Kunststoffski Es ist bekannt, Skis herzustellen, bei denen die im Gebrauch auftretenden mechanischen Kräfte von Glasfa- serlaminaten auftretenden mechanischen Kräfte von Glasfaserlaminaten aufgenommen werden. Bei diesen meistens in Schichtbauweise hergestellten Skis werden auf einen Holz- oder auch Plastikkern Glasfaserlaminat- streifen in der Stärke von 1 bis 2 mm aufgeklebt.
Diese Glasfaserlaminate bestehen zu 60 bis 80 7o aus Glasfaser und zu 20 bis 407, aus ausgehärteten nicht thermoplasti schen Kunstharzen, insbesondere Epoxyharzen. Bei die sen Laminaten verlaufen die einzelnen Glasfäden zu zirka<B>90%</B> in Längsrichtung, während nur ein kleiner Teil der Glasfäden quer zur Skilängsachse angeordnet ist, da ja in dieser Richtung wenig mechanische Beanspru chungen auftreten.
Diese Glasfaserlaminate haben nun verschiedene Nachteile: Zunächst ist die Zugfestigkeit solcher Glasfa- serlaminate wesentlich grösser als deren Druckfestigkeit, da die Zugfestigkeit fast ausschliesslich durch die Zugfe stigkeit der verwendeten Glasfasern, die Druckfestigkeit fast ausschliesslich durch die Druckfestigkeit des verwen deten Tränkharzes bestimmt wird. Es ergibt sich dadurch die Notwendigkeit, auf der Skioberseite, die ja in erster Linie Druckbeanspruchungen ausgesetzt ist, relativ starke Glasfaserlaminate anzuordnen, damit dort eine genügen de Druckfestigkeit erreicht wird, wobei die Zugfestigkeit in diesen Bereichen dann Werte annimmt, die nie ausgenützt werden.
Dies hat einerseits den Nachteil der grösseren Kosten, da Glasfaserlaminat stückweise im Pressverfahren hergestellt werden muss und anderseits wird der Ski dadurch mit unnötigem Gewicht belastet.
Ein weiterer Nachteil der Glasfaserlaminate besteht darin, dass sie zu wenig reibfest sind und daher weder als Skioberfläche noch als Skioberkante, d.h. also als Schutz der oberen Seitenkanten des Skis geeignet sind. Diese Skioberkanten sind insbesondere durch die immer vorste hend montierten Stahlkanten mechanischen Angriffen ausgesetzt.
Die Stahlkanten beschädigen das Glasfaserla- minat an den Skioberkanten relativ leicht; die durch den Schlag der scharfen Kanten durchschnittenen Glasfasern stehen dann borstenartig von der Skioberkante ab.
Um diesen Übelstand zu vermeiden. werden bei solchen Skis folgende Bauweisen verwendet: a) Nach dem Verleimen des Skis wird an der Skiober fläche im Seitenkantenbereich das Glasfaserlaminat in einer Breite von 4 bis 8 mm bis auf den aus Holz oder Kunststoff bestehenden Skikern ausgefräst und in die Rille werden Kunststoffkanten eingeklebt. Dies erfordert einen relativ hohen Arbeitsaufwand für das Ausfräsen, Einkleben und Nachbearbeiten der Oberkanten. Ausser- dem ist das Bearbeiten von Glasfaserlaminaten wegen der geringen Werkzeugstandfestigkeit teuer und wegen der durch den Glasstaub auftretenden Hautreizungen unerwünscht.
b) Auf die Skioberseite, d.h. auf die ober dem Kern befindliche Glasfaserlaminatschicht werden U-profilarti- ge Decken (vielfach mit andersfarbigen Oberkanten) aufgeklebt, wobei der Mittelteil des U-Profils entweder aus irgendeinem leichten Körper aus Kunststoff oder Holz oder auch aus Glasfaserlaminat besteht. Der Arbeits aufwand ist zwar günstiger wie unter a) beschrieben, es sind jedoch die nicht ganz einfach herzustellenden zwei färbigen U-Profile mit Mittelteil notwendig.
Die dicken Aussenränder dieser Profile, die zugleich die Skioberkan- ten bilden, tragen zur Festigkeit des Skis nichts bei. Ausserdem sind die derzeit im Handel erhältlichen thermoplastischen Kunststoffe den in der Praxis auftre tenden Schlagbeanspruchungen auch nur bedingt gewach sen, wenngleich deren Abreibfestigkeit besser ist als die von Glasfaserlaminaten.
c) Neuerdings werden die Skioberseitenkanten durch T-förmige Profile aus Aluminium geschützt. Der mittlere Steg dieser 6 bis 8 mm breiten Aluminiumprofile wird seitlich in den Ski eingeklebt, wobei das T-Profil auf der Oberseite mit der Skioberfläche abschliesst. Der Mittel steg dieser T-Profile wird dabei schwalbenschwanzartig ausgestanzt, um eine gute Verankerung im Ski zu ermöglichen.
Der Preis solcher T-Profile, die Bearbeitung derselben, das Ausfräsen von Nuten an den Skiseiten, das Einkleben der T-Profile und ihre Nachbearbeitung verur sachen solche Kosten, dass dieser Kantenschutz nur bei Skis der obersten Preisklasse zu vertreten ist.
Durch das im folgenden beschriebene Verfahren können die oben angeführten Nachteile mit einem Mini mum an Zeitaufwand behoben werden. Wie oben ange führt, ist es für die Erreichung genügenden Zugfestigkeit an der Skioberfläche ausreichend, ein relativ dünnes Glasfaserlaminat zu verwenden. Wird nun auf ein Glasfa- serlaminat mit ausreichender Zugfestigkeit ein anderes Material mit grösserer Durckfestigkeit geklebt, so ist es ohne Belang, ob dieses zweite Material eine nennenswerte Zugfestigkeit besitzt oder nicht.
Materialien mit ausreichender Druckfestigkeit stehen in mit Glasfasern versetzten thermoplastischen Kunst stoffen zur Verfügung: zum Beispiel Polycarbonat kann mit zirka 30 bis 40tr/o Glasseidenfäden (Länge bis zu maximum einigen mm) vermischt werden. Durch die unregelmässige Lage dieser kurzen Glasfaserstäbchen ist die Druckfestigkeit grösser als bei Glasfaserlaminaten, bei denen die Glasfäden praktisch ausschliesslich in Längsrichtung angeordnet sind.
Die Zugfestigkeit hinge gen ist aus den gleichen Gründen geringer als bei Glasfaserlaminaten. Bei einer Überschichtung von Glas- faserlaminaten mit vorwiegend längsgerichteten Glasfä den durch einen mit Glasfasern gefüllten Thermoplasten entsteht ein zug- und druckfester Verbundkörper, der den im Skibau insbesondere für die Skioberseite ge wünschten Anforderungen voll und ganz entspricht.
Demgemäss schlägt die Erfindung eine neuartig Verbundbauweise für Skis vor, die dadurch gekennzeich net ist, dass die in festigkeitstechnischer Hinsicht tragen den Schichten auf Skiober- und -unterseite durch Glasfa- serlaminate aus nicht thermoplastischem Material und glasfasergefülltem, thermoplastischem Material gefertigt sind.
Zweckmässig wird diese druckfeste glasfasergefüllte Schicht aus thermoplastischem Material nur auf der Oberseite des Skis verwendet, weil Druckfestigkeit haupt sächlich dort erforderlich ist. Die Erfindung führt somit zu einer Ersparnis an teueren Glasfaserlaminaten, indem diese nur mehr in jenem Masse angewendet werden, als dies im Hinblick auf die nötige Zugfestigkeit erforderlich ist; die Aufnahme der Druckbeanspruchungen wird hauptsächlich der thermoplastischen Schicht übertragen, die auch den Kanten- und Oberflächenschutz über nimmt.
Der Vorteil dieser zweiten durckfesten Schichte liegt weiters darin, dass diese mit Glasfasern versetzten Ther moplaste im Extruder und entsprechender Kalanderein- richtung im kontinuierlichen Arbeitsprozess angefertigt und nicht wie Glasfaserlaminate einzeln in entsprechen den Presseinrichtungen verpresst werden müssen. Platten aus mit Glasfasern versetzten thermoplastischen Kunst stoffen sind daher auch billiger als Glasfaserlaminate gleicher Stärke.
Glasverstärkte Thermoplaste besitzen eine 2 bis 4 mal grössere Kerbschlagfestigkeit als ungefüllte thermoplasti sche Kunststoffe. Diese Verstärkungsplatten können da her die Aufgaben eines Oberkantenschutzes übernehmen; glasgefüllte Polycarbonate besitzen etwa die gleiche Kerbschlagfestigkeit wie Aluminium.
Der Aufbau eines Skis ergibt sich beispielsweise aus der Zeichnung, die zwei Querschnitte durch erfindungs- gemässe Skis zeigt. 1 bedeutet den Skikern, 2 die Glasfaserlaminate auf Skiunter- und -oberseite, 3 einen mit Glasfaserstückchen verstärkten thermoplastischen Kunststoff und 4 eine Oberflächenfolie aus einem gefüll ten oder ungefüllten thermoplastischem Kunststoff. Fer ner erkennt man noch den Gleitbelag 5 und die Stahlkan ten 6.
Bei dieser Anordnung ist also weder ein Ausfräsen des Falzes für das Einkleben von Oberkantenstreifen, noch die Anfertigung von U-Profilen mit relativ viel totem Material für die Oberkanten, noch das noch mühsamere Einsetzen von Aluminium T-Profilen not wendig, da die mit Glasfäden gefüllte thermoplastische Schicht 3 zugleich ein tragender Bestandteil des Skis ist und die Oberkanten liefert. Bei entsprechender Behand lung durch Schleifen und Polieren kann die Oberflächen folie 4 auch entfallen, so dass sich eine weitere Vereinfa chung des Skiaufbaues ergibt.
Die mit Glasfasern gefüllten thermoplastischen Kunststoffe können auch so angeordnet werden, dass zwischen zwei Streifen aus diesem Material im Mittelteil ein Glasfaserlaminat angeordnet wird, vgl. Fig. 2, wobei ein weiteres breites Glasfaserlaminat entfällt.
In Fig. 2 bedeutet 1 wieder den Kern, 2 die Glasfaserlaminate, 3 den gefüllten thermoplastischen Kunststoff und 4 eine Skioberflächenfolie. In diesem Ausführungsbeispiel über deckt der Thermoplaststreifen 3 auch die Seitenwangen des Skis, so dass das schlagempfindliche Glasfaserlaminat nunmehr allseitig durch stoss- und schlagunempfindliches Material abgedeckt ist.