CH454711A - Ladung zur Durchführung von sogenannten Glattsprengungen - Google Patents
Ladung zur Durchführung von sogenannten GlattsprengungenInfo
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Description
Ladung zur Durchführung von sogenannten Glattsprengungen Die vorliegende Erfindung betrifft eine Ladung zur Durchführung von sogenannten Glattsprengungen.
Es ist bekannt bei Anwendung von Sprengladungen, die den Querschnitt der betreffenden Bohrlöcher nicht vollständig ausfüllen, anstelle von die Bohrlöcher ganz aufüllenden Ladungen, Wände, Tunneldächer, Berg räume und offene Brüche zu sprengen und dabei gleich mässig glattprofilierte Gesteinsflächen zu erhalten. Dieser Glattsprengungseffekt wird dadurch erzielt, dass in dem Gestein im Umkreis des Bohrloches geringere Brüche entstehen und die Rissbildung im wesentlichen von einem Bohrloch zum anderen verläuft.
Früher hat man soge nannte Glattsprengungen so durchgeführt, dass die Dy namitpatronen der Länge nach mittig geteilt und die Hälften anschliessend in einem Abstand von 5 bis 10 cm voneinander auf Holzstäben angebracht wurden, die man beim Laden in das Bohrloch einführte. Da man bestrebt war, Ladungen fabrikmässig kontinuierlich her zustellen, wurden vergewerbliche Sprengstoffe in dieser Art erprobt. Sie waren jedoch alle wegen ihrer allzu starken Detonationswirkung ungeeignet. Bei Glattspren gungen verlangt man vom Sprengstoff einen niedrigen Detonationseffekt, eine relativ niedrige Brisanz und gute Leitfähigkeit. Bei Sprengungen unter Tag dürfen sich keine giftigen Gase entwickeln.
Es ist deshalb wichtig, für die Glattsprengung entsprechend angepasste Sprengstoffe und entsprechende Ladungsmengen anzuwenden.
Die vorliegende Erfindung behebt die vorerwähn ten Nachteile und betrifft eine Ladung der eingangs er wähnten Art, die dadurch gekennzeichnet ist, dass sie hintereinander zusammenfügbare Sprengstoffrohre auf weist, die mit einem pulverförmigen Sprengstoff gefüllt sind, der Sprengöl, bestehend aus einem Nitroglycerin Nitroglykolgemisch, und ein pulverförmiges Adsorp tionsmittel enthält, wobei das Gewichtsverhältnis des Sprengöls zum Adsorptionsmittel zwischen 4: 1 und 1 : 2 liegt.
Als Adsorptionsmittel sind Kieselgur oder Alumi niumoxyd geeignet. Es können auch andere Adsorp- tionsmittel vorgesehen werden, wie z. B. basische Stabi lisatoren zur Neutralisation evtl. vorkommender freier Fettsäuren, wie Kreide und Harnstoff, und brennbare Stoffe, wie Holzmehl. Der Sprengstoff kann auch einen Gehalt von bis zu 4 Gew.% Nitrocellulose enthalten. Wichtig ist, dass das Adsorptionsmittel die erwünschte Adsorptionsfähigkeit hat, um die flüssige Nitroglycerin Nitroglykolmischung vollständig adsorbieren zu können, damit der fertige Sprengstoff pulverförmig und leicht fliessend ist, nicht staubt und nicht schmierig ist.
Die Zusammensetzung der Sprengstoffe kann inner halb gewisser Grenzen variieren, was von der Beschaf fenheit des Gesteins auf den verschiedenen Sprenplätzen abhängt. Es ist vorteilhaft, wenn der Sprengstoff 50 bis 55 Gew. % Sprengöl, 43 bis 49,5 Gew.% Kieselgur, 0,5 bis 1 Gew.% Kreide und 0,5 bis 1 Gew.% Nitro- cellulose enthält. Als Beispiel geeigneter Zusammen setzungen werden nachfolgend drei Sprengstoffe A, B und C für Glattsprengungen erwähnt.
EMI0001.0010
A <SEP> B <SEP> C
<tb> Sprengöl, <SEP> Gew.% <SEP> 50,0 <SEP> 50,0 <SEP> 55
<tb> Kieselgur, <SEP> Gew.% <SEP> 49,5 <SEP> 49,0 <SEP> 43,5
<tb> Kreide, <SEP> Gew.% <SEP> 0,5 <SEP> 0,5 <SEP> 0,5
<tb> Nitrocellulose, <SEP> Gew.% <SEP> 0 <SEP> 0,5 <SEP> 1,0 Diese Sprengstoffe sind bemerkenswert unempfind lich und besitzen eine niedrige Fallhammerempfindlich- keit. Bei Proben im Kast-Fallapparat erhält man bei 400 mm Fallhöhe mit einem Fallgewicht von 2 kg keine Detonation. Gewisse Zusammensetzungen ergeben sogar bei 600 mm keine Detonation.
Bei Reibproben in einem unglasierten Porzellanmörser entsteht kein Knistern und der Sprengstoff wird von der Zündschnurflamme nicht entzündet. Die Detonationsgeschwindigkeit in einem Stahlrohr bei einer Dichte von 1,20 beträgt 3000 bis 4000 m/Sekunde. Die Kraft des Sprengstoffes, im bal listischen Pendel bestimmt, beträgt etwa 54 des Wertes, der bei Verwendung der gleichen Menge von Trotyl (Trinitrotoluol) erhalten wird. Die Lagereibungsbestän digkeit dieser Rohrladungen ist sehr gut. Wenn man Plastikrohre verwendet, können die Ladungen mehrere Jahre lang gelagert werden.
Die Übertragungsfähigkeit bei Ladungen mit einem Durchmesser von 14,5 mm beträgt 100 bis 110 mm bei 10 C. Nach 10wöchiger Lagerung sinkt die über- tragungsfähigkeit auf 80 bis 90 mm und ändert sich an schliessend nicht mehr.
Es ist ferner vorteilhaft, wenn die Rohre aus. Pappe- oder Kunststoff bestehen, die mit einem pulverförmigen Sprengstoff in einem Mengenverhältnis von 0,04 bis 0,4 kg/m Rohr gefüllt sind.
Die Zeichnung zeigt im Mittellängsschnitt je ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes.
Beim Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 1 ist eine Ladung vorgesehen, die zwei hintereinander angeord nete, unter sich gleiche Sprengrohre 1 aus Pappe oder Kunststoff aufweist. Das Ende eines jeden Rohres 1 ist mittels eines napfförmigen Einsatzes 2 verschlossen, der dicht schliessend an der betreffenden Rohrwan dungsinnenseite anliegt. Nach Einsetzen des Einsatzes 2 in das betreffende Rohr 1 wird der benachbarte Rohr endteil 3 nach innen umgebördelt, wodurch der Einsatz 2 blockiert wird. Nach erfolgtem Einfüllen des Spreng stoffes wird das Rohr 1 am freien Ende durch eine aus Kunststoff bestehende, in der Längsmitte mit einer Querwand 5 abgeschlossene Kupplungshülse 4 ver schlossen.
In den freien Endteil der Hülse 4 wird das nachfolgende mit dem Sprengstoff versehene Rohr .ein gesetzt.
Der Sprengstoff besteht aus Sprengöl und einem pulverförmigen Adsorptionsmittel nebst etwaigen Zu sätzen. Das Sprengöl besteht aus einem Nitroglycerin- Nitroglykolgemisch. Das Gewichtsverhältnis des Spreng- öls zum Absorptionsmittel liegt zwischen 4:1 und 1 . 2.
Das Beispiel gemäss Fig. 2 unterscheidet sich vom vorangehenden dadurch, dass das obere Ende der Hülse 4 mit einer Anzahl von einen Spreizkorb bildenden Zungen 6 versehen ist, die nach Einführen des. oberen Rohres durch dieses schräg nach aussen gepresst werden. Dies hat den Vorteil, dass beim Einschieben der Rohre 1 in das zu sprengende Bohrloch die Zungen 6 federnd an die Bohrlochwandung kraftschlüssig zur Anlage kom men und damit einem unerwünschten Herausdrücken der Rohre 1 aus dem Bohrloch durch etwaige in dieses aus Felsrissen oder dergleichen eintretende Gase zu unterbinden.
Bei praktischen Versuchen mit dem oben angege benen Spezialsprengstoff hat sich gezeigt, dass eine ge eignete Ladungsmenge eine Menge von bis zu 0,4 kg, vorzugsweise 0,1 bis 0,25 kg/m Rohr beträgt. Der zweckmässigste Abstand zwischen den Bohrlöchern be trägt 60 cm. Bei der Ladung von Bohrlöchern wird zu- erst eine Sprengpatrone mit aptierter Sprengkapsel am Boden des Bohrloches eingeführt. Danach wird die La dung an die Bodenpatrone angebracht. Wichtig ist, dass die Rohre beim Zusammenfügen dicht aneinander anliegen. Ungefähr 0,4 m des Bohrloches bleiben unge laden.
Ladungen aus Pappe sind gegen Feuchtigkeit empfindlich und sollten in wassergefüllten Bohrlöchern nicht länger als eine Stunde liegengelassen werden. Für feuchte Bohrlöcher werden dünnwandige Rohre aus Kunststoffmaterial (Plastik) bevorzugt, z. B. aus Poly äthylen oder Polyvinylchlorid.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Ladung zur Durchführung sogenannter Glattspren gungen, dadurch gekennzeichnet, dass sie hintereinan- der zusammenfügbare Sprengstoffrohre aufweist, die mit einem pulverförmigen Sprengstoff gefüllt sind, der Sprengöl, bestehend aus einem Nitroglycerin/Nitrogly- kolgemisch, und ein pulverförmiges Adsorptionsmittel enthält, wobei das Gewichtsverhältnis des Sprengöls zum Adsorptionsmittel zwischen 4 : 1 und 1 : 2 liegt. UNTERANSPRÜCHE 1.Ladung nach Patentanspruch, dadurch gekenn zeichnet, dass das Gewichtsverhältnis Sprengöl zu Ad sorptionsmittei mindestens angenähert 2: 1 beiträgt. 2. Ladung nach Patentanspruch, dadurch gekenn zeichnet, dass die Rohre mit einem Sprengstoff gefüllt sind, der aus Sprengöl und Kieselgur oder Aluminium oxyd als Adsorptionsmittel besteht. 3. Ladung nach Patentanspruch, dadurch gekenn zeichnet, dass der Sprengstoff zusätzlich Nitrocellulose enthält. 4. Ladung nach Patentanspruch, dadurch gekenn zeichnet, dass der Sprengstoff Sprengöl, Kieselgur oder Aluminiumoxyd, Kreide und Nitrocellulose enthält. 5.Ladung nach Patentanspruch, dadurch gekenn zeichnet, dass der Sprengstoff 50 bis 55 Gew.% Sprengöl, 43 bis 49,5 Gew.% Kieselgur, 0,5 bis 1 GewA Kreide und 0,5 bis 1 GewA Nitrocellulose enthält. 6. Ladung nach Patentanspruch, dadurch gekenn zeichnet, dass die Rohre aus Pappe- oder Kunststoff bestehen, die mit einem pulverförmigen Sprengstoff in einem Mengenverhältnis von 0,04 bis 0,4 kgim Rohr gefüllt sind. 7.Ladung nach Unteranspruch 6, dadurch gekenn zeichnet, dass das Mengenverhältnis an pulverförmigem Sprengstoff 0,:1 bis 0,25 kg/m Rohr beträgt. B. Ladung nach Patentanspruch, dadurch gekenn zeichnet dass die Sprengstoffrohre (1) mittels Kupplungs- hülsen (4), z. B. Sperrhülsen, verbunden sind. 9.Ladung nach Unteranspruch 8, dadurch gekenn zeichnet, dass die Kupplungshülsen (4) mit einer An zahl schräg nach aussen gestellter Zungen (6) versehen sind, die mit der Wand des Bohrloches beim Einführen der Sprengstoffrohrladungen in Kontakt kommen.
Applications Claiming Priority (1)
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Cited By (1)
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|---|---|---|---|---|
| DE10196366B4 (de) * | 2000-06-19 | 2012-04-26 | Schlumberger Technology B.V. | Verfahren und Vorrichtung zum Schützen von Sprengstoffen |
Families Citing this family (2)
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