CH463908A - Verfahren zum Vergrössern der Nitrierhärtetiefe von Stählen - Google Patents
Verfahren zum Vergrössern der Nitrierhärtetiefe von StählenInfo
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Description
Verfahren zum Vergrössern der Nitrierhärtetiefe von Stählen Das Verfahren des Oberflächenhärtens von Stählen durch Nitrieren hat ein breites Anwendungsgebiet ge funden und steigende Bedeutung erlangt. Das Auf sticken erfolgt hierbei durch Glühen bei erhöhten Tem peraturen in stickstoffabgebenden Mitteln, und zwar entweder Gasen oder Bädern, um eine mit Stickstoff angereicherte Oberfläche auf den Werkstücken zu er zielen.
Es ist bekannt, da.ss die Stahlzusammensetzung, und zwar insbesondere der Gehalt an sogenannten Nitrid- bildnern, von Einfluss auf die in der an Stickstoff ange reicherten Schicht zu erzielende Härte ist. Es ist ferner bekannt, dass die Nitrierhärtetiefe beeinflusst werden kann durch die Nitrierzeit und die Nitriertemperatur.
Beim Nitrieren wird so vorgegangen, dass das Werk stück, beispielsweise ein Bauteil, vor dem Nitrieren vergütet wird, um eine bestimmte Kernfestigkeit zu er zielen. Unter Vergütung wird in diesem Zusammenhang eine Wärmebehandlung verstanden, die sich aus Härten und Anlassen zusammensetzt, wobei das Härten zur Martensitbildung führt. Es ist bekannt, dass die Nitrier- härtetiefe in ganz engen Grenzen durch das Anlassen nach dem Härten verändert werden kann, und zwar nimmt die Nitrierhärtetiefe mit steigender Anlasstem- peratur und dementsprechend fallender Vergütungs festigkeit ab.
Zweck der Erfindung ist es, eine Vergrösserung der Nitrierhärtetiefe von Stählen zu erzielen. Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäss dadurch, dass der Stahl vor dem Nitrieren durch Austenitisieren oberhalb der Ac3-Temperatur mit nachfolgendem isothermem oder kontinuierlichem Umwandeln im Bildungsbereich der Zwischenstufen vergütet wird.
Das Umwandeln kann so durchgeführt werden, dass der nach der Austenitisie- rung vorliegende Austenit möglichst vollständig in das Zwischenstufengdfüge (Bainit) überführt wird. Die Ni- trierhärtetiefe kann bestimmt werden als die durch die Nitrierbehandlung erzeugte Härte in einem bestimmten Abstand von der Probenoberfläche. Es konnte festge- stellt werden, dass durch die Wärmebehandlung gemäss der Erfindung, z.
B. in einem Abstand von 0,2 mm von der Oberfläche, eine um mehr als 100 HV3o höhere Härte erzielt werden kann.
Das Verfahren gemäss der Erfindung ist vorzugs weise anwendbar auf die Nitrierstähle. Das sind solche Stähle, die infolge eines Gehaltes an Nitridbildnern für das Nitrieren besonders geeignet sind und daher für diesen Zweck vornehmlich verwendet werden. Diese Stähle enthalten bei einem Kohlenstoffgehalt zwischen 0,2 und 0,45 % an Karbidbildnern bis zu 4 % Chrom, bis zu 2 % Aluminium, bis zu 0,5 % Vanadium und bis zu 1 % Molybdän, und zwar können diese Nitridbildner einzeln oder zu mehreren vorhanden sein.
Ausserdem ist es möglich, noch Niob/Tantal und/oder Titan vor zusehen. Gelegentlich enthalten diese Legierungen auch bis zu 2 % Nickel. Vorzugsweise haben diese Stähle etwa folgende Zusammensetzung: <B>0,25-0,35%</B> Kohlenstoff <B>1,00-3,00%</B> Chrom <B>0,80-1,30%</B> Aluminium 0,10-0,20% Vanadium <B><I>0,10-0,50%</I></B> Molybdän.
Die Temperaturen für die Wärmebehandlung sind abhängig von der Zusammensetzung der Stähle. Wie diese sogenannte Zwischenstufenvergütung durchzufüh ren ist, lässt sich aus den an sich bekannten Zeittempera- turumwandlungsschaubildern ableiten. Das Austenitisie- ren findet oberhalb des Ac3-Punktes, z. B. bei über 800 C, statt, im allgemeinen wird eine Temperatur von 900 C und mehr angewendet. Aus dieser Austenitisie- rungstemperatur kann auf eine Temperatur abgekühlt werden, die zwischen 300 und 600 C liegt.
Bei der kon tinuierlichen Umwandlung kann der Temperaturbereich von 600 bis 300 C mit einer entsprechenden Abkühl- geschwindigkeit durchlaufen werden. Vorzugsweise sollte derart gearbeitet werden, dass sich eine möglichst voll ständige Umwandlung in die Zwischenstufe ergibt.
Von einem Stahl mit 0,34% Kohlenstoff <B>0,25%</B> Silizium 0,75 % Mangan <B><I>1,15%</I></B> Chrom 0,20 % Molybdän <B>0,95%</B> Aluminium Rest Eisen. mit der üblichen Verunreinigung sind Proben hergestellt worden für eine Nitrierung ein mal nach der in üblicher Weise durch Härten und An lassen durchgeführten Vergütung und einmal nach einer Zwischenstufenumwandlung wie gemäss der Erfindung vorgesehen.
Der Stahl wurde eine halbe Stunde lang bei 925 C geglüht und in Wasser abgeschreckt, sodann wurde er 2 Stunden bei 550 C angelassen. Nach einem Nitrieren im Ammoniakgasstrom während 60 Stunden bei 520 C ergab sich im Abstand von 0,2 mm von der Oberfläche eine Nitrierhärte von rund 800 HV3o.
Der gleiche Stahl wurde gemäss der Erfindung vor dem Nitrieren einer Zwischenstufenumwandlung unter worfen.
Der Stahl wurde eine halbe Stunde lang bei 925 C geglüht, dann auf die Temperatur von 550 C abge kühlt und isotherm über 5 Stunden geglüht, wobei die Umwandlung in der Zwischenstufe (obere) ablief. Von der isothermischen Umwandlungstemperatur (550 C) erfolgte die Abkühlung an Luft.
Es ergab sich durch diese Behandlung eine Nitrier- härtetiefe in 0,2 mm Abstand von der Probenober- fläche in Höhe von 950 HV3o.
Das gleiche Ergebnis wurde bei diesem Stahl er zielt, der in der Zwischenstufe durch kontinuierliche Abkühlung von 925 C umgewandelt worden ist. Die Abkühlungsgeschwindigkeit von 925 C lag hier bei rund 300 C/min. Bei einem Stahl mit 0,33 % Kohlenstoff, 1,99 Chrom, 1,17 % Aluminium und 0,26 % Molybdän konn ten folgende Ergebnisse erzielt werden: Nach einem Glühen von einer halben Stunde bei 925 C wurde auf 550 C abgekühlt und bei dieser Tem peratur 5 Stunden gehalten, wobei der Stahl in die Zwischenstufe (obere) umwandelt.
Nach einem Nitrie ren im Ammoniakgasstrom während 60 Stunden bei 520 C ergab sich im Abstand von 0,2 mm von der Oberfläche eine Nitrierhärte von rund 1000 HV3o.
Die Erfinder haben festgestellt, dass bei der Um wandlung in der oberen Zwischenstufe, bei den als Bei spiel angeführten Stählen ist dies eine Temperatur von 550 C, die Härtesteigerung beim Nitrieren grösser ist als bei der Umwandlung in der unteren Zwischenstufe, d. h. also bei den angeführten Stählen etwa im Bereich von 400 C. Sinngemäss gilt diese Feststellung auch für die Umwandlung in der Zwischenstufe durch konti nuierliches Abkühlen des Stahles von Austenitisierungs- temperatur. Bei der Umwandlung in der oberen Zwi schenstufe liegt die Nitrierhärtetiefe am höchsten.
Eine geringere Nitrierhärtetiefe ergibt sich bei der Umwand lung in der unteren Zwischenstufe.
Das Verfahren gemäss der Erfindung schafft also die Möglichkeit, unter Anwendung einfacher Massnahmen eine Vergrösserung der Nitrierhärtetiefe zu erzielen, ohne dass dabei die Kerneigenschaften des Werkstückes in unerwünschter Weise wesentlich beeinträchtigt wer den.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zum Vergrössern der Nitrierhärtetiefe von Stählen, dadurch gekennzeichnet, dass der Stahl vor dem Nitrieren durch Austenitisieren oberhalb der Ac3-Tem- peratur mit nachfolgendem isothernlem oder kontinuier lichem Umwandeln im Bildungsbereich der Zwischen stufen vergütet wird.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DED47151A DE1225217B (de) | 1965-04-30 | 1965-04-30 | Verfahren zum Vergroessern der Nitrierhaertetiefe von Staehlen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH463908A true CH463908A (de) | 1968-10-15 |
Family
ID=7050234
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH1712165A CH463908A (de) | 1965-04-30 | 1965-12-13 | Verfahren zum Vergrössern der Nitrierhärtetiefe von Stählen |
Country Status (3)
| Country | Link |
|---|---|
| AT (1) | AT270729B (de) |
| CH (1) | CH463908A (de) |
| DE (1) | DE1225217B (de) |
Families Citing this family (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2727981B1 (fr) * | 1994-12-13 | 1997-01-10 | Ascometal Sa | Procede de fabrication d'une piece en acier de construction mecanique et piece ainsi fabriquee |
| DE102014113846A1 (de) * | 2014-09-24 | 2016-03-24 | Härterei Technotherm Gmbh & Co. Kg | Verfahren zur Behandlung eines Eisenwerkstoffs und behandelter Eisenwerkstoff |
-
1965
- 1965-04-30 DE DED47151A patent/DE1225217B/de active Pending
- 1965-12-13 CH CH1712165A patent/CH463908A/de unknown
-
1966
- 1966-01-11 AT AT23266A patent/AT270729B/de active
Also Published As
| Publication number | Publication date |
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| AT270729B (de) | 1969-05-12 |
| DE1225217B (de) | 1966-09-22 |
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