CH466237A - Verfahren und Vorrichtung zum tiegelfreien Zonenschmelzen eines kristallinen Stabes, insbesondere Halbleiterstabes - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum tiegelfreien Zonenschmelzen eines kristallinen Stabes, insbesondere HalbleiterstabesInfo
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Description
Verfahren und Vorrichtung zum tiegelfreien Zonenschmelzen eines kristallinen Stabes, insbesondere Halbleiterstabes Es ist bereits ein Verfahren zum Herstellen von langgestreckten, insbesondere dendritischen Halbleiter körpern durch Ziehen aus einer bis unter den Schmelz punkt unterkühlten, gegebenenfalls dotierten Schmelze bekannt. Hierbei wird die mit einer Heizvorrichtung erwärmte Halbleiterschmelze von einem aus dem glei chen Halbleitermaterial bestehenden Träger gehalten und der der Ziehstelle benachbarte Teil der Schmelze unterkühlt.
Durch den Rezipienten wird ein neutrales, vorzugsweise reduzierendes Gas guter Wärmeleitfähig keit, insbesondere Wasserstoff, hindurchgeleitet. Der Druck des Wasserstoffes liegt über dem Atmosphären druck. Dies ist deswegen erforderlich, um zu verhin dern, dass durch eine im Deckel des Rezipienten be findliche Öffnung, durch die der Dendrit gezogen wird, atmosphärische Luft in den Rezipienten gelangt (vgl. DAS<B>1162</B> 329).
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum tiegelfreien Zonenschmelzen eines kristallinen Stabes, insbesondere Halbleiterstabes, in einem Rezipienten mit einer Schutzgasatmosphäre aus Wasserstoff und mit einer den Stab ringförmig umgebenden Induktions- heizspule.
Ziel der Erfindung ist es, die Vorteile, die sich durch die Verwendung von Wasserstoff als Schutzgas ergeben - insbesondere billige Reinigung, vorzugsweise durch Diffusion durch Palladium oder durch Ausfrie ren, geringe überschlagsneigung im Hochfrequenzfeld - beizubehalten. Gleichzeitig soll sichergestellt sein, dass möglichst wenig Verunreinigungen in den zu be handelnden Halbleiterstab gelangen.
Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der vor stehend beschriebenen Art dadurch erreicht, dass ein hochgereinigter Wasserstoff verwendet und im Rezi pienten ein Druck eingestellt wird, der geringer ist als der Atmosphärendruck. Mit Vorteil wird ein Wasser stoff mit einem Reinheitsgrad von mindestens 99,9 0/0 verwendet.
Im Rezipienten wird zweckmässig ein Druck der Wasserstoffatmosphäre zwischen 30 und 600 Torr eingestellt. Arbeitet man in dem angeführten Druckbereich, so ist sichergestellt, dass im Hochfre- quenzfeld keine Glimmentladung eintritt. Bei einem Stab aus Silizium wird gleichzeitig ein Abdampfen von Silizium bzw. von Dotierungsstoff aus der Schmelze verhindert.
Ausserdem ist die Gefahr der Verunreini gung des behandelten Halbleiterstabes auf ein Minimum herabgesetzt, da nur so viel Schutzgas im Rezipienten eingebracht wird, als für die Erzielung der zuerst genannten Vorteile erforderlich ist.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden an einem Ausführungsbeispiel anhand der Zeichnung näher erläutert.
Die Zeichnung zeigt in schematischer Darstellung eine Anordnung zur Durchführung des erfindungsge- mässen Verfahrens.
Ein Rezipient ist mit 1 bezeichnet. Im Deckel und im Boden des Rezipienten 1 ist je ein Simmerring 2 und 3 vorgesehen, die eine vakuumdichte Durchfüh rung der Antriebswellen 4 und 5 für den kristallinen Stab 6 sicherstellen. Der kristalline Stab 6, insbeson dere ein Halbleiterstab, beispielsweise aus Silizium, ist in Halterungen 7 und 8 gehaltert. Die Halterungen 7 und 8 können in Richtung der Stabachse bewegt und um ihre Achse gedreht werden. Die Schmelzzone 9 wird von einer Induktionsheizspule 10, vorzugsweise einer Ringspule mit einer Windung, erzeugt.
Die In- duktionsheizspule 10 kann ortsfest sein und durch eine Seitenwand des Rezipienten vakuumdicht hindurchge führt sein. Die Halterung 11 der Induktionsheizspule 10 kann als koaxiale Halterung ausgebildet sein, die sowohl zur Zuführung des Stromes als auch des Kühl mediums, vorzugsweise Wasser, dient. An der gegen überliegenden Seitenwand des Rezipienten 1 ist ein Schaufenster 12 angeordnet. Das Wasserstoffgas ge langt aus einem Vorratsbehälter 13 über ein Leitungs system 14 in den Rezipienten 1.
Im Leitungssystem 14 befindet sich ein Reduzierventil 15, ein Absperrventil 16 sowie ein Summendruckmesser 17. Der Dotierungs- stoff gelangt aus einem Vorratsbehälter 18 über ein Leitungssystem 19, das in das Leitungssystem 14 mün- det in den Rezipienten 1. Im Leitungssystem 19 befin den sich ein Reduzierventil 20, eine Reduzierkammer 21 mit einem Partialdruckmesser 22 sowie ein Absperr- ventil 23.
Der im Behälter 13 befindliche Wasserstoff ist hochrein. Verunreinigungen, wie Stickstoff, Sauer stoff, Kohlenwasserstoffe, sowie Kohlenmonoxid oder Kohlendioxid wirken sich störend auf das einkristalline Wachstum aus. Durch Diffusion durch Palladium und/ oder durch Ausfrieren kann man das Wasserstoffgas sehr leicht reinigen, so dass der Reinheitsgrad minde stens 99,9 % beträgt.
Auch ein Reinheitsgrad von 99,999 % ist leicht zu erreichen. Der Druck im Rezi- pienten 1 wird auf einen Wert zwischen 30 und 600 Torr, vorzugsweise 150 Torr, eingestellt. Dies erfolgt am einfachsten dadurch, dass zunächst im Rezipienten 1 ein Hochvakuum erzeugt wird.
Anschliessend wird die für einen bestimmten spezifischen Widerstandswert vorbestimmte Menge eines gasförmigen Dotierungsstof- fes, beispiesweise Phosphorwasserstoff oder Borwasser stoff, durch die Leitung 19 in den Rezipienten 1 einge lassen. Hierauf wird durch die Ventile 15, 16 die für den gewünschten Gesamtdruck erforderliche Menge Wasserstoff in den Rezipienten 1 eingebracht. Soll hochohmiges Material erzeugt werden, z.
B. mit 1000 Ohm.cm oder mehr, so ist es günstig, zunächst im Hochvakuum (besser als 10-4 Torr) ein oder meh rere Zonenzüge durchzuführen, bis der erwünschte Widerstandswert erreicht ist. Anschliessend wird der Halbleiterstab 6 in einer reinen Wasserstoffatmosphäre ohne Dotierungsstoff noch ein- oder mehrfach zonen geschmolzen. Durch die Wasserstoffatmosphäre, bei spielsweise von 150 Torr, wird praktisch jegliches Abdampfen von Dotierungsstoffen vermieden, so dass der eingestellte Widerstandswert erhalten bleibt.
Als Wärmequelle für das erfindungsgemässe Ver fahren besonders geeignet ist eine Ringspule mit einer einzigen Windung. Der Spannungsabfall an einer der artigen Spule ist relativ gering, während die Strom dichte hoch ist.
Vorteilhaft ist, dass durch den gegenüber Atmo- sphärendruck erniedrigten Druck des Wasserstoffgases trotz der sehr guten Wärmeleitung von Wasserstoff, die erforderliche Spulenleistung verhältnismässig nied rig ist. So ist bei einem Druck von 150 Torr nur etwa die doppelte Energie wie beim Zonenschmelzen im Hochvakuum erforderlich.
Das erfindungsgemässe -Verfahren kann mit beson derem Vorteil auch mit Verfahrensschritten kombiniert werden, wie sie in den deutschen Patentschriften <B>1128</B> 413 - Verfahren zur Herstellung von verset zungsfreiem, einkristallinem Silizium durch tiegelfreies Zonenschmelzen (mit flaschenhalsförmiger Dünnstelle) - und<B>1218</B> 404 - Verfahren zum tiegelfreien Zonen schmelzen eines kristallinen Stabes, insbesondere Halb leiterstabes (mit seitlicher Verschiebung des wieder er starrenden Stabteils) - beschrieben sind.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE I. Verfahren zum tiegelfreien Zonenschmelzen eines kristallinen Stabes, insbesondere Halbleiterstabes, in einem Rezipienten mit einer Schutzgasatmosphäre aus Wasserstoff und mit einer den Stab ringförmig umgebenden Induktionsheizspule, dadurch gekenn zeichnet, dass ein hochgereinigter Wasserstoff verwen det wird, und dass im Rezipienten ein Druck eingestellt wird,der geringer ist als der Atmosphärendruck. II. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass als Indukt3onsheizspule eine Ringspule mit einer Win dung vorgesehen ist.UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass ein Wasserstoff mit einem Reinheits- grad von mindestens 99,9 % verwendet wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass im Rezipienten ein Druck der Was serstoffatmosphäre zwischen 30 und 600 Torr einge stellt wird.3. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass dem Wasserstoffgas ein gasförmiger Dotierungsstoff beigemengt wird. 4. Verfahren nach Unteranspruch 3, dadurch ge kennzeichnet, dass als Dotierungsstoff Phosphorwasser stoff verwendet wird. 5. Verfahren nach Unteranspruch 3, dadurch ge kennzeichnet, dass als Dotierungsstoff Borwasserstoff verwendet wird. 6.Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass der kristalline Stab vor der Behand lung in der Wasserstoffatmosphäre im Vakuum ein- oder mehrfach zonengeschmolzen wird.
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