- tem Schaumgummi oder einem ähnliche Eigenschaften aufweisenden Kunststoff, Luft- oder flüssigkeitgefüllten Polstern usw. zutrifft.
Bei solchen Anordnungen wirkt sich eine Veränderung des Fussdruckes unverzüglich in einer unvermeidlichen, gleichförmigen Kraft aus, durch welche die Blutzufuhr abgeschnitten wird.
Ein solcher Skischuh kann sich auch dem ganzen Fuss des Trägers anpassen, und bei Anwendung von in vernünftigen Grenzen bleibenden Kräften trotzdem an genehm zum Tragen sein.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstan des wird nachstehend anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt: Fig. 1 einen Schnitt durch eine in der erfindungsge- mässen Fussbekleidung verwendete gepolsterte Ausklei dung; Fig. 2 die Stelle, an der die gepolsterte Auskleidung von Fig. 1 seitlich und hinter dem Fussgelenk im In nern der Fussbekleidung angebracht ist, und Fig. 3 einen Schnitt durch die Linie 3-3 von Fig. 2.
Allgemein gesprochen kann die gepolsterte Ausklei dung als ein fliessfähiges Material mit hoher Viskosität bezeichnet werden, das einer schnellen Deformation widersteht und im, das Fussgelenk umschliessenden Teil der Fussbekleidung angeordnet ist. Dieses fliessfähige Material mit hoher Viskosität reagiert auf einen plötzli chen Druck wie ein fester Gegenstand, und auf einen gleichförmig auferlegten Druck wie eine Flüssigkeit. Solche fliessfähigen Materialien mit hoher Viskosität, die einer schnellen Deformation widerstehen, sind z.
B.: a) im US-Patent 2 431 878 beschriebene Stoffe, deren Grundstoff ein mit Boroxyd vermischtes flüssiges Dimethylsilikon ist, und die unter dem Namen Prall kitt bekannt sind; b) stereospezifischer Polybutadienkautschuk, der aus/unter Verwendung von Butadien-Alkyllithium als Katalysator hergestellt wird und mehr als 90 % 1,
4-Zu- satz enthält (30-40 % cis 1,4-); er hat eine relativ enge Molekulargewichtsverteilung, ist amorph, weist aber eine lineare Struktur auf, hat einen sehr tiefen Gefrierpunkt, ist ferner kaltfliessend, hat keine adrige Struktur, sehr gute Eigenschaften bei tiefen Temperaturen, haftet kaum an einem andern Stoff, und stösst eine Stahlkugel bei Raumtemperatur (23 c) besser zurück als natürlicher Kautschuk;
c) einige gelartige Epoxy-Harze; d) gelartige Stoffe aus wässerigem Eisenoxyd, Ton erde, Vanadiumpentoxyd, Zirkondioxyd oder Zinnoxyd; e) gelatinartige Stoffe oder Lösungen, feine Suspen sionen gewisser Lehme, wobei speziell die Bentoniten zu erwähnen sind, und f) spezielle Protein-Mischungen.
Diesen Materialien mit den vorgenannten Eigen schaften kann zusätzliche Viskosität verleiht werden, indem Fasern beigefügt werden, deren Gewicht das jenige des Grundstoffes erreichen kann, und zwar ent weder natürliche, z. B. Baumwolle- oder Wollfasern und ähnliches oder künstliche Fasern, wie z. B. aus Polysty- ren, Nylon, Akrylonitril und anderem.
Das Material wird zwischen biegsame Folien einge bettet, wie z. B. aus Leder, Kunststoff, Tuch oder Gummi. Genauer gesagt kann es Schuhleder, Saran, Polyvinylchlorid, Mylar, künstlicher oder natürlicher Kautschuk, Nylon, oder ein Walzprodukt dieser Ma terialien sein. Die Ränder des Polsters können verklebt, heiss versiegelt, verschweisst oder zugenäht werden, und zwar so, dass das Material in der Polsterhülle bleibt.
Das Polster ist im wesentlichen flach und hat eine anfängliche Dicke von 1,5-15 mm, je nach Wunsch des Trägers. Das Einsetzen des Polsters ist sehr einfach, in dem es seitlich und auf Wunsch auch hinter dem Fuss- gelenk im Schuh befestigt wird. Nach dem Zuschnüren des Schuhs entsteht ein momentanes unangenehmes Ge fühl, wobei sich aber das Polster nach wenigen Minuten (je nach Viskosität des verwendeten Materials) der Form des Fussgelenkes anpasst, und ein sehr angenehmes Ge fühl vermittelt. Wenn nun ein Druck ausgeübt wird, wird das Polster dem Fliessen widerstehen, und die Kräfte wirken auf jene Teile des Fussgelenkes ein, die diesen Kräften am besten widerstehen.
In den Zeichnungen bezeichnet 10 ein Polster, das aus zwei wasserdichten Folien 11 besteht, die fest genug sind, um das eingeschlossene Material 12 zurückzuhal ten. Das Polster 10 ist im Schuh 13 befestigt, bei dem mit 14 die Sohle und mit 15 der Absatz bezeichnet ist. Das Polster 10 ist im Oberleder des Schuhs 13 vorge sehen, und zwar vorzugsweise an den beiden Auflage stellen 16 des Gelenkknochens des Fusses 17. Es ist klar, dass der Fuss 17 in Strümpfe und/oder leichte Leder- auskleidungen eingehüllt sein kann, wobei dann das Pol ster 10 zwischen das relativ starre Oberleder des Schuhs 13 und den Strumpf oder die leichte Lederauskleidung zu liegen kommt. Auch kann, wenn ein passendes Pol ster-Material, wie z.
B. der unter (b) genannte sterospe- zifische Butadienkautschuk, gewählt wurde, eine Schicht dieses Materials zwischen das innere und das äussere Seitenleder (wird auch Innen-, resp. Aussenschuh ge nannt) eines Skischuhs eingelegt werden, wobei erst noch auf die das Material umhüllenden Folien 11 ver zichtet werden kann, da das äussere Seitenleder als äussere Folie, und das innere Seitenleder als innere Folie 11 dient.
Das Polster 10 kann so ausgebildet sein, dass es ent weder das ganze Gelenk des Fusses umkleidet, oder auch nur die seitlich und hinten liegenden Auflagestellen des Gelenkes abdeckt. Falls die letztere Lösung zur Anwen dung kommt, sollte die Zunge des Schuhs ebenfalls mit einem Polster 10 versehen werden, damit auch der vor dere Teil des Fussgelenkes bedeckt wird.
Im Gegensatz zu den bekannten Luftkissen ist dieses Polster temperaturunabhängig. Dies ist vor allem für Skischuhe wichtig, die normalerweise in einem warmen Raum angezogen und anschliessend in kalter Umgebung zur Verwendung gelangen. Die Luftkissen werden in der Kälte wesentlich kleiner als im warmen Zustand, und verlieren dadurch an Wirksamkeit.
Zu Versuchszwecken wurde ein solches Polster aus dem obengenannten Prallkitt anstelle des ähnlichen Luftpolsters in einen Henke Air-Flite Skischuh einge baut. Der zweite Schuh enthielt die normale Ausrüstung. Dabei wurde festgestellt, dass der Schuh mit der erfin- dungsgemässen Ausführung des Polsters genügend stark zugeschnürt werden konnte, um eine sichere, angenehme Stütze für den Fuss zu bilden. Dies konnte beim zweiten Schuh nicht erreicht werden, ohne dabei Schmerzen zu erwecken. Somit bildet die erfindungsgemässe Fussbe- kleidung eine bessere und angenehmere Stütze für den Fuss, als sie bisher von normalen Fussbekleidungen er reicht wurde.
Es wurden auch befriedigende Resultate erreicht, in dem das Polster direkt in den Fussgelenkteil der Strümpfe oder der im Schuh getragenen Skihosen einge baut wurde. Dabei bildet das Polster mit dem Strumpf oder der Hose eine Einheit.
Es sind selbstverständlich weitere, im Bereich der nachstehenden Ansprüche liegende Ausführungsformen möglich.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH I Fussbekleidung mit einer Auskleidung für das Fussgelenk, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausklei dung ein Polster aus Material enthält, das auf einen plötzlichen Druck wie ein fester Gegenstand, auf einen gleichförmigen Druck jedoch wie eine Flüssigkeit re agiert, und dass der gepolsterte Teil der Auskleidung mindestens einen Teil des Fussgelenkes umgibt. UNTERANSPRÜCHE 1. Fussbekleidung nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Auskleidung in einem Umfang Polstermaterial enthält, der einen vollkommenen Aus gleich und eine Verteilung eines aufkommenden Druckes erzielt. 2. Fussbekleidung nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass das Polstermaterial ein stereospe zifischer Butadienkautschuk ist.PATENTANSPRUCH II Verwendung der Fussbekleidung nach Patentan- spruch I als Skischuh, dadurch gekennzeichnet, dass das Polstermaterial zwischen ein inneres und ein äusseres Seitenleder des Skischuhes eingefügt wird.
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