CH452108A - Gerät zur Behandlung von Beinschäden - Google Patents
Gerät zur Behandlung von BeinschädenInfo
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Description
Gerät zur Behandlung von Beinschäden Bei Beinschäden verschiedenster Art, wie Knochenbrüchen, Gelenkversteifungen, Knochendystrophien usw. ist es neben der lokalen Behandlung der verletzten, bzw. erkrankten Abschnitte der Gliedmasse von grösster Bedeutung, gleichzeitig deren gesund ge bliebenen Anteile funktionstüchtig zu erhalten. Eine völlige Ruhigstellung des Beines führt schnell zu Mus kelatrophien und Gelenkversteifungen. Bei einer Schief nenbehandlung muss man daher bestrebt sein, das Bein so zu lagern, dass trotz Ruhigstellung der verletzten, bzw. erkrankten Abschnitte, aktive Bewegungen in den intakt gebliebenen Gelenken in möglichst grossem Umfang ausgeführt werden können. Hierdurch wird ausserdem auch der Heilungsprozess in den n geschädig- ten Gliedmassenabschnitten durch den durch die Mus kelzusammenziehungen gesteigerten Blutumlauf in günstigem Sinne beeinflusst. Der Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, das Bein auf einer in Kniegelenkshöhe gelenkigen Schiene so zu lagern, dass, je nach der Art des vorliegenden Schadiens, und ohne dessen Ausheilung zu stören, aktive Bewegungen verschiedenster Art und verschiedensten Ausmasses im Hüft- und Kniegelenk mit allergeringster oder auch mit beliebig zu steigerndzer Kraftanstrengung des Patienten ausgeführt werden können. Genaue Dosierbarkeit dieser Bewegungsübungen war ein weiteres Ziel. Die vorliegende Erfindung betrifft ein Gerät, das als Schwebeschiene bei der Behandlung von Beinschäden gestattet, der Gliedmasse neben einer zweckentsprechenden Lagerung auf einer Schiene, jeden gewünschten Grad von Eigenschwere zu geben, und zwar bis zur gänzlichen Schwerelosigkeit einerseits, wie auch bis zur vermehrten Eigenschwere anderer seits. Dabei kann der Grad der Eigenschwere für den Oberschenkel und für den Unterschenkel getrennt eingestellt werden. Gleichzeitig erlaubt das Gerät das Bein im Hüftgelenk und Kniegelenk aktiv und passiv in vollem physiologischen Umfang zu bewegen. Weiterhin kann es ermöglicht werden, die Lagerungsschiene auf den jeweils notwendigen Grad der Abspreizstellung des Beines im Hüftgelenk, sowie den Grad der Aussenc oder Inrendrehungssteilung des Beines einzustellen. Für die Knochenbruchbehandlung des Oberschenkels und des Unterschenkels gestattet das Gerät z. B. die Anbringung eines Streckzuges, bei dem die eingestellte relative Zugrichtung, trotz der Bewegungen im Hüftgelenk und im Kniegelenk, für den Unterschenkeibruch genau beibehalten wird und für den Oberschenkelbruch je nach Wahl des Zugpunktes genau oder im wesentlichen und funktionell ausreichendem Masse beibehalten wird. Das Gerät gemäss der Erfindung besteht aus zwei Hauptaggregaten, der Lagerungsschiene für das Bein und einem doppelben Waagebalkensystem, an dem die Schiene, z. B. mit 4 steifen Drähten oder Stäben, aufgehängt ist und einschliesslich des auf ihr fixierten Beines in jedem gewünschten Umfang durch Laufgewichte ausgewogen werden kann. Die zweiteilige Lagerungsschiene besteht aus der Oberschlenkelschiene und der Unterschenkelschiene, die in Höhe des Kniegelenks gelenkig miteinander verbunden sind. Die Oberschenkelschiene wird, notwendigerweise in Höhe des Hüftgelenks, über der Liegefläche, z. B. des Krankenbettes, in einem Lager beweglich befestigt. Das Waagebalkensystem besteht aus dem Ober scheriel-Waagebalken und dem Unterschenkel-Waage balken. Der Oberschenkel-Waagebalken n hat seine fest- stehend gelagerte Drehachse senkrecht über dem dem Hüftgelenk zugeordneten Lager. Der eine Balkenarm trägt ein Laufgewicht und am Ende des anderen Balkenarms sind der Drehpunkt für den Unterschenkel-Waagebalken und gleichzeitig zum Kniegelenkdrehpunkt der Beinlagerungsschiene führende Aufhängungen vorgesehen. Der Unterschenkel-Waagebalken trägt an seinem einen Arm ein Laufgewicht und an seinem anderen Arm zur Unterschenkelschiene führende Aufhängungen. Weitere Einzelheiten werden anhand der Zeichnung, die das Schema eines Ausführungsbeispiels darstellt, erläutert. Die Beinlagerungsschiene besteht aus der Unterschenkelschiene 1 und der Oberschenkelschiene 2, die durch Gelenke 3 in Höhe des Kniegelenkmittelpunkts 4 miteinander verbunden sind. Das freie Ende der Oberschenkelschiene 2 hat an einer Seite eine Verlängerung 5, deren Ende im unteren Lager 6 in vertikaler und horizontaler Richtung schwenkbar gelagert ist. Das untere Lager 6 wird in Höhe des Hüftgelenkmittelpunktes 7 über der Liegefläche des Patienten z. B. am Bettgestell, befestigt. Die Oberschenkelschiene ist an dieser Stelle ausserdem aushakbar. Für die Knochenbruchbehandlung des Oberschenkels mittels Steckzug sind an den körperfernen Enden der Oberschenkelschiene 2 Verlängerungen vorgesehen, an denen die mit Zugfedern versehenen Federgehäuse 9 angeordnet sind. Die Federgehäuse 9 bzw. die Zugfedern sind auswechselbar, um je nach dem vorlie genden Fall die richtige Zugkraft anwenden zu können. An der Unterschenkelschiene 1 sind entsprechende, in der Zeichnung nicht dargestellte Vorrichtungen vorgesehen. Der Obe.rschenkel-Waagebalken 10 ist mit dem oberen Lager 11 an einem nicht dargestellten und gegebenenfalls mit dem Krankenbett fest verbundenen Gestell so angebracht, dass sich sein Drehpunkt 12 senkrecht über dem Hüftgelenksmittelpunkt 7 befindet. An dem einen Arm des Oberschenkel-Waagebalkens ist das Laufgewicht 13 verschiebbar. Das Ende des anderen Armes trägt die Drehachse 14 für den Unterschenkel-Waagebalken 15. Ausserdem sind an diesem Ende bzw. an der Drehachse 14 die Aufhängedrähte oder -Stäbe 16 angebracht, die mit ihren unteren Enden an den Gelenken 3 der Beinlagerungsschiene angreifen. Ferner ist dieser Waagebalkenarm, zur Anpassung an die jweilige Oberschenkellänge, in seiner Länge verstellbar, z. B. durch Verschiebung des Oberschenkel-Waagebalkens in seiner Drehpunkthalterung 12 oder durch teleskopartigen Auszug. Das über der Unterschenkelschiene 1 stehende Ende des Unterschenkel-Waagebalkens 15 ist über zwei steife Aufhängedrähte oder -Stäbe 17 mit der Unterschenkelschiene 1 verbunden. Der andere Arm dieses Waagebalkens trägt ebenfalls ein Laufgewicht 18. Die Drehachse 14 des Unterschenkel-Waagebalkens befindet sich stets senkrecht über dem Kniegelenksmittelpunkt 4. Die Aufhängedrähte 16 und 17 sind vorzugsweise in ihrer Länge verstellbar. Die Oberschenkelschiene 1 und die Unterschenkelschiene 2 sind in ihrer Länge verstellbar eingerichtet. Alle Gelenke und Drehachsen sind leichtlaufend gelagert. Mit den beiden Laufgewichten 13 und 18 kann der schwerelose Zustand der Schiene einschliesslich des auf ihr liegenden Beines ausgewogen werden. Durch entsprechendes Verschieben der Laufgewichte kann jede zusätzliche Belastung oder Entlastung eingestellt werden. Die Bewegung des Beines kann durch den Patienten aktiv durch Betätigung der Beinmuskulatur oder passiv durch Schnurzug an einem oder an beiden Waagebalken erfolgen. Das auf der Schiene gelagerte Bein kann im Hüftgelenk zwischen der vollen Streckung von 1800 und einer Winkelung von 90" zur Körperlängsachse und im Kniegelenk zwischen 180 und etwa 450 bewegt werden. Die Schiene selbst kann in jeder vorkommenden Stellung durch gebräuchliche Mittel arretiert wurden. Durch die bewegliche Lagerung der Oberschenkelschienenverlängerung 5 im unteren Lager 6, beispielsweise mittels eines Kugelgelenks oder Doppelgelenks lässt sich das Bein in der jeweils notwendigen Abspreizstellung im Hüftgelenk einstellen oder man kann dem Bein ein bestimmtes Mass an seitlicher Bewegungsfreiheit geben. Einer etwa erforderlichen Aussenoder Innendrehungsstellung des Beines kann durch entsprechende Drehung des Oberschenkelwaagebalkens um seine Achse in seinem Drehpunkt 12 oder durch Verlängern und Verkürzen der entsprechenden Aufhängungsdrähte 16 und 17 entsprochen werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Gerät zur Behandlung von Beinschäden durch bewegliche Lagerung des Beines unter Verwendung von Balancierungsgewichten und beweglichen, in ihrer Länge verstellbaren Auflageschienen für den Oberund Unterschenkel, gekennzeichnet durch eine zweiteilige Beinlagerungsschiene, deren Oberschenkelschiene (2) und Unterschenkelschiene (1) gelenkig miteinander verbunden sind und die mit einer an der einen Seite des hüftseitigen Endes der Oberschenkelschiene (2) angebrachten Verlängerung (5) der Oberschenkelschiene (2) über der Liegefläche des Patienten in einem Lager (6) in allen Richtungen schwenkbar befestigt ist, und durch ein doppeltes Waagebalkensystem, von dem der Oberschenkelwaagebalken (10) seine feststehende Drehachse (12) senkrecht über dem Lager (6) hat, an seinem einen Balkenarm ein Laufgewicht (13)trägt und am Ende seines anderen Balkenarmes die Drehachse (14) für den Unterschenkelwaagebalken (15) und zum Kniegelenksdrehpunkt (3) der Beinlage- rungsschiene führende Aufhängungen (16) trägt, während der Unterschenkelwaagebalken (15) an seinem einen Arm ein Laufgewicht (18) und an seinem anderen Arm zur Unterschenkelschiene (1) führende Auf hängungen (17) trägt.UNTERANSPROCHE 1. Gerät nach Patentanspruch, dadurch gekenn zeichnet, dass an den körperfernen Enden der Oberschenkelschiene (2) und/oder der Unterschenkelschiene (1) Verlängerungen (8) vorgesehen sind, an denen Zugfedern (9) auswechselbar angeordnet sind.2. Gerät nach Patentanspruch oder Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufhängungen (16, 17) der Beinlagerungsschiene in ihlrer Länge ver stellbar sind.3. Gerät nach Patentanspruch und Unteranspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass der über der Oberschenkelschiene stehende Arm des Oberschenkel Waagebalkens (10) in seiner Länge verstellbar ist.4. Gerät nach Patentanspruch und Unteransprü chen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Ober schenkel-Waagebalken (10) in verschiedenen Dre hungsstellungen bezüglich seiner Längsachse feststellt bar ist.
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