Verfahren zum Versehen der Oberfläche eines Kunststoffgegenstandes mit Farbzeichen, während diese noch weich ist Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Versehen der Oberfläche eines Kunststoffgegenstandes mit Farb- zeichen während diese noch weich ist, insbesondere ein Verfahren, bei dem ein Farbstoff kontrastierender Farbe in die Oberfläche des Kunststoffgegenstandes bei dessen Herstellung eingearbeitet wird, um eine deutliche und nutzbare Markierung zu erzeugen.
Bei der Herstellung von geformten Kunststoffge genständen ist es oft erwünscht, die Gegenstände mit dauerhaften Identifizierungszeichen oder -markierungen zu versehen, um die Art der Waren und den Herstel lungsort zu bezeichnen. Bisher war es üblich, die Iden tifizierungszeichen unmittelbar auf der Oberfläche des Gegenstandes in Form von erhöhten oder vertieften Buchstaben oder Zeichen anzubringen. Diese Markie rungsart ist jedoch besonders dann sehr aufwendig, wenn die Markierungen Sorten- oder Qualitätsbestim mungen enthalten, die während der Herstellung des Gegenstandes oft gewechselt werden müssen.
Ein an deres bekanntes Verfahren bei der Markierung von Kunststoffgegenständen besteht darin, die Farbe oder ein anderes Markierungsmaterial in die erwärmte und weichgemachte Oberfläche des bereits geformten Ge genstandes einzupressen. Hierbei haftet das Markie rungsmittel auf der Kunststoffoberfläche und bildet auf der Fläche des Gegenstandes die gewünschte Bezeich nung.
Es wurde nun gefunden, dass es möglich ist, diese Art der Markierung weiter zu entwickeln und das Markieren der geformten Gegenstände im Verlaufe des Guss- oder Formvorganges auszuführen. Mit anderen Worten: Bei denjenigen Form- oder Giessvorgängen, bei denen eine ungeformte Kunststoffmasse, z. B. Mo nomer-Polymer-Sirup, in eine Gussform eingegossen und zur Formung eines Gegenstandes der Einwirkung von Wärme und Druck unterworfen wird, ist es nunmehr möglich, den Gegenstand mit Farbmarkierungen oder Farbzeichen zu versehen, die beim Giessen des Kunst . stoffgegenstandes unmittelbar in dessen Oberfläche ein- gearbeitet werden.
Auf diese Weise wurde ein ein faches und wenig aufwendiges Verfahren zum Markie ren oder Bezeichnen gegossener Gegenstände aus Kunst stoff geschaffen.
Dieses Verfahren ist erfindungsgemäss dadurch ge kennzeichnet, dass der Gegenstand aus einem flüssigen Monomer-Polymer-Gemisch mit Glasfaserverstärkung unter Einwirkung von Wärme und Druck geformt wird, und dass während der Formung die Farbzeichen ab einem in der Form befindlichen und mit wärmehärten der Farbe bedruckten Abziehbogen in die Oberfläche des Gegenstandes eingearbeitet werden.
Bei diesem Formvorgang wird zweckmässig ein Mo nomer-Polymer-Kunststoffgemisch verwendet, das bei Raumtemperatur die Konsistenz von Sirup oder einer Paste hat. In stetiger Berührung mit der mit Farbe bedruckten Fläche eines Abziehbogens stehend kann dann der Gegenstand aus der Monomer-Polymer-Kunst- stoffmasse unter der Einwirkung von Wärme und Druck geformt werden. Dabei ist die Farbe der Lö- sungsmittelwirkung des heissen flüssigen Kunststoffes ausgesetzt und wird infolgedessen mit dem Kunststoff auf der Oberfläche des geformten Gegenstandes ver bunden.
Beim Herausheben des Gegenstandes aus der Form und beim Abstreifen des Abziehbogens von der verhältnismässig kühlen und starren Oberfläche des Kunststoffes bleibt dann die Farbe in der Oberfläche des Kunststoffgegenstandes zurück.
Das oder die Farbzeichen ist bzw. sind also wäh rend des Formvorganges einwandfrei in die Oberfläche wodurch eine Dauermarkierung geschaffen wird, die nur durch Abschleifen entfernt werden kann, wobei aber auch ein Teil der Oberfläche des Gegenstandes beschädigt und entfernt würde.
Die Erfindung ist nachstehend an Hand der Zeich nung beispielsweise beschrieben. In der Zeichnung zeigt: Fig. 1 eine schaubildliche Ansicht des Schichtauf baues einer verstärkten Tafel, wobei der Abziehbogen nach oben gedreht ist, um die auf den Abziehbogen aufgedruckten Farbzeichen zu zeigen, Fig. 2 einen Querschnitt durch den Schichtaufbau vor dem Formen und Fig. 3 ist ein Teil der geformten Tafel mit den auf gedruckten Markierungen.
Der in der Zeichnung dargestellte kupferbekleidete Schichtaufbau zeigt eine besondere nach dem vorliegen den Verfahren hergestellte Ausführungsart eines mit Zeichen versehenen, geformten Kunststoffgegenstandes. Die dargestellte elektrische Schalttafel besteht aus einem glasfaserverstärkten Kunststoffboden, der unmittelbar auf einer Kupferfolie gebildet ist, um auf diese Weise nach einem einzigen Pressvorgang eine vollständige Schalttafel zu bilden.
Zur Herstellung der Tafel werden die Kupferfolie und das Verstärkungsmaterial auf ein Tragblech 10 (Fig. 1 und 2) aufgelegt, das als Sammel- platte dient, wodurch eine bessere Handhabung des Schichtaufbaues vor dem Formen ermöglicht wird. Zur Herstellung des Schichtaufbaues wird die Kupferfolie 12 auf die obere Fläche des Bleches 10 aufgelegt, das allenfalls mit einem herkömmlichen Ablösemittel be strichen wird. Auf die Oberseite der Kupferfolie 12 wird dann eine Schicht aus gewebtem Glastuch 14 aufgebracht, dann eine abgemessene Menge eines Mo nomer-Polymer-Kunststoffsirups auf das Glastuch auf gegossen und mit einer Schaberklinge geebnet.
Dann wird eine Schicht aus verfilzten oder mattierten Glas fasern und eine zweite Lage oder Schicht aus Glas tuch 18 in dieser Reihenfolge auf die Oberseite des flüssigen Kunststoffes aufgelegt. Der Schichtaufbau wird dann mit einem Abziehbogen 20 bedeckt, der auf die Oberseite des zusammengeschichteten Tafelmaterials aufgelegt wird. Der Schichtaufbau wird dann zur über tragung in die Formpresse fertiggestellt, in der entspre chend dem üblichen Verfahren die Tafel unter Ein wirkung von Wärme und Druck geformt wird. Die auf diese Weise geformte fertige Tafel besteht aus einem glasverstärkten isolierenden Kunststoffboden, an dem eine Schicht aus Kupferfolie haftet.
Der bei der Her stellung dieses Gegenstandes verwendete Kunststoff be steht im vorliegenden Fall aus der Lösung von Meth- acrylatpolymer in Methacrylatmonomer, wobei eine kleine Menge eines ungesättigten Alpha-Beta-Polyesters zugefügt wurde, um das Haften der Kupferfolie am Kunststoffboden zu verbessern.
Der beim Formvorgang verwendete Abziehbogen kann irgend ein beliebiges, mit glatter Oberfläche ver- sehenes Material sein, das weder durch die bei der Formung erfolgende Einwirkung von Wärme und Druck noch durch den bei der Herstellung der Tafel ver wendeten flüssigen Kunststoff nachteilig beeinflusst wird. Der Abziehbogen darf nach Beendigung des Formvor ganges an der Kunststofffläche des Gegenstandes nicht kleben oder haften. Im dargestellten Beispiel wurde als Abziehbogen ein Bogen aus Pflanzenfasern be stehendem Pergamentpapier verwendet, der mit einem Ablösemittel, beispielsweise einer organischen Chrom verbindung, behandelt worden war.
Der Abziehbogen muss mit einem Umkehr -Druck der Identifizierungszeichen versehen sein, die schluss- endlich auf dem fertig geformten Gegenstand erscheinen sollen. Mit anderen Worten: Die auf dem Abziehbogen befindlichen Zeichen müssen ein Spiegelbild der auf dem fertigen Gegenstand gewünschten Zeichen sein. Im dargestellten Beispiel ist die Tafel 21 mit einem Warenzeichen 22 (Fig. 3), das das Herstellungswerk angibt, und mit einem weiteren Zeichen 24 bedruckt, das die Art der erzeugten Tafel bezeichnet.
Die Zeichen oder Marken 22 und 24 sind spiegelbildlich (Fig. 1) mit einer elektrisch nichtleitenden Farbe in einem Punkt muster auf das Abziehpapier aufgedruckt. Auf diese Weise wird selbst das Fliessen kleiner Streuströme über die Farbflächen der Tafel verhindert. Im dargestellten Beispiel wurde eine wärmehärtbare oder schnelltrock nende Farbe verwendet, da diese Farbe die Eigenschaft hat, Lösungsmittel bei erhöhten Temperaturen schnell abzugeben. Die Farbe trocknet deshalb beim Durchgang durch einen Erhitzer auf dem mit harter Oberfläche versehenen Papier 20 sehr schnell.
Dieser Farbstoff ist auch besonders gut zur Verwendung bei gedruckten Schaltungen geeignet, da diese Farbe durch die chemi schen Stoffe und Lösungsmittel, die üblicherweise beim Drucken, Ätzen und Löten von gedruckten Schaltungen verwendet werden, nicht nachteilig beeinflusst wird.
Sobald der Abziehbogen von der geformten Tafel abgezogen wird, sind die Farbzeichen in der in Fig. 3 dargestellten Weise auf die Kunststofffläche der Tafel übertragen. Erfahrungsgemäss ist das Farbmaterial so fest in der Kunststofffläche der Tafel verankert, dass es schlussendlich ein Bestandteil der Tafel ist.
Obwohl zur Ausführung des Verfahrens ein be stimmter Kunststoff, nämlich eine Lösung von Meth- acrylatpolymer in Methacrylatmonomer beschrieben worden ist, ist das vorliegende Markierungsverfahren nicht auf diesen bestimmten Kunststoff begrenzt, son dern kann auch unter Verwendung anderer Lösungen von Polymeren in Monomeren als Giessmaterial ver wendet werden. Beispielsweise ist es ausser dem er wähnten Methacrylatkunststoff auch möglich, Lösungen von anderen Polymeren, z.
B. Postyrol, Polydiallyl- phthalat, Kopolymere von Styrol und Methacrylat und ungestättigte Alpha-Beta-Polyester in anderen Mono meren, beispielsweise Styrol, Diallylphthalaten und Me- thylstyrol zu verwenden.
Alle diese Polymere oder Monomere können entweder allein für sich oder in Gemischen mit einem beliebigen Monomer oder mit mehreren beliebigen Monomeren verwendet werden, um einen Formsirup zu bilden, der eine Übertragung des Farbzeichens auf die Oberfläche des Kunststoffge genstandes bewirkt, wenn der Sirup beim Formen an der gedruckten Fläche des Abziehbogens anliegt.