Steuergerät Die Erfindung bezieht sich auf ein Steuergerät mit einem Steuerschieber in einem Gehäuse, das durch An setzen von Gehäusen mit verschiedenartigen Betäti gungsgliedern wahlweise auf verschiedene Antriebsar ten umbaubar ist und bei dem der Steuerschieber durch das Betätigungsglied in eine oder mehrere Schaltstellungen bewegbar ist.
Ein derartiges Steuergerät ist bekannt. Es. hat ein Steuerschiebergehäuse mit zwei gleichen Anschlussflä- chen zum Anbau eines Elektromagneten oder eines Druckmittelantriebs. Dabei wird entweder bei Magnet ventil-Betätigung der Anker des Elektromagneten fest mit dem Steuerschieber gekuppelt oder bei Druckmit- telbetätigung der Steuerschieber unmittelbar an das steuernde Druckmittel angeschlossen.
Die erste Mass nahme hat den Nachteil, dass die beim Schalten: des Elektromagneten entstehenden Schläge ungedämpft auf den Steuerschieber übertragen werden, und die an zweiter Stelle genannte Druckmittelbetätigung erfordert eine besondere Kolbenfläche am Steuerschieber.
Zwar ist es ebenfalls schon bekannt, die Schalt schläge eines Elektromagneten zu dämpfen und zu die sem Zweck den Anker in ein Flüssigkeitspolster zu betten; eine solche Einrichtung bedingt aber eine be sondere Bauart des Elektromagnetventils, das dann nicht mehr für alle Anwendungsarten brauchbar ist.
Schliesslich ist es bei Ventileinrichtungen auch üblich, zwischen zwei Gehäuse eine Platte einzufügen, die Bohrungen für den Druckmitteldurchgang besitzt, und in die Rückschlagventile einsgesetzt sind. Diese Zwischenplatte ist aber jeweils nur für einen bestimm ten Verwendungszweck gedacht; die Bauart ist also nicht wahlweise zum Lösen verschiedener Aufgaben verwendbar.
Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine billige und. die Lagerhaltung erleichternde Einrichtung zu schaffen, die es ermöglicht, den Steuerschieber mit je nach der Art des Antriebs verschiedenartig übermit telter, insbesondere verschieden stark gedämpfter Schaltkraft zu betätigen, je nachdem, welche Antriebs- art - z. B. Magnet, Druckluft, Drucköl - für einen. be stimmten Zweck bevorzugt wird.
Diese Aufgabe wird gemäss der Erfindung dadurch gelöst, dass an das Steeuerschi:ebergeh@äuse eine Schalt platte angesetzt ist und dass diese auswechselbare Mit tel zum Anpassen an die verschiedenen Antriebsarten enthält.
Besonders zweckmässig ist es, wenn die Schalt platte für den Antrieb durch Elektromagnet zwischen dem Elektromagnet Gehäuse und dem Steuerschieber gehäuse liegt und eine Verzögerungseinrichtung für die Schaltbewegung enthält, während die Schaltplatte für das Betätigen des Steuerschiebers durch Druckmittel den Antrieb ohne Verzögerung übertragende Mittel enthält.
Dabei ist es besonders vorteilhaft, wenn die Verzögerungseinrichtung aus einem Schaltkolben und einer Drosseleinrichtung besteht und der Schaltkolben allein als den Druckmittelantrieb übertragendes Mittel dient.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der- Zeichnung dargestellt, und zwar zeigen: Fig. 1 ein Steuergerät mit einem Steuerschieberge- häuse mit Schaltplatten und Elektromagnetventilen, Fig.2 eine Schaltplatte im Schnitt in der Ebene II-II der Fig. 1,
Fig.3 die gleiche Schaltplatte im Schnitt in der Ebene III-III der Fig. 2, Fig.4 ein Steuergerät mit einem Steuerschieberge- häuse mit Schaltplatten anderen Innenaufbaus, Fig.5 eine Schaltplatte im Schnitt in der Ebene V-V der Fig. 4,
Fig.6 die gleiche Schaltplatte im Schnitt in der Ebene VI-VI der Fig. 5 und Fig. 7 eine weitere Möglichkeit des Zusammenbaus der Schaltplatte mit dem Stenerschiebergehäuse.
Ein Steuerschiebergehäuse 1 mit einem bewegli chen Steuerschieber 1' ist auf seiner einen Seite mit einem einen Anker 2' besitzenden Magnetventilge- häuse 2 unter Zwischenlage einer Schaltplatte 3 und auf seiner anderen Seite mit einem einen Anker 4' auf- weisenden Magnetventilgehäuse 4 unter Zwischenlage einer Schaltplatte 5 zusammengebaut. Die Schaltplat ten 3 und 5 sind in ihrem Aufbau gleich.
In der Fig. 2 ist die eine der beiden Schaltplatten 3 oder 5 im Schnitt dargestellt, und es ist zu erkennen, dass mit einer Achse 7 senkrecht zu einer mittigen, mit der Steuerschieberachse übereinstimmenden Bohrung 8 und seitlich versetzt zu dieser in die Schaltplatte 3/5 eine mehrfach abgesetzte Bohrung 9 eingearbeitet ist.
Der engste Teil der Bohrung 9 wird durch ein Gewinde 10 gebildet, in das eine Schraube 11 einge dreht ist, die durch eine aussen aufgesetzte Mutter 12 fixiert werden kann. Unterhalb des Gewindes 10 ist ein zylindrischer Bohrungsteil 13 angeordnet, in dem ein an der Unterseite der Schraube 11 anliegendes zylindri sches Stells,tück 14 abgedichtet geführt ist. Im Bereich eines verjüngten unteren Endes 15 des. Stehstücks 14 ist ein Einstich 16 anschliessend an den Bohrungsteil 13 angebracht, der einen Kanal 17 anschneidet, der in der Fig. 1 gestrichelt dargestellt ist, und dessen Bedeu tung später erläutert wird.
Mit einem Kopf 18 an dem Stehstück 14 unter dem Druck einer Feder 19 anlie gend, ist anschliessend in die Bohrung 9 ein Drossel kolben 20 eingesetzt, der mit seinem Kopf 18 von un ten ein Stück weit in einen Bohrungsteil 21 hineinragt und darin passend geführt ist. Unter diesem Bohrungs teil 21 ist die Bohrung 9 mit einem weiteren Einstich 22 versehen, der die Bohrung 8 anschneidet. In den Kopf 18 des Drosselkolbens 20 sind zu seiner Mantel fläche geneigte Ausnehmungen 23 eingearbeitet, durch die er je nach seiner Eintauchtiefe in den Bohrungsteil 21 einen mehr oder weniger grossen Durchlass freigibt.
Ein Schaft 24 des Drosselkolbens 20 ist mit radialem Spiel in der Bohrung 9 angeordnet, die nach unten durch eine Schraube 25 verschlossen ist.
Die Fig. 3 zeigt, dass in die Bohrung 8 ein. Einstich 30 eingearbeitet ist. Dieser Einstich stellt eine Verbin dung der Bohrung 8 mit der Bohrung 9 her. Mit einem Teil 31 kleineren Durchmessers ist die Bohrung 8 links nach aussen zu einer Anbaufläche 32 geführt. Auf der rechten Seite hat die Bohrung 8 einen Bohrungsteil 33 grösseren Durchmessers, der bis zum Ende 34 eines über eine Anbaufläche 35 herausragenden Zentrieran- satzes 36 der Platte 3/5 führt. Der Zentrieransatz 36 ist bis auf die Tiefe einer Ringaussparung 37 in der Anbaufläche 35 geschlitzt, in die eine etwas über die Anbaufläche 35 herausstehende Ringdichtung 38 ein gelegt ist.
In die Bohrung 8 ist ein Stufenkolben 39 einge setzt, der mit einem kleineren, in dem Bohrungsteil 31 dicht geführten Kolbenteil 40 über die linke Anbauflä che 32 und mit einem in dem Bohrungsteil 33 abge dichteten, grösseren Kolbenteil 41 über die rechte Anbaufläche 35 herausragt. Auf diese Weise ist zwi schen einer zwischen den beiden Kolbenteilen 40 und 41 liegenden Kolbenschulter 42 als bewegliche Wand und der linken Seite des Einstichs 30 ein Arbeitsraum 43 gebildet, der mit der Bohrung 9 in Verbindung steht. In den Kolbenteil 41 des Stufenkolbens 39 ist noch ein Kupp@elglied 44 eingesetzt, das über das Ende 34 des Zentrieransatzes 36 nach rechts heraussteht.
Die Wirkungsweise der beschriebenen Einrichtung ist folgende: Soll der Steuerschieber 1' elektromagne tisch betätigt werden, so werden an das Steuerschieber gehäuse 1 die Schaltplatten 3 und 5 und die Elektro- magnetventilgehäuse 2 und 4 angesetzt, wie in der Fig. 1 dargestellt ist. Der Kanal 17 der Schaltplatte 315 3/5 ist, wie in der Fig. 1 zu erkennen ist,
mit einem sowohl auf der einen als auch auf der anderen Seite - nicht gezeigt - des Steuerschiebers liegenden Lecköl-Raum 45 des Steuerschiebers verbunden, der, wie auch der Kanal 17, die Bohrung 9 und der Arbeitsraum 43, mit Druckmittel ohne Druck gefüllt ist. Ein besonderer Leckölanschluss der Steuerschiebers erübrigt sich des halb.
Wird nun der Stromkreis für den Elektromagneten 2 geschlossen, so führt sein Anker 2' seinen: Schalthub nach rechts aus. Dabei drückt er auf das an ihm: anlie gende linke Ende des Kolbenteils 40 des Stufenkolbens 39 und schiebt den Stufenkolben 39 nach rechts. Dabei wird der Raum 43 vergrössert und Leckdruck- mittel aus dem Leckölraum 45 angesaugt. Der Drossel kolben 20 wird gegen die Kraft der Feder 19 nach un ten bewegt, so dass sein Kopf 18 den Bohrungsteil 21 rückschlagventilartig freigibt.
Auf diese Weise ist dann ein freier Durchgang von Leckdruckmittel aus dem Leckölraum 45 zu dem Arbeitsraum 43 geschaffen, so dass sich der letztere mit Druckmittel füllen kann.
Damit dem Stufenkolben 39 über das Kuppelglied 44 der Steuerschieber 1' und mit diesem wiederum der Stufenkolben 39 der rechten Schaltplatte 5 mechanisch gekuppelt ist, wird gleichzeitig mit dem Auffüllen des Arbeitsraumes 43 der Schaltplatte 3 der gleiche Arbeitsraum 43 der Schaltplatte 5 verkleinert. Das Druckmittel aus diesem Arbeitsraum wird über die Ausnehmungen 23 im Drosselkolben 20 verdrängt, die je nach der Stellung der Stellschraube 11 und des Stellstücks 14 einen mehr oder weniger grossen Durch gang freigeben. Dadurch wird die durch den Anker 2' des Elektromagneten 2 veranlasste Rechtsbewegung des Steuerschiebers 1' durch die Drosseleinrichtung der rechten Schaltplatte 5 gedämpft.
Bei der durch den: Anker 4' des Elektromagneten 4 eingeleiteten Linksbe wegung des Steuerschiebers 1' wird entsprechend die Drosseleinrichtung der linken Schaltplatte 3 wirksam.
In der Fig. 4 ist das gleiche Steuerventilgehäuse 1 wie in der Fig. 1 noch einmal dargestellt, und es ist zu erkennen, dass es ebenfalls einen Steuerschieber 1' besitzt. Links und rechts an das Steuerschiebergehäuse 1 ist je eine Schaltplatte 51 und 53 angesetzt, deren. Aussenabmessungen und deren Bohrungen genau gleich sind mit denen der Schaltplatten 3 und 5. Im Gegensatz zu den bereits behandelten Schaltplatten sind die Schaltplatten 51 und 53 jedoch mit je einer Druckmittelzuleitung 52 und 54 ausgerüstet. Eine der beiden Schaltplatten 51 bzw. 53 ist in der Fig. 5 im Schnitt dargestellt, und es ist dort zu erkennen, dass die Bohrung 9 leer ist.
Auf der einen Seite wird sie durch eine dicht eingesetzte Madenschraube 55 und auf der anderen Seite durch eine Hohlschraube 56 ver schlossen, in welche die Druckmittelzuleitung 52 bzw. 54 deicht einsgesetzt ist. In den Kanal 17 ist ein Stopfen 57 eingesetzt, der den Durchgang verschliesst, In dem in der Fig. 6 dargestellten, der Fig. 3 ent sprechenden Schnittbild ist zu erkennen, dass die Teile, die in die Bohrung 8 eingesetzt sind (Stufenkolben 39 und Kuppelglied 44), die gleichen sind wie in. den Plat ten 3 und 5.
Die übrigen Teile der Schaltplatten 51 und 53 tra gen die gleichen Bezugszeichen wie in den Fig.2 und 3.
Diese Einrichtung wirkt wie folgt: Soll der Steuerschieber 1' durch Druckmittel betä tigt werden, so werden an das Steuerschiebergehäuse 1 die Schaltplatten 51 und 53 angebaut, wie in der Fig. 4 zu erkennen ist. Die Leitungen 52 und 54 werden an nicht dargestellte Druckmittelimpulsgeber angeschlos sen.
Wird nun die Druckmittelleitung 52 unter Druck gesetzt, so gelangt Druckmittel durch die Bohrung 9 in die Bohrung 8 und verschiebt dort den Stufenkolben 39 nach rechts. über das Kuppelglied 44 wird der Steuerschieber 1' mitbewegt und führt seinen Schalt hub aus. Soll der Steuerschieber wieder seine ursprüng liche Lage einnehmen, so wird die Druckmittelleitung 54 unter Druck gesetzt. Natürlich ist es auch möglich, den Steuerschieber 1' anstatt mit Druckmittel auch mit Federdruck in seine Ausgangsstellung zurückzubewe gen.
Ein Drosseln der Bewegung des Stufen-Schaltkol- bens 39 ist bei einer solchen Druckmittelbetätigung in den meisten Fällen nicht notwendig. Sollte aber einmal Bedarf an einer gedrosselten Druckmittelbetätigung bestehen, so ist eine solche Antriebsart leicht dadurch zu erreichen, dass zwei Schaltplatten hintereinanderge- setzt werden, wie die Fig. 7 zeigt.
Die eine Schaltplatte 3 ist, wie in den Fig.2 und 3 dargestellt, mit einer Drosseleinrichtung versehen und unmittelbar an das Steuerschiebergehäuse 1 angebaut; die zweite Schalt platte 51 hat einen Aufbau wie die Schaltplatte nach den Fig. 5 und 6. Sie ist auf die erste Schaltplatte 3 ähnlich aufgesetzt wie das Magnetventilgehäuse 2 oder 4 auf die Schaltplatten 3 oder 5 in Fig. 1.
Bei dieser Zusammenstellung muss bei der äusseren Schaltplatte 51 lediglich die Kupplung 44 weggelassen werden, so dass der Kolbenteil 41 des Stufenkolbens 39 der äusse- ren Schaltplatte 51 unmittelbar auf den Kolbenteil 40 des Stufenkolbens 39 der Drossel-Schaltplatte 3 ein wirken kann.
Mit der beschriebenen Schaltplatte ist es also mög lich, mindestens zwei verschiedene Antriebarten für einen Steuerschieber wahlweise vorzusehen und dabei nur einen einzigen Typ der Schaltplatte zu verwenden, die nur je nach ihrer Verwendung mit verschiedenen Innenteilen ausgerüstet werden muss. Dabei sind diese Innenteile auch noch weitgehend gleich. Die Platte lässt sich z. B. auch bei rein mechanischem Antrieb des Steuergeräts als drosselndes Zwischenglied verwen den.