CH463649A - Wolframelektrode zum Lichtbogenschweissen unter Schutzgas und Verfahren zu ihrer Herstellung - Google Patents
Wolframelektrode zum Lichtbogenschweissen unter Schutzgas und Verfahren zu ihrer HerstellungInfo
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Description
Wolframelektrode zum Lichtbogenschweissen unter Schutzgas und Verfahren zu ihrer Herstellung Die Erfindung betrifft eine Wolframelektrode zum Lichtbogenschweissen unter Schutzgas mit einem Zu satz von gegenüber dem Wolfram elektronegativeren Stoffen, sowie ein Verfahren zu deren Herstellung.
Es sind nichtabschmelzende Elektroden für das elektrische Schutzgasschweissen bekannt, die aus Wolf ram als Grundwerkstoff und verhältnismässig kleinen Zusätzen von im Vergleich zu Wolfram elektropositi veren Stoffen bestehen. Diese Zusätze bewirken eine Verbesserung der Zündeigenschaften der Elektrode, eine Stabilisierung des Lichtbogens, der bei reinen Wolframelektroden dazu neigt, auf der Elektroden spitze zu wandern, und eine Herabsetzung der Tempe ratur der Elektrodenspitze bei gleicher Schweissstrom- stärke. Diese elektropositiveren Stoffe werden dem Grundwerkstoff Wolfram meist in Form von Oxyden in Konzentrationen bis ungefähr 3 % gleichmässig bei gemischt.
Als besonders günstiges Material hat sich Thorium oxyd erwiesen. Mit solchen thorierten Wolframelektro den konnten die Lichtbogenschweissverfahren mit nichtabschmelzender Elektrode und unter Schutzgas verbessert werden. In jüngster Zeit hat es sich jedoch herausgestellt, dass diese Vorteile mit einem erheb lichen Nachteil verknüpft sind, der auf der Gefährlich keit der natürlichen Radioaktivität des Thoriums be ruht.
Die Zusätze von Thorium, das mit einer Halb wertszeit von etwas über 101 Jahren zwar ein ver- hältnismässig schwacher, jedoch im Hinblick auf die scharfen Strahlenschutzbestimmungen nicht zu ver nachlässigender radioaktiver Strahler ist, bilden dem nach eine Gefahr für diejenigen, die mit solchen Elek troden regelmässig umgehen und - da auch kleine Mengen des Elektrodenwerkstoffes in die Schweisse gelangen - auch für solche Personen, die über längere Zeiträume mit geschweissten Gegenständen in Berüh rung kommen. Bei dem zuletzt genannten Personen kreis kommt hinzu, dass dieser im allgemeinen vom Vorhandensein der Radioaktivität keine Kenntnis hat und demzufolge auch keine Schutzmassnahmen treffen wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine durch Zugabe von gegenüber dem Wolfram elektrone- gativeren Stoffen, die keine natürliche Radioaktivität besitzen, verbesserte Wolframelektrode zu entwickeln, die in schweisstechnischer Hinsicht mindestens ebenso vorteilhaft wie eine thorierte Wolframelektrode ist.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass der Elek trodenwerkstoff 0,1 bis 2,5 % Lanthanoxyd enthält. Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Her stellung der Elektrode, das dadurch gekennzeichnet ist, dass man das Lanthanoxyd in Pulverform mit Wolf rammetallpulver oder Wolframsäureanhydrid ver mischt, diese Pulvermischung anschliessend presst, dann sintert, wobei im Falle der Verwendung des An hydrids dieses zum Wolfram reduziert wird, und den Sinterkörper zu Elektroden verarbeitet.
Die erfindungsgemässen Schweisselektroden besit zen überraschenderweise hervorragende Schweisseigen- schaften, die teilweise noch diejenigen der thorierten Wolframelektroden übertreffen. Besonders hervorzuhe ben ist zunächst eine Verbesserung der Zündfähigkeit, die besonders beim Schweissen mit Wechselstrom, bei dem ein Wiederzünden des Lichtbogens bei Beginn jeder Halbperiode erforderlich ist, von grosser Bedeu tung ist. Hierbei kann der Wechselstromlichtbogen auch bei einer verhältnismässig niederen Spannung sicher aufrechterhalten werden. Ausserdem wird die Brennzeit des Lichtbogens in derjenigen Halbperiode, in der die Elektrode Kathode ist, nicht unwesentlich erhöht.
Im Vergleich zu reinen Wolframelektroden weisen die erfindungsgemässen Elektroden bei gleichen Ab messungen ebenso wie die bekannten thorierten Elek troden eine höhere Belastbarkeit auf. Wird dieser Vor teil im umgekehrten Sinne ausgenützt, so können, im Vergleich mit reinen Wolframelektroden, bei gleicher Stromstärke dünnere Elektroden verwendet und dem zufolge Schweissnähte geringerer Breite hergestellt wer- den. Schmale Schweissnähte setzen wiederum den Ver zug des geschweissten Werkstückes herab.
Weiterhin zeigen die erfindungsgemässen Elektro den infolge der verhältnismässig niedrigen Temperatur der Elektrodenspitze beim Schweissen eine geringe Abnutzung, die zur Folge hat, dass die Notwendigkeit einer häufigen Anschärfung der Elektrodenspitze oder des Ersatzes verbrauchter Elektroden herabgesetzt wird. Darüberhinaus wird hierdurch auch der Über gang von Wolfram in die Schmelze verringert und damit der Wolframgehalt des Werkstückes im Bereich der Schweissnaht verkleinert.
Bei den erfindungsgemässen Elektroden ist der Landthanoxydzusatz zweckmässigerweise gleichmässig über den ganzen Elektrodenwerkstoff verteilt. Für be stimmte Sonderfälle kann es jedoch auch günstig sein, das Lanthanoxyd im Innern der Elektrode entlang ihrer Achse zu konzentrieren, wodurch eine Elektrode in der Art der bekannten Selenelektroden entsteht.
Wenn auch geeigneten Tabellenwerken ohne weite res entnommen werden kann, dass Lanthan elektrone gativer als Wolfram ist, so ist seine Verwendung als Zusatz zu Wolfram bei Schweisselektroden bisher vor allem deshalb nicht versucht worden, weil es aus der Metallkunde bekannt ist, dass die Oxyde gewisser sel tener Erden, speziell jedoch die des Samariums und des Lanthans, als Zusätze zu Wolfram die mechanische Bearbeitbarkeit des letzteren stark herabsetzen.
Es konnte jedoch festgestellt werden, dass sich Schweiss- elektroden aus Wolfram mit Lanthanzusätzen trotz die ser Eigenschaften des Lanthans und auch trotz seines verhältnismässig grossen Ausdehnungskoeffizienten bei Einhaltung bestimmter Arbeitsbedingungen durchaus zufriedenstellend herstellen lassen, sofern der Lanthan oxydgehalt nicht über 2,5 % liegt.
Ein Herstellungsverfahren für die Elektrode beruht im wesentlichen auf einer Arbeitsweise, bei der zu nächst Lanthanoxyd mit Wolframmetallpulver oder Wolframsäureanhydrid vermischt wird, diese Pulvermi schung anschliessend gepresst und dann gesintert wird. Das fertige Sintermetall kann dann in bekannter Weise zu Elektroden verarbeitet werden.
Zur Erprobung der erfindungsgemässen Elektroden wurde unter anderem ihre Strombelastbarkeit in Ver gleich mit thorierten Wolframelektroden und Elektroden aus reinem Wolfram untersucht. Die Versuchsbedingungen waren:
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Elektrodendurchmesser: <SEP> 3 <SEP> mm
<tb> Zu <SEP> schweissendes <SEP> Material: <SEP> Kupfer
<tb> Elektrodenabstand <SEP> zum <SEP> Werkstück: <SEP> 3 <SEP> mm
EMI0002.0017
Schutzgas: <SEP> Argon, <SEP> 8 <SEP> ltr./Min.
<tb> Schweissstrom: <SEP> Wechselstrom <SEP> mit
<tb> Filterkondensator
<tb> Schweissdauer:
<SEP> 1 <SEP> Minute Als. richtige Höchstbelastung der Elektrode wurde diejenige Stromstärke angenommen, bei der die an der Elektrodenspitze entstehende Kugel gerade den glei chen Durchmesser wie die Elektrode selbst erreicht. Es ergaben sich für die maximale Belastung in Ampere folgende Ergebnisse:
EMI0002.0020
Reines <SEP> Wolfram: <SEP> 117 <SEP> Ampere
<tb> Wolfram <SEP> + <SEP> 1,2 <SEP> 0/o, <SEP> Thoriumoxyd: <SEP> 143 <SEP> Ampere
<tb> Wolfram <SEP> + <SEP> 0,7 <SEP> 0/o <SEP> Lanthanoxyd: <SEP> 154 <SEP> Ampere
<tb> Wolfram <SEP> + <SEP> 1,5 <SEP> 0/o <SEP> Lanthanoxyd: <SEP> 154 <SEP> Ampere Diese Ergebnisse zeigen, dass die Belastbarkeit der erfindungsgemässen Elektroden wesentlich besser als die reiner Wolframelektroden ist und sogar noch um rund 7,7 0/o höher liegt als diejenige der thorierten Wolframelektroden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH I Wolframelektrode zum Lichtbogenschweissen unter Schutzgas mit einem Zusatz von gegenüber dem Wolf ram elektronegativeren Stoffen, dadurch gekennzeich net, dass der Elektrodenwerkstoff 0,1 bis 2,5 0/o Lan thanoxyd enthält. UNTERANSPRÜCHE 1. Wolframelektrode nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektrodenwerkstoff 0,5 bis 2 0/o Lanthanoxyd enthält. 2. Wolframelektrode nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass das Lanthanoxyd gleich- mässig im Elektrodenwerkstoff verteilt ist. 3. Wolframelektrode nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass das Lanthanoxyd im Inneren der Elektrode entlang ihrer Achse konzentriert ist.PATENTANSPRUCH II Verfahren zur Herstellung der Wolframelektrode nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man das Lanthanoxyd in Pulverform mit Wolframme- tallpulver oder Wolframsäureanhydrid vermischt, diese Pulvermischung anschliessend presst, dann sintert, wobei im Falle der Verwendung des Anhydrids dieses zum Wolfram reduziert wird, und den Sinterkörper zu Elektroden verarbeitet.
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|---|
| EP0369114A1 (de) * | 1988-10-17 | 1990-05-23 | Gesellschaft Für Wolfram-Industrie Mbh | Verfahren zur Herstellung von legierten Wolframstäben |
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1966
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Also Published As
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| DE1608407A1 (de) | 1970-12-10 |
| BE676052A (de) | 1966-06-16 |
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