Brandsohlenfreier Schuh Gegenstand der Erfindung ist ein brandsohlenfreier Schuh mit einem Oberteil und einer Sohle aus elasti schem Material.
In der Reihe des bekannten Schuhwerks zum allge meinen Gebrauch, wie beispielsweise bei den Strassen schuhen in den verschiedensten Ausführungen, Macharten und damit auch Preisklassen, fehlt ein in seiner Form und Ausführung ansprechender Schuh, welcher preislich derart niedrig liegt, dass seine Neube sohlung als nicht lohnend angesehen werden kann.
Zweck der Erfindung ist, zur Beseitigung dieser Lücke einen brandsohlenfreien Schuh zu schaffen, wel cher aus nur wenigen, auf einfache und zeitsparende Weise miteinander verbindbaren Einzelteilen besteht und als billiger, jedoch in Form und Qualität befriedi gender Wegwerfschuh hergestellt werden kann.
Erfindungsgemäss wird dies durch einen Schuh er reicht, bei welchem der Zwickrand des Oberteiles an der Umfangfläche der Sohle flächenhaft verankert und längs der Laufsohlenkante ein Einschlagriemen an dem Zwickrand und, lezteren übergreifend, auch an dem Sohlenrand flächenhaft verankert ist.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstan des ist in der Zeichnung dargestellt, in; welcher Fig. 1 die drei zur Herstellung des Schuhes benö tigten Einzelteile zeigt, und zwar das Schuhoberteil, die Formsohle und den Einschlagriemen.
Fig. 2 zeigt perspektivisch einen aus den Einzeltei len der Fig. 1 hergestellten Schuh, und Fig. 3 die Lauffläche dieses Schuhes.
Fig. 4 ist ein längs der Linie IV-IV in Fig. 3 ge führter Schnitt durch den Schuhvorderteil.
Der brandsohlenfreie Schuh nach der Erfindung besteht nur aus den in Fig. 1 gezeigten Einzelteilen: dem Oberteil 1, der Sohle 2, welche vorzugsweise eine Formsohle mit oder ohne ausgeprägtem Absatz ist, und einem dem Sohlenumfang entsprechend langen Stück Einschlagriemen 3.
Das Oberteil 1 ist auf herkömmliche Weise aus einem gebräuchlichem Material, wie Leder, Lackleder, Kunststoff, Corfam usw., vorzugsweise ohne Fütterung, jedoch zweckmässig mit einem Schlupfriemen und einem Contrefort und:, falls erwünscht, auch mit fest verklebter Boutversärkung versehen, gefertigt, wobei jedoch sein Zwickrand 4 weder abgebogen, noch längs einer Falzkerbe abbiegbar ist, sondern glatt mit dem Schuhoberleder verläuft.
Die Art und Qualität des zu verwendenden Schaftmaterials und die Form und Aus führung des Oberteiles haben keinen Einfluss auf die Herstellung des Schuhes, sondern sind lediglich durch. das herzustellende Schuhmodell bedingt. Das Oberteil für einen Halbschuh geschlossener Form kann bei spielsweise, wie in Fig. 1 gezeigt, aus Wildleder mit glatter Innenseite bestehen, und der Rand 5 der Ober- teilöffnung kann nach aussen umgebogen und z. B.
mittels einer Ziernaht angesteppt sein, so dass der Schuh mit nur wenigen Hilfsmitteln ein gefälliges Aus- sehen aufweist. Zur Weiterverarbeitung wird das Ober teil zweckmässig längs des Zwickrandes auf beiden Sei ten auf Sohlenhöhe aufgerauht.
Die flache Sohle 2 ist vorzugsweise als Keilsohle ausgebildet und weist, von der Lauffläche her gesehen, keinen besonders ausgeprägten Absatz auf. Die Sohle 2 besteht aus einem einzigen Formteil aus einem ela stischen Material z. B. aus Gummi, und wird nach üblichen Gussverfahren hergestellt, wobei das Fussbett eine fussgerechte Form erhalten kann. Die Sohlenlauf- fläche ist profiliert, wie an späterer Stelle noch aus führlich beschrieben wird.
Der Einschlagriemen 3 besteht aus einem Band aus elastischem Kunststoff oder Gummi. Die eine, äussere Seite des Bandes ist profiliert und weist vorzugsweise zur Längserstreckung desselben senkrecht verlaufende Wülste 6 auf. Auf der anderen Seite, der Innenseite, ist in das Band eine Falzkerbe 7 eingedrückt, so dass der Einschlagriemen in einen breiten Oberteil 8 und einen schmalen Unterteil 9 eingeteilt ist. Die Breite des Rie mens 3 kann z. B. 20 mm und die seines schmäleren Teiles 6 mm betragen.
Bei der Herstellung des Schuhes wird der -Einschlagriemen rings um die Sohle geklebt und der schmale Riementeil 9 nach innen abgebogen, so dass er auf der unteren Sohlenfläche aufliegt. Durch die beiden erwähnten Massnahmen, Profilierung und Falzkerbe, wird die Verarbeitung des Einschlagriemens wesentlich erleichtert, ohne dass die Festigkeit des Schuhes beeinträchtigt wird. Der Einschlagriemen wird als Bandmaterial hergestellt und stellt sozusagen Meterware dar.
Der Einschlagriemen kann selbstver ständlich auch ohne Falzkerbe von vornherein abge winkelt hergestellt werden, und die Form seiner Profi lierung jeweils der Mode angepasst sein. Ferner ist der Einschlagriemen am Rand 16 (Fig.4) seines oberen Teiles verjüngt, so dass der Schuh ein gefälligeres Aus sehen erhält.
Zur Fertigung des Schuhes aus diesen drei Einzel teilen werden die beiden aufgerauhten Seiten und die Kante des Zwickrandes am Oberteil mit einer Kleb stoffschicht überzogen. Ferner erhalten die Umfangflä- che der Sohle und der Rand ihrer Lauffläche in Breite des schmalen Einschlagriementeiles 9 und schliesslich auch die Innenseite eines auf richtige Länge zuge schnittenen Stückes Einschlagriemen ebenfalls eine Klebstoffschicht. Als Klebstoff kann z. B. ein bekann ter Kontaktkleber verwendet werden, welcher auf die genannten Flächen aufgesprüht oder aufgestrichen wird.
Nach dieser Vorarbeit wird das Oberteil und die Sohle auf einen passenden Leiten aufgezogen, wobei der Zwickrand des Oberteiles auf die Umfangfläche der Sohle zu liegen kommt. Das Anheften des Zwick randes an die Umfangfläche der Sohle erfolgt, je nach Art des verwendeten Klebstoffes, durch Anschlagen oder Anpressen. Dann wird der vorbereitete Einschlag riemen aufgesetzt, und zwar so, dass die Falzkerbe 7 in Höhe der Sohlenlauffläche und die Stossstelle 10 (Fig. 2 und Fig. 3) an eine wenig beanspruchte Stelle der Schuhsohle, z. B. an die Innenseite des Schuhes in Absatznähe, zu liegen kommen.
Der obere, breitere Teil 8 des Einschlagriemens 3 liegt hierbei auf dem Zwickrand auf der Aussenseite des Oberteiles auf und wird an diesen durch Anschlagen oder Anpressen fest geklebt. Der untere, schmälere Teil 9 des Einschlagrie- mens 3 steht senkrecht über die Sohlenfläche vor. Die ser vorstehende Riementeil wird eingeschlagen und an der Lauffläche der Sohle festgeklebt. Schliesslich können alle Klebstellen nochmals durch Hämmern oder Pressen überarbeitet werden, so dass eine feste Verbindung der Einzelteile gewährleistet ist.
Fig. 4, welche einen Schnitt durch den Schuh dar stellt, zeigt die einzelnen Klebstellen. Wie beschrieben, liegt der Zwickrand des Oberteiles auf der Umfangflä- che der Sohle auf. Die Sohlendicke ist relativ dick ge wählt, sie beträgt beispielsweise im Ballen- und Zehenbereich rund 10 mm und im Hakenbereich unge fähr das Doppelte. Die Klebfläche 11 zwischen Zwick rand und Umfangfläche der Sohle weist demnach eine für eine sichere und beanspruchbare Kleburig ausrei chende Breite auf.
Mindestens ebenso breit ist die Klebstelle 12 zwischen Zwickrand und dem oberen Teil 8 des Einschlagriemens 3. Um dem urigefütterten Schaft zusätzlichen Halt zu geben, ist die Klebstelle 12 vorzugsweise um einige Millimeter breiter als die Kleb stelle 11 zwischen Zwickrand und Sohlenumfangfläche. Da der untere Teil 9 des Einschlagriemens 3 abgebo gen und auf der Lauffläche der Sohle festgeklebt ist, ist das Schuhoberteil mit seinem Zwickrand zwischen Sohle und Einschlagriemen eingeklemmt.
Beim Gehen wird das Oberleder an der dargestellten Verbindungs stelle mit der Sohle hauptsächlich auf Zug in der Ebene der Sohlenumfangfläche beansprucht, d. h. beim Gehen versucht das Oberleder sich aus der Klemmurig zwischen Sohlenumfangfläche und Einschlagriemen herauszuziehen, und die Klebstellen 11 und 12 werden demnach gerade in der Richtung beansprucht, in wel cher sie am wirksamsten sind. Die Klebstelle 13 zwi schen Sohlenlauffläche und dem unteren Teil 9 des Einschlagriemens wird beim Gehen praktisch nur in Längsrichtung beansprucht und kann daher verhältnis- mässig schmal sein.
Der auf der Lauffläche der Sohle aufgeklebte, umgebogene Teil 9 des Einschlagriemens 3 hat vor allem den Zweck, die Klebstellen 11 und 12 zu schützen, so dass von unten her keine Fremdkörper, wie Sand oder Steinchen, eindringen und die Kleburig allmählich auseinanderreissen können. Darüber hinaus wird natürlich auch die Festigkeit der Klebstellen 11 und 12 (Klemmwirkung) erhöht und ausserdem erhält der Schuh ein kompakteres und gefälligeres Aussehen. Bei glatter Lauffläche würde die Sohle wegen der einge schlagenen Ränder 9 des Einschlagriemens nach unten aasgewölbt werden.
Dies hätte zur Folge, dass haupt sächlich im Ballen- und Hakenbereich, also an den am meisten beanspruchten Stellen, das Material dieses Ein schlagriementeiles am schnellsten abgetragen würde, und zwar von dessen Kante aus. An diesen Stellen wür den dann bald die Klebstellen 1l. und 12 freigelegt und damit weiteren schädlichen Einflüssen ausgesetzt sein, so dass der Schuh schon nach verhältnismässig kurzer Gebrauchszeit unbrauchbar wäre. Um dies zu vermei den, ist die Lauffläche der Sohle profiliert, wobei die Profilierung im wesentlichen den Zweck hat, lediglich ein Durchbiegen der Sohle zu verhindern.
Diese Profi lierung wird bei der Herstellung der Sohle an die Lauf fläche angegossen und besteht beispielsweise, wie in Fig. 3 und 4 gezeigt, aus scheibenförmigen Stollen, von welchen eine Anzahl kleinerer Stollen 14 über den Ballenbereich der Sohle verteilt und ein grösserer Stol len 15 im Hakengebiet vorgesehen ist. Die Form der Sohlenprofilierung ist beliebig, und kann z. B. jeweils der Mode angepasst werden.
Nach diesen beschriebenen wenigen Arbeitsgängen kann der fertige Schuh vom Leisten abgenommen wer den. Irgendwelche Nachbearbeitung ist nicht erforder lich. Fig. 2 zeigt den aus den Einzelteilen der Fig. her gestellten Schuh. Bei durchaus befriedigendem Ausse hen ist dieser Schuh mit nur wenigen Handgriffen schnell und zeitsparend herzustellen und erfüllt somit alle Forderungen, welche praktisch an einen Wegwerf- schuh gestellt werden können.