Gerät zur Ermittlung der Vorhalte für Zielgeräte für Luftziele Die Erfindung bezieht sich auf ein Gerät zur Er mittlung der Vorhalte für Zielgeräte für Luftziele.
Zweck der Erfindung ist die Schaffung eines leich ten, vereinfachten und einfach zu bedienenden Richt- gerätes dieser Art, welches sich hauptsächlich zur Ver wendung mit leichten bis mittelschweren Flugabwehr- waffen eignet.
Das erfindungsgemässe Gerät ist dadurch gekenn zeichnet, dass ein zur Nachbildung der Bewegungsrich tung des Zieles in der Horizontalebene dienendes, um eine geräbfeste vertikale Achse schwenkbares, mit sei ner Längsrichtung radial zu dieser Achse gerichtetes Flugrichtungsorgan, Einstellorgane zum Schwenken des Flugrichtungsorganes aus einer gerätfesten Nullstellung heraus nach Massgabe der mittels einer Visiervorrich- tung ermittelten Seiten- und Höhenrichtwinkel,
ein in Längsrichtung des Flugrichtungsorganes verschiebbares Laufglied, eine Verschiebevorrichtung zum Verschie ben des Laufgliedes aus dessen Nullstellung in der ver tikalen Achse heraus nach Massgabe der in die Ver- schiebevorrichung eingegebenen Vorhaltestrecke und eine Ermittlungsvorrichtung zum Ermitteln des Seiten- und Höhenvorhaltes aus dem durch die jeweilige Stel lung des Laufgliedes in der Horizontalebene bestimm ten Vorhaltevektor und dem in diese Vorrichtung ein gegebenen Höhenrichtwinkel vorgesehen sind.
Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform wird dieses Gerät so ausgebildet, dass es direkt am Geschütz montiert und vom Richtschützen bedient werden kann. Es eignet sich in dieser Form insbesondere für auf motorisierten Fahrzeugen fest montierte Flugabwehr waffen.
Im folgenden wird eine Ausführungsform des erfin- dungsgemässen Gerätes im Zusammenwirken mit ande ren Teilen der Richteinrichtung und einem Geschütz anhand der Figuren näher erläutert.
Fig. 1 zeigt das Gerät in schematischer Darstellung, welche den Innenaufbau und das Zusammenwirken der Teile erkennen lässt. Fig.2 zeigt eine praktisch ausgeführte Konstruk tion des Gerätes nach Fig. 1 in halbschematischer Dar stellung unter Beschränkung auf die wesentlichen Teile.
Fig.3 zeigt ein zusätzliches Einstellgerät, das für die manuelle Einstellung der Zielentfernung und Ziel geschwindigkeit dient.
Fig.4 zeigt die Wirkungsweise der Nachführauto- matik für das Flugrichtungsorgan des Gerätes.
Fig.5 zeigt im Blockbild die Wirkungsweise der elektrischen Nachlaufeinrichtung für die übermittlung der im Gerät ermittelten Vorhalte an eine Visiervor- richtung.
Fig.6 zeigt eine mit dem Gerät zusammen ver wendbare optische Visiervorrichtung. I. Das Zusammenwirken des in Fig. 1 und 2 darge stellter. Gerätes einerseits mit dem Geschütz, dem Ein stellgerät der Fig.3 und dem Visiergerät der Fig.6 andererseits.
a) die Kupplung mit dem Geschütz Die in Fig.l und 2 dargestellten Innenteile des Gerätes sind in einem nicht gezeichneten Gehäuse un tergebracht, welches jedoch in Fig. 1 durch die rechen artig zusammengefassten Schraffuren angedeutet ist. Das Gehäuse ist an der Grundplatte des nicht darge stellten Geschützes oder in einem das Geschütz tragen den Fahrzeug fest montiert. Die durch die Flugrich- tungsscheibe 4 im Gerät repräsentierte Horizontal ebene ist horizontal, solange das Geschütz bzw. das Fahrzeug horizontiert ist.
Die Seitenrichtbewegungen des Geschützes können mit Hilfe einer Schneckenwelle 33, 34, siehe Fig.2, auf die Innenteile des Gerätes übertragen werden. Diese übertragung kann mit Hilfe einer noch zu be schreibenden Magnetkupplung ein- oder ausgeschaltet werden.
Die Höhenrichtbewegungen des Geschützes werden über eine Welle 36, Fig. 2, auf die Innenteile des Gerä tes übertragen, wie dies noch beschrieben wird.
b) Die Kupplung mit dem Einstellgerät der Fig. 3 Am Einstellgerät werden die im vorliegenden Falle geschätzten Werte der Zielentfernung E und der Zielge schwindigkeit v,, an den Einstellknöpfen 38 bzw. 39 von Hand vom Richtschützen eingestellt. Das Einstellgerät bestimmt aus den eingestellten Werten die Vorhalte strecke d V und den Aufsatzwinkel (Schusswinlkel) a; für diesen Zweck können im Einstellgerät Rechenge triebe bekannter Art vorgesehen sein.
Die Vorhaltestrecke wird über die Ausgangswelle 40 des Einstellgerätes auf die Welle eines dem Motor 16, Fig. 1, zugeordneten, nicht dargestellten Potentio- meters übertragen. Nach Massgabe der Einstellung die ses Potentiometers bewirkt der Motor 16 die Einstel lung der Vorhaltestrecke im Gerät, wie dies noch be schrieben wird.
Der Aufsatzwinkel vom Einstellgerät über dessen Ausgangswelle 37 auf die mit Exzenter 31 versehene Welle 35, Fig. 2, des Gerätes übertragen.
c) Die Verbindung mit der Visiervorrichtung der Fig. 6 Der Gerät der Fig. 1 und 2 ermittelt aus den unter b) und c) genannten eingegebenen Werten die Vor halte, das heisst den Seitenvorhaltewinkel und den Höhenvorhaltewinkel, welche im Gerät am Seitenpo tentiometer 12 bzw. am Höhenpotentiometer 13 durch zwangsläufige Einwirkung auf deren Wellen eingestellt werden.
Die Einstellungen dieser Potentiometer wer den, wie dies noch beschrieben wird, durch elektrische Übertragung den entsprechenden Nachlaufvorrichtun- gen 11 bzw. 15 der als Periskop ausgebildeten Visier vorrichtung, Fig. 6, mitgeteilt, die ebenso wie das Ge rät fest montiert ist.
II. Beschreibung des Aufbaus des Gerätes der Fig. 1 und 2 Das Gerät enthält in seinem Gehäuse zwei Haupt teile, nämlich ein Unterteil und ein Oberteil.
a) Das Unterteil Seine wesentlichen Teile sind 1. das um die gehäusefesten horizontalen Achsen AA' und BB' in senkrechter Richtung schwenkbare Parallelogrammgestänge 23, 24, 25, 26 mit senkrecht geführtem Bügel 18 und um die Achse AA' schwenk barem Lagerbügel 19, 2. die aus dem Magnettopf 2 und der Kugel 1 be stehende Magnetkupplung mit an der Kugel befestig tem, radialem Nachführorgan 3, wobei der Magnettopf 2 in der Mitte des Lagerbügels 19 um eine zu den Armen des Parallelogrammgestänges parallele Achse a drehbar ist, 3.
die Eingabewelle 33 mit Schnecke 34, Fig. 2, für die Übertragung des Seitenwinkels des Geschützes auf den drehbaren Magnettopf 2, 4. die im Gehäuse um eine vertikale Achse b durch den Mittelpunkt M der Kugel 1 drehbar gelagerte hori zontale Flugrichtungsscheibe 4 mit gehäusefestem An triebsmotor 6, 5. die starr an der Unterseite der Flugrichtungs- scheibe 4 in einer senkrechten Ebene befestigte Kon- taktbahn 5 in Gestalt eines elektrisch leitenden Dop pelringes mit dazwischenliegender Lücke, dessen Zen trum der Mittelpunkt M der Kugel 1 ist.
b) Das Oberteil Seine wesentlichen Teile sind 1. das als Gewindespindel ausgebildete Flugrich- tungsorgan 7, dessen Längsachse sich in radialer Rich tung zur senkrechten Achse b erstreckt und in der durch die Kontaktbahn 5 bestimmten Vertikalebene auf der Flugrichtungsscheibe 4 gelagert ist, mit dem Laufglied 10 und dem Antriebsmotor 16, der ebenfalls auf der Flugrichtungsscheibe montiert ist, 2. die Übertragungsvorrichtung, welche aus der am Laufglied 10 mittels Kugelgelenk 17 angelenkten Stange 8 und dem von dieser gesteuerten Kreuzgelenk 9 mit Lagerbügel 20 besteht, 3.
das am vertikal geführten Bügel 18 befestigte Seitenvorhaltepotentiometer 12, dessen Welle fest mit dem Lagerbügel 20 des Kreuzgelenkes 9 verbunden ist.
4. das Höhenvorhaltepotentiometer 13, welches an einem der vertikalen Schenkel des Lagerbügels 20 be festigt ist und dessen Welle koaxial mit dem horizonta len Ouerglied 21 des Kreuzgelenkes 9 verläuft und mit diesem bezüglich Drehung gekuppelt ist, 5.
die Vorrichtung zur Eingabe des Höhenrichtwin- kels n, auf den Bügel 18, bestehend aus der mit der Höhenrichtvorrichtung des Geschützes gekuppelten Eingabewelle 36, Fig.2, und dem Parallelogrammge- stänge mit den hinteren Armen 28, 29 und 30 (von den vorderen entsprechenden Armen ist in Fig.l nur der untere Arm 27 dargestellt), welches um zwei hori zontale, zur Achse AA' parallele Achsen durch B' und E' in vertikaler Richtung schwenkbar am Gehäuse ge lagert ist, 6.
die Vorrichtung zur Eingabe des Aufsatzwinkels a aus dem Einstellgerät der Fig.3, welche aus der Welle 35 mit den Exzentern 31 und 32 besteht, durch welche die Arme 27 und 28 einerseits mit den Armen 25 und 26 andererseits so gekuppelt sind, dass die Arme 25 und 26 gegenüber den Armen 27 bzw. 28 um den Winkel gespreizt werden können, wie aus Fig. 1 zu erkennen ist, wobei der vertikal geführte Bügel 18 über die in Fig. 2 erkennbaren horizontalen Arme in seiner Höhe entsprechend verstellt wird.
III. Beschreibung der Arbeitsweise des Gerätes Wie bereits gesagt, ermittelt das Gerät aus den vom Geschütz und dem Einstellgerät der Fig. 3 eingegebe nen Werten die zugehörigen Vorhalte und gibt diese an die Visiervorrichtung der Fig.6 weiter. Im einzelnen spielen sich dabei folgende Vorgänge ab.
a) Die Einstellung des Flugrichtungswinkels a (Fig. 1) am Flugrichtungsorgan 7 Diese Einstellung geht im Gerät in zwei Schritten vor sich: erstens wird mit Hilfe der oben unter Ha) 2.) beschriebenen Teile 1, 2 und 3 die Dachebene ermit telt, das ist die Ebene durch den Standpunkt des Beob achters bzw.
Geschützes und den horizontal angenom menen Zielweg; zweitens wird aus der so ermittelten Dachebene mit Hilfe der Flugrichtungsscheibe 4 und der mit ihr zusammenwirkenden Teile 5, 6 und 7 die Richtung des Zielweges gegenüber der Nullstellung des Flugrichtungsorgans 7, das ist der Flugrichtungswinkel a bestimmt. Im Ruhestand bzw. in der in Fig. 1 und 2 darge stellten Ausgangsstellung steht das als Stift ausgebil dete Nachführorgan 3 senkrecht nach oben.
In dieser Stellung sind der Seitenrichtwinkel a und der Höhen- richtwinkel @ gleich Null. Kugel 1 und Magnettopf 2 sind voneinander entkuppelt, und die Spitze S des Stif tes 3 wird durch eine radial nach aussen wirkende Federkraft in eine im Mittelpunkt der Unterseite der Flugrichtungsscheibe angeordnete flache Rast (nicht dargestellt) gedrückt.
Wird nun das Geschütz auf ein Luftziel gerichtet, dann wird zwar der Seitenrichtwin- kel a auf den Topfmagneten 2 übertragen, jedoch folgt der Stift 3 infolge der Entkupplung und der Arretie rung durch die Rast dieser Bewegung nicht. Weiter wird der Höhenrichtwinkel 7 über die oben unter II b) 5.) beschriebenen Teile auf den Bügel 18 und damit über die Parallelogrammarme 23 und 24 auch auf den Bügel 19 und den Topfmagneten 2 übertragen, nicht aber auf Kugel 1 und den Stift 3, da diese entkuppelt sind.
Sobald das Ziel in der Visierlinie liegt, schaltet der Richtschütze die Magnetkupplung ein, so dass der Stift 3 dann fest mit dem Magnettopf 2 gekuppelt ist und den weiteren Richtbewegungen des Geschützes, welches auf das Ziel gerichtet bleibt, folgen muss. Dabei beschreibt die Spitze S des Stifts 3 einen Kreis bogen, der parallel ist zu der Schnittlinie der Dach ebene mit einer Kugel um Aden Mittelpunkt M. Durch den genannten Kreisbogen wird die Dachebene mit praktisch ausreichender Genauigkeit reproduziert, sofern der Höhenrichtwinkel A nicht zu klein ist.
Damit ist der erste Schritt abgeschlossen.
Im zweiten Schritt wird die Flugrichtung als Rich tung der Schnittlinie der reproduzierten Dachebene mit der Horizontalebene bestimmt; diese Schnittlinie ist parallel zum Zielweg. Sobald der Stift 3 ausrastet, wird der Antriebsmotor 6 der Flugrichtungsscheibe 4 in Gang gesetzt und dreht diese solange, bis die Spitze S des Stifts in der Lücke der Kontaktbahn 5 steht. Dann hat die Achse der Spindel 7 die Richtung des Zielwegs und nimmt den Flugrichtungswinkel a gegenüber ihrer Nullstellung ein.
b) Die Einstellung der Vorhaltestrecke /\ V am Flugrichtungsorgan 7 Die Vorhaltestrecke Q V wird, wie bereits gesagt, aus dem Einstellgerät der Fig.3 eingegeben und dadurch der Motor 16 in Gang gesetzt. Dieser Motor dreht die Spindel 6 solange, bis das Laufglied 10 ge genüber der vertikalen Achse b um eine Strecke ver schoben ist, die genau dem Wert der eingegebenen Vorhaltestrecke entspricht.
In Fig. 1 und 2 ist die Null- stellung,des Laufgliedes, welche dem Wert L1 V = O ent spricht, dargestellt.
Nach erfolgter Einstellung gemäss a) und b) reprä sentiert die kürzeste Strecke zwischen der Achse b und dem Mittelpunkt des Laufgliedes 10 bzw. des, Kugelge lenkes 17 die Vorhaltestrecke nach Richtung und Grösse (Vorhaltevektor).
c) Die Ermittlung des Seiten- und Höhenvorhaltes Diese Vorhalte werden durch Komponentenzerle gung des Vorhaltevektors mittels der oben unter II b) 2.) beschriebenen übertragungsvorrichtung mit den Teilen 8, 9 und 20 erhalten. Der Seitenvorhaltewinkel wird auf die Welle des Potentiometers 12, der Höhen vorhaltewinkel auf die Welle des Potentiometers 13 übertragen.
Es sei bemerkt, dass die Einstellung der Welle des Höhenvorhaltepotentiometers 12 durch den jeweiligen Höhenrichtwinkel @ und Aufsatzwinkel a modifiziert ist, wie dies aus II b) 5.) und II b) 6.) folgt. Mit der Einstellung der Potentiometer 11 und 12 sind die Vorgänge im Gerät abgeschlossen.
In Fig. 4 ist das Schema der Steuerung des Servo motors 6, der zur Einstellung der Flugrichtung an der Scheibe 4 (Fig. 1) dient, dargestellt. Der Steuerstift 3 und die von diesem und gegeneinander isolierten Kon taktstreifen 5a und 5b der Kontaktbahn 5 sind durch je eine Leitung an den Eingang der elektrischen Steuervorrichtung 14 angeschlossen, deren Ausgang im Regelkreis des Servomotors 6 liegt.
Die Art der Steue rung des Servomotors, ein mit Gleichstrom gespeister Umkehrmotor, in Abhängigkeit von der Stellung der Kontaktbahn gegenüber dem Stift 3 ergibt sich aus fol gender Aufstellung:
EMI0003.0056
Stiftspitze <SEP> S <SEP> berührt: <SEP> Scheibe <SEP> 4 <SEP> dreht <SEP> sich:
<tb> 1. <SEP> keinen <SEP> der <SEP> Streifen <SEP> 5a, <SEP> nach <SEP> rechts, <SEP> bis <SEP> der <SEP> Streifen
<tb> 5b <SEP> 5a <SEP> berührt <SEP> wird
<tb> 2. <SEP> den <SEP> Streifen <SEP> 5a <SEP> nach <SEP> rechts, <SEP> bis <SEP> beide <SEP> Strei fen <SEP> berührt <SEP> werden
<tb> 3. <SEP> den <SEP> Streifen <SEP> 5b <SEP> nach <SEP> links, <SEP> bis <SEP> beide <SEP> Strei fen <SEP> berührt <SEP> werden
<tb> 4. <SEP> beide <SEP> Streifen <SEP> 5a, <SEP> 5b <SEP> nicht.
In Fig.5 ist einer der Nachlaufregelkreisie, und zwar beispielsweise der für die übertragung des Höhenvorhaltes aus dem Gerät nach Fig. 1 und Fig. 2 auf die Visierlinie der Visiervorrichtung (Fig.6) die nende Kreis im Blockschaltbild dargestellt.
Das als Geber wirkende Höhenpotentiometer 13 (Fig.l, 2) ist mit einem als Empfänger wirkenden Potentiometer 15a in eine Wechselstrombrücke W (Phasenbrücke) geschaltet. Die Speisespannung für diese Brücke liefert ein Wechselrichter 41, der aus einer Batterie 45 und 6 Volt Spannung mit Gleich strom gespeist wird. Der Wechselrichter 41 erzeugt eine Rechteckspannung von 60 Volt mit einer Fre quenz von 400 Hz.
Die Ausgangsspannung der Brücke steuert über Zwischenkreise 42, 43 und 44 den um kehrbaren Gleichstrommotor 15, der auf den verstell baren Abgriff des Brückenpotentiometers 15a einwirkt derart, dass der Abgriff, solange die Brücke nicht ab geglichen ist, im Sinne eines Abgleichs und schliesslich bis zum vollendeten Abgleich verschoben wird.
Der Kreis 42 stellt einen Wechselspannungsverstär- ker dar, der die zugeführte Ausgangsspannung der Brücke phasenrichtig verstärkt. Die verstärkte Recht eckspannung wird dem Phasenkomparator 43 zuge führt, der diese Spannung mit einer vom Wechselspan nungsgenerator 41 direkt zugeführten Rechteckspan- nung von 400 Hz phasenmässig vergleicht.
Die Aus gangsspannung des Phasenkomparators 43 beauf- schlagt den Umsteuerkreis 44 des Motors 15b derart, dass dieser bei einer Phasendifferenz bestimmten Vor zeichens in einer Richtung, bei einer Phasendifferenz entgegengesetzten Vorzeichens in der entgegengesetzten Richtung rotiert und bei Phasengleichheit stillsteht.
Durch den Motor 15b wird gleichzeitig die Visier linie der Visiervorrichtung (Fig. 6) verstellt, bis sie um den am Potentiometer 13 eingegebenen Höhenvorhalt gegenüber dem Geschütz zurückgeführt ist.
Das Poten- tiometer 15a bildet zusammen mit dem Motor 15b das in den Fig. 1 und 6 dargestellte Höhen-Nachführorgan 15 der Visiervorrichtung. Die in Fig. 6 dargestellte Visiereinrichtung, im fol genden auch Periskop genannt, ist so ausgebildet, dass bei feststehendem Okular und feststehendem, senkrecht angeordneten Gehäuse im Absuchen des Aussenraumes nach der Seite ohne Beschränkung des Seitenwinkels und nach der Höhe von einer Neigung der Visierlinie von beispielsweise minus 15 bis plus 90 möglich ist.
Das Periskop, dessen Gehäuse der übersichtlich keit wegen nicht dargestellt ist, weist ein Objektiv 52 auf, dessen Achse senkrecht zur Achse des Okulars 53 angeordnet ist. Zwischen Objektiv und Okular befindet sich ein Umlenkprisma 54, vor dem Objektiv ein Auf richteprisma 55 und über diesem ein Ausblickprisma 51, welches sowohl um eine senkrechte Achse als auch um eine rechtwinklig dazu verlaufende waagrechte Achse drehbar ist.
Das Ausblickprisma des Periskops kann mittels einer besonderen, nicht dargestellten Steuerautomatik zum Absuchen eines zusammenhängenden Aussenrau mes zwecks Ermittlung von Luftzielen nach einem festen Programm um seine beiden Drehachsen bewegt werden. Das Objektiv 52 und das Umlenkprisma 54 sind gehäusefest im Periskop angeordnet, während das Okular 53 zwecks Anpassung an die unterschiedliche Sehschärfe der einzelnen Beobachter in bekannter Weise verstellbar ist. Das Ausblicksprisma 51 ist ebenso wie das Aufrichteprisma 55 um die durch das Objektiv bestimmte senkrechte optische Achse dreh bar; beide Prismen sind bezüglich dieser Drehung mit einander gekuppelt, wie dies noch näher beschrieben werden wird.
Zum optischen System des Periskops gehört ferner noch eine mit einer Richtungsmarke 57 versehene drehbare Strichplatte 56, die koaxial mit dem Okular zwischen diesem und dem Umlenkprisma 54 angeordnet ist und bezüglich der Drehung des Aus- blickprismas um die optische Achse des Objektivs mit dem Ausblickprisma gekuppelt ist.
Des weiteren ist zur Erzeugung einer kreisförmigen Leuchtmarke 58 auf der Strichplatte 56 im Okular eine aus Lampe 59 und Projektionsoptik 60 bestehende Projektionsvorrichtung vorgesehen, die in der Okularachse hinter dem Um lenkprisma 54 so angeordnet ist, dass der Projektions strahl im wesentlichen ungebrochen durch dieses hin durchgeht und in der Ebene der Strichplatte 56 die Leuchtmarke 58 erzeugt.
Das Ausblickprisma 51 ist mittels zweier Winkel arme 63 und 64 um eine horizontale Achse schwenk bar an einem aussen verzahnten Drehring 66 montiert, der konzentrisch zur optischen Achse des Objektivs 52 und um diese drehbar im Gehäuse des Periskops gela gert ist.
Das Ausblickprisma 51 ist so an den Winkelarmen montiert, dass in seiner Ausgangsstellung (Höhenwin kel Null) ein horizontaler, senkrecht auf seine Vorder fläche fallender Lichtstrahl durch das Prisma um 90 nach unten in die Richtung der optischen Achse des Objektivs 52 umgelenkt wird. Das Ausblickprisma kann um seine horizontale Achse in einem bestimmten Winkelbereich der Höhe nach geschwenkt werden, z. B im Bereich von -15 bis +90 .
Zur Betätigung dieser Schwenkbewegung des Ausblickprismas ist die Höhen- Nachführvorrichtung 15 vorgesehen, die mit ihrer Welle an den Winkelarmen 63 und 64 gelagert ist. Die Nachführvorrichtung besteht, wie im Zusammenhang mit Fig.5 beschrieben, aus einem Potentiometer und einem mit diesem gekuppelten Servomotor. Zum Zweck des Suchens eines Ziels durch ein nicht darge- stelltes Programmsteuergerät mit gesteuertem Gleich strom beaufschlagt werden.
Durch eine solche automatische Steuerung kann erzielt werden, dass das Ausblickprisma periodisch eine Schwenkung aus seiner Ausgangsstellung bis zu einem bestimmten, der gestellten Aufgabe entsprechen den Höhenwinkel von beispielsweise 30 ausführt und anschliessend schnell in seine Ausgangslage zurückfällt. Bei manueller Steuerung kann der Servomotor zum genauen Anvisieren eines Ziels ider Höhe nach be nutzt werden.
Bei Vorhandensein einer automatischen Absucheinrichtung mit der genannten Funktion ist die Möglichkeit einer Umschaltung vorgesehen, so dass nach Auffassung eines Luftzieles durch automatisches Absuchen ein genaues Anvisieren durch manuelle Nachführung der Ausblickachse erfolgen kann.
Unterhalb des Drehringes 66, der das Ausblick prisma 51 trägt, ist parallel zu diesem ein zweiter, ebenfalls aussen verzahnter Drehring 67 konzentrisch zur Achse des Objektives und um diese drehbar im Gehäuse montiert. Dieser Drehring 67 dient als Halter für das Aufrichteprisma 55, dessen Längsachse in Richtung der Objektivachse verläuft.
Die beiden Dreh ringe 66 und 67 sind zwecks Verstellung der Seiten richtung vermittels des Servomotors 11 über die Welle 68 und die Zahnräder 69 bzw. 70 gemeinsam antreib- bar. Dabei sind die Übersetzungsverhältnisse zwischen dem Zahnrad 69 und dem Drehring 66 einerseits und dem Zahnrad 70 und dem Drehring 67 andererseits so gewählt, dass der untere Ring 67 jeweils nur um den halben Drehwinkel, den der obere Ring 66 beschreibt, gedreht wird. Die genannten Übersetzungsverhältnisse verhalten sich also wie 2:1. Durch eine solche Drehung der beiden Ringe und der an ihnen montierten Prismen 51 und 55 kann die Seitenrichtung des Periskops im Bereich von 0 bis 360 beliebig verstellt werden.
Gleichzeitig wirkt der Seiten-Servomotor 11 über das Zahnrad 71 auf die drehbare Strichplatte 56, die um denselben Winkel wie das Ausblickprisma 51 ver stellt wird. Dabei dreht sich die auf der Strichplatte 56 angebrachte Seitenrichtungsmarke 57 im gleichen Sinne wie die Ausblickachse des Prismas 51 um den Mittelpunkt der Scheibe, z. B. aus der Stellung I in die Stellung II bei Schwenkung aus der Ausgangslage um 90 nach links.
Die weiter eingezeichneten Stellungen III und IV entsprechen Schwenkungen des Ausblick- prismas um 180 bzw. 270 um die vertikale Achse.
Der Seiten-Servomotor der Nachführvorrichtung 11 der im Gegensatz zum Höhen-Servomotor 15b mit Wechselstrom gespeist wird, kann ebenfalls direkt oder indirekt manuell oder automatisch gesteuert werden.
Es wird dadurch möglich, zum Absuchen eines zu sammenhängenden Gebietes des Aussenraumes das Ausblickprisma nach einem festen Programm um seine beiden Drehachsen zu bewegen, so dass der umge bende Luftraum z. B. in einer Sägezahnlinie abgesucht werden kann.
Zusätzlich zu den bereits beschriebenen Kompo nenten ist in das Periskop noch eine Projektionsvor richtung eingebaut, die eine Lampe 59 und eine Pro jektionsoptik 60 enthält, und die zur Erzeugung einer Leuchtmarke 58 in der Ebene der Strichplatte 56 bzw. im Okular dient. Die Leuchtmarke hat die Gestalt eines Ringes, der konzentrisch zum Mittelpunkt der Scheibe 56 angeordnet ist. Diese Leuchtmarke dient, da die Lampe 59 in einem elektrischen Signalkreis liegt oder von einem solchen gesteuert wird, zur optischen Signalgebung für den Beobachter, womit diesem z. B.
angezeigt werden kann, dass das Periskop eine be stimmte Einstellung erreicht hat oder dass ein der Visierlinie nachgeführtes Geschütz sich in übereinstim- mun; mit der Einstellung des Periskops befindet.
Die Verwendung des Periskops in der beschriebe nen Ausführungsform lässt sich den verschiedensten Zwecken anpassen. So kann es - bei festgehaltener Höheneinstellung - auch als reines Rundblickfernrohr eingesetzt werden, oder es kann - bei gleichzeitiger geringer Steigerung des Höhenwinkels bei jeder vollen Umdrehung - eine Abtastung des umgebenden Raumes in einer Schraubenlinie von unten nach oben erfolgen.
Die konstruktiven mechanischen und die optischen Daten des Periskops können weitgehend dem jewei ligen Verwendungszweck angepasst werden. Für Zwecke der Fliegerabwehr kann das Blickfeld mit 15 und die Vergrösserung vierfach gewählt werden, bei einer Brennweite des Okulars von 30 mm, einer Ein trittspupille von 20 mm und einer Austrittspupille von 5 mm. Es lässt sich so eine sehr kompakte Bauweise erzielen, die einerseits eine Montage des Periskops auch bei beengtem Raum ermöglicht und andererseits noch eine solche Vergrösserung gewährleistet, dass die Ziele leicht ihrem Typ nach erkannt werden können.
Das im Zusammenwirken mit den anderen Teilen der Richteinrichtung beschriebene Gerät kann nicht nur für horizontale Zielflüge verwendet werden, son dern auch für sogenannte Stechflüge, bei denen die Flugrichtung einen Winkel bis zu etwa 18 mit der Horizontalen bildet. Der Fehler der ermittelten Vorhal- tewerte bleibt dabei so klein, dass er praktisch keine Rolle spielt.