Bügeleisen Für industrielle und gewerbliche Zwecke oder für den Haushalt sind zahlreiche Konstruktionen von Bügel eisen bekannt, deren Gleitfläche entweder nur aufgeheizt oder bei welchen Dampf, der entweder im Bügeleisen kernkörper durch elektrisches Aufheizen erzeugt oder (namentlich bei Bügeleisen für gewerbliche Zwecke) dem Bügeleisenkernkörper durch eine Schlauchleitung aus einem Boiler oder Druckgefäss zugeführt wird und durch Perforation der Bügeleisengleitfläche auf den zu bügeln den Stoff aufgetragen wird.
Zur Vermeidung einer nachteiligen Beeinflussung des zu bügelnden Stoffes, insbesondere zur Vermeidung von Glanzbildung oder Verbrennungen desselben, muss in der Regel zwischen Bügeleisengleitfläche und dem zu glättenden Stoff ein in der Regel befeuchtetes Bügeltuch auf den zu behandelnden Stoff gelegt werden, über wel ches sodann das Bügeleisen geführt wird.
Häufig wird auch ein zweites Bügeltuch verwendet, wobei dann über das zu behandelnde Werkstück ein trockenes Bügeltuch gelegt wird und darüber das nasse Bügeltuch, damit die durch das Bügeln verdampfende Wassermenge durch das trockene Bügeltuch auf das Werkstück gelangt. In allen Fällen ist zunächst das Auflegen des oder der Bügel tücher umständlich, wobei ausserdem nach dem Beginn der Bügelarbeit das oder die Bügeltücher vom Stoff wieder abgehoben werden müssen, um zu beurteilen, ob schädliche Einwirkungen durch den Bügelvorgang auf dem Stoff entstanden sind. Nach dieser Kontrolle muss das Bügeltuch wieder auf den Stoff aufgelegt wer den, um den Bügelvorgang zu vollenden.
Diese Manipu lationen sind daher zeitraubend und erschweren den Fortgang der Bügelarbeit.
Zur Vermeidung dieser Manipulationen wurde be reits vorgeschlagen, einen Bügeltuchstreifen auf einer unter Federwirkung stehenden Rolle am Bügeleisen auf- rollbar anzubringen, von welchem der Bügeltuchstreifen jeweils unter Überwindung der Federkraft unter die Gleitfläche des Eisens von Hand aus gezogen wird, wo bei das Bügeltuch auf dem Weg zwischen Rolle und Gleitfläche durch eine Befeuchtungsvorrichtung ange feuchtet wird.
Diese bekannte Einrichtung hat zwar den Vorteil, dass der Bügeltuchstreifen dauernd mit einem seiner Enden mit dem Bügeleisen verbunden ist, jedoch den Nachteil, dass er unter der Gleitfläche nur einseitig gegen die Federrolle zu spannbar ist, während das freie Ende hinter dem Eisen ohne Spannung frei hängt, d. h. dass das Bügeltuch nicht in beiden Bewegungsrichtungen unter Dauerspannung unter der Gleitfläche des Bügel eisens geführt wird.
Dies hat zur Folge, dass bei einer möglichen Winkelverstellung des Bügeleisens zur beab sichtigten und durch die Längsachse des Bügeltuches vorgegebenen Richtung eine Störung des Bügelvorganges eintritt, da das Bügeleisen vom Bügeltuch abgleiten kann, wodurch die Gefahr einer Verbrennung des Werkstoffes entsteht.
Erfindungsgemäss werden diese Nachteile dadurch beseitigt, dass ein, beziehungsweise mehrere übereinan der liegende, im Bügeleisenkörper um die Gleitfläche verschiebbar gelagerte, endlose Bügeltücher angeordnet werden.
In der einfachsten Konstruktion kann hierbei die Führungsbahn für die Verschiebung des oder der end losen Bügeltücher durch eine glatte, an den Ecken ab gerundete Aussenmantelfläche eines der Befeuchtung dienenden Hohlraumes im Kernkörper des Bügeleisens gebildet sein.
Das oder die endlosen Bügeltücher können aber auch über Umlenk- und Spannrollen im Bügeleisenkörper ge führt werden. Weitere Ausbildungsvariationen des Bügel eisens sind der nachfolgenden Beschreibung und Zeich nung zu entnehmen.
Auf der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes dargestellt, und zwar zeigt Fig. 1 ein Bügeleisen im Aufrisslängsschnitt und Fig. 2 im Grundrissschnitt nach der Linie A-B der Fig. 1. In Fig.3 ist ein Aufrisslängsschnitt einer abgeänderten Ausführungsform dargestellt.
Nach dem Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 1 und 2 besteht das Bügeleisen aus einem Aussenmantel 1, auf welchem der Handgriff 2 befestigt ist. Im Inneren des Mantels 1 ist der Kernkörper 3 des Bügeleisens unter gebracht, mit welchem der Mantel 1 etwa durch Schar niergelenke 4 und Schrauben 5 ausschwenkbar verbun den ist. Im Kernkörper 3 ist ein Hohlraum 3a vorge sehen, dessen untere Fläche 10 die heisse Gleitfläche des Bügeleisens bildet. Der Hohlraum 3a ist bei Bügeleisen für industrielle oder gewerbliche Zwecke entweder mit einem Anschlussrohr 6 für die Dampf- bzw.
Wasser zuführung versehen oder enthält für Haushaltbügeleisen eine elektrische Heizwendel 8, deren Stromzuführung durch einen Steckkontakt 7 erfolgt. Für den Durchtritt des Dampfes aus dem Hohlraum 3a durch die Gleit fläche 10 sind in bekannter Weise Durchtrittslöcher 9 vorgesehen.
Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind im Kern körper 3 zwei untere Umlenkrollen 12 und zwei obere Umlenkrollen 14 vorgesehen, um welche ein endloser Bügeltuchstreifen 18 umläuft.
Zur Veränderung des Abstandes zwischen der Gleit fläche 10 des Bügeleisens und des jeweiligen unteren Tru- mes des endlosen Bügeltuchstreifens 18 sind die beiden unteren Umlenkrollen 12 an Spreizhebeln 11 aasgelenkt, die um die Drehachsen 16 verschwenkbar sind und durch eine Zugfeder 15 miteinander in Verbindung stehen:
Die Zugkraft der Zugfeder 15 ist hierbei so be messen, dass im drucklosen Ruhezustand des Bügeleisens die beiden Spreizhebel 11 in die in Fig. 1 dargestellte Lage zusammengezogen werden, bis ein Anschlagstift 19 an die Wandung des Hohlraumes 3a anschlägt. In dieser Stellung verbleibt ein Abstand a zwischen der Gleitfläche 10 des Bügeleisens und dem unteren Trum des Bügel tuches 18.
Wird jedoch durch Handdruck im Sinne des Pfeiles p1 der Bügeldruck auf das Eisen bei der Bügel arbeit ausgeübt, wird die Feder 15 gespannt und wer den die beiden Spreizhebel 11 solange auseinanderge- drückt, bis die heisse Gleitfläche 10 auf dem unteren Trum des Bügeltuches 18 satt aufliegt.
Die beiden oberen Umlenkrollen 14 sind etwa auf Stiften 13 aasgelenkt, die im Kernkörper 3 durch ein stellbare Druckfedern 17 nach aussen gedrückt werden, um den endlosen Bügeltuchstreifen 18 unabhängig von seiner Ausdehnung dauernd gespannt zu erhalten.
Die Wirkungsweise der beschriebenen Einrichtung ist fol gende: Die in beliebiger Weise mit Dampf oder mit Feuch tigkeit versehene Bügeleisengleitfläche 10 wird durch Druck auf den Handgriff 2 im Sinne des Pfeiles p1 nie dergedrückt und kommt dadurch auf das untere Trum des endlosen Bügeltuchstreifens 18 zur Auflage.
Bei der hin- und hergehenden Bügeleisenbewegung während des Bügelvorganges im Sinne des Pfeiles p2 gleitet hierbei die Gleitfläche 10 über der inneren Fläche des endlosen Bügeltuchstreifens 18, wobei letzterer um die vier Um lenkrollen 12, 14 einmal im Uhrzeigersinn, das andere Mal im Gegenuhrzeigersinn um diese vier Umlenkrollen umläuft. Da das Bügeltuch 18 bereits im Bügeleisen angebracht ist,
ist daher einerseits die Auflage eines be sonderen Bügeltuches auf das Werkstück überflüssig und andererseits kann die Wirkung des Bügeleffektes auf das Werkstück sofort beobachtet werden, ohne wie sonst üblich, das Bügeltuch vom Werkstück erst abnehmen zu müssen. Gemäss Fig. 3 ist eine zweite Ausführungsform des Bügeleisens dargestellt, bei welcher einerseits zwei Bü- geltuchstreifen 18, 18a verwendet werden und anderer seits die Befeuchtung des Bügeltuches abgeändert ist.
Das innere, befeuchtete Bügeltuch 18 wird durch Press- rollen 21 über einen besonderen Befeuchter 20 geführt, während das äussere, trocken bleibende Bügeltuch 18a über dem Befeuchter geführt wird.
Als Befeuchter 20 kann entweder ein von Hand aus zu nässender Schwamm, eine Rolle oder dergleichen, oder aber Düsen verwendet werden, denen unter Druck Wasser oder Dampf zugeführt werden und die von unten das Bügel tuch 18 befeuchten.
Über den befeuchteten, endlosen Bügeltuchstreifen 18 läuft sodann ein trockener Bügel tuchstreifen 18a um die vier Rollen 12, 14, so dass am Werkstück zunächst das trockene Trum des endlosen Bügeltuches 18a und darauf das befeuchtete Trum des Bügeltuchstreifens 18 aufliegt, über welchen sodann die heisse Gleitfläche 10 bei der Bügelarbeit zu liegen kommt.
Die in den beiden Ausführungsbeispielen be schriebenen Konstruktionen des Bügeleisens können na- turgemäss mannigfach verändert werden.
So können die beschriebenen Rollen 12, 14 entfallen und das endlose Bügeltuch 18 über eine glatte, an den Ecken abgerun dete Führungsbahn an Aussenmantelflächen des Hohl raumes 3a ohne Rollen geführt werden, da die Reibungs haftung zwischen Bügeltuch 18 und Werkstück so gross ist, dass die Gleitfläche 10 auch ohne besondere Rollen führung des Bügeltuches auf dessen innerer Fläche wei tergeführt werden kann. Bei solcher Führungsbahn kön nen mit den Umlenkrollen 12, 14 auch die Spannfedern 17 entfallen und das Bügeltuch als endlose Schleife um den Hohlraum 3a gewickelt werden,
wodurch Dimension und Erzeugungspreis des Bügeleisens wesentlich redu ziert werden. Das Bügeltuch wird in allen Fällen nach Lösung der Schrauben 5 und Aufklappen des Aussen mantels 1 um die Scharniere 4 entweder um die vier Rollen 12, 14 oder um den Hohlraum 3a von der Längs seite des Eisens her zweckmässigerweise mit Vordeh nung gewickelt, doch ist eine besondere Spannung des Bügeltuches nicht erforderlich, da es nach der Aufwick lung auch in lockerem Zustand nach keiner Richtung mehr ausweichen kann.