Drehhemmeinrichtung, insbesondere für Rollschuhe Die Erfindung betrifft eine Drehhemmeinrichtung an einem in einem Lagerkörper drehbar gelagerten Rad, insbesondere für Rollschuhe, mit einer Rücklaufsperre zur Blockierung des Rades in einer Drehrichtung. Bei bekannten, mit Rücklaufsperre versehenen Rollschuhen rattert die Rücklaufsperre bei Vorwärtsfahrt. Dies ist dadurch bedingt, dass die Rücklaufsperre im Prinzip als Klinkengesperre ausgebildet ist, deren Sperrorgan über die Sperrzähne rattert.
Der Lärm macht sich hiebei besonders unangenehm bemerkbar, wenn mehrere Roll schuhläufer gleichzeitg fahren, wie dies z.B. bei Roll schuhbahnen der Fall ist. Dieser Nachteil kann jedoch vermieden werden, wenn gemäss der Erfindung die Rück laufsperre einen mit dem Rad umlaufenden Zylinder enthält, an dessen Mantelfläche ein schwenkbar im Lagerkörper gelagerter Klemmschuh, unter dem Einfluss einer Feder, zur Anlage bringbar ist.
Dadurch, dass der Klemmschuh vorteilhafterweise bloss durch Reibungs- schluss, also kraftschlüssig den Rücklauf sperrt, nicht jedoch formschlüssig, wie dies bei Klinkengesperren üblich ist, entsteht bei Vorwärtsfahrt keinerlei Lärm. Die Rücklaufsperre arbeitet somit geräuschlos.
Weiters kön nen in die Mantelfläche des Klemmzylinders Aussparun Qen eingebracht sein, in die eine schwenkbar im Lager körper gelagerte, die Drehung des Rades in beiden Drehrichtungen hindernde Sperrklinke einschwenkbar ist, die gegen mindestens ein bewegliches, jedoch arretierba- res Widerlager abstützbar ist.
Um den Anwendungsbereich derartiger Rollschuhe zu erweitern und sie z.B. beim Begehen von Treppen, insbesondere beim Abwärtsgehen, nicht ablegen zu müs sen, ist eine Sperrklinke vorgesehen, die in Ausnehmun- gen des Klemmzylinders 4 einschwenkbar ist und zwar zu dem Zeitpunkt, zu dem es der Rollschuhläufer wünscht. Im Betrieb ist die Sperrklinke gegen mindestens ein Widerlager abgestützt.
Um derart ausgebildete Rollschuhe auch für Kunst lauf verwenden zu können und damit einen für alle Zwecke geeigneten Rollschuh zu schaffen, ist gemäss einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung der Klemm- Schuh mittels eines bevorzugt schwenkbar im Lagerkör per gelagerten Abhebers im Abstand von der Mantelflä che des Klemmzylinders festhaltbar. Hiedurch ist es möglich, die Wirkung der Rücklaufsperre auszuschalten, so dass das Rad in beiden Drehrichtungen bewegbar ist.
Die Erfindung wird nachstehend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles näher er läutert.
Es zeigt Fig. 1 einen Längsschnitt durch die erfin- dungsgemässe Einrichtung und Fig. 2 einen Schnitt ent lang der Linie II-II in Fig. 1.
In der Zeichnung ist mit 1 ein Lagerkörper bezeich net, in welchem eine Achse 16 drehbar gelagert ist, auf der zwei Räder 2 drehfest angeordnet sind. Die dreh schlüssige Verbindung zwischen den Rädern 2 und der Achse 16 kann hiebei z.B. durch einen Stift 17 erreicht werden, der durch die Nabe des Rades 2 und die Achse 16 hindurchgesteckt ist. In einer Drehrichtung (im darge stellten Ausführungsbeispiel entgegen dem Drehsinn des Uhrzeigers) kann die Drehung des Rades 2 mittels einer als Ganzes mit 3 bezeichneten Rücklaufsperre blockiert werden.
Die Rücklaufsperre besteht aus einem drehfest mit der Achse 16 verbundenen Zylinder 4, an dessen Mantelfläche 5 ein schwenkbar im Lagerkörper 1 gela gerter Klemmschuh 6 zur Anlage bringbar ist. Der Klemmschuh 6 steht hiebei unter dem Einfluss einer Feder 7, die als Blattfeder ausgebildet sein kann und trachtet, den Klemmschuh 6 in Berührung mit der Mantelfläche 5 des Klemmzylinders 4 zu halten. Die Feder 7 ist hiebei an einem im Lagerkörper 1 fixierten Bolzen 18 abgestützt.
Die Mantelfläche 5 weist mehrere über den Umfang verteilte Aussparungen 8 auf, die in einer Ebene liegen, die im Abstand von der Berührungsebene zwischen der Mantelfläche 5 und dem Klemmschuh 6 verläuft, so dass der Klemmschuh an einem nicht unterbrochenen Streifen der Mantelfläche 5 schleift.
Der Klemmschuh 6 kann durch einen, z.B. mittels eines Steckschlüssels betätigbaren Abheber 10 in einer Stellung festgehalten werden, in welcher keine Berührung zwischen dem Klemmschuh 6 und der Mantelfläche 5 des Klemmzylinders stattfindet. In dieser Lage können dann die Räder 2 in beiden Drehrichtungen bewegt werden.
Der Abheber 10 ist als T-förmiger Hebel ausgebildet, wobei der Steg 11 des T-Hebels die Schwenkachse bildet und an dem einen Ende 12 des Flansches des T-Hebels der Klemmschuh 6 abgestützt ist, während das zweite Ende 13 des Flansches des T-Hebels ein Widerlager für die Sperrklinke bildet.
Wird somit der Abheber 10 in dem dargestellten Ausführungsbeispiel von der einge zeichneten Lage ausgehend entgegen dem Uhrzeigerdreh- sinn bewegt, so wird der Klemmschuh 6 von der Mantelfläche 5 des Klemmzylinders 4 abgehoben, wäh rend gleichzeitig die Sperrklinke 9 weiter vom Klemmzy linder 4 wegbewegt wird. Die Schwenkbewegung des Abhebers 10 entgegen dem Drehsinn des Uhrzeigers ist jedoch beschränkt, da der Klemmschuh 6 mit einer Fläche 19 an der Innenseite 20 des einen Topf bildenden Klemmzylinders 4 zur Anlage kommt.
Der Klemmschuh 6 ist hiebei als einarmiger Hebel ausgebildet, der an dem vom Schwenklager abliegenden Ende einen Einschnitt aufweist, in welchen die aufragende Wand des als Topf ausgebildeten Klemmzylinders 4 eingreift.
Wird der Abheber 10 aus der in Fig. 1 eingezeichne ten Stellung im Sinne des Uhrzeigers verschwenkt, so wird die Berührung zwischen der Sperrklinke 9 und dem Ende 13 des Flansches des T-Hebels aufgehoben und der Sperriegel kann sich in Richtung auf die Aussparungen 8 des Klemmzylinders 4 bewegen, sofern er an dieser Bewegung nicht durch ein zweites Widerlager 15 gehin dert wird, das an einer verschiebbar im Lagerkörper 1 gelagerten Platine 14 vorgesehen ist.
Wird jedoch die Platine durch den Rollschuhläufer unter Überwindung des Reibungsschlusses zwischen dem Lagerkörper 1 und der in einem Schlitz des Lagerkörpers 1 geführten Platine 14, im Sinne des Pfeiles P in Fig. 1 verschoben, dann kommt der Sperrzahn 24 in Eingriff mit den Ausneh- mungen 8 des Meemrnzylinders 5 und blockiert die Drehung der Räder 2 in beiden Drehrichtungen.
Die Sperrklinke 9 steht unter dem Einfluss einer Feder 21, die trachtet, die Sperrklinke 9 um ihr ortsfest im Lagerkörper 1 gelagertes Schwenklager 22 gegen den Sperrzylinder 4 zu verschwenken. Die Feder 21 ist hiebei mit einem ihrer Enden an einem ortsfesten Widerlager 23 an dem Lagerkörper 1 abgestützt und liegt mit ihrem zweiten Ende am Ende der Sperrklinke 9 an.
Die Platine 14 kann zusätzlich zum Reibungsschluss oder anstatt des Reibungsschlusses auch durch eine Rasteinrichtung festgehalten werden, deren Rastbolzen- oder Rastkugel jeweils in eine von zwei im Abstand, bevorzugt an der dem Rad 2 zugewandten Unterseite der Platine 14 angeordnete, Ausnehmungen eingreift.