CH455436A - Verfahren und Einrichtung zum elektrophoretischen Beschichten eines Gegenstandes - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zum elektrophoretischen Beschichten eines GegenstandesInfo
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Description
Verfahren und Einrichtung zum elektrophoretischen Beschichten eines Gegenstandes Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum elektro- phoretischen Beschichten eines Gegenstandes, bei wel chem die zu beschichtende Oberfläche in einem elek trischen Feld einer das Beschichtungsmaterial enthal tenden Elektrophorese-Flüssigkeit ausgesetzt ist sowie eine Einrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.
Um auf metallischen Gegenständen garantiert poren freie Überzüge zu erhalten, werden in letzter Zeit elek- trophoretische Beschichtungs- bzw. Lackierverfahren angewendet.
Bei den bekannten Verfahren wird das zu beschich tende Stück als Anode in ein Bad eingehängt, welches die gewünschten Bindemittel und Pigmente in wässriger Lösung bzw. Dispersion enthält. Als Kathode werden üblicherweise die Badwandungen benützt. Beim Anlegen einer Gleichspannung wandert das anionische Binde mittel-Pigment-Gemisch zur Anode, also zum zu be schichtenden Werkstück, wo es koaguliert und gleich zeitig durch den elektrischen Strom auf die. Unterlage gleichsam aufgepresst wird.
Durch das Koagulieren an der Anode verliert das Bindemittel-Pigment-Gemisch seine Wasserlöslichkeit, so dass das beschichtete Werk stück sofort nach der Beschichtung, also vor der Trock nung, ohne weiteres mit Wasser abgespült werden kann. Hierdurch wird erreicht, dass etwa vorhandene Kationen sowie noch nicht koagulierte Anionen abgespült wer den und den fertigen überzugsfilm nicht beeinträch tigen.
Die angelegte Spannung variiert zwischen 30 und 250 Volt und die Stromdichte bewegt sich zwischen 20 und 100 A/m2. Eine Eintauchzeit von 2 bis 3 Mi nuten reicht aus, um eine Filmdicke von 20 bis 30,u zu erhalten. Grössere Schichtdicken zu erreichen, ist praktisch unmöglich, da der sich abscheidende Film als Isolator wirkt. Solange noch eine Pore offen ist, fliesst ein elektrischer Strom zu dieser Stelle, so dass auch dort die Ablagerung des Beschichtungsmaterials erfolgt.
Der Stromfluss hört gänzlich auf, wenn die ganze zu beschichtende Fläche mit dem Überzugsmate- rial vollständig und dicht bedeckt ist. Völlig einwandfreie Überzüge bedürfen d:r Einhal tung verschiedener Massnahmen und Arbeitsbedingungen.
Eine Voraussetzung ist, dass die gesamte zu be schichtende Oberfläche in das Bad eintaucht und mit der Badflüssigkeit auch Kontakt hat. Bei stark geform ten Gegenständen mit schmalen und tiefen Einbuch tungen, in welchen sich leicht Luft- oder Gaseinschlüsse bilden können, ist dies oft nur mit grossen Schwierig keiten zu erreichen. Es kann deshalb leicht vorkommen, dass die zum Eintauchen benötigte Zeit wesentlich grö sser ist als die B-eschichtungszeit, was sich insbesondere bei Fliessbandproduktion unangenehm bemerkbar ma chen kann.
Wichtig ist, dass in der Badflüssigkeit keine Ent mischung stattfindet. Da jedoch das in einer Richtung wirkende elektrische Feld eine Entmischung fördert, sind zur Vermeidung derselben Vorkehrungen uner lässlich.
Ferner muss die Badzusammensetzung erhalten blei ben. Während der Abscheidung entstehen Kationen, in den meisten Fällen als Ammoniak, und es ist er forderlich, dass diese anfallenden Kationen so rasch als möglich aus dem Bad entfernt werden.
Zur Vermeidung einer Entmischung und um die Kationen aus dem Bad zu entfernen, wird üblicher weise die Badflüssigkeit ständig in Bewegung gehalten. Die Durchmischung kann jedoch nur mit äusserster Vor sicht erfolgen, da sonst die Wanderung der recht schweren, bereits makromolekularen Kunststoff-Anio- nen praktisch unterbunden würde. Bei grossen und sehr grossen Bädern ist deshalb die Durchmischung oft nicht ausreichend, so dass fehlerhafte Beschichtungen auftreten.
Bekanntlich wird bei der Elektrophorese auch Wärme erzeugt. Für einwandfreie Beschichtungen ist jedoch eine einigermassen konstante Badtemperatur er forderlich. Da die Badflüssigkeit nur sehr vorsichtig durchmischt werden kann, ist die Konstanthaltung ihrer Temperatur oft schwierig. Diese Schwierigkeiten werden natürlich mit zuneh mendem Badvolumen grösser und es erweist sich, dass die bisher erforderlichen grossen Bäder einen der Haupt nachteile der bekannten Verfahren darstellen.
Zwischen der Kathode, die in den meisten Fällen gleichzeitig Wandung des Tauchbeckens ist, und den zu beschich tenden Stücken soll im allgemeinen ein Abstand von mindestens 30 cm bestehen. Dies bedeutet, dass das Bad mindestens 60 cm breiter, 60 cm länger und 30 cm tiefer sein muss als die Abmessungen der grössten in ihm zu beschichtenden Gegenstände.
Für Stücke im Ausmass von 100 X 100 X 200 cm ist demnach bereits ein Badvolumen von über 5000 Liter Inhalt notwendig. In der Automobilindustrie arbeitet man aber bereits heute mit Bädern, die mehr als das Zehnfache dieses Volumens enthalten. Bäder mit einem so grossen Lack inhalt stellen einen beachtlichen Wert dar, und es ist offensichtlich, dass sich nur sehr grosse Firmen eine solche Anlage erlauben können.
Für kleinere Unter nehmen und vor allem dort, wo mit mehreren ver schiedenen Lacken gearbeitet werden muss, kommt da her die; Anwendung der bisher üblichen elektrophore- tischen Verfahren aus finanziellen Erwägungen nicht in Frage.
Zweck der Erfindung ist, ein elektrophoretisches Beschichtungsverfahren anzugeben, bei welchem zur Beschichtung auch von grossen Gegenständen wesent lich geringere Lackmengen erforderlich sind als bisher, bei welchem ein guter Kontakt zwischen Badflüssigkeit und Gegenstand gewährleistet und bei welchem eine ausreichende Durchmischung; Entfernung der Kationen aus der Badflüssigkeit und Konstanthaltung der Rad temperatur mit einfachen Mitteln möglich ist.
Das er findungsgemässe Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass die zu beschichtende Oberfläche mittels mindestens eines über die Gegenelektrode fliessenden Strahles der Elektrophorese-Flüssigkeit überflutet wird. Die abflie ssende Elektrophorese-Flüssigkeit kann gesammelt und nach Entzug der angefallenen Kationen, Regeneration und Temperaturregulierung erneut der zu beschichten den Oberfläche zugeführt werden.
Zur näheren Erläuterung der Erfindung ist in der Zeichnung schematisch eine beispielsweise Vorrichtung für die Durchführung des Elektrophoreseverfahrens dargestellt.
Der zu beschichtende Gegenstand, z. B. ein Werk stück 1, wird wie üblich auf einer Transportschiene 2 zur Beschichtungsstelle herangebracht. Das Werk stück 1 ist über ihre Aufhängung 4 und die Leitung 5 mit der positiven Klemme eines Gleichstromaggregates 3 verbunden. An der Beschichtungsstelle sind mehrere Düsen, von welchen in der Zeichnung der übersicht- lichkeit wegen nur die beiden Düsen 8a und 8b dar gestellt sind, so angeordnet, dass die aus ihnen aus tretende Elektrophorese-Flüssigkeit mindestens die zu beschichtende Oberfläche des Werkstückes 1 vollstän dig überflutet.
Das Werkstück 1 ist von einem Draht geflecht 6 umgeben, welches über die Leitung 7 mit der negativen Klemme des Gleichstromaggregates 3 verbunden ist und zweckmässig in groben Zügen die Form des Werkstückes aufweist. Die aus den Düsen 8a, 8b austretenden Flüssigkeitsstrahlen 9a, 9b passie ren das Drahtgeflecht 6, bevor sie zum Werkstück 1 gelangen. Auf diese Weise wird nicht nur der für die Elektrophorese nötige Stromkreis erhalten, sondern es wird darüber hinaus erreicht, dass sich die Kunststoff- Anionen trotz der relativ starken Flüssigkeitsbewegung zur Anode hin bewegen müssen.
Die abfliessende Flüs sigkeit wird in einem Behälter 22 aufgefangen und von da über eine Sammelleitung 10 einer Pumpe zugeführt. In die Sammelleitung 10 ist zweckmässig eine Ent- gasungsvorrichtung 12 üblicher Bauart und in besonde ren Fällen eine Vorrichtung zur Entfernung der während der Elektrophorese anfallenden Kationen eingeschaltet.
Die Vorrichtung zur Entfernung der Kationen ist im allgemeinen nicht erforderlich, wenn die Kationen als Ammoniak anfallen, da dieser zum grössten Teil wegen der starken Flüssigkeitsbewegung bereits vor deren Auf fangen entweicht und der Rest bei der Entgasung der Elektrophorese-Flüssigkeit entfernt wird.
Die gesammelte, von Kationen freie und entgaste Elektrophorese-Flüssigkeit wird von der Pumpe 11 über eine Versorgungsleitung 16 den Düsen 8a, 8b zugeführt, so dass ein Flüssigkeitskreislauf entsteht.
Bei diesem Kreislauf werden normalerweise Flüssig keitsverluste auftreten. Zum Ausgleich dieser Verluste kann der Pumpe 11 aus einem Reservetank 15 über eine Leitung 14 und ein gesteuertes Ventil 13 Elektro- phorese-Flüssigkeit zugeführt werden.
Hauptsächlich bei kleineren umgepumpten Flüssig keitsmengen wird der Gehalt an Bindemittel rasch ab sinken und die Salzionenkonzentration zunehmen und sich damit der pH-Wert ändern. Die Regelung des Bindemittelgehaltes kann beispielsweise über eine Be stimmung der Viskosität der Elektrophorese-Flüssigkeit erfolgen. Hierzu geeignete Vorrichtungen sind z. B. die unter der Bezeichnung Viskositaten bekannten Geräte.
Für die Regelung des pH-Wertes kann eine aus der Vielzahl der bekannten und hierzu geeigneten Vor richtungen ausgewählt werden. Solche Geräte in den Flüssigkeitskreislauf einzubauen, stösst auf keinerlei Schwierigkeiten. So kann beispielsweise, wie in der Zeichnung schematisch dargestellt, die Versorgungs leitung 16 einen solchen Viscostaten 17 und/oder eine Vorrichtung 18 zur Steuerung des pH-Wertes enthalten.
Einerseits wird sowohl bei der Elektrophorese als auch in der Pumpe Wärme erzeugt, anderseits wird Wärme über das Leitungssytem abgeführt, so dass die aus den Düsen 8a, 8b austretende Flüssigkeit nicht die richtige Temperatur aufweisen wird. Zur Regelung der Flüssigkeitstemperatur ist deshalb im Kreislauf ein Thermostat 19 vorgesehen.
Schliesslich können in den zu den einzelnen Düsen 8a, 8b führenden Zweigleitungen 20a, 20b noch den Flüssigkeitsdruck und die Durchflussmenge regulierende Ventile 21a, 21b vorgesehen sein, so dass aus den Düsen 8a, 8b stets eine regenerierte, d. h. den rich tigen pH-Wert und Gehalt an Bindemittel sowie die vorgeschriebene Temperatur aufweisende und entgaste Elektrophorese-Flüssigkeit unter optimalem Druck und in ausreichender Menge austritt.
Die im Prinzip beschriebene Vorrichtung kann den jeweiligen Bedürfnissen leicht angepasst werden. Wichtig ist z. B. wie bereits erwähnt, dass das zu beschichtende Werkstück von der Elektrophorese-Flüssigkeit lückenlos überspült wird. Dies ist durch Anordnung einer Mehr zahl von Düsen, welche die Flüssigkeit an das Werk stück aus verschiedenen Richtungen und in verschie denen Strahlformen, wie z. B. dünne Strahlen für tiefe Einbuchtungen, breite Flachstrahlen für ebene Flächen usw., heranbringen auf einfachste Weise sichergestellt.
Eine universell verwendbare Anlage wird zweckmässig eine Vielzahl einzeln an die Versorgungsleitung anschliess- barer und in ihrer Abstrahlrichtung einstellbarer Düsen mit auswechselbaren Düsenköpfen aufweisen. Auch die Form des als Gegenelektrode dienenden Drahtgeflechtes 6 kann leicht den jeweiligen optimalen Bedingungen angepasst werden. Insbesondere können einige oder alle Düsen einzeln mit einer geeignet geformten Gegen elektrode ausgestattet sein.
Durch das Umpumpen und Überspülen des Werk stückes ist die Elektrophorese-Flüssigkeit stets in relativ starker Bewegung gehalten, so dass sowohl eine Ent mischung verhindert als auch die Entfernung der meist als Gas auftretenden Kationen gewährleistet wird.
Ein besonderer Vorteil ist jedoch, dass selbst zur Beschichtung grösster Werkstücke Flüssigkeitsmengen von nur 50 bis wenigen Hundert Litern ausreichen, so dass das elektrophoretische Beschichten wesentlich billiger und damit allgemeiner anwendbar wird als bis her. Auch können beliebige Farbnuancen ohne grosse Verluste nach kurzem Spülen des Pumpenkreislaufes eingesetzt werden.
Nicht unbedeutend ist ferner noch die Möglichkeit der vollständigen Automation des Beschichtungsvorgan- ges und die Anpassungsfähigkeit des Verfahrens bzw. der Einrichtung an die jeweils gegebene Fliessband produktion.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH I Verfahren zum elektrophoretischen Beschichten von Gegenständen, bei welchem die zu beschichtende Ober fläche in einem elektrischen Feld einer das Beschich- tungsmaterial enthaltenden Elektrophorese-Flüssigkeit ausgesetzt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die zu be schichtende Oberfläche mittels mindestens eines über die Gegenelektrode fliessenden Strahles der Elektro- phorese-Flüssigkeit überflutet wird. UNTERANSPRÜCHE 1.Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass die abfliessende Elektrophorese-Flüs- sigkeit gesammelt und zur Aufrechterhaltung eines Flüssigkeits-Kreislaufes erneut der zu beschichtenden Oberfläche zugeführt wird. 2. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch ge kennzeichnet, dass die im Kreislauf zurückgeführte Elektrophorese-Flüssigkeit entgast, regeneriert und auf die für den Elektrophoresevorgang gewünschte Tempe ratur gebracht wird. 3.Verfahren nach Unteranspruch 2, dadurch ge kennzeichnet, dass aus der im Kreislauf zurückgeführten Elektrophorese-Flüssigkeit die von der Elektrophorese zurückgebliebenen Kationen entfernt werden. 4. Verfahren nach Unteranspruch 2, dadurch ge kennzeichnet, dass der im Kreislauf zurückgeführten Elektrophorese-Flüssigkeit Bindemittel in einer Menge zugesetzt wird, welche der bei der Elektrophorese ent zogenen Bindemittelmenge entspricht. 5.Verfahren nach Unteranspruch 2, dadurch ge kennzeichnet, dass in der im Kreislauf zurückgeführten Elektrophorese-Flüssigkeit der für die Elektrophorese erwünschte pH-Wert eingestellt wird. PATENTANSPRUCH II Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Patentanspruch I, gekennzeichnet durch Mittel zur Er zeugung eines elektrischen Feldes mit dem zu beschich tenden Gegenstand (1) als Elektrode und einer Gegen elektrode (6), welche im Bereich eines aus einer Düse (8a) in Richtung auf den Gegenstand (1) fliessenden Flüssigkeitsstrahles (9) angeordnet ist. UNTERANSPRÜCHE 6.Einrichtung nach Patentanspruch II, dadurch ge kennzeichnet, dass die Gegenelektrode als ein Draht geflecht (6) ausgebildet ist, welches in einem Abstand den Gegenstand (1) umgibt. 7. Einrichtung nach Patentanspruch II und Unter anspruch 6, gekennzeichnet durch eine Mehrzahl an eine gemeinsame Versorgungsleitung (16) anschliess- barer Düsen (8a, 8b). B. Einrichtung nach Unteranspruch 7, dadurch ge kennzeichnet, dass die Düsen (8a, 8b) in ihrer Abstrahl- richtung einstellbar und die Form der austretenden Flüs sigkeitsstrahlen (9a, 9b) veränderbar ist. 9.Einrichtung nach Unteranspruch 7, dadurch ge kennzeichnet, dass die Versorgungsleitung (16) über min destens eine Förderpumpe (11) aus einem die abflie ssende Flüssigkeit sammelnden Behälter (22) gespeist ist. 10. Einrichtung nach Unteranspruch 9, dadurch ge kennzeichnet, dass dem Sammelbehälter (22) eine Ent- gasungsvorrichtung (12) nachgeschaltet ist. 11. Einrichtung nach Unteranspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die dem Sammelbehälter (22) nach geschaltete Entgasungsvorrichtung (12) mit einer Vor richtung zum Entfernen der bei der Elektrophorese ent standenen Kationen aus der Flüssigkeit kombiniert ist. 12.Einrichtung nach Unteranspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass in der Versorgungsleitung (16) zu sätzliche Mittel (17) zum Einstellen eines bestimmten Viskositätswertes der Flüssigkeit sowie Mittel (18) zum Einstellen eines bestimmten pH-Wertes der Flüssigkeit vorgesehen sind. 13. Einrichtung nach Unteranspruch 7, dadurch ge kennzeichnet, dass die Versorgungsleitung (16) über einen Thermostaten (19) geführt ist.
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