Tauch- und Trockenvorrichtung für Bestandteile eines Schuhes, insbesondere für Schuhabsätze Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Eintauchen von Bestandteilen eines Schuhes, z.B. Schuh absätzen, in ein Flüssigkeitsbad wie Farbe, Klebstoff und dergleichen mit der es möglich ist, die Bestandteile auch zu trocknen.
Vorrichtungen zum Eintauchen von Schuhwerkstük- ken in ein Flüssigkeits- beispielsweise ein Klebstoffbad bei der Schuhherstellung sind bekannt. Vielfach ist diesen, um die im Tauchverfahren mit Klebstoff versehe- nen Werkstücke rascher trocknen und der Weiterverar beitung zuführen zu können, eine gesonderte Trocken vorrichtung zugeordnet. Üblicherweise ist dies ein beheiz ter kasten- oder tunnelförmiger Raum, in den die zu trocknenden Werkstücke nach dem Tauchen eingebracht oder mittels eines Förderers durchgeführt werden.
Abge sehen von dem Platzaufwand, den eine solche zusätzliche Anordnung benötigt, müssen die Werkstücke zum Trock nen erst von der Tauch- in die Trockenvorrichtung gebracht werden, was von Hand aus mehr Zeit- und Arbeitsaufwand bedingt und andererseits maschinell, z.B. durch eine entsprechende Fördereinrichtung vorgenom men, demgemässe Arbeitsmittel erfordert.
Darüberhinaus ist für alle diese bekannten, mit Wärmeeinwirkung arbeitenden Trockenverfahren die hierbei erforderliche Trockenzeit für die aufgebrachte Klebstoffschicht und dergleichen nicht mehr zu verkürzen, so dass der weitere zeitliche Arbeitsablauf bei der Fliessbandfertigung zum wesentlichen Teil von diesen Trockenzeiten abhängt und demgemäss darauf eingestellt werden muss.
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu schaffen, mit der ohne räumliche Einbus se und damit verbundenem Mehraufwand an Kosten und Material eine Vielzahl von Werkstücken, z.B. Schuhab sätze, in ein Flüssigkeitsbad getaucht und unter Verwen dung der im wesentlichen gleichen maschinellen An triebsmittel die getauchten Werkstücke zur sofortigen Weiterverarbeitung auch gleich getrocknet werden kön- nen, ohne dass sie dazu von der Tauch- in eine besondere Trockenvorrichtung verlagert werden müssten.
Nach der Erfindung ist dies durch eine kombinierte Tauch- und Trockenvorrichtung für Schuhbestandteile insbesondere für Schuhabsätze möglich, die durch einen nach oben hin offenen Behälter mit einer mittig in diesem angeordneten, drehbaren Achse, die wenigstens eine Halterung zum abnehmbaren Befestigen eines Behältnis ses mit durchbrochenen Wandungen aufweist, gekenn zeichnet ist.
Die Achse kann entweder im Behälterboden stehend, durch diesen zu ihren Antriebsmitteln hindurchgeführt oder in einem dafür vorgesehenen Behälterüberbau hän gend mit ihren Antriebsmitteln verbunden, drehbar gela gert sein. In beiden Fällen ist die Länge der jeweiligen Achse und somit die Lage des freien Endes, der Achse, das vorzugsweise als Halterung für ein Behältnis dient, so gewählt, dass ein daran befestigtes Behältnis in einem mit einem Flüssigkeitsbad gefüllten Behälter über dem Flüs sigkeitsspiegel hängt.
Das Behältnis kann vorzugsweise ein Metall- oder Drahtkorb sein, und wird im folgenden kurz mit Korb bezeichnet. Bei stehender Achse ist der Korb so ausgebil det, dass er koaxial auf die Achse geschoben und vorteilhaft an ihrem freien Ende befestigt, andererseits jedoch von der Halterung gelöst und auf der Achse nach unten hin, dem Tauchbad zu verschoben werden kann. Bei hängender, also im Behälterüberbau gelagerter Achse ist lediglich Vorsorge zu treffen, dass der Korb mit der Achse lösbar verbunden werden kann.
Mit Hilfe der beschriebenen kombinierten Vorrich tung werden in einem Korb eingebrachte Werkstücke in ein Flüssigkeitsbad getaucht, aus diesem herausgehoben und anschliessend zentrifugiert.
Nach einer anderen Ausführungsform ist die Achse relativ zum Behälter dreh- und zugleich auch axial verschiebbar, so dass der mit der Achse verbundene Korb allein durch die relative Verschiebung in das Tauchbad eingetaucht und anschliessend zum Zentrifu gieren aus diesem wieder herausgehoben wird. Hierbei kann durch geeignete Getriebe- und Kupplungsmittel der Korb auch während des Eintauchens in das Flüssigkeits bad eine geringe Drehung beibehalten, so dass letzteres stets durchgerührt wird.
Es ist natürlich auch denkbar, die Achse jeweils feststehend anzuordnen und relativ dazu den Behälter mit der Tauchflüssigkeit bzw. dem Flüssigkeitsbad zu bewegen.
Alternativ wird weiter vorgeschlagen, die Wand des Behälters so hoch zu machen, dass die von den Werk stücken abzentrifugierte Flüssigkeit und dergleichen von ihr aufgefangen und dem Tauchbad wieder zugeführt wird oder anstelle dieses hochgezogenen Wandteils konzentrisch um und über den Behälterrand hinausra gend angeordnet eine zylinderische Prallwand vorzuse hen. Im letzterwähnten Fall fliesst das abgeschleuderte Material nicht mehr in das Tauchbad zurück, sondern wird ausserhalb dieses in einer dafür vorgesehenen Rinne und dergleichen aufgefangen.
Zum besseren Ablaufen des von den Werkstücken abgeschleuderten Materials, z.B. Klebstoff, ist die Innenfläche der Prallwand vorteil haft mit im wesentlich schraubenförmig verlaufenden Riffelungen versehen, wobei die Ablaufwirkung durch zusätzliches Drehen der Prallwand noch wesentlich er höht werden kann.
Zweckmässig sind die das abzentrifugierte Material abfangenden Wandteile, und zwar sowohl der entspre chende Wandteil des Behälters als auch die Prallwand nach innen geneigt, derart, dass sich ihr zylinderischer Querschnitt allseitig nach obenhin etwas verjüngt.
Bei entsprechender Wahl und Anordnung von Kupp- lungs- und Getriebemittel können die Achse und die Prallwand vom gleichen Antriebsmotor betätigt wer den.
Die Vorrichtung kann bei stehender Achse aus einem lediglich den Behälter und Antriebsmotor aufnehmenden Teil bestehen, während bei hängender Achse ein Behäl terüberbau als tragender Teil für Achse und Antriebsmit tel erforderlich ist. Hierbei sind an geeigneten Stellen des Gehäuses Absaugöffnungen zum Absaugen von nicht auf die vorgesehene Wand auftreffenden abzentrifugierten Materials vorgesehen. Zweckmässig ist dafür auch eine Vorrichtung mit stehender Achse mit einem Überbau, in dem wenigstens eine Absaugeinrichtung untergebracht ist, zu versehen.
Die Erfindung ist anhand der Zeichnung, in der mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt sind, näher veranschaulicht.
Es zeigen: - Fig. 1 eine Vorrichtung zum Tauchen und Trocknen von Werkstücken, mit stehender Welle, in schematischer Darstellung im Schnitt, Fig. 2 eine Vorrichtung gemäss Fig. 1 mit hängender Welle, Fig. 3 eine Vorrichtung gemäss Fig. 2 mit Prallwand und Fig. 4 eine Vorrichtung mit stehender Welle und mit Gehäuseüberbau in schaubildlicher Darstellung.
In Fig. 1 ist 1 ein nach obenhin offener Behälter, in dem axial dazu eine Achse 2 angeordnet ist. Die Achse 2 ist durch den Behälterboden 3 hindurchgeführt und in diesem in einem Bodenlager 4 drehbar gelagert. Das durch den Boden hindurchgeführte Ende ist mit einem Antriebsmotor 5 gekuppelt. Das obere, freie Ende der Achse weist einen radialen, die Achse in der mitte spaltenden Einschnitt 6 zur Halterung eines Haltesteges 7- eines Korbes 8 auf.
Der axial auf die Achse 2 aufgescho bene Korb 8 ist ringförmig ausgebildet und besteht aus einer äusseren Ringwand 9, einem Boden 10 und einer von diesem röhrenförmig aufsteigenden inneren Ring wand 11, deren Durchmesser so gross ist, dass sie röhrenförmig die Achse umschliessend auf dieser axial verschoben werden kann. Das obere, offene Ende der inneren Ringwand des Korbes ist mit dem Haltesteg 7 überbrückt. An der äusseren Ringwand des Korbes ist eine Trage 12 angelenkt.
Die Fig. 2 zeigt eine Vorrichtung gemäss Fig. 1 mit einer axial zum Behälter 2 angeordnet hängenden Achse 13, die in einem Behälterüberbau 14 drehbar gelagert ist. Letzterer ist mit einem Behälterstandteil 15 über eine den Behälteraufbau 14 tragenden halbzylinderförmigen Wand 16, die den Behälter 2 halbkreisförmig umschliesst, verbunden. Das untere, freie Ende der Achse 13 weist einen traggriffähnlichen, schräg nach obenhin verlaufen den Einschnitt 17 zum Einhängen eines Tragkorbgriffes 18 eines Korbes 19 auf.
In der Wand 16 sind Absaugöffnungen 20 vorgese hen,- die durch hier nicht sichtbare Absaugschächte mit einer gemeinsamen, in der Zeichnung ebenfalls nicht dargestellten, Absaugvorrichtung verbunden sind.
Der Behälter 1 vereinigt in sich den Tauch- und den Trockenteil, wobei ersterer aus einem Flüssigkeitsbad 21 und letzterer aus einem über dieses hochgezogenen Wandteil 22 besteht. Hierbei sind beide Teile relativ zum Korb 10 bzw.19 so bemessen, dass die darin untergebrach ten Werkstücke einwandfrei getaucht und aus dem Flüs sigkeitsbad herausgehoben, der Korb von den hochgezo genen Wandteilen 22 noch völlig umschlossen wird. Der Wandteil 22 ist hier nach innen geneigt.
In der Fig.3 ist eine Vorrichtung mit hängender Welle und einem räumlich wohl einheitlichen, baulich jedoch jeweils getrennten Tauch- und Trockenteil darge stellt. Diese Vorrichtung besteht aus einem Behälter 23 als Tauchteil und einer darüber vorgesehenen, die oberen Randteile des Behälters allseitig umschliessenden, zylin- derischen Prallwand 24, als der für die Trocknung der Werkstücke vorgesehene Teil.
Die Prallwand ist oben und unten offen und hat ihren unteren Rand 25 einfas send eine Rinne 26 vorgesehen. Ihre Innenfläche ist mit schraubenförmigen Riffelungen 27 versehen. In der Fig. 3, in der- der Überbau 14 nicht gezeigt ist, weist die Vorrichtung neben der eigentlichen Achse 13, eine ebenfalls im Behälterüberbau drehbar gelagerte Hohlwel le 28 auf, die als Antriebswelle für die Prallwand mit dieser konzentrisch verbunden ist. Axial in dieser Hohl welle ist die Achse 13 untergebracht.
Die Prallwand ist nach innen geneigt, so dass sie sich in ihrer Zylinderform allseitig nach obenhin verjüngt. Der Behälter 23, der mit einem Flüssigkeitsbad 29 gefüllt ist, hat an seiner äusse- ren Bodenfläche ein Hebelgestänge 30 angelenkt, mit dem er in Pfeilrichtung gehoben und gesenkt werden kann.
Schliesslich zeigt die Fig. 4 eine schaubildliche Dar stellung einer Vorrichtung mit stehender Welle mit einem Behälterüberbau 31 in dem eine nach obenhin absaugen de Absaugvorrichtung 32 untergebracht ist. Eine halbzy- linderförmige Wand 33, die den Überbau trägt, ist mit einem Behälter 34, der zugleich ein Gehäusebestandteil ist, verbunden. In dem den Behälter tragenden Standteil 35, der übrigens auch noch aus einer Bodenfläche 36 und Stützen 37 besteht, ist ein Antriebsmotor für die Achse 38 untergebracht. Als Ablauf für ein Flüssigkeitsbad dient ein Hahn 39.
Zum Verschliessen der Vorrichtung ist eine entsprechend ausgebildete, halbzylinderische Schiebewand 40 vorgesehen, die mittels eines Handgriffes 41 verschiebbar ist.
Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende: Der mit Werkstücken zum Teil gefüllte Korb wird mittels des Traggriffes in das Flüssigkeitsbad eingetaucht. Bei der Vorrichtung gemäss Fig. 1 geschieht das durch axiales Verschieben des röhrenförmigen Ringwandteiles auf der Achse 2. Zu diesem Zweck sind entweder der Einschnitt 6 oder der Haltesteg 7 oder beide Teile zusammen entsprechend ausgebildet. So kann entweder der Haltesteg ausschwenkbar befestigt sein oder der Einschnitt ist etwas aussermittig verschoben, um zu ermöglichen, dass Haltesteg und Einschnitt wahlweise zusammenwirken können oder nicht.
Bei der Vorrichtung nach Fig. 2 wird der Korb mittels des Traggriffes einfach in das Flüssigkeitsbad eingetaucht, und zwar von Hand aus. Darauf wird der Korb mit dem dafür vorgesehenen Mittel 7 bzw. 18 in der diesem jeweilig zugeordneten Achshalterung 6 bzw.
17 eingehängt und die Achse sodann in Drehung versetzt. Durch die auf Korb und Werkstücke dabei wirkende Zentrifugalkraft wird vom Korb und den darin befindlichen Werkstücken - von letzteren durch die durchbrochene Wand hindurch-einer- seits überflüssiges, vom Flüssigkeitsbad aufgenommenes Material auf den hochgezogenen Behälterwandteil 22 geschleudert und andererseits werden die sich drehenden Teile sehr rasch abtrockenen. Da der überflüssige Auf trag z.B. Klebstoff von den Wandteilen 22 wieder in das Flüssigkeitsbad zurückfliesst,
wird ganz erheblich Kleb stoff gespart und ausserdem trocknet die bis auf den Sollwert abzentrifugierte Tauchstelle am Werkstück un vergleichlich schneller als eine nach dem üblichen Tauch verfahren bzw. Trocknen belassene.
In gleicher Weise arbeitet die Vorrichtung gemäss der Fig. 3, nur ist hierbei der Behälter 23, um den Korb 19 einerseits auf der Achse 13 aufhängenden und anderer seits in das Flüssigkeitsbad 29 eintauchen zu können, heb- und senkbar.
Diese Vorrichtung ist insbesondere für alle die Fälle vorgesehen, bei denen abzentrifugiertes Material nicht mehr mit dem ursprünglichen Flüssigkeitsbad vermischt werden soll oder aber einer vorhergehenden Reinigung und dergleichen bedarf.