Verfahren und Vorrichtung zum Ab- bzw. Umfüllen von Kitten oder dergleichen plastischen Massen Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vor richtung zum Ab- bzw. Umfüllen von Kitten oder der gleichen plastischen Massen von einem Transportbe hälter in einen oder mehrere Spritzzylinder, wobei der oder die Spritzzylinder auf einer auf die umzufüllende Behälterfüllmasse drückende Druckplatte aufgesetzt ist oder sind und diese Druckplatte relativ zur Behälter füllung hineingedrückt wird.
Zum Umfüllen von Kitten ist es bereits bekannt, die mit den Spritzzylindern versehene Druckplatte von oben in einen handelsüblichen Kitteimer einzudrücken. Dabei kann der Eimer von einer Ummantelung um schlossen oder bei genügend starker eigener Wandung auch ohne dieser sein. Die Druckplatte kann mittels einer Druckstange mechanisch oder auch pneumatisch be tätigt werden. Hierzu ist es bekannt, die Druckstange über der Druckplatte zu lagern und von oben anzu treiben. Bei einer anderen Ausführungsform ist der Antrieb unter dem Behälter und die Druckstange ragt durch den Behälterboden und durch die Kittmasse hindurch.
Bei diesen bekannten Ausführungsformen wird stets die Druckplatte mittels der Druckstange, die von einem Druckkolben eines pneumatischen oder hydrau lischen Druckzylinders betätigt wird, bewegt und der zu entleerende Behälter bleibt feststehend in Ruhe stellung. Da die Umfüllgeräte für den Einsatz auf Bau stellen leicht beweglich und notfalls auch tragbar sein sollten, ist es wichtig, ein möglichst kleines und hand liches Gerät zu schaffen.
Bei oberem Druckstangenan- trieb ergibt sich jedoch ein beträchtlicher Aufbau, wes halb sich die Anordnung des Druckzylinders unmittel bar unter dem zu entleerenden Behälter als vorteilhaft erwiesen hat. Der Druckzylinder bildet dabei zugleich das Auflager des Behälters. Soll bei den bekannten Geräten die Druckplatte am Ende eines Abfüllvor ganges entlastet und von der Kittmasse abgehoben bzw.
gelöst werden, um ohne Schwierigkeit die Spritzzylinder auswechseln zu können, dann ist es notwendig, den Druckkolben mit der Druckplatte in entgegengesetzter Richtung zu bewegen, d. h. anzuheben. Das Anheben des Druckkolbens erfordert aber eine Druckbeaufschla- gung auf der anderen Kolbenseite und damit einen zweiten Druckraum mit den notwendigen Anschluss- armaturen.
Aufgabe der Erfindung ist es nun, das Ab- bzw. Umfüllen von Kitten von Transportbehältern in Spritz- zylinder zu vereinfachen und eine billigere Vorrichtung hierfür zu schaffen. Zur Lösung dieser Aufgabe ist ge mäss der Erfindung das Verfahren dadurch gekenn zeichnet, dass der Behälter gegenüber der feststehenden Druckplatte mechanisch oder pneumatisch bewegt wird.
Das Anheben des Behälters gegenüber der stationä ren Druckplatte, beispielsweise durch einen sich anhe benden Druckzylinder gegenüber einem stationären Druckkolben, ergibt den Vorteil, dass nach jedem Ab füllvorgang nach Wegnahme der Druckbelastung der Behälter aufgrund seines Eigengewichtes von selbst wieder in die Ausgangsstellung zurückkehrt und sich hierdurch eine Umsteuerung der Druckplattenbewegung erübrigt.
Der besondere Vorteil dieses Vorganges macht sich bei Durchführung mehrerer, beispielsweise fünf Abfüllvorgänge zum Entleeren eines Behälters bemerk bar und wenn gemäss einer Ausführungsform der Er findung die Druckplatte nach jedem Abfüllvorgang an der feststehenden Druckstange um eine Abfüllhöhe nach unten umgesetzt wird, wodurch die grösste Verschiebe bewegung des Behälters bzw. des Druckzylinders nur der Auspresshöhe eines Abfüllvorganges entsprechen muss.
Die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens besteht gemäss der Erfindung aus einer unbeweglich an einer Zugstange befestigten Druckplatte zur Auf nahme der zu füllenden Spritzzylinder sowie einem ge genüber einem feststehenden Druckkolben anhebbaren Druckzylinder, dessen Deckplatte als Auflager für den Behälter ausgebildet ist. Vorteilhaft ist es, die Druck- platte am oberen Teil der durch den Behälterboden und die Behälterfüllung ragenden Zugstange in der Höhe verstellbar zu befestigen.
Zum Umsetzen der Druckplatte nach jedem Ab füllvorgang auf die entsprechende Standhöhe ist es zweckmässig, in der Zugstange Schlitze für die Steck teile anzubringen.
Die Zeichnung zeigt einen Schnitt durch ein Aus führungsbeispiel einer Abfüllvorrichtung für Kitt aus einem handelsüblichen Behälterkübel, gemäss der Er findung.
Bei der dargestellten Ausführungsform ist auf einem Sockel 1 eine Zugstange 2 mittels einer Ver schraubung 3 befestigt. Auf dieser Stange ist durch eine Distanzbüchse 4 und eine Verschraubung 3' ein Druck kolben 5 feststehend gelagert. Dieser Druckkolben ist mittels einer Manschette 6 mit nach oben stehenden Lippen 7 gegenüber einem Druckzylinder 8 abgedichtet. Dieser Druckzylinder besteht aus einem Mantel 9 und einer Deckplatte 10. In den zwischen Deckplatte 10 und stationärem Druckkolben gebildeten Druckraum 12 führt eine Druckleitung 11. Den Mindestabstand zwi schen Deckplatte und Druckkolben zur Begrenzung des Druckraunes 12 bestimmt ein Distanzring 13, in dem noch eine Abdichtungslippe 14 untergebracht ist.
Die Druckplatte 10 weist ferner noch eine an der Zug stange 2 anliegende Abdichtungs- und Abstreifman- schette 15 auf. Wird nun durch die Druckleitung 11 in den Druckraum 12 Druckluft eingeführt, dann hebt sich der Druckzylinder 8 an, nachdem der Druckkolben 5 unbeweglich ist. Die mögliche Hubhöhe h wird durch einen unteren Anschlagring 16, der mittels eines Seeger ringes 17 im Druckzylinder gehalten ist, begrenzt. Auf der Deckplatte 10 des Druckzylinders 8 ist ein zu ent leerender Behälterkübel 18 aufgesetzt.
Zu seiner Zen trierung weist die Deckplatte 10 zweckmässig eine Ringnut 19 auf. Auf der Füllung des Kübels 18 liegt eine Druckplatte 20 mit Austrittsöffnungen 21, in denen mittels Bajonettverschlüsse 22 zwei Spritzzylinder 23 eingesetzt sind, auf. Die Zugstange 2 durchdringt die Druckplatte 20 im Mittel und zur drucksicheren Ver kupplung hat die Stange Schlitze 24 zum Durchstechen von Steckkeilen 25. Um beim Aufsetzen eines Kübels das Durchstossen der Zugstange 2 durch den Kübel boden und durch die Kübelfüllung zu erleichtern, ist das freie Stangenende mit einer Spitze 26 versehen.
Damit für den Transport oder zur Reinigung die ver hältnismässig lange Zugstange 2 verkürzt werden kann, ist der Zugstangenoberteil vorteilhaft durch eine Ver schraubung 28 vom Zugstangenunterteil abnehmbar.
Die Arbeitsweise ist folgende: Zunächst wird auf die Deckplatte 10 ein voller Kittkübel 18 aufgesetzt, wozu zweckmässigerweise der Kübelboden mit einem durch Ansetzen einer Zentrierplatte angebrachten Zen trierloch versehen wird, in das dann die Stangenspitze 26 eingeführt und der Kübel nach unten gedrückt wird. Durch die Kittfüllung lässt sich die Zugstange sehr leicht drücken. Die Zentrierung des Kübels, der in der Regel mit einem Bodenrand versehen sein wird, wird ausser durch die Bodenöffnung 27 noch durch die Deckplatten- mit 19 bewerkstelligt. Sollen Kübel bzw.
Behältnisse aus dünnwandigen oder gar flexiblen Werkstoffen ent leert werden, dann kann auf der Deckplatte 10 selbst verständlich auch ein Umfassungsmantel aufgesetzt oder auch fest damit verbunden sein. Befindet sich der Kübel sodann in der richtigen Betriebsstellung, dann wird die Druckplatte 20 aufgelegt und mit der Zugstange verkeilt. Sind sodann noch die beiden Spritzzylinder 23 aufgesetzt, dann wird Druckluft in den Druckraum 12 eingelassen. Hierdurch wird nun der Druckzylinder 8 samt dem Kübel 18 nach oben angehoben und hier durch die Füllmasse durch die Öffnungen 21 in die Spritzzylinder 23 eingepresst, bis diese gefüllt sind.
Ist diese Füllung erreicht, wird der Druck abgelassen, wonach der Kübel aufgrund seines Eigengewichtes den Druckzylinder 8 wieder nach unten in die Ausgangs stellung zurückführt. Dabei lockert sich die Druckplatte von der Masse und die Spritzzylinder 23 können ohne weiteres abgenommen werden. Sollen dann weitere Spritzzylinder gefüllt werden, wird die Druckplatte im Kübel nunmehr weiter unten mit der Zugstange verkeilt, wozu in Übereinstimmung mit der für ein Spritzzylinder paar zu entnehmenden Füllmenge die Keilschlitze 24 an der Zugstange angebracht sind. Sind für den folgen den Abfüllvorgang schliesslich die Spritzzylinder wieder in Stellung gebracht, wird wiederum Druckluft einge lassen und der Abfüllvorgang wiederholt sich wie vor beschrieben.
Diese Abfüllvorgänge können bis zur völli gen Entleerung des Kübels 18 unmittelbar aufeinander folgen oder auch in grösseren Zeitabständen wiederholt werden.
Infolge der Zylinder- und Kübelbwegung ist eine selbständige Rückkehr des Kübels bzw. Zylinders in die Ausgangsstellung ohne Umsteuerung des Druckan triebes erreichbar. Durch das Umsetzen der Druckplatte 20 kann auch bei Behältern mit mehreren Abfüllmen gen die notwendige Anhubhöhe bzw. Zylinderverschie bung h und damit die gesamte Bauhöhe des Zylinders auf die Minimalhöhe eines Abfüllvorganges beschränkt werden. Vor allem bei Wiederholung mehrerer Vor gänge kommt die selbständige Rückkehr des Zylinders zur Geltung.
Die Erfindung beschränkt sich nicht auf das darge stellte Ausführungsbeispiel. So kann anstelle der durch den Behälter geführten Zugstange auch eine seitlich ausserhalb oder oberhalb des Behälters befestigte Zug stange vorgesehen sein. Diese kann dann an ihrer Hal terung auf die Arbeitshöhe für die Abfüllvorgänge einstellbar sein. In solch einem Fall kann dann auch der Druckkolben 5 durch einen Ständer mit dem Sockel 1 verbunden sein. Auch die gezeigte Verkeilung der Druckplatte mit der Zugstange zum Umstellen lässt sich auf vielfache andere Weise ersetzen, beispielsweise durch eine Klemm-Muffe. Auch eine stufenlose Ver stellung ist möglich. Hierzu könnte noch eine Mass skala an der Stange angebracht sein.
Anstelle der ge zeigten nur nach oben wirkenden Blockierung der Druckplatte auf der Zugstange ist auch eine Befesti gung möglich, bei der die Druckplatte erst nach Lösen der Kupplung nach unten nachrutschen kann.