Anlage an Klosettschüssel zum Abtransport von Abfällen, insbesondere Exkrementen Die vorliegende Erfindung betrifft eine Anlage an Klosettschüssel zum Abtransport von Abfällen, ins besondere Exkrementen, die in einer in der Wasser klosettschüssel vorhandenen Wasseransammlung enthal- ten sind, welche 1Gosettschüssel ein Auslassventil hat,
das den Auslass der Klosettschüssel im Ruhezustand ab schliesst und das beim Entleeren der Klosettschüssel zu öffnen ist, wobei dieser Ausllass mit einem rohrförmibgen Transportkanal verbunden ist, der zu einem Aufnahme- gefäss führt,
in dem ein unterhalb des Atmosphären drucks liegender Druck aufrechterhalten wird und der Transportkanal mit im Abstand angeordneten Wasser scheiden und jeder Leitungsabschnitt zwischen zwei auf einander folgenden Wasserscheiden mit einer Tasche zur Aufnahme von Flüssigkeit versehen .ist.
Durch die vorliegende Erfindung soll der Transport des Abfalles durch die Transportleitung erleichtert wer den. Die erfindungsgemässe Anlage ist dadurch gekenn- zeichnet, dass das Volumen jeder Tasche nur ein kleiner Bruchbeil dies Leitungsvolumens zwischen zwei aufein- anderfolgenden Wasserscheiden ist.
Die Erfindung wird nachstehend anhand der Zeich nung näher erläutert. Es zeigen: Fig. 1 und 1b eine schematische Darstellung einer Anlage gemäss der Erfindung,
Fig. 2 bis 11 eine schematische Darstellung der Funktion der erfindungsgemässen Anlage und Fig. 12 bis 15 verschiedene Ausführungsformen der die Stopfen bildenden Taschen oder Wasserverschlüsse. In der Wasserklosettschüssel 1 nach Fig. la werden von einem regelbaren Wasserzufluss kommendes Wasser und irgendwelche Abfälle, z.
B. Exkremente, gesammelt und so lange zurückgehalten, wie der steuerbare Aus lass 3 geschlossen bleibt. Der Auslass 3 ist über eine ins gesamt mit 200 bezeichnete Transport\ oder Entlee- rungsleitung 3 mit einem unter Unterdruck stehenden Auffanggefäss 201 verbunden. Eine elektrisch betätigte Evakuierungspumpe 202 ist über
elektrische Leitungen 203 und 204 durch ein druckempfindliches Relais 205 gesteuert. Die Saugseite der Pumpe 202 ist mit dem Behälter 201 über eine Leitung 206 und ihre Auslass- seite über eine Leitung 207 mit der Atmosphäre ver bunden. Das Relais 205 ist so ausgelegt, dass es die Pumpe dann in Gang setzt, wenn der Druck innerhalb des Gefässes 201 eine obere Grenze erreicht hat, z. B.
einen Druck; der 6/1o des Atmosphärendruckes beträgt, und die, Pumpe stillsetzt, wenn ein genügend hohes Vakuum wieder herbestellt ist, z. B. ein Vakuum mit 4/to des Atmosphärendruckes.
Wenn der Auslass 3 geöffnet wird, wird der Schüssel inha-lt einem unterhalb des Atmosphärendrucks liegen den Druck ausgesetzt, der auf die Auslassseite wirkt. Der Differenzdruck zwischen diesem Unterdruck und dem Atmosphärerdruck bewirkt die Fortbewegung durch den Auslass 3 in das Rohr 200.
Der Auslass 3 wird nach dem Abtransport des Schüsselinhalts noch eine gewisse Zeit lang offenbgeh@alten, so dass durch den Auslass 3 ein beträchtliches Luftvolumen in die Leitung 200 strömt. Anschliessend daran wird der Auslass nach einer vorbestimmten Zeit geschlossen. Flüssigkeit, die während einer Schliessperiode des Auslasses 3 im Ver lauf von einem oder mehreren Entleerungsvorgängen in die Leitung 200 gelangt, wird in einer oder mehreren einer Vielzahl von Taschen oder Wasserverschlüssen 208 bis 212 gespeichert.
Wenn der Auslass geschlossen wird, entleert jede Tasche einen Abschnitt der Leitung. So entleert die Tasche 208 den Abschnitt zwischen dem Auslass 3 und der Rohrbiegung 213, die als Wasserscheide oder Trennstelle dient.
Die Tasche 209 entleert den Ab schnitt zwischen den Wasserscheiden 213 und 214, die Tasche 210 den Abschnitt zwischen den Was.serschei- den 214 und 215, die Tasche 211 den Abschnitt zwi schenden Wasserscheiden 215 und,<B>216</B> und die Tasche 212 den Abschnitt zwischen den Wasserscheiden 216 und 217.
Von besonderem Vorteil an diesem System ist, dass die Leitung zwischen der Klosettschüssel 1 und dem Be hälter 201 mit verschiedenen Neigungen verlegt wer- den kann, so dass natürlich Hindernisse, z. B. ein unter dem Boden liegender Felsen 208, auf einfache Weise dadurch umgangen werden können, d.ass die Leitung ein fach geknickt wird, wie bei 216 dargestellt.
Die Rohrleitung besteht vorzugsweise aus Plastik material, z. B. aus Polyäthylen, wobei ein Plastikmate rial genügender Steifheit gewählt werden muss, um den Druckunterschied zwischen dem Atmosphärendruck und dem Druck im Behälter 201 und auch mechanischen Druck, der von der über der Rohrleitung liegenden Erde oder dergleichen herrührt, aushalten zu können. Es ist wichtig, dass die Innenfläche der Rohrleitung glatt ist, um zu vermelden, dass sich feste Partikeln an der Wand festsetzen.
Hierdurch wird auch die Reibung zwischen der Flüssigkeit und der Wand herabgesetzt. Der Innendurchmesser d. -s Rohres variiert in der Praxis zwischen 40 und 60 mm. Die besten Ergebnisse werden erhalten, wenn der Durchmesser nicht grösser als 2 Zoll oder 51 mm ist. Der Minimaldurchmesser kann aus nahmsweise 35 mm oder sogar herab bis 3/4 Zoll oder 19 mm sein. Rohre dieses Durchmesserbereiches kön nen mit beträchtlichen Längen geliefert werden, z. B.
mit Längen von 100 oder 200 m, wodurch Verbin- dungsstellen vermieden werden oder in nur ganz gerin ger Zahl erforderlich sind.
Die Fig. 2 bis 11 zeigen die Arbeitsweise in schema tischer Darstellung. Die Auslassleituncy 219 hat im dar gestellten Fall drei Wasserscheiden 220, 221 und 222 und zwei dazwischen liegende Taschen 223 und 224.
Der Auslass 3 aus der Klosettschlüssel 1 wird durch einen Schieber 4 geregelt, der durch einen nicht dar gestellten Mechanismus angehoben wind, wenn der Schüsselin.halt entleert werden soll, und der nach Ablauf einer vorbestimmten Zeit wieder abgesenkt wird, so dass er den Auslass 3 wieder schliesst. Das evakuierte Gefäss 225 soll Luft enthalten, die einen konstanten Druck von 0,5 kg(cm2 hat.
Bevor das Ventil 4 geöffnet wird, wird eine Wasser ansammlung am Boden der Schüssel 1 gebildet, die z. B. ein Volumen von 0,8 Liter haben kann. Der Innen durchmesser des Rohres 219 soll in diesem Fall 44 mm betraten, so dass der Wasserinhalt der Schüssel theore tisch einem zusammenhängenden Flüssigkeitskörper von 53 cm Länge entspricht.
Zur Klarstellung sei bemerkt, dass der Massstab des Rohrdurchmessers auf der Skizze etwa fünfmal grösser ist als der Massstab in Längsrich tung. was einem tatsächlichen Abstand der Punkte 3, 223 und 224 von ungefähr 4 m entspricht. Praktisch können diese Entfernungen beträchtlich grösser sein, was jedoch für das Prinzipielle der Funktion ohne Bedeutung ist. Die Skizzen sollen keine exakten Dimensionen einer Anlage geben.
In Fig. 2 ist angenommen, dass das Ventil gerade geöffnet hat, so dass der Atmosphärendruck in der Schüssel 1 auf die links liegende Fläche 226 des Flüs- sigkeitspfropfens 227, der sich im Rohr aus dem Inhalt der Schüssel 1 gebildet hat, einwirkt, während das rechte Ende 228 des Flüssigkeitspfropfens unmittelbar dem re duzierten Druck im Behälter 225 ausgesetzt ist.
Da der Luftwiderstand bei dien hier vorkommenden Ge schwindigkeiten vernachlässsgbar ist, ist unter Ausser achtlassung der Flüssigkeitsreibung der Differenzdruck, der auf den Pfropfen 227 wirkt, ungefähr 0,5 kg/cm2. Bei einer Pfropfenlänge von 53 cm entspricht dieser Differenzdruck in einer waagrechten Leitung einer Be schleunigungskraft von
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dem eigenen Gewicht oder der Schwerkraft des Pfrop fens und in seiner senkrechten Leitung 8,5mal diesem Gewicht.
Eine Kraft dieser Grössenordnung wirkt praktisch während der gesamten Zeit, während der der Pfropfen 27 zusammenhängt und über seinen gesamten Umfang die Wände des Rohres 219 berührt, auf diesen ein, so dass der Pfropfen als Kolben wirkt; diese Betrach tungsweise gilt unter der Voraussetzung, dass keine an deren störenden Pfropfen im Rohr sind. Wegen der ge ringen Länge des Pfropfens 227 erhält dieser schnell eine beträchtliche Geschwindigkeit. z. B. eine Geschwin- d,igkeit von 20 bis 30 m pro Sekunde.
Beim Durchgang durch das Rohr jedoch wird über den gesamten Weg 229 an der Rohrwand Flüssigkeit hängenbleiben, wäh rend die Schwerkraft quer zur Pfropfenlängsrichtung wirkt und danach strebt, diesen abzuflachen. Auf Grund der Tatsache, dass die Pfropfenflüssigkeit an den Rohr- wänden einen grösseren Bewegungswidtrstand findet als im Zentrum des Pfropfens, wird die äussere Endfläche 226 konkav und die innere Endfläche 228 konvex.
In Fig. 3 ist der Zustand des Pfropfens darg stellt, den dieser hat, wenn er die Anstiegsstelle des Rohres zwischen den Punkten 3 und 220 durchwandert hat. Der Pfropfen hat nun beträchtliche Flüssigkeitsmengen 229 und 230 an die Rohrwände verloren, so dass die Flüssigkeitsmenge des Pfropfens selber beträchtlich re- duziert wurde. Ausserdem wird der Pfropfen mehr und mehr deformiert, wodurch die Kontaktfläche zwischen dem Pfropfen und der Rohrwand mehr und mehr ver mindert wird.
In Fig. 4 hat der Pfropfen 227 seine Berührung mit der Oberseite der Rohrwand verloren und die hinter dem Pfropfen einströmende Luft zerreisst den Pfropfen in Teile, wodurch Flüssigkeitstropfen und Schaum 231 ge bildet werden, welche Teilchen schnell durch das Rohr hindurchgetrieben worden.
Im Zustand nach Fig. 5 ist der Schaum weiter getrieben worden und die Rohrwand ist über den ge samten Weg vom Punkt 3 bis zum Punkt 224 mit Flüs sigkeit benetzt worden..
Beim Zustand nach Fig. 6 ist das Ventil 4 geschlos sen worden, wodurch der Zufluss atmosphärischer Luft abgestoppt und frische Flüssigkeit in die Schüssel 1 ge füllt wurde. Die in der Auslassleitung verbleibende Flüs sigkeit läuft nach entgegengesetzten Richtungen zu den tiefen Stellen der Rohrbiegungen zwischen dem Ventil 4 und den Punkten 223 und 224, wo sie kleinere oder grössere Flüssigkeitsansammlungen bildet.
Die grösste Flüssigkeitsansammlung wird in diesem Zustand bei Punkt 223 liegen, wobei der Flüssigkeitsspiegel 232 auf der linken Seite der Ansammlung die Oberseite 233 der Rohrbiegung gerade berührt, während der rechts lie- genide Flüssigkeitsspiegel 234 etwas höher liegen wird.
Die Luftverdünnung im Behälter 225 hat zur Folge, d:ass die gesamte Luft, die einen höheren Druck als den im Behälter 225 herrschenden Druck, nämlich 0,5 kg/cm\-', hat, sich in Richtung des Behälters zu bewegen versucht.
Wenn dann der Druck des Luftkissens 227, das zwischen dem Ventil 4 und dem Spiegel 232 eingeschlossen ist, wesentlich grösser ist als der Druck im Behälter 225, werden bei Punkt 223 Luftblasen 225 durch die Flüs sigkeit 236 hindurchgesaugt, bis der Druck des ein- geschlossenen Luftkissens 237 nur noch so viel höher als der Druck im Behälter 235 ist, wie der Höhe der Flüssigkeitssäule 238 entspricht.
Die Flüssigkeitsan sammlung 236 bildet so einen neuen Pfropfen, der das Rohr abdichtet und als zweiter Pfropfen bezeichnet werden kann und der u. a. zur Folge hat, dass die Ent leerungsleitung<B>219</B> durch einen Flüssigkeitsverschluss in zwei Abschnitte unterteilt ist, von denen der eine vom Ventil 4 bis zum Punkt 223 und der zweite vom Punkt 223 bis zum Behälter 225 reicht. Der Luftdruck in den einzelnen Abschnitten ist schrittweise verschieden. Die Funktion des Luftkissens 237 wird weiter unten erläu tert werden.
In Fig. 7 ist der Zustand nach einem zweiten öff- nungsvorgang des Ventils 4 dargestellt, durch welchen öffnungsvorgang die nächste Entleerungsperiode einge- leitet wurde. Hierbei wird ein neuer Flüssigkeitspfropfen 239 aus dem Auslass 3 der Schüsse,] in die Entleerungs- leitung ausgestossen, und zwar wiederum auf Grund der Wirkung des Atmosphärendruckes auf die Aussenfläche 240 des Pfropfens.
Die Innenfläche 241 ist in diesem Fall zunächst dem niedrigen Druck des Luftkissens 237 ausgesetzt, welcher Druck gleich dem Druck im Behälter 225 plus dem Druck ist, der durch das Ge wicht der Säule 238 ausgeübt wird. Der zweite Pfropfen 236 wird zunächst auf seiner linken Seite 242 dem gleichen Druck ausgesetzt. Da jedoch das zwischen den Pfropfen 236 und 239 eingeschlossene Luftkissen mit der Fortbewegung des Pfropfens 239 zunehmend kom primiert wird, wird der Luftdruck im Kissen 237 ent sprechend zunehmen.
Der zweite Pfropfen 236 wird dann mehr und mehr beschleunigt, jedoch mit geringerer Kraft, als dies der Fall war, als der Pfropfen 227 sich in der Lage entsprechend Fig. 2 befunden hat. Auch wird die Beschleunigung des Pfropfens 239 infolge des Gegendruckes, der sich bei der Kompression des Luft kissens 237 aufbaut, zunehmend geringer werden als am Anfang.
Beim Zustand nach Fig.8 hat der Pfropfen 239 seine Berührung mit der Oberseite,der Rohrwand aufge- geben und hinter sich Flüssigkeitsmengen 243 an der Rohrwand zurückgelassen und ausserdem Flüssigkeits tropfen und Schaum 244 gebildet, die durch die Leitung hindurchgetrieben werden. Der Pfropfen 236 hat sich nun über eine etwas kürzere Entfernung als die Flüssi- keit des Pfropfens 239 bewegt.
Von diesem Zeitpunkt an wird dann, wenn der Pfropfen 239 seine Berüh rung mit der Rohrwand verloren hat, Luft rasch vorbei strömen, und der Pfropfen 236 wird, wenn er noch vor handen ist, einem erhöhten Treibdruck ausgesetzt, so dass seine Beschleunigung beträchtlich zunimmt. Die Wasseransammlung beim Punkt 224 bleibt eher er halten, da sie nur von Luft niedrigen Druckes passiert wird.
Beim Zustand nach Fig. 9 wurde das Ventil 4 wieder geschlossen, und der Zufluss atmosphärischer Luft hat aufgehört. Das Wasser in der Entleerungsleitung fliesst auf Grund der Neigung des Rohres zu :den Taschen 223 und 224, wo .es sich sammelt und- neue zweite und dritte Pfropfen 245 und 226 bildet. Der Behälter 225 ver sucht, alle Luft an sich zu ziehen, die einen grösseren Druck als den Behälterdruck, z.
B. 0,5 kg/cm2, hat, so dass die neu gebildeten Pfropfen 226 und 246 sich so einstellen werden, wie es in der Skizze (Fig. 9) angedeutet ist, d. h. dass die. linken Flüssigkeitsspiegel 247 und 249 jeweils tiefer liegen als die auf .der rechten Seite befindlichen Flüssigkeitsspiegel 248 und 250.
Luft blasen, wie sie bei 251 und 252 angedeutet sind, wer- den durch die Wasseransammlungen wandern-, wodurch das gesamte System nach und, nach in einen Zustand gelangt, bei dem der Druck des Luftkissens 259, das zwischen :den Flüssigkeitsspiegeln 248 und 249 einge schlossen ist, gleich gross ist wie der Druck im B.eh:
äl- ter 225 zuzüglich .einem Druckwert, der der Höhe der Flüssigkeitssäule 253 entspricht, und bei dem der Druck des zwischen dem Ventil 4 und dem Spiegel 24.7 einge- schlossenen Luftkissens 258 gleich dem Druck im Be hälter 225 zuzüglich einem Druckwert, der der Summe der Flüssigkeitssäulen 253 und 254 entspricht, ist.
Wenn gemäss Fig. 10 das Ventil 4 zum dritten Mal geöffnet wird, wird der Atmosphärendruck einen ersten Pfropfen 255, das Luftkissen 258 einen zweiten Pfropfen 256 und das Luftkissen 259 einen dritten Pfropfen 257 in den Behälter 225 treiben. Diesmal wurde der Pfrop fen 255 offensichtlich nicht durch eine so hohe Druck differenz bee:influsst wie beim Zustand nach Fig. 2, und noch viel weniger durch :eine Druckdifferenz, wie sie beim Zustand nach Fig. 7 auftritt.
Der Pfropfen 255 wird jedoch anfänglich noch beträchtlich beschleunigt, wonach die Beschleunigung zunehmend geringer wird. Der Pfropfen 256 wird nur nach und: nach im Masse der Zusammenpressung des Luftkissens 258 infolge der Bewegung des Pfropfens 255 beschleunigt, während der Pfropfen 257 noch später und noch weniger stark be schleunigt wird, nämlich erst dann, wenn der Pfropfen 256 so weit bewegt wurde, dass das Luftkissen 257 in einem nennenswerten Masse zusammengedrückt wurde..
Beim Zustand gemäss Fig. 11 sind alle Pfropfen zer rissen, und es wird durch die über die Entleerun:gsieitung 219 eintretende Atmosphärenluft während einer kurzen Zeit nach dem Schliessen des Schiebers 4 nur Schaum vorwärts getrieben. Kurze Zeit danach tritt wieder der Zustand gemäss Fig. 9 ein.
Das System hat nun seinen Gleichgewichtszustand erreicht, der dadurch gekennzeichnet ist, dass während der Zeit, während der der Schieber 4 geschlossen ist, die Entleerungsleitung in mit Luft gefüllte Abschnitte oder Luftkissen geteilt ist, die durch einen oder mehrere Pfropfen voneinander getrennt sind, wobei der Luftdruck dieser Kissen vom Behälter 225 zum Schieber 4 hin schrittweise zunimmt. Wenn der Schieber 4 geöffnet wird, wird zuerst der erste .durch den Inhalt der ge schlossenen Schüssel gebildete Pfropfen eine hohe Ge schwindigkeit erreichen.
Erst danach wird der zweite Pfropfen in Bewegung gesetzt, und erst dann, wenn letzterer sich eine gewisse Strecke weit bewegt hat, wird der dritte Pfropfen in Bewegung kommen usw.
Dies bedeutet, dass dann, wenn die Entleerungslei tung eine nennenswerte Länge hat, der erste Pfropfen den Behälter 225 nicht erreichen wird, bevor er in Stücke zerfallen ist; sehr oft gilt dies auch für den zweiten Pfropfen. Es kann höchstens sein, dass der dritte Flüssigkeitspfropfen oder ein Pfropfen noch hö herer Ordnung oder wenigstens die Flüssigkeit dieses Pfropfens den Behälter 225 erreichen wird.
In jedem Fall ist klar, dass so lange, wie ein Flüs- ssgkeits-Pfropf en die Leitung vollständig ausfüllt, dieser mit :einer grossen Kraft durch das Rohr bewegt wird, und zwar mindestens während der Zeit :des Entleerungsvor ganges, während der eine entsprechende Druckdifferenz zwischen den beiden Endflächen des Pfropfens wirk sam ist.
Anderseits russ klargestellt werden, d:ass die die Pfropfen bildenden Taschen bei den Punkten 223 und 224 durch :eine ausreichend grosse mit Luft gefüllte Rohrlänge voneinander getrennt sein müssen, um zu vermeiden, dass die Pfropfenlänge zu gross und damit die Beschleunigung zu klein wird, insbesondere wenn die Entleerungsleitung einen ansteigenden Abschnitt hat, so dass die Schwerkraft der Bewegung des Pfropfens ent- Qegenw'irkt. Wegen der Tatsache, dass der Luftdruck auf die Flächeneinheit des Querschnittes des Flüssigkeits pfropfens einwirkt,
sind ausschliesslich folgende Grössen für die Beschleunigung massgebend: 1. Die Länge des Flüssigkeitspfropfens, 2. die Grösse der Differenz des Luftdruckes zu beiden Seiten des Pfropfens, 3. die Grösse der Reibungskräfte, die der Pfropfen bewegung entgegenstehen und 4. die Richtung der Schwerkraft relativ zur Bewe- mungsrichtun g.
Wenn z. B. die gesamte Entleerungsleitung mit Flüs sigkeit gefüllt ist, kann das System nicht mehr zufrieden stellend arbeiten. Es ist ferner klar, dass die Flüssigkeits pfropfen umso früher zerfallen werden, je grösser der Rohrdurchmesser ist, weshalb dieser nicht zu gross sein sollte. Sobald der Pfropfen in Stücke zerfallen ist oder sobald er nicht mehr über seinen ganzen Umfang in Berührung mit der Rohrwand ist, hört die kolben ähnliche Funktion des Pfropfens auf, so dass der Vor trieb weniger wirksam ist.
Bei den Systemen nach den Fig. 1 bis 11 bilden die Böden der Rohrsenkungen Taschen 223 und 224, wäh rend die darin gespeicherte Flüssigkeit Flüssigkeitspfrop fen bildet. Wenn man annimmt, dass das Volumen V einer Tasche so gross ist, dass es gerade ausreicht, um im Rohr eine Flüssigkeitsdichtung zu bilden, ist offensichtlich, dass das Volumen der Taschen bei 223 und 224 nur ein kleiner Bruchteil des durch jede Tasche zu entleerenden Rohrvolumens zwischen zwei Wasserscheiden, nämlich zwischen den Wasserscheiden. 220, 221 und 222, ist. Dies steht offensichtlich auch in Verbindung mit den Neigungen der Rohrabschnitte, die der in Rede stehenden Tasche benachbart sind.
In den Fig. 2 bis 22 variieren diese Neigungen zwischen 15 und <B>60-</B> zur Horizontalen. Wenn jedoch die Neigungen klei n; r sind, z. B.<B>5',</B> wie in Fig. 12 gezeigt, oder noch geringer, z. B. 1 oder 1 : 60 oder 1 : 100, wird das Taschenvolumen beträchtlich werden, da der Wasser spiegel 216, der die Oberseite der Rohrwand bei<B>261</B> berührt, mit der oberen Wand des tiefsten Punktes des Rohres sich vom Berührungspunkt 261 weit nach bei den Seiten erstreckt.
Die Flüssigkeitssäule wird sich im Falle einer Druckdifferenz zwischen beiden Seiten eine beträchtliche Strecke nach der Niederdruckseite hin erstrecken.
In Fig. 1 sind geringe Rohrneigungen dargestellt, wobei sogar ein waagrechtes Stück enthalten ist; die Taschen 208 bis 212 jedoch haben eine spezielle Form, die nachfolgend besprochen wird.
In Fig. 13 ist eine speziell geformte Tasche dar gestellt, die S-Krümmungen 262 und 263 und einen halbkreisförmigen Taschenraum 264 mit einem ver hältnismässig kleinen Krümmungsradius aufweist.
Wenn das Taschenvolumen gemäss Fig. 12 mit V1 und das jenige gemäss Fig. 13 mit V3 bezeichnet wird, ergibt sich folgende Beziehung: V3= 19%vonVi Wenn es erwünscht ist, das Taschenvolumen etwas grösser zu hallen, kann ein horizontaler Abschnitt 265 gemäss Fig, 14 vorgesehen werden. Im gezeichneten Fall wird das Valumen.t V" 28 % des Volumens V1 be tragen.
Gemäss Fig. 15 hat die Tasche senkrechte Abschnitte 305 und 306, wodurch die Taschentiefe nach Wunsch vergrössert werden kann. Dies ist bei langen, annähernd waagrechten Abschnitten der Entleerungsleitung von Bedeutung. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass ein mässiger Flüssigkeitsanstieg im Ausgangsschenkel 306 kein überfliessen der Flüssigkeit in den benachbarten annähernd waagrechten Rohrabschnitt 307 zur Folge hat.
Ausserdem wird dieser mässige Anstieg sofort eine Flüssigkeitssäule ergeben, die der Druckdifferenz, die den Anstieg verursachte, entgegenwirkt.
Im Falle langer annähernd waagrechter Abschnitte gemäss Fig. 1 ist es besonders wichtig, dass Wasserschei den 213 bis 217 mit einem Abstand von etwa 20 bis 30 m eingebaut werden. Zwischen jedem Paar benach barter Wasserscheiden sind Taschen 208 bis 212 vor gesehen. Diese Taschen werden so ausgebildet, dass sie ein kleines Volumen haben, etwa ein Volumen in der Grössenordnung von einem Liter. Wenn der innere Rohr durchmesser 44 mm ist, bedeutet dies, dass das Taschen volumen nur 1Aio des Rohrvolumens zwischen einem Paar im Abstand von 20 m angeordneten benachbarten Wasserscheiden beträgt.
Um die oben ausgeführten Grundprinzipien der Er findung zu verwirklichen, sollten folgende Regeln beach tet werden. Das Volumen V jeder Tasche nach den Fig. 12, 13 und 14 sollte in einem Bereich liegen, der durch die Formel V=c-d3 definiert ist, wobei c ein Koeffizeient zwischen 1,5 und 15 und d der Innendurchmesser des Rohres im Bereich der Tasche ist.
Die Luftmenge, die nach dem Entleeren der Klosett schüssel in das Rohr einströmt, hat einen wesentlichen Einfluss auf das Bild nach Fig. 9, das den Zustand nach mehreren Entleerungsprozessen bei geschlossenem Schie ber 4 und nach Einstellung eines Ruhezustandes dar stellt. 3e länger die Öffnungszeit des Schiebers 4 ist, desto geringer wird die in den Taschen 223 und 224 während der Zwischenzeit zwischen zwei Leerungen in den Taschen verbleibende Flüssigkeitsmenge sein und umgekehrt. Durch Einstellen der Öffnungszeit des.
Schie bers 4 durch den Montageingenieur kann die in den Taschen verbleibende Flüssigkeitsmenge bestimmt wer den. Um eine zuverlässige Funktion einer Entleerungs leitung, die im wesentlichen waagrecht oder bergab verläuft, sicherzustellen, sollte das verbleibende Flüssig keitsvolumen 1f.2 bis 10 % des zwischen zwei aufeinander- folgenden Taschen eingeschlossenen Luftkiss@envolumens sein.
Dies ist insbesondere bei Rohren wichtig, die sich über eine Entfernung von<B>100</B> m oder mehr erstrecken.