CH455165A - Verfahren zum Stranggiessen von Stahl - Google Patents
Verfahren zum Stranggiessen von StahlInfo
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Description
Verfahren zum Stranggiessen von Stahl Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Stranggiessen von Stahl, wobei der Stahl in eine gekühlte Durchlaufkokille gegossen, ein Schmiermittel auf die den Formhohlraum der Kokille bildenden Oberfläche aufgebracht und der in der Kokille entstehende Strang ausgezogen wird.
Die Qualität von im Stranggiessverfahren hergestell ten Strängen ist weitgehend von der Beschaffenheit ihrer Oberflächen abhängig, die für die Weiterverarbeitung und die Güte des Endproduktes eine wesentliche Rolle spielen. Häufig auftretende Fehler sind Oberflächenrisse, die infolge mechanischer und thermischer Beanspruchung bzw. den daraus resultierenden Spannungen entstehen. Weitere Oberflächenfehler sind Poren, die durch zu grosse der Kokille zugeführte ölmengen verursacht wer den.
Auch können zu grosse ölmengen bei niedrigge- kohlten Stählen eine unerwünschte Aufkohlung der Rand., zone bewirken.
Um eine solche durch die Reibung entstehende me chanische Beanspruchung möglichst gering zu halten, wurde angestrebt, die mit dem Giessgut in Berührung kommende Kokillenwand möglichst glatt herzustellen, um in Kombination mit der Anwendung eines Schmier mittels das Gleiten des Stranges an der Kokillenwand während des Ausziehvorganges zu erleichtern. Im prak tischen Betrieb wurde eine solche Glätte durch Polieren der meist aus Metall bestehenden Kokilleninnenwand erreicht oder die Kokille auf elektrolytischem Wege her gestellt, wodurch ebenfalls eine hohe Glätte der Innen wand erreicht wird.
Zur Erhöhung der Verschleissfestig- keit und Vermeidung von Lötbrucherscheinungen aufge tragene Schichten, z.B. aus Chrom, auf Kupferuntergrund wurden im hochglanzpolierten Zustand verwendet, um bestes Gleiten zu gewährleisten.
Es hat sich jedoch gezeigt, dass trotz höchster Glätte und reichlichem Schmiermittel eine fehlerfreie Oberfläche des Stranggussproduktes nur schwer zu erhalten ist und vor allem sehr häufig Risse auftraten, die neben der schlechten Oberfläche auch erhöhte Durchbruchshäufig keit zur Folge haben.
Es ist bekannt, zur Erhöhung der Oberflächengüte des Gussproduktes eine Kokillenwand zu verwenden, die mindestens auf einem Teil ihrer Länge gerillt ist, wobei die Rillen und Rippen annähernd parallel zur Kokillen achse verlaufen.
Dabei hat sich jedoch gezeigt, dass in vielen Fällen die durch diese Kokillenwand hervorgerufene Längs- rillung der Stränge bei deren Weiterverarbeitung stört bzw. ihre Entfernung kostspielig ist. Auch ist die An bringung genauer Längsrillen aufwendig. Ausserdem tritt ein erhöhter Kupferabrieb auf.
Es ist auch bekannt, zur Schmierung zwischen Strang und Kokille kohlenstoffhaltige Materialien in flüssiger oder gasförmiger Form einzuführen, wobei sich der durch unvollständige Verbrennung entstandene Kohlenstoff zwischen Stranghaut und Kokillenwand absetzt. Es hat sich jedoch gezeigt, dass infolge der grossen und un kontrollierten Kohlenstoffabscheidung ein Hängenblei ben des Stranges und vermehrte Rissbildung auftraten, da durch eine zu dicke Kohlenstoffschicht die Reibung zwischen Strang und Kokillenwand stark vergrössert wird.
Eine weitere die Rissbildung fördernde Ursache ist neben der mechanischen die thermische Beanspruchung durch die starke Kühlwirkung der Kokillenwand. Die Möglichkeiten, das Metall insbesondere im Badspiegel- bereich weniger schroff zu kühlen, z.B. durch Verände rung der Kühlwassermenge der Kokille, sind jedoch be schränkt.
Aufgabe der Erfindung ist es, Stränge mit einer für die weitere Verarbeitung geeigneten Strangoberfläche, insbesondere ohne störende Risse und Poren, herzustel len. Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass Schmier mittel in solcher Menge eingebracht wird, dass haftende Bestandteile des Schmiermittels Vertiefungen, die min destens im Badspiegelbereich der Oberfläche vorhanden sind und die dieser Oberfläche einen Rauhigkeitsgrad über dem einer polierten Fläche geben, ausfüllen und der Strang durch diese Oberfläche in kleinen örtlichen Bereichen mit wechselnder Intensität gekühlt wird.
Das erfindungsgemässe Verfahren wird in der fol genden Beschreibung eines Beispiels zum Stranggiessen von Stahl erläutert: In der den Formhohlraum bildenden Oberfläche wer den Vertiefungen geschaffen, so dass der Rauhigkeits- grad diese Oberfläche den einer polierten Fläche über steigt. Als annäherndes Mass der Oberflächenrauhigkeit einer polierten Fläche gelte eine Rauhtiefe von ca. 0.2 #L. Vorzugsweise wird die gewünschte Rauhheit in einfacher Weise durch Sandstrahlen der beispielsweise aus Kupfer hergestellten Kokille erzeugt, kann jedoch auch auf an dere Weise erhalten werden.
So kann z.B. eine solche Rauhheit auch so geschaffen werden, dass ein Metall auf einer geeigneten Unterlage aufgespritzt wird und nur ein leichtes Glätten der Oberfläche und kein Poliervorgang erfolgt.
Die Vertiefungen können in der gesamten genannten Oberfläche, mindestens jedoch im Badspiegelbereich er zeugt werden, weil speziell in diesem Bereich ein An liegen des Stranges erfolgt. Ihre geometrische Form kann beliebig sein; bevorzugt werden jedoch ähnliche Formen, wie sie nach einem Sandstrahlen erzielt werden. Die op timale Form ist jeweils von der Art des zuzuführenden Schmiermittels, seiner Zersetzungsprodukte bzw. Rück stände der Temperatur und Zusammensetzung des gegos senen Stahles usw. abhängig. Bevorzugt werden diese Vertiefungen unregelmässig verteilt erzeugt.
Ein die Gleitung erleichterndes Schmiermittel wird auf die Kokillenoberfläche vor oder während des Giess- vorganges auf- oder eingebracht und ein durch ein be liebiges Stahlherstellungsverfahren erschmolzener Stahl in die gekühlte Durchlaufkokille gegossen. Als Schmiermit tel wird vorteilhaft Rapsöl verwendet, das infolge der Temperatureinwirkung des Stahles während des Giessens dissoziiert. Das Mittel kann jedoch auch ein anderes pflanzliches, tierisches oder synthetisches Öl sein, denen in manchen Fällen auch Additive zugegeben werden können, wie z.B. Graphit in kolloider Form.
Als Schmier mittel kann auch Schlacke, beispielsweise Thermofin, wirken.
Die geschaffenen Vertiefungen und Unebenheiten werden nun durch das Schmiermittel selbst oder seinen Zersetzungsprodukten bzw. Rückständen, vorwiegend Kohlenstoff, die durch Temperatureinwirkung des Stran ges erzeugt werden, ausgefüllt, so dass ein Rauhigkeits- grad der Oberfläche erhalten wird, der gleich oder kleiner ist dem einer polierten Fläche. Je nach Notwendigkeit kann eine weitere Menge an Schmiermitteln zugeführt werden, so dass die Vertiefungen stets ausgefüllt bleiben, auch wenn durch den Strang Schmiermittelteilchen aus den Vertiefungen mitgenommen worden sind.
Es ist von besonderer Wichtigkeit, dieses Schmiermittel nicht im Übermass zuzugeben, so dass ein Aufreissen der Strang haut durch die Rückstände vermieden wird und keine Poren an der Strangoberfläche entstehen.
Neben der verbesserten Schmierwirkung durch er höhte Glätte wird der Strang über die ausgefüllten Ver tiefungen in kleinen örtlichen Bereichen zeitweise mil der gekühlt als in deren unmittelbaren Umgebung. Durch den Ausziehvorgang wird der Strang wechselweise dem zufolge stärker und schwächer gekühlt, so dass in die sen kleinen örtlichen Bereichen mit wechselnder Intensi tät gekühlt wird.
Dadurch werden die Spannungen in der Stranghaut durch den Temperaturausgleich wieder abgebaut, bevor sie noch den zur Rissbildung notwendi gen kritischen Wert erreicht haben. Über einen grösseren Flächenbereich integriert ergibt sich aufgrund der in den Vertiefungen angelagerten Teilchen somit insgesamt eine mildere jedoch zur Bildung einer tragfähigen Strang schale ausreichende Kühlwirkung. Risse entstehen erfahrungsgemäss dann am leich testen, wenn die beanspruchte Stahlkruste durch plasti sches Nachgeben die auftretenden Spannungen nicht mehr abbauen kann. Die Gefahr der Rissbildung an der Strangoberfläche ist im Entstehungsbereich der sich um den flüssigen Kern bildenden Kruste besonders hoch.
Es wird demnach vorteilhafterweise diese Rauhigkeit in der Kokillenoberfläche mindestens im Badspiegelbereich, d.h. im Übergangsbereich flüssig-fest der Strangschale ge schaffen.
Es können diese Vertiefungen in den Formwänden der Kokille nicht nur über die gesamte Wandbreite, d.h. entlang der vollen Länge einer Kante eines zur Kokillen längsachse senkrechten Querschnittes erzeugt werden, sondern auch nur in einem gewünschten Bereich der Ko- killenwand. Diese Vertiefungen werden bei Kokillen zum Giessen von Brammen nur in etwa dem mittleren Drittel der Brammenbreitseiten geschaffen, da bekannterweise dort die risseerzeugenden Spannungen am grössten sind.
Werden die Vertiefungen durch Sandstrahlen hergestellt, so braucht der übrige Teil der Kokillenwand nur ab gedeckt zu werden. In Längsrichtung der Kokille kann der Bereich der behandelten Fläche beliebig lang sein.
Zu den ein rissfreies Giessprodukt ergebenden Vor teilen, nämlich bessere Gleitung und mildere Kühlung in der Kokille, kommt als weiterer wirtschaftlicher Vorteil der geringere Verbrauch an Schmiermittel. Gegenüber dem beim Stahlstranggiessen mit Kupferkokillen bisher üblichen Schmiermittelverbrauch von bis 1 kg/t Stahl bei Verwendung von Rapsöl reicht nunmehr ein Bruchteil dieser Menge aus. Auch braucht das Schmiermittel in manchen Fällen nicht mehr während der gesamten Giess- dauer sondern nur noch während eines Teiles derselben zugeführt werden.
Bei Stählen mit hohem Schwefelgehalt, beispielsweise Automatenstahl, kann auf eine Zufuhr des Schmiermittels während des Giessens überhaupt verzich tet werden. In diesem Falle genügt ein Auftragen des Schmiermittels an der inneren Kokillenoberfläche vor Giessbeginn.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zum Stranggiessen von Stahl, wobei der Stahl in eine gekühlte Durchlaufkokille gegossen, ein Schmiermittel auf die den Formhohlraum der Kokille bildende Oberfläche aufgebracht und der in der Kokille entstehende Strang ausgezogen wird, gekennzeichnet durch Einbringen des Schmiermittels in solcher Menge, dass haftende Bestandteile des Schmiermittels Vertiefun gen, die mindestens im Badspiegelbereich der Oberfläche vorhanden sind und die dieser Oberfläche einen Rauhig- keitsgrad über dem einer polierten Fläche geben,aus füllen und der Strang durch diese Oberfläche in kleinen örtlichen Bereichen mit wechselnder Intensität gekühlt wird. UNTERANSPRUCH Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekenn zeichnet, dass als Schmiermittel ein kohlenstoffhaltiges Öl verwendet wird.
Priority Applications (1)
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| CH1852966A CH455165A (de) | 1966-12-23 | 1966-12-23 | Verfahren zum Stranggiessen von Stahl |
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (1)
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| CH455165A true CH455165A (de) | 1968-04-30 |
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ID=4433616
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| CH1852966A CH455165A (de) | 1966-12-23 | 1966-12-23 | Verfahren zum Stranggiessen von Stahl |
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0222321A3 (en) * | 1985-11-12 | 1987-08-26 | Inland Steel Company | Method for preventing mold exlosions during continuous casting of free machining steels |
-
1966
- 1966-12-23 CH CH1852966A patent/CH455165A/de unknown
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| EP0222321A3 (en) * | 1985-11-12 | 1987-08-26 | Inland Steel Company | Method for preventing mold exlosions during continuous casting of free machining steels |
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