Zusatzpatent zum Hauptpatent (403 539) Einsteckschloss mit beidseitig am Schlosskasten angeordneten Schlosszylindern Gegenstand des Hauptpatentes ist ein Einsteckschloss mit beidseitig am Schlosskasten angeordneten Schloss- zylindern, die mit abgesetzten Endteilen in entsprechend profilierten Öffnungen im Schlosskasten verdrehungs sicher eingesetzt und über das Innere des Einsteckschlos- ses durchsetzende Kupplungszapfen miteinander verbun den sind, und einer für den Schlossriegel vorgesehenen, federbelasteten Zuhaltung, dadurch gekennzeichnet,
dass die für den Schlossriegel vorgesehene Zuhaltung aus zwei beidseitig des Riegelschaftes gelegenen, im Schlossge- häuse senkrecht zur Riegelvorrichtung verschieblich gela gerten Zuhaltungsplatten über einen Torstift miteinan der verbunden sind und von den Kupplungszapfen der Schlosszylinder durchsetzte Führungsschlitze aufweisen.
Schlösser der vorerwähnten Art sind von sehr vorteil hafter Beschaffeinheit und Wirkungsweise. Wegen der in den Schlosskasten verdrehungssicher eingesetzten End- teile der Schlosszylinder ergibt sich eine vergleichsweise kurze Axialerstreckung dieser Zylinder wie auch ihrer Kupplungszapfen und damit auch eine geringe Breite des eigentlichen Schlosskastens. Solche Schlösser zeichnen sich ferner durch eine äusserst solide, einfache und zu gleich grösseren Belastungen standhaltende Riegel- bzw. Zuhaltungsausbildung aus.
Letzteres ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Zuhaltungsplatten an den sorg fältig bearbeiteten, plan geschliffenen Stirnflächen der in das Schlossinnere in genau paralleler Lage zueinander hineinragenden Endteile der Schlosszylinder anliegen und dadurch eine gute seitliche Führung erhalten, die ein Verkanten mit Sicherheit ausschliesst. Solche Einsteck- schlösser eignen sich vor allem für Stahltüren.
Obwohl die im Hauptpatent beschriebene, aus zwei beidseitig des Riegelschaftes liegenden Zuhaltungsplat- ten bestehende Zuhaltung durch Zusammenwirken ihres quaderförmigen, federbelasteten Torstiftes mit der am oberen Ende des Riegelschaftes vorgesehenen Verzah nung ein einwandfreies Torschliessen gewährleistet, ist sie dennoch mit einem Mangel insofern behaftet, als hier infolge der seitlichen Abschrägung an den unteren Dau- menangriffskurven der Zuhaltungsplatten nicht verhin- dert werden kann,
dass sich der Schliessdaumen einer der beiden Schliesszylinder unbeabsichtigt in die zugehörige Schliessnut des Riegels einlegt. Das hat zur Folge, dass der Riegel über den Schliessdaumen des einen Zylinders dann nicht geschlossen werden kann, wenn der Schliess- daumen des anderen Zylinders die Verschiebung des Riegels blockiert. Aus diesem Grunde können Schlösser der vorbeschriebenen Art nicht als Panikschlösser ver wendet werden.
Hier soll nun die vorliegende Erfindung Abhilfe schaffen.
Das erfindungsgemässe Einsteckschloss ist dadurch gekennzeichnet, dass die Zuhaltungsplatten so ausgebil det sind, dass sie in ihren Sperrstellungen mit ihren Daumenangriffs-Unterkanten den Eingriffsbereich der Schliessdaumen am Schliessnutenteil des Schlossriegels abdecken.
Durch eine derartige Ausbildung der Zuhaltungsplat- ten wird sichergestellt, dass die Schliessdaumen der Schliesszylinder nicht unbeabsichtigt in den Schliessnu- tenteil des Riegels gelangen und damit dessen Verschie bebewegung blockieren können. Da ein solches Schloss ausser einer einwandfreien Riegelbewegung auch einen sicheren Torschluss ermöglicht, eignet es sich insbeson dere für Paniktüren.
In solchen Fällen darf der Riegel nämlich in keinem Fall klemmen bzw. blockieren, viel mehr muss er sich durch einfaches Niederdrücken der Drückernuss des Schlosses, also ohne Betätigung mittels eines Schlüssels, schnell und leicht betätigen lassen, um das Schloss im Gefahrenfall so rasch wie möglich öffnen zu können.
Zur Gewährleistung einer einwandfreien Schliessbe- wegung hat es sich als zweckmässig erwiesen, die Dau- menangriffs-Unterkanten der Zuhaltungsplatten konkav auszubilden.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist in den Zeichnungen dargestellt. Dabei zeigt Fig. 1 eine Innenansicht des unteren Teils des neuen Einsteckschlosses nach Abnahme der Schlossdecke und Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie A-B der Fig. 1. Das dargestellte Einsteckschloss besitzt in üblicher Weise zwei Gehäusedecken 1 und 2 und einen an der einen Decke angenieteten Stulp 3. Die Schlossdecken 1, 2 sind über Zapfen 4, 4' und durch in die Gewindebolzen 5, 5' einzuziehende Schrauben miteinander verbunden.
Wie insbesondere aus Fig. 2 hervorgeht, sind am unteren Ende des Schlosskastens beidseitig Schlosszylinder 6, 7 angeordnet, die seitliche Ausschnitte 8, 9 zur Bildung vorstehender, abgesetzter Endteile 10, 11 besitzen. Diese Endteile 10, 11 sind über entsprechend profilierte, in den Schlossdecken 1, 2 vorgesehene öffnungen eingesetzt und ragen in das Schlossinnere hinein. Hierdurch sind die Schlosszylinder gegen Drehung gesichert. In dem Schloss- zylinder 7 bzw. in dessen Endteil 11 sind zwei axial vor stehende, dass Innere des Schlosses durchsetzende Zap fen 12 vorgesehen, die in entsprechende Bohrungen in dem gegenüberliegenden Schlosszylinder 6 eingreifen.
Letzterer enthält eine zur Verankerung der Zapfen 12 dienende Einrichtung, die beispielsweise beim Zusammen stecken der beiden Schlosszylinder selbsttätig in die die Kupplungszapfen 12 und damit auch die Schlosszylinder verriegelnde Stellung gelangt.
Durch die in den Schlosskasten 1, 2 eingreifenden Enden 10. 11 der Schlosszylinder 6. 7 ist es möglich, je weils ein Paar der zweiteiligen Zuhaltungsstifte 13, 14 innerhalb des Schlosskastens anzuordnen. wodurch sich eine sehr gedrängte Schlossbauweise, die sogenannte Kurzzylinder-Bauart ergibt. Der zwischen den inneren Stirnflächen 6'. 7' der Kurzzylinder 6, 7 verbleibende Teil der Kupplungszapfen 12 ist gleichfalls sehr kurz.
Dadurch ergibt sich eine sehr starre u. sichere Veranke rung der Schlosszylinder 6, 7 im Schlosskasten und ein be sonders vorteilhaftes Zusammenwirken der in den Schloss- zylindern 6, 7 drehbar gelagerten Schliesszylinder 15, 16 bzw. der Schliessbärte 17 mit der im Schlosskasten vor gesehenen Zuhaltungs- und Riegelanordnung.
Die Zuhaltung 18 für den Schlossriegel 19 besteht aus zwei beidseitig des Riegelschaftes 20 gelegenen Zuhal- tungsplatten 21, 22. die im Schlossgehäuse senkrecht zur Riegelverstellung verschieblich gelagert sind. Hierzu sind in den beiden Zuhaltungsplatten 21, 22 jeweils zwei par allel nebeneinander liegende Längsschlitze 23 für die Kupplungszapfen 12 der Schlosszylinder 6, 7 sowie ein weiterer Längsschlitz 24 für den Gehäusezapfen 4' vor gesehen. Beide Zuhaltungsplatten 21, 22 sind über den quaderförmigen Tourstift 25 miteinander verbunden.
An letzterem liegt ein Schenkel der auf dem Zapfen 5' der Gehäusedecke 1 gelagerten, zwischen die beiden Zuhal- tungsplatten 21, 22 hindurchgreifenden Zuhaltungsfeder 26 an, während deren anderer Schenkel sich an einem der Gehäusestifte 4 abstützt. An den oberen Enden der beiden Zuhaltungsplatten 21. 22 ist je ein gabelförmiger Ansatz 21, 22' vorgesehen. Beide Ansätze umgreifen zur zusätzlichen Führung der Zuhaltungsplatten den die Zu haltungsfeder 26 tragenden Gehäusezapfen 5'.
Der unter Virkung der Zuhaltungsfeder 26 stehende Tourstift 25 liegt an der zahnstangenartig ausgebildeten Oberkante 20' des Riegelschaftes 20 an, die entsprechend der geforderten, im vorliegenden Ausführungsbeispiel zweitourigen Riegelverstellung ausgebildet ist. Zur Ver stellung des Riegels 19 sind am unteren Rand des Rie gelschaftes 20 Schliessnuten 27 vorgesehen, in die die Schliessbärte 17 der Schliesszylinder 15, 16 bei deren Betätigung durch einen passenden Schlüssel eingreifen.
Um zu verhindern, dass sich der Schliessbart bzw. -dau- men 17 eines der beiden Schliesszylinder 6 oder 7 un beabsichtigt, beispielsweise durch ungewolltes bzw. unvoll- ständiges Verdrehen des betreffenden Zylinderkernes 15 bzw.
16 mittels des einen Schlüssels in die zugehörige Schliessnut 27 des Riegels 19 einlegen kann, was für das Schliessen mit dem anderen Schlüssel eine Blockierung der Riegelbewegung zur Folge hätte, sind die beiden Zu haltungsplatten erfindungsgemäss so ausgebildet, dass sie in ihren Sperrstellungen mit ihren Daumenangriffs-Un- terkanten 21", 22" den Eingriffsbereich der Schliessdau- men 17 am Schliessnutenteil 27 des Schlossriegels 19 ab decken.
Eine derartige Zuhaltungskonstruktion gewähr leistet also stets eine einwandfreie bzw. unabhängige Be tätigung des Riegels, so dass Schlösser der erfindungsge- mässen Art sich besonders für Paniktüren eignen, da in diesen Fällen der Riegel jederzeit von beiden Seiten schnell und leicht bewegt werden muss.
Es empfiehlt sich, die Daumenangriffs-Unterkanten 21", 22" der Zuhaltungsplatten 21, 22 konkav auszu bilden, so wie das in Fig. 1 gezeigt ist.
Der Riegelschaft 20 ist im Bereich der Zuhaltungs- platten 21, 22 mit einer flach aufliegenden Platte 28 ver sehen, die zur Verstärkung des Riegelschaftes sowie als Angriffsfläche für den einen Schliessbart 17 dient und vorzugsweise an dem Riegelschaft aufgenietet ist. In dem Riegelschaft 20 und seiner Verstärkungsplatte 28 sind parallel zur Riegelbewegung noch von den Kupplungs zapfen 12 der Schlosszylinder 6, 7 und von den Gehäu sezapfen 4, 4' durchsetzte Schlitze 29 angeordnet. Über diese Schlitze 29 und die sie durchsetzenden Zapfen 12 bzw. 4.4' wird der Riegel 19 geführt.
Zwischen der Verstärkungsplatte 28 des Riegelschaf tes und dem Riegelkopf 30 ist über einen Bolzen 31 ein einteiliger Wechsel 32 angelenkt, der bei Angriff eines Schliessbartes 17 an seinem Fussteil 33 die nicht darge stellte Schlossfalle betätigt.
In Fig. 1 steht der Riegel 19 in seiner weitest vor geschlossenen Stellung. Beim Betätigen beispielsweise des Schlosszylinders 7 mit dem passenden Schlüssel werden durch den Schliessbart 17 des betreffenden Schliesszy linders 16 die Zuhaltungsplatte 21 und damit über den Tourstift 25 auch die Zuhaltungsplatte 22 entgegen der Wirkung der Zuhaltungsfeder 26 angehoben. Hierbei wird der Tourstift 25 aus der zahnstangenartigen Oberkante 20' des Riegelschaftes 20 ausgehoben.
Der Schliessbart 17 greift bei weiterer Drehung des Schliesszylinders 16 an einer Endfläche der rückwärtigen Nut 27 im Riegel schaft 20 bzw. an dessen Verstärkungsplatte 28 an, wo durch der Riegel 19 zurückgeschlossen wird. Danach fällt der Tourstift 25 unter Wirkung der Zuhaltungsfe- der 26 wieder in die zahnstangenartig ausgebildete Ober kante 20' des Riegelschaftes 20 ein, wodurch der Riegel in seiner um eine Tour zurückgeschlossenen Lage ge sperrt wird. Bei weiterem Drehen des betreffenden Schliesszylinders 16 um 360 erfolgt in entsprechender Weise das weitere Zurückschliessen des Riegels 19, also in seine um zwei Touren zurückgeschlossene Lage.
Es versteht sich, dass die vorbeschriebene Wirkungsweise des Schliesswerkes auch dann eintritt, wenn das andere Zy- linderschloss 6 mit dem passenden Schlüssel geschlossen wird. Das Ausschliessen bzw. Vorholen des Schlossrie- gels erfolgt in entsprechend umgekehrtem Sinne.