(Zusatzpatent zum Hauptpatent 406 866) Zweiachsiges Kraftfahrzeug Die Erfindung betrifft eine weitere Ausbildung des zweiachsigen Kraftfahrzeuges gemäss der Schweizer Pa tentschrift Nr. 406 866, dessen Hinterwagen um eine quer zur Fahrtrichtung und über einer beiden Radachsen gemeinsamen Ebene liegende Achse schwenkbar ist und welches sich gemäss dem Patentanspruch dieses Haupt patentes dadurch auszeichnet, dass ein Querachsrohr, das den Hinterwagen mit dem Vorderwagen gelenkig verbin det, aus der Fahrzeugmitte auf die antreibende Achse zu nach hinten versetzt und der Hinterwagen unter dem Querachsrohr hindurch nach vorn schwenkbar ist.
Bei einer bekannten Abfederung für Kraftfahrzeuge ist ein Tragstück der mittels Querlenker unabhängig geführten Laufräder der Vorderachse allseitig elastisch gelagert. Durch diese allseitig elastische Lagerung kann das Tragstück auch um eine gedachte senkrechte Achse nachgeben. Dabei ergibt sich eine Schrägstellung der Vorderachse unter der Einwirkung unregelmässig auftre tender Fahrwiderstände auf die einzelnen Vorderräder. Die Fahrwiderstände erzeugen einen unkontrollierbaren Lenkeffekt. Diese Abfederung hat also den Nachteil, dass sie die Lenkbarkeit und damit die Strassenlage des Fahrzeuges nachteilig beeinflusst.
Es ist ferner möglich, dass das allseitig elastisch gelagerte Tragstück auch um eine horizontale Achse unter den Einwirkungen der Fahrwiderstände z.B. eines Schlagloches, nachgibt. Damit verstellt sich willkürlich der Vorlauf an den gelenkten Rädern, so dass auch dadurch die Fahreigenschaften des mit der bekannten Abfederung für Kraftfahrzeuge ausge rüsteten Fahrzeuges leiden würden.
Das Abbauen bzw. Anbringen der Vorderachse beim bekannten Kraftfahrzeug ist schwierig und zeitraubend, da z.B. ein Zapfen mit einem Gummipolster in einen Rohrrahmen eingepresst werden muss. Bei der Grösse des Gummipolsters und der von ihm aufzunehmenden Achslast müssen dazu besondere Vorrichtungen notwen dig sein. Ferner wird die Montage des vorstehend genannten Zapfens dadurch erschwert, dass in das von ihm getragene Gummipolster ein Querbolzen eingefädelt und danach nochmals in die zweite, das Ende des Gummipolsters tragende öffnung im Rohrrahmen einge fädelt werden muss.
Das Schwenken der Vorderachse gegen eine Dreh kraft ist beim bekannten Kraftfahrzeug beim Befahren von Gelände oder glatten, z.B. nassen oder vereisten Strassen sehr nachteilig. Durch einen als Drehstabfeder wirkenden Zapfen bzw. durch die Rückstellkräfte beim Verdrehen des Gummikörpers ist, wenn das linke Vor derrad auf unebener Fahrbahn höher steht als das rechte Vorderrad, der Druck zwischen Rad und Fahrbahn auf der linken Seite grösser als auf der rechten. Infolgedessen ist auch das dem linken Rad diagonal gegenüberliegende rechte Hinterrad höher belastet als das linke Hinterrad.
Auf glatter Fahrbahn rutscht infolge des Differentialge triebes das linke Hinterrad schon beim Übertragen eines ganz geringen Drehmomentes durch und der Wagen kommt nicht von der Stelle.
Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines Kraft fahrzeuges ohne die erwähnten Nachteile.
Eine Vorderachse am Rahmen eines zweiachsigen Kraftfahrzeuges, die um eine in der Fahrzeuglängsmittel- achse liegende Achse schwenkbar gelagert ist, soll nur um diese Achse schwenkbar sein, dagegen um alle anderen Achsen keine Bewegung ausführen können.
Das Kraftfahrzeug ist erfindungsgemäss dadurch ge kennzeichnet, dass ein die Vorderachse tragendes Gewin derohr in eine Konsole im Rahmen greift und mit seinem Flansch an der Vorderseite der Konsole verschraubt ist. Die die Achse belastenden Kräfte können so über eine einfache, stabile Stelle in den Rahmen geleitet werden und das Gewinderohr kann nach Lösen von Befesti- gungsmuttern mitsamt der Achse leicht herausgenommen werden. Durch diese Lösung kann sich die Vorderachse, ohne dass Rückstellkräfte auftreten, auf Unebenheiten im Gelände einstellen. Der Raddruck zwischen beiden Vorderrädern und der Fahrbahn wird dann gleich.
Die Lagerung der Vorderachse - ohne das Auftreten von Rückstellkräften - kann dann in vorteilhafter Weise keine Wirkung auf die Hinterachse mehr ausüben, so dass beide Räder der Hinterachse mit gleichem Rad- druck auf den Boden drücken können und mit beiden Rädern ein gleichmässig grosses Drehmoment übertragen werden kann. Ein solches Fahrzeug kann infolgedessen auch im Gelände oder auf unebener Fahrbahn vorwärts kommen, wo bei dem bekannten Fahrzeug bereits eines der antreibenden Räder keinen Reibschluss mit der Fahrbahn mehr hat.
Die Zeichnung zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, Fig. 1 eine Draufsicht auf die Vorderachse von vorn, Fig. 2 einen Längsschnitt durch ein Gewinderohr und die zugehörigen Teile der Achse, Fig.3 eine Einzelheit der Konsolenbefestigung am Rahmenrohr.
Die Räder 1 werden lenkbar über die Schwenklager 2 von den Querblattfedern 3, 4 getragen. Die Querblattfe- dern 3, 4, sind mit Federbriedenkonsolen 5, 6 und Federbrieden 7, 8 am Federträger 9 befestigt. Die Federbrieden 7 haben Lappen 10, an denen sie Schellen 11 zur Aufnahme der Zahnstangenlenkung 12 tragen. Dei Federträger 9 (Fig. 2) setzt sich aus zwei Schalen 13, 14 zusammen, die in einer quer zur Fahrtrichtung liegenden Ebene zusammengeschweisst sind.
Die Schalen 13 und 14 sind gleich und haben nach innen gebördelte Ränder 15, 16. An den Rändern 15, 16 ist die Mutter 17 ange- schweisst, in deren Gewinde das Gewinderohr 18 einge schraubt ist. Das Gewinderohr 18 hat einen ange- schweissten Flansch 19, mit dem es gegen die Konsole 20 anliegt. Das hintere Ende 21 des Gewinderohres 18 wird in einer Tragplatte 22 geführt. Die Konsole 20 ist aus zwei gleichen Blechpressteilen 23, 24 zusammenge schweisst und durch Abstandrohre 25 verstärkt. Die sich gleichenden Blechpressteile 23, 24 laufen oben in Abbie gungen 23a bzw. 24a aus.
Diese Abbiegungen 23a und 24a sind mittels abgekanteten Flanschen 23b, 24b mit einander verbunden. Nach unten enden die Blechpresstei- le 23, 24 in ebenen Teilen 23c, 24c. Schrauben 26 mit Muttern 27 halten das Gewinderohr 18 mit dem Flansch 19 und der Tragplatte 22 in der Konsole 20. Die Teile 23, 24 haben nach innen umgebördelte Ränder 28, 29, die das Tragen des Gewinderohres 18 unterstützen. Das Gewinderohr 18 wird also einerseits über einen Verband, der aus dem Flansch 19, der Tragplatte 22 und den Abstandrohren 25 besteht, und andererseits unmittelbar über die umgebördelten Ränder 28, 29 von der Konsole 20 im Rahmen 30 getragen.
Die Abbiegungen 23a, 24a der Konsole 20 bilden ein Joch, das über der untersten Krümmung des Rahmen rohres 30 liegt und in einfacher Weise kraftschlüssig mit diesem verbunden ist. Die Abbiegungen 23a, 24a stossen winklig auf das Rahmenrohr 30 und sind an ihm etwa in seiner Querebene verschweisst. Ebenso einfach ist die feste Verbindung durch die Teile 23c, 24c in der unteren Krümmung des Rahmenrohres 30 gesichert, die tangen- tial an ihm enden und verschweisst sind.
Das Joch 31 geht mit einem kleinen Biegeradius 32 in die vertikalen Teile 23c, 24c über. In Richtung auf den Rahmen 30 zu vergrössert sich der Biegeradius 32 bis auf etwa den Aussenradius 33 des Rohres 30 und passt sich mit der Schweissnaht 43 der Form des Rahmenrohres 30 an.
An die Mutter 17 schliesst sich beiderseits im Feder träger 9 als Verbindung der vorderen Schale 13 mit der hinteren Schalte 14 je ein Steg 35 an. Der Steg 35 verbindet weiter die Mutter 17 mit je einer Aussenwand 36 des Federträgers 9. Dadurch werden die seitlichen Wände 36 des Federträgers 9 mit in den die Kräfte aus den Querblattfedern 3, 4 in die Mutter 17 zusammenfüh renden Verband des Federträgers 9 in vorteilhafter Weise einbezogen.
Wird das Ausbauen der Vorderachse notwendig, dann kann, wenn die Möglichkeit besteht, das Fahrzeug in die entsprechende Lage zu bringen, die Mutter 17 mit der ganzen Vorderachse und Zahnstangenlenkung 12 abgeschraubt werden.
Die andere Möglichkeit besteht darin, nach Lösen der Muttern 27 das Gewinderohr 18 mit der gesamten Vorderachse und der Zahnstangenlenkung 12 nach vorn herauszuziehen.
Durch die Begrenzung der Konsolöffnung mittels der zwei nach innen gebördelten Ränder 15, 16, ist das Gewinderohr 18 in zwei Ebenen, die ausreichenden Abstand voneinander haben, in der Konsole 20 einge spannt, die ihre Anschlussstelle am Rahmen gleichmässig belastet.