Vorrichtung zum Recken und Prüfen von Kettengliedern
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Recken und Prüfen von Kettengliedern, mit zwei in Kettenlängsrichtung relativ zueinander verschiebbaren Zangen, die je zwei zusammenwirkende, das erste bzw. das letzte Glied des zu reckenden und prüfenden Kettenabschnitts erfassende Klemmbacken aufweisen.
Es ist bekannt, das erste und das letzte Glied des zu reckenden und prüfenden Kettenabschnitts auf je einen Dorn aufzuschieben. Die beiden Dorne sind bei dieser bekannten Vorrichtung parallel zueinander angeordnet.
Daher kann, wenn das erste Glied auf den einen Dorn genommen wird, auf den zweiten Dorn nur das dritte oder fünfte oder siebte usw. Glied genommen werden, da die anderen Glieder um 900 gedreht sind. Sind die Dorne beispielsweise vertikal angeordnet, so können nur horizontal liegende Glieder der Kette aufgesetzt werden. Um beim Recken und Prüfen nicht eines der Kettenglieder auszulassen, kann die Kette nach der Prüfung eines Abschnitts nur so weit weitertransportiert werden, dass dasjenige Glied, welches zuvor auf den ersten Dorn aufgesetzt war, nun auf den zweiten Dorn genommen wird. Der erste Dorn erfasst dann wieder ein Glied ungerader Ordnungszahl, gerechnet von dem auf dem zweiten Dorn sitzenden Kettenglied. Hierbei lässt sich nicht vermeiden, dass diejenigen Kettenglieder, durch die die Dorne greifen, zweimal gereckt werden, was selbstverständlich nachteilig ist.
Den selben Nachteil weisen diejenigen bekannten Vorrichtungen auf, bei denen die Dorne durch zwei Zangen ersetzt sind.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art so auszubilden, dass jedes Kettenglied nur einmal gereckt wird. Diese Aufgabe ist erfindungsgemäss in überraschend einfacher Weise dadurch gelöst, dass die Bewegungsebene der Backen der einen Zange um 900 gegen die Bewegungsebene der Backen der anderen Zange gedreht ist. Hierdurch ist es möglich, mit der in Transportrichtung der Kette gesehen hinten liegenden Zange nach dem Prüfen eines Kettenabschnittes das erste noch nicht geprüfte Kettenglied zu erfassen, das unmittelbar neben dem letzten geprüften und gereckten Glied liegt.
Bei einer vorteilhaften Ausführungsform ist das freie Ende jedes Backens hakenförmig ausgebildet und auf seiner Innenseite mit einer Anlagefläche versehen, deren Krümmung der Krümmung der Kettenglieder angepasst ist. Dadurch können die Kettenglieder von der Aussenseite her von der Zange umfasst werden, so dass praktisch ihre eine Hälfte vollkommen in den Zangenbacken eingebettet ist.
Um während des Reckens ein Öffnen der Zangen mit Sicherheit zu verhindern, sind mit Vorteil der Drehpunkt jedes Backens und sein freies Ende auf verschiedenen Seiten der Längsachse des in die beiden Zangen eingespannten Kettenabschnitts vorgesehen. Eine solche Lage des Backendrehpunktes hat zur Folge, dass ein auf die Kette ausgeübter Zug ein Drehmoment im Sinne des Schliessens der Zange auf die Backen ausübt.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist zum Schliessen und öffnen der je zwei Zangenhebel aufweisenden Zangen je eine Steuerkurve vorgesehen, die über ein die Antriebskraft begrenzendes Glied mit einer Antriebsvorrichtung verbunden ist. Durch dieses Glied, das vorzugsweise als elastisches Zwischenglied ausgebildet ist, wird verhindert, dass eine Zange bricht, wenn das erfasste Kettenglied nicht richtig in den Backen liegt und damit ein Schliessen der Backen verhindert.
Im folgenden ist die Erfindung anhand eines auf der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels im einzelnen erläutert. Die einzige Figur zeigt eine unvollständige Seitenansicht des Ausführungsbeispiels.
Ein Joch 1 ist an seinen beiden Enden an zwei parallel angeordneten Haltestangen 2 und 3 befestigt. Es trägt eine erste Zange 4, deren beide Backen 5 und 6 mittels Zapfen 7 bzw. 8 drehbar gelagert sind, die im Abstand voneinander im Joch 1 befestigt sind.
Die beiden Backen 5 und 6 sind je in Form eines Winkels ausgebildet. Die Längsschenkel der beiden Backen verlaufen etwa parallel zueinander, während die beiden Querschenkel sich überlappen und an ihrem freien Ende am zugeordneten Zapfen angelenkt sind. Aussparungen 9 und 10 in den Backen 5 bzw. 6 gestatten den Durchtritt des der anderen Backe zugeordneten Zapfens.
Die freien Enden 11 und 12 der Backen 5 bzw. 6 sind je in Form eines Hakens ausgebildet, der auf seiner Innenseite eine in ihrer Krümmung der Krümmung der Kettenglieder 13 angepasste Anlagefläche 11' bzw. 12' aufweist. Um die Vorrichtung für Ketten verschiedener Grösse verwenden zu können, sind die Haken 11 und 12 auswechselbar in die Backen 5 bzw. 6 eingesetzt.
Einstückig mit den Backen 5 und 6 ist je ein Zangenhebel 14 bzw. 15 ausgebildet. Die Zangenhebel erstrecken sich etwa in Längsrichtung des den Haken tragenden Schenkels des zugeordneten Backens, so dass jede Zangenhälfte etwa die Form eines T und die Zange als Ganzes etwa die Form eines H besitzt, wobei der Quersteg des H durch die beiden übereinanderliegenden Querschenkel der Backen 5 und 6 gebildet ist, an deren freien Enden die Backen angelenkt sind.
In dem von den Hebeln 14 und 15 gebildeten Maul ist auf einem Schwenkzapfen 16, dessen Längsachse parallel zur Längsachse der Zapfen 7 und 8 verläuft, eine Nockenscheibe 17 gelagert an deren Mantelfläche Rollen
18 und 19 anliegen, die drehbar in den freien Enden der Hebel 14 bzw. 15 gelagert sind. Drehfest mit der Nockenscheibe 17 ist ein Schwenkarm 20 verbunden, der an einen zylinderartigen Körper 21 angelenkt ist. In diesem Körper 21 ist eine hin- und herbewegbare Schubstange 22 axial verschiebbar gelagert, die sich über eine Schraubenfeder 23 auf dem zylinderartigen Körper 21 abstützt. Die Anordnung ist so getroffen, dass bei einer Verschiebung der Schubstange 22 im Sinne eines Schlies sens der Zange 2 die Schraubenfeder 23 gespannt wird.
Eine zweite Haltezange 24, die im Abstand von der ersten Zange 4 mit bezüglich der Längsachse der Zange 2 fluchtend der Längsachse angeordnet ist, ist grundsätzlich wie die Zange 4 ausgebildet, jedoch um 900 gegen über der Zange 4 um die Zangenlängsachse gedreht. Von den beiden Backen der Zange 24 ist in der Figur nur die Backe 28 sichtbar, die auf einem Bolzen 29 schwenkbar im Joch 25 gelagert ist. Die Ausbildung des die Zange 24 tragenden Joches ist etwas anderes als diejenige des Joches 1, was aber für die Erfindung ohne Bedeutung ist.
Das Öffnen und Schliessen der Zange 24 erfolgt wie bei der Zange 4 mittels einer Nockenscheibe 26, die auf einer Schwenkwelle 27 sitzt, mit der drehfest ein Schwenkarm 28 verbunden ist.
Die Zange 24 wird durch einen nicht dargestellten Schlitten geführt und über Zugstangen 30 und 31 von einem ebenfalls nicht dargestellten Exzenter in Längsrichtung der Kette bewegt. Die Arbeitsweise der Vorrichtung ist folgende: Die aus den Kettengliedern 13 bestehende Kette wird über eine nicht dargestellte Führungs schiene den beiden Zangen 4 und 24 mittels einer verstellbaren Vorschubeinrichtung zugeführt. Solche Führungsschienen und Vorschubeinrichtungen sind bekannt und daher nicht dargestellt. Sobald sich der zu reckende und prüfende Kettenabschnitt zwischen den Zangen 4 und 24 befindet, werden die beiden Zangen geschlossen. Die Haken der Backen greifen dabei in ein horizontal liegendes und ein vertikal liegendes Ketten glied 13 ein.
Im geschlossenen Zustand umfassen sie das sich unmittelbar an den zu prüfenden Abschnitt an schliessende Kettenglied von aussen her etwa zur Hälfte.
Sofern ein Kettenglied 13 nicht richtig beispielsweise in den Backen 5 und 6 liegt und sich daher die Zange 4 nicht schliessen kann, verhindert die Schraubenfeder 23 einen Bruch der Haken 11 und 12 oder auch der übrigen, die Schliesskraft übertragenden Teile, wie zum Beispiel der Schubstange selbst.
Wie die Figur zeigt, werden immer mehrere Kettenglieder 13 gleichzeitig gereckt und geprüft, was dadurch erfolgt, dass die Zange 24 von der Zange 4 wegbewegt. wird. Dadurch, dass der Drehpunkt jedes Backens und sein Haken auf verschiedenen Seiten der Längsachse der Zange liegen, wird durch den auf die Kette ausgeübten Zug auf die Zangen eine zusätzliche Schliesskraft ausge übt, so dass sich während des Reckens die Zangen nicht öffnen können.
Die Kette wird in der Regel auf ein bestimmtes Mass gereckt und die dafür aufgewendete Kraft von einer Messdose, die den zwischen den Stangen 2 und 3 und dem Maschinenkörper auftretenden Zug misst, mittels eines Zusatzgerätes auf einen Papierstreifen geschrieben.
Das hierbei gezeichnete Diagramm gibt Aufschlüsse über die Festigkeit der Kette. Jedes geprüfte und für in Ordnung gefundene Kettenglied wird von der Maschine automatisch gestempelt.
Nach dem ein Kettenabschnitt gereckt und geprüft worden ist, werden die beiden Zangen 4 und 24 wieder geöffnet. Die Kette wird nun um ein solches Stück weitertransportiert, dass die Haken der Zange 24 in das noch nicht gereckte Kettenglied 13' eingreifen. Hierdurch ist verhindert, dass ein Kettenglied zweimal gereckt wird.