CH451836A - Verfahren zur Verbesserung der Leistung einer mechanisch-biologischen Abwasserreinigungsanlage - Google Patents

Verfahren zur Verbesserung der Leistung einer mechanisch-biologischen Abwasserreinigungsanlage

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CH451836A
CH451836A CH787967A CH787967A CH451836A CH 451836 A CH451836 A CH 451836A CH 787967 A CH787967 A CH 787967A CH 787967 A CH787967 A CH 787967A CH 451836 A CH451836 A CH 451836A
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Ernst Dr Rohrer
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    • C02TREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02FTREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02F1/00Treatment of water, waste water, or sewage
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Description


  Verfahren     zur        Verbesserung    der     Leistung          einer    mechanisch-biologischen     Abwasserreinigungsanlage       In den vergangenen Jahren sind eine beträchtliche  Menge von mechanisch-biologischen     Abwasserreini-          gungsanlagen    erstellt worden, die heute infolge starker  Entwicklung von Bevölkerung und Industrie zu geringe  Leistungen aufweisen. Auch steigt der Anfall von Abwas  ser je Kopf der     Bevölkerung    dauernd.

   Leider muss     aus-          serdem    festgestellt werden,     dass    vielerorts die Reini  gungsanlagen von Anfang an zu klein dimensioniert wor  den sind. Dieser Umstand bringt mit sich, dass die     Klär-          Anlagen    wohl arbeiten, den gewünschten und verlangten       Reinigungs-Effekt    wegen der     L7berlastung    aber nicht  erreichen können.  



  Die unzureichende Reinigung ist erkenntlich am Ge  halt suspendierter     Stoffe    im Ablauf, dem Vorfinden  unveränderter oder nur teilweise abgebauter Abwasser  stoffe, die sich durch Flocken, Trübungen und hohen  biologischen     Sauerstoff-Bedarf    bemerkbar machen. Ei  nerseits verhindert die zu kurze     Verweilzeit    des Abwas  sers in überlasteten Anlagen eine     Sedimentation    der       Schwebestoffe,    anderseits ist die Einwirkungsdauer des  Bakterien und     Protozoen    enthaltenden     Belebtschlammes     zu kurz für einen vollständigen biologischen Abbau.  



  In der Regel wird das Abwasser in einem     Vorklär-          becken    mechanisch     vorgereinigt,        d.h.    man will in einem  Beruhigungsbecken möglichst viel von den Beimengun  gen durch     Sedimentation    oder eventuell durch Flotation  abtrennen.  



  Die Kontrolle verschiedener Anlagen hat gezeigt, dass  die     Sedimentation    natürlicher oder künstlich zugesetzter  Schwebestoffe sehr ungleich verläuft und von der Zusam  mensetzung des Abwassers abhängig ist. So vermögen  gewisse     Detergentien    und auch     Salze        (z.    B. Polyphos  phate)     emulgierend    zu wirken und je nach ihrem Gehalt  eine mechanische     Vorreinigung    praktisch unmöglich zu  machen. Die Praxis hat auch gezeigt, dass der Anfall  solcher Verbindungen (aus Haushalt, Gewerbe und In-         dustrie)    schubweise ist.

   Ausserdem vermögen auch viele  der dauernd in den Abwässern enthaltenen Kolloide eine  derart stabilisierende Wirkung auf die Suspensionen und  Emulsionen auszuüben, dass eine Abtrennung mecha  nisch gar nicht oder höchstens teilweise eintreten kann.  



  Die Verwendung von     Detergentien,        Emulgatoren    und  Stabilisatoren ist in den letzten Jahren enorm gestiegen,  und es ist zu erkennen, dass der Anstieg noch weiter  fortdauert. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese     grenz-          flächenaktiven    Verbindungen biologisch abbaubar sind  oder nicht. Alle diese Stoffe sind bei der der biologi  schen Stufe vorgeschalteten mechanischen Stufe voll  wirksam.  



  Das nur mangelhaft     vorgeklärte    Abwasser bringt viel  zu viel Ballast in das dem biologischen Abbau dienende  Belüftungsbecken, und die Folge davon ist, dass der       Belebtschlamm    nur einen Teil der     Stoffe    abbauen kann.  Die Belüftungseinrichtungen     vermögen    in der zur Ver  fügung stehenden Zeit nicht den zum     aeroben    Abbau  benötigten Sauerstoff einzutragen. Die Reinigung stockt  infolge Sauerstoffmangel.

   Als Begleiterscheinung dieses  Zustandes zeigt sich eine schlechte Abtrennung des     Be-          lebtschlammes    vom Wasser im     Nachklärbecken.    Dies  wiederum erschwert oder verhindert die Gewinnung und  Rückführung eines Schlammes mit genügend hoher Kon  zentration an aktiven Organismen. Die Folge davon  sind ein dünner, wenig aktiver     Belebtschlamm    und ein  unvollkommen abgebautes Abwasser.  



  Bis heute bestand keine Möglichkeit, bei solchen An  lagen den Wirkungsgrad merklich zu erhöhen. Die für  solche Fälle vorgeschlagenen Erweiterungsbauten über  steigen in den meisten Fällen auch die     finanziellen    Mög  lichkeiten der     betreffenden    Gemeinden oder Körper  schaften. Ferner ist festzuhalten, dass auch viel grösser  dimensionierte Klärbecken die Schwierigkeiten, hervor  gerufen durch die stabilisierten Emulsionen und     Suspen.          sionen,    nur teilweise beheben können.      Man hat versucht, die Schwebestoffe durch Filter  abzutrennen. Es zeigte sich jedoch, dass die stets vor  handenen Kolloide die Poren der Filtereinrichtungen  rasch verstopfen und daher hohe Betriebs- und War  tungskosten verursachen.

   Eine     Ausflockung    der kollo  idalen Stoffe durch Elektrolyte kann zwar weitgehend  solche Schwierigkeiten beseitigen, bringt aber zusätzliche  unerwünschte Stoffe (Salze) ins Wasser und verschiebt  den     pH-Wert    in     ungünstiger    Weise. Die Versuche haben  ergeben,     dass    die beste     Ausflockung    der in gemischten  kommunalen Abwässern enthaltenen Kolloide bei     pH     4,5 bis 5.0 erfolgt. Um diesen Wert zu erreichen, ist  jedoch ein beträchtlicher Salz- oder Säurezusatz erfor  derlich. der sich nachteilig auf die Betriebskosten aus  wirkt.

   Ferner sind genaue     Kontroll-,    Regel- und Dosier  anlagen erforderlich, da die     Pufferung    des Abwassers       beträchlich    schwankt.  



  Die vorliegende Erfindung bezweckt, die geschilder  ten Schwierigkeiten zu überwinden. Die Erfindung  betrifft ein Verfahren zur Verbesserung der Leistung  einer mechanisch-biologischen     Abwasserreinigungsan-          lage,    die ein der mechanischen Reinigung des Wassers  dienendes     Vorklärbecken    aufweist. sowie eine Einrich  tung zum Durchführen des Verfahrens.  



  Das     erfindungsgemässe    Verfahren beruht auf der  Erkenntnis, dass eine selbsttätige     Ausflockung    und nach  folgende     Sedimentation    der kolloidalen Stoffe des Ab  wassers im     Vorklärbecken    deshalb nicht eintritt oder  doch zumindest wesentlich erschwert ist, weil die orga  nischen Kolloide (Eiweisstoffe) von Natur aus mit einer  elektrischen Ladung behaftet sind, die eine gegenseitige  Abstossung der kolloidalen Partikeln verursacht. Die  genannte elektrische Ladung hat negatives Potential und  wurde bisher durch den bereits erwähnten Zusatz von  Salzen oder Säuren elektrolytisch neutralisiert.

   Es wurde  nun gefunden, dass die angestrebte     Ausflockung    der kol  loidalen Stoffe auch dadurch herbeigeführt werden kann,  dass nach dein Verfahren gemäss der Erfindung zumin  dest ein Teil des rohen Abwassers vor seinem Eintritt  in das     Vorklärbecken    mit einem positiv ionisierten Gas       oder    Gasgemisch begast wird, und zwar in solchem     Aus-          mass.    dass die von Natur aus ein negatives Potential  aufweisende elektrische Ladung der organischen Kolloid  partikeln in der gesamten Abwassermenge wenigstens  annähernd kompensiert wird.  



  Auf diese Weise lassen sich die kolloidalen Stoffe  zur     Ausflockung    bringen. ohne dass dem Abwasser zu  sätzliche unerwünschte oder gar schädliche Substanzen  beigefügt werden müssen. Im     Vorklärbecken    können die       #        -tust#eflockten,    koagulierten Stoffe vom Wasser mecha  nisch abgetrennt werden,     wodurch    eine starke Entla  stung der nachfolgenden biologischen Abbaustufe erzielt  wird.  



  Die angestrebte elektrische Neutralisation der     Kol-          loidpartikeln    kann bereits mit verhältnismässig geringen  Mengen des ionisierten Gases oder Gasgemisches her  beigeführt werden. Eine grössere Menge positiver Gasio  nen würde eine elektrische Umladung der Partikeln auf  positives Potential zur Folge haben. wodurch die Aus  flockung wieder verhindert würde. Somit ist es     zweck-          mässig,    sowohl aus physikalischen als auch aus wirt  schaftlichen Gründen nur gerade soviel Gasionen in das  Abwasser einzuleiten als für die     Koagulierung    und Aus  flockung der     Kolloidpartikeln    erforderlich ist.  



  Es ist auch möglich, nur einen Teilstrom des dem       Vorklärbecken    zugeleiteten Abwassers mit einem ioni-         sierten    Gas oder Gasgemisch zu behandeln. In diesem  Fall kann man eine Umladung der     Kolloidpartikeln    die  ses Teilstromes auf positives Potential vornehmen, der  art, dass die     gesamte    elektrische Ladung aller     Kolloid-          partikeln    im     Vorklärbecken    kompensiert wird. Die posi  tiv gewordenen     Kolloidpartikeln    und die negativ gela  denen des nicht     begasten    Teiles des Abwassers ziehen  sich gegenseitig an, was die Koagulation begünstigt.  



  Besonders vorteilhaft ist es, für die     Begasung    des  rohen Abwassers ein sauerstoffhaltiges ionisiertes Gas  oder Gasgemisch. wie z. B. ionisierten Sauerstoff (Ozon)  oder ionisierte, ozonhaltige Luft, zu verwenden. Dann  wird nicht nur das Ausflocken der Kolloide erzielt, son  dern zugleich auch das Abwasser mit Sauerstoff ange  reichert, gesättigt oder gar übersättigt, wobei der Sauer  stoff mindestens zum Teil im Wasser gelöst wird.     Zweck-          mässig    sind die ionisierten Gasmoleküle mit ungelade  nen Sauerstoffmolekülen gemischt. Aus wirtschaftlichen  Gründen wird ionisierte Luft für die     Begasung    des Ab  wassers bevorzugt.

   Erfolgt eine     übersättigung    des Ab  wassers mit Gas, so entspannt sich dieses anschliessend  im     Vorklärbecken    und unterstützt dabei die Flotation  von schwimm- und schwebefähigen Stoffen, wodurch  deren     Abscheidung    vom Wasser erleichtert und geför  dert wird.

   Der im Abwasser gelöste Sauerstoff wird im       Vorklärbecken    teilweise etwas herabgesetzt, aber niemals  vollständig verbraucht; er gelangt daher mit dem Was  ser in die biologisch wirkende Reinigungsstufe der An  lage, wo er den     aeroben    und     oxidativen    Abbau der orga  nischen Substanzen sowie die     Aufoxidation    verschiede  ner anorganischer Verbindungen unterstützt und be  schleunigt. Der Sauerstoff erhöht daher die Wirkung des       Belebtschlammes    und den Wirkungsgrad der biologi  schen Reinigungsstufe, ohne dass ein zusätzlicher Auf  wand für die Belüftung des Abwassers oder eine län  gere     Verweilzeit    desselben in der biologischen Reini  gungsstufe erforderlich wären.

    



  Da beim Arbeiten nach dem erfindungsgemässen  Verfahren der grösste Teil der kolloidalen Substanzen  bereits im     Vorklärbecken    aus dem Abwasser abgetrennt  werden kann, ist das die biologische Reinigungsstufe ver  lassende Abwasser praktisch frei von kolloidalen Stof  fen, wodurch im anschliessenden     Nachklärbecken    eine  schnelle und vollständige Trennung des     Belebtschlam-          mes    vom Wasser möglich ist.

   Der wiedergewonnene       Belebtschlamm    weist folglich eine hohe Konzentration  auf und gewährleistet bei seiner Rückführung in die  biologische Reinigungsstufe eine entsprechend hohe  Leistung der letzteren, da die Wirksamkeit des Belebt  schlammes     proportional    zu seiner Konzentration an  steigt.  



  Die     Stoffabscheidung    im     Vorklärbecken    kann noch  gesteigert werden durch gleichzeitige     Phosphatfällung.     Zu diesem Zweck kann dem rohen Abwasser vor der  Beimischung des ionisierten Gases oder Gasgemisches  die erforderliche Menge     Fällungsmittel,    z. B. Eisen     (I11)-          chlorid,    beigegeben werden. Bei dem nachfolgenden  Einbringen des ionisierten Gases oder Gasgemisches  erfolgt dann zwangsläufig eine sehr intensive     Durchmi-          schung    des Abwassers und der     Fällungsmittel,    so dass  ein Höchstmass an Wirkung sichergestellt ist.  



  Die     Ionisierung    des dem Abwasser zuzuführenden  Gases oder Gasgemisches kann mit Hilfe eines handels  üblichen     Ionisators    erfolgen. Die Beimischung des ioni  sierten Gases oder Gasgemisches zum Abwasser kann  ebenfalls mittels bekannter Vorrichtungen geschehen,  wie z. B.     Injektoren,    Turbomischern usw.

        Besonders vorteilhaft ist es, zum Durchführen des  erfindungsgemässen Verfahrens eine erfindungsgemässe  Einrichtung zu benutzen, welche sich dadurch auszeich  net, dass in eine Zuleitung zum     Vorklärbecken    der     me-          chanisch-biologischen        Abwasserreinigungsanlage    eine       Strahlpumpenvorrichtung    eingeschaltet ist, durch welche  wenigstens ein Teil des Abwassers unter Druck hin  durchströmt und an deren Saugstutzen ein     Gasionisator          rngeschlossen    ist.

   Bei dieser Ausbildung wird das ioni  sierte Gas oder Gasgemisch durch     Injektorwirkung     selbsttätig in die     Strahlpumpenvorrichtung    eingesaugt, wo  es sich mit dem eine hohe Turbulenz aufweisenden Ab  wasser innig mischt.  



  Ausführungsbeispiele des erfindungsgemässen Ver  fahrens und einer mechanisch-biologischen Abwasser  reinigungsanlage mit der erfindungsgemässen Einrichtung  werden nachstehend unter Bezugnahme auf die beige  fügte Zeichnung beschrieben, in welcher die Abwasser  reinigungsanlage schematisch veranschaulicht ist.  



  Die dargestellte     Abwasserreinigungsanlage    weist eine  Zuleitung 10 auf, in welche eine Station 11 für die Bei  gabe von     Fällmitteln    für die     Phosphatfällung,    eine  Druckpumpe 12 zum Fördern des Abwassers und eine       Strahlpumpenvorrichtung    13 eingeschaltet sind, deren  Ausgang zu einem     Vorklärbecken    14 führt. An den Saug  stutzen 15 der     Strahlpumpenvorrichtung    13 ist ein     Ioni-          sator    16 angeschlossen, der zum Ionisieren von Luft  aus der Atmosphäre dient.  



  Das     Vorklärbecken    14 ist zur mechanischen Tren  nung des Abwassers von Fremdstoffen bestimmt. Ihm  folgt ein     Belüftungsbecken    17 für den biologischen Ab  bau von organischen Stoffen im Abwasser mit Hilfe von       Belebtschlamm.    An den Ausgang des Belüftungsbeckens  17 ist ein     Nachklärbecken    18 zur mechanischen Tren  nung des Abwassers vom     mitgeschwemmten    Belebt  schlamm angeschlossen.  



  Mit Vorteil, aber nicht     notwendigerweise    sind in den  Auslauf des     Nachklärbeckens    18 eine Pumpe 19 und  eine weitere     Strahlpumpenvorrichtung    20 eingeschaltet,  von welcher eine Leitung 21 zu einem nicht dargestell  ten     Vorfluter    führt, der ein offenes Gewässer natürli  cher oder     künstlicher    Art sein kann. An den Saugstutzen  22 der     Strahlpumpenvorrichtung    20 ist ein     Ionisator    23  zum Ionisieren von sauerstoffhaltigem Gas, z. B. Luft,  angeschlossen.  



  Die Wirkungsweise der beschriebenen     Abwasserrei-          nigungsanlage    ist unter Anwendung des     erfindungsge-          mässen    Verfahrens zur Leistungsverbesserung beispiels  weise wie folgt  Dem durch die Zuleitung 10 anfallenden kommuna  len Abwasser setzt man in der Station 11 je Liter Ab  wasser 6 mg     Fei,    als     Fällmittel    für Phosphate zu. Mit  tels der Pumpe 12 wird das Abwasser anschliessend  unter Druck durch die     Strahlpumpenvorrichtung    13  gefördert.

   Infolge der     Injektorwirkung    der Vorrichtung  12 wird positiv ionisierte Luft vom     Ionisator    16 ange  saugt und mit dem Abwasser innig vermischt, das     beim     Durchlaufen der Vorrichtung 3 in starke Turbulenz ver  setzt wird. Ein Teil der dem Abwasser beigemischten  Gasmoleküle und Gasatome liegt in Form positiver Ionen  vor, Sauerstoff ausserdem in Form von Ozon. Das Men  genverhältnis von Flüssigkeit zu ionisierter Luft liegt  zwischen 20: 1 und 5 : 1. Durch die positiven Gasionen  wird die von Natur aus negative Ladung der organischen       Kolloidpartikeln    im Abwasser neutralisiert, wodurch das    Koagulieren und Ausflocken dieser Partikeln     ermöglicht     wird.

   Der in das Abwasser eingetragene Luftsauerstoff  wird im Wasser gelöst, so dass dieses mit Sauerstoff  übersättigt wird. Im     Vorklärbecken    14 findet das<B>Ab-</B>  wasser Gelegenheit, sich zu beruhigen, wobei sich das       beigemischte    Gas entspannt, soweit es nicht im Wasser  gelöst ist. Die schwimm- und     schwebefägigen    Partikeln  im Abwasser treiben an die Oberfläche, während die  ausgeflockten Kolloide und die ausgefällten Phosphate  sedimentieren.  



  Unter mechanischer Zurückhaltung der schwimmen  den und der sedimentierten Teile wird das Abwasser  aus dem     Vorklärbeckei    14 in das Belüftungsbecken 17  geleitet, wo mit Hilfe des     Belebtschlammes    die organi  schen Stoffe des Abwassers     biologisch    abgebaut werden.  Dieser Vorgang wird durch den im Wasser gelösten  Sauerstoff wesentlich begünstigt und beschleunigt.     An-          schliessend    wird im     Nachklärbecken    18 das Wasser von  dem     mitgeschwemmten        Belebtschlamm    mechanisch ge  trennt.

   Der hier anfallende Schlamm ist reich an bio  logisch wirksamen Bakterien und     Protozoen    und wird  von Zeit zu Zeit in das Belüftungsbecken 17 zurückge  bracht.  



  Das aus dem     Nachklärbecken    18 auslaufende Ab  wasser wird mittels der Pumpe 19 durch die zweite       Strahlpumpenvorrichtung    20 gefördert und dort mit ioni  sierter Luft aus dem     Ionisator    23 innig vermischt. Das  Mengenverhältnis von Wasser zu ionisierter Luft beträgt  beispielsweise 10 : 1, und der Ozongehalt der ionisierten  Luft ist z. B. 1,8     mg/l.    Durch die in das Abwasser ein  gebrachte ionisierte und ozonhaltige Luft werden die im  Abwasser noch verbliebenen     _tiathogenen    Keime, Sporen  bildner und Viren praktisch restlos abgetötet, und das  Abwasser wird mit Sauerstoff angereichert oder gar  gesättigt.

   Die Wirkung und die Vorteile der zuletzt be  schriebenen Nachbehandlung des Abwassers mit ioni  sierter Luft sind in der schweizerischen Patentschrift Nr.  444065 ausführlich erläutert.  



  Das mit der beschriebenen Anlage und nach dem  beschriebenen Verfahren behandelte Abwasser ist bakte  riologisch einwandfrei und kann gegebenenfalls sogar zu  Genusszwecken wieder verwendet werden. Durch das  Beimischen eines positiv ionisierten Gases oder Gasge  misches zum Abwasser vor dessen Eintritt in das Vor  klärbecken 14 lässt sich die Leistung der nachfolgenden       mechanisch-biologischen    Reinigungsanlage ganz be  trächtlich steigern. Diese Leistungssteigerung kann bis zu  300 % betragen, wenn das ionisierte Gas oder Gasge  misch noch sauerstoffhaltig ist. Somit wird durch die  vorliegende Erfindung ein erheblicher technischer Fort  schritt auf dem Gebiet der Abwasserreinigung ermög  licht.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH I Verfahren zur Verbesserung der Leistung einer me- chanisch-biologischen Abwasserreinigungsanlage, die ein der mechanischen Reinigung des Abwassers dienendes Vorklärbecken aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Teil des rohen Abwassers vor seinem Eintritt in das Vorklärbecken mit einem positiv ionisier ten Gas oder Gasgemisch begast wird, in solchem Aus- mass, dass die von Natur aus ein negatives Potential aufweisende elektrische Ladung der organischen Kolloid partikeln in der gesamten Abwassermenge wenigstens annähernd kompensiert wird.
    UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekenn zeichnet, dass die Begasung des Abwassers mit ionisier ter Luft oder mit ionisiertem Sauerstoff erfolgt. 2. Verfahren nach Patentanspruch 1 oder Unteran spruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das ionisierte Gas oder Gasgemisch mit dem Abwasser innig gemischt wird, während dieses in turbulenter Strömung durch ein Leitungsstück mit geschlossenem Querschnitt hindurch geleitet wird. 3.
    Verfahren nach Unteranspruch 2, dadurch gekenn zeichnet. dass das zu begasende Abwasser unter Druck durch eine Strahlpumpenvorrichtung hindurchgeleitet und das ionisierte Gas oder Gasgemisch durch Injek- torwirkung selbsttätig in die Strahlpumpenvorrichtung eingesaugt wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch I oder Unteran spruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dem Abwasser vor seiner Begasung Phosphatfällmittel beigegeben wer den.
    PATENTANSPRUCH Il Einrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in eine Zuleitung (10) zum Vorklärbecken (14) der mechanisch biologischen Abwasserreinigungsanlage eine Strahlpum- penvorrichtung (13) eingeschaltet ist, durch welche wenigstens ein Teil des Abwassers unter Druck hindurch strömt und an deren Saugstutzen (15) ein Gasionisator (16) angeschlossen ist.
CH787967A 1967-01-25 1967-06-02 Verfahren zur Verbesserung der Leistung einer mechanisch-biologischen Abwasserreinigungsanlage CH451836A (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE102004059885A1 (de) * 2004-12-10 2006-06-14 Krones Ag Flotationsverfahren und Flotationsvorrichtung

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