Verfahren und Einrichtung zur Kennzeichnung von Verlaufs- und/oder Lagergegenständen In Verkaufsläden und internen Lagern von Unter nehmungen aller Art besteht das Bedürfnis, die Lager buchhaltungen mit all ihren Konsequenzen wie interne und externe Verrechnungen, Lagerbewirtschaftung, La aerbewertung, Umsatzstatistiken usw. möglichst vollstän dig zu automatisieren.
Zu diesem Zwecke sollte jeder zum Verkauf ange botene oder sich in einem Lager befindliche Artikel mit einer ihn eindeutig charakterisierenden und automatisch zu lesenden Artikel-Kennzeichnung ausgerüstet werden. Oft ist neben der Artikelkennzeichnung auch der auto matisch abzulesende Stückpreis an jedem Artikel ge wünscht.
Es wurde bereits versucht, das gestellte Problem mit Lochkarten zu lösen. Diese haben aber den Nachteil, dass sie bei den unerlässlichen Transporten der gekenn zeichneten Gegenstände leicht beschädigt werden und dann nicht mehr sicher abgelesen werden können. Zudem benötigen Lochkarten zur Speicherung einer bestimmten notwendigen Information, sei es für die Artikelnunmmer und/oder für den Stückpreis, eine verhältnismässig gros- se Oberfläche, was sich besonders bei kleinen Artikel - man denke zum Beispiel an Füllfederhalter - sehr nachteilig auswirkt.
Die vorliegende Erfindung überwindet diese Nachteile und betrifft ein Verfahren zur Kennzeichnung von Ver kaufs- und/oder Lagergegenständen mit deren Artikel nummer und/oder Stückpreis, und zeichnet sich dadurch aus, dass die genannten Verkaufs- und/oder Lagergegen stände mit Tonspurträgern versehen werden, aus deren Tonspuren, die in Form von automatisch ablesbaren spezifischen Kombinationen mehrerer Tonfrequenzen un tergebracht sind, Artikelnummer und/oder Stückpreis automatisch abgelesen werden können.
Die Erfindung betrifft auch eine Einrichtung zur Durchführung des genannten Verfahrens und zeichnet sich durch eine Beschriftungsmaschine zur Einprägung der Tonspuren in die Tonspurträger aus.
Als Tonspurträger können beispielsweise Plättchen mit grammophonplattenartigen Rillen oder Bänder mit magnetischen Tonspuren oder Drähte mit magnetischen Tonspuren oder filmartige Bänder mit optischen Ton spuren verwendet werden.
Anhand von Ausführungsbeispielen mit Figuren wird die Erfindung im folgenden erläutert: Dabei zeigen Fig. la - c einen Tonspurträger in der Form eines Plättchens in 3 verschiedenen Ansichten, Fig. 2a - c einen Tonspurträger in der Form eines Tonbandes mit verschiedenen Kennzeichnungen.
Fig. la zeigt im Grundriss ein beispielsweise aus Kunststoff herzustellendes Plättchen 1, das als Tonspur träger dienen kann. Fig. lb stellt dasselbe Plättchen 1 in der Seitenansicht dar. Es hat beispielsweise eine Länge von 2 cm, eine Breite von 1 cm und eine Dicke von 1 mm. Auf ihm können ohne Schwierigkeiten 10 parallel verlaufende Tonrillen 2 angeordnet werden. Diese Ton rillen 2 enthalten wie die Tonrillen von Grammophon platten seitliche Auslenkungen, die dann beim Ablesen die Tonhöhe bestimmen.
Es ist ohne weiteres möglich, jeder Tonrille 2 jeweils mindestens eine von ca. 50 voneinander verschiedenen leicht und sicher unterscheidbaren - Tonhöhen zuzuord nen, so dass sich bei 10 Tonrillen 50111 = 51" x 1011 = 9 765 625 x 101 verschiedene Kombinationen ergeben, was sicher sowohl zur Artikelnumerierung, als auch zur Markierung des Stückpreises mit jeder gewünschten Reserve ausreicht.
Es ist daher ohne weiteres möglich, die Markierungen redundant vorzunehmen und damit die Fehlermöglich keiten wesentlich zu reduzieren.
Dies kann beispielsweise dadurch geschehen, dass man alle gewünschten Informationen doppelt auf dem Plätt chen 1 anbringt; z.B. einmal in den 5 Tonrillen links und einmal in den 5 Tonrillen rechts. Man verfügt dann immer noch über 505 = 312 500 000 Kombinationsmög lichkeiten.
Bestimmt man in diesem Zusammenhang beispiels weise, dass die sich zuäusserst am Rande befindlicheTon- rille beim Ablesen immer als die erste und die sich in der Mitte befindliche Tonrille immer als die letzte Ton rille betrachtet werden soll, so wird die Information auf dem Plättchen 1 symmetrisch, d.h. es spielt keine Rolle mehr, ob man es von links nach rechts oder von rechts nach links abliest. Damit können viele Schwierigkeiten und Verwechslungsmöglichkeiten vermieden werden.
Da mit Artikelnummer und/oder Preis auch ohne apparative Mittel abgelesen werden können, ist es vorteilhaft, ent sprechende Prägungen oder Beschriftungen in normal ablesbaren Ziffern z.B. auf der Unterseite des Plättchens 1 vorzunehmen.
Dies ist in Fig. 1c, welche das Plättchen von unten gesehen zeigt, veranschaulicht.
In der Praxis ist es oft vorteilhaft, die Kennzeichnun gen im Tonträger nach einem Dezimalsystem vorzuneh men. Zu diesem Zwecke kann man sich beispielsweise pro Tonrille auf eine von 10 verschiedenen Tonfrequenzen beschränken und jeder dieser 10 Tonfrequenzen eine der 10 Ziffern, 1, 2, 3 bis 8, 9, 0, zuordnen. Die Lage der Tonrille auf dem Plättchen kann dann für die Stelle der Ziffern in der Artikelnummer und/oder im Preis kenn zeichnend gemacht werden.
Dieses Vorgehen bewirkt allerdings eine wesentliche Reduktion der Kombinationsmöglichkeiten. Sollten diese in der Praxis nicht mehr genügen, so kann man in einer Tonrille mehr als nur eine Tonfrequenz einprägen und die Reihenfolge der verschiedenen Tonfrequenzen in einer Tonrille für die Stelle verantwortlich machen. Teilt man beispielsweise ein Tonrille in 6 stellenkennzeichnende Abschnitte, so können in einer einzigen Tonrille mit nur 10 verschiedenen Tonfrequenzen nach dem Dezimalsy stem 999999 Artikelkennummern realisiert werden. Die Stellenkennzeichnung kann auch kombiniert durch die Lage der Tonrille und durch die Reihenfolge der Tonfre quenzen innerhalb einer Tonrille erfolgen.
Die anhand der Figuren la bis 1c beschriebene mög liche Ausführung des Tonträgers hat den Vorteil, sehr robust und sehr klein zu sein. Nützt man die ihr inne wohnende Redundanz beispielsweise wie weiter oben geschildert aus, so ist der genannte Tonträger auch sehr sicher vor unbeabsichtigten und beabsichtigten Verände rungen seines Informationsinhaltes.
In all denjenigen Fällen, in denen von ein und dem selben Tonträger (gleiche Artikelnummer und gleicher Preis) grosse Stückzahlen benötigt werden, ist der bisher beschriebene Tonträger auch sehr billig, da er nach An fertigung einer entsprechenden Matrize - ähnlich wie bei der Fertigung von Schallplatten - aus geeignetem Kunststoff gespritzt oder geprägt werden kann.
Für den grössten Teil der Konsumgüter z.B. für Zuk- ker, Reis, Mehl, Kaffee, Schokolade, Zigaretten usw. aber auch für Strümpfe, Wäsche, Füllfederhalter ist der Bedarf an Tonträgern mit gleicher Artikelnummer und gleichem Preis so gross, dass sich für seine Herstellung die Fertigung einer speziellen Matrize ohne weiteres lohnt.
Die Fertigungskosten der individuellen Matrizen kön nen übrigens dadurch wesentlich verbilligt werden, dass man in einer Generalmatrize diejenigen Teile, die die individuellen Tonspuren bestimmen, leicht auswechselbar gestaltet.
Es gibt aber auch Artikel, bei denen die Gesamtstück zahl mit gleicher Artikelnummer und gleichem Preis nur sehr klein ist, so dass die Fertigungskosten einer Matrize den Stückpreis der betreffenden Tonträger auf jeden Fall viel zu stark belasten würden.
Typische Beispiele dieser Art sind gewisse Artikel der Bekleidungsbranche, Schuhe und besonders Perser teppiche. Bei den letzten dürfte sogar normalerweise im- mer nur ein Exemplar mit gleicher Artikelnummer und gleichem Preis vorhanden sein.
Es besteht also auch ein Bedürfnis nach Tonträger arten, die in mittleren, kleinen und extrem kleinen Stück zahlen zu tragbaren Preisen gefertigt werden können.
Hierzu eignen sich besonders sogenannte Tonbänder, wie sie in den Figuren 2a bis 2c dargestellt sind. Sie kön nen die gleiche oder ähnliche Form und Grösse aufwei sen und aus dem gleichen oder ähnlichem Material her gestellt sein, wie dies bei handelsüblichen Tonbandgerä ten der Fall ist.
Dabei können eine oder mehrere Tonspuren neben einander aufgebracht werden.
Ihre totale Länge L pro individuellem Tonträger wird zweckmässigerweise in folgende Strecken unterteilt: 1) Eine Einlaufstrecke E.
Sie dient zum Fassen und Einführen des Tonträgers in das Ablese- und Auswertegerät (evtl. auch in das Gerät zum individuellen Aufbringen der gewünsch ten Tonspuren auf den Tonträgern) 2) n Artikelkennzeichnungsstrecken N1 bis N" Jede bestimmte Strecke N bedeutet für die Artikel nummer eine bestimmte Stelle. Wenn man beispiels weise jeder von 6 Strecken N 10 verschiedene Ton frequenzen - entsprechend den 10 Ziffern - 1, 2, 3 bis 9, 0 zuordnet, können 999999 verschiedene Artikelnummern erfasst werden.
3) Eine Separationsstrecke S Diese kann sehr klein gehalten und im Extremfall ganz weggelassen werden.
4) m Preisfixierungsstrecken P1 bis P", Jede bestimmte Strecke P bedeutet für den Stück preis eine bestimmte Stelle. Wenn man beispiels weise jeder von 6 Strecken P 10 verschiedene Ton frequenzen entsprechend den 10 Ziffern zuordnet, so können Preise von 0000 Fr<B>01</B> Rp bis 9999 Fr. 99 Rp erfasst werden.
5) Eine Auslaufstrecke A Um die Fehlerquote möglichst tief zu halten, ist es vorteilhaft, die Informationen auf dem Tonträger doppelt aufzubringen und ihn dabei gleichzeitig symmetrisch zu gestalten, wie dies beispielsweise in Fig. 2b dargestellt ist.
Es ist sofort ersichtlich, dass bei einem Tonträger streifen in der Ausführung 2' gemäss Fig. 2b An fang und Ende nicht mehr unterschieden werden können und auch nicht unterschieden werden müs sen. Er kann also ganz beliebig in die Ablese- und Auswerteapparatur eingeführt werden.
Damit die Informationen auf dem Tonträgerstreifen auch ohne apparative Hilfsmittel gelesen werden kön nen, ist es vorteilhaft, mindestens eine Seite mit entspre chenden von Auge lesbaren Ziffern klar zu beschriften. Diese Beschriftung kann mit geeigneter Farbe aufge druckt oder mit kleinen Löchlein eingestanzt werden. Fig. 2c zeigt vergrössert einen entsprechenden Ausschnitt aus einem Tonträgerstreifen.
Die Fertigung von Tonträgerstreifen gemäss den Fi guren 2a bis 2c erfolgt zweckmässigerweise in einer Ma schine mit Schreibmaschinentastatur in ähnlicher Weise wie bei Fernschreibmaschinen die bekannten Loschstreifen gefertigt werden. Dabei wird an Stelle der Lochstanzappa- ratur ein Tonkopf gesetzt, der je nach der von Hand auf der Tastatur zu betätigenden Ziffer mit der entsprechen den Tonfrequenz erregt wird und diese Tonfrequenz an der richtigen Stelle im Tonträg erstreifen einprägt. Von der Tastatur benötigt die Maschine lediglich die Ziffern 1, 2, bis 9 und 0, nicht aber die Buchstaben.
Zweckmässig sind ferner besondere Tasten für die Ein lauf- und evtl. die Auslaufstrecke, sowie für Separationen.
Um die Maschine konstruktiv möglichst einfach zu gestalten, können der eigentliche Tonträgerstreifen und die Beschriftung mit optisch von Auge ablesbaren Zif fern von der Maschine zwar gleichzeitig, aber örtlich getrennt auf je einem eigenen Streifen aus individuell geeignetem Material vorgenommen werden. Die beiden Streifen müssen dann lagerichtig zusammengeklebt wer den, was von Hand oder maschinell erfolgen kann.
Benötigt man also wie oben angegeben beispielsweise für Perserteppiche nur je einen Tonträgerstreifen mit einer bestimmten Artikelnummer und/oder zugehörigem Preis, so sind dessen Herstellkosten nicht sehr viel höher, als die Herstellkosten einer entsprechenden normalen maschinengeschriebenen Etikette.
Braucht man für irgend welche Artikel von der glei chen Sorte mehrere bis beispielsweise ein paar Hundert Exemplare, so können diese nach der erfolgten Herstel lung eines Mutterstreifens maschinell gefertigt werden, wobei die Steuerung der oben beschriebenen Maschine für die Herstellung von Tochterstreifen automatisch durch den genannten Mutterstreifen erfolgt. (In ähnlicher Wei se, wie auf Fernschreibmaschinen mit Lochstanzern Loch streifen vervielfältigt werden können).
Weil auf diese Weise bei der Herstellung von Tochter streifen der Personalaufwand sehr stark reduziert werden kann, wird der Preis der Tonträgerstreifen auch beim Bedarf von mittleren Stückzahlen auf ein tragbares Mass reduziert.
Eine weitere Möglichkeit zur Kennzeichnung von Verkaufs- und/oder Lagergegenständen mit deren Ar tikelnummer und/oder Stückpreis besteht darin, dass man für jeden Artikel ein Papiersäcklein vorsieht, das normal von Auge lesbar mit Artikelnummer und/oder Stückpreis beschriftet ist. In dieses Papiersäcklein wer den eine Anzahl von mit Tonspuren versehene kurze Drahtabschnitte oder Tonbandabschnitte verschiedener Länge gelegt. Dabei wird jeder Stelle der Artikelnummer und des Stückpreises eine bestimmte Länge des Draht abschnittes oder des Tonabschnittes exklusiv zugeordnet. Sieht man ferner für jede Ziffer 1, 2, 3 bis 9, 0 eine spe zifische Tonfrequenz vor, so ist auf diese Weise ohne weiteres eine einfache und eindeutige Kennzeichnung möglich.
Dabei können als Variante zur Stellenkennzeich nung anstatt der verschiedenen Längen den Draht- oder Tonbandabschintten auch eine weitere stellenkennzeich nende Tonfrequenz zugeordnet werden. Also pro Draht- oder Tonbandabschnitt beispielsweise 10 Tonfrequenzen f1, L bis f", für die Ziffern 1, 2 bis 0 und 10 weitere Tonfrequenzen f11 bis f211 für die Stellenkennzeichnung.
Damit die den genannten Draht- oder Tonbandabschnit ten eingeprägten Tonfrequenzen auch ohne spezielle Ab lesegeräte voneinander unterschieden werden können, ist es zweckmässig, dieselben beispielsweise durch verschie dene Farben oder Beschriftungen mit Ziffern zu kenn zeichnen.
Es ist zweckmässig, die Schreib- und Ablesegeschwin- digkeit für Tonträger entsprechend den Figuren la bis 1c und 2a bis 2e, sowie von weiteren möglichen Varianten so zu wählen, dass die einzelnen tonfrequenten Zeichen in den Schreib-, Ablese- und Auswertungsapparaturen die gleiche zeitliche Dauer aufweisen. Ferner ist es zweck- mässig, die Ziffernzuordnung an bestimmte Tonfrequen zen und die Stellenzuordnung für alle Varianten zu nor- malisieren, so dass die Schreib-, Ablese- und Auswerte apparaturen ebenfalls vereinheitlicht und möglichst uni versell verwendbar gemacht werden können.
Es ist ferner anzustreben, die Artikelkennzeichnun gen im ganzen Umschlagsprozess der Ware möglichst frühzeitig anzubringen, so dass sie mehrmals z.B. schon zur Produktionskontrolle im Zwischenhandel oder in Zwischenlagern und im Detailhandel ausgenützt wer den kann.