Gerät zum Beheizen von Weichenzungen Es ist bekannt, Abschnitte von Eisenbahnschienen, die in ihrer Funktion durch Schneefall oder Eisbildung gefährdet werden, zu beheizen, um so in der kalten Jahreszeit einen störungsfreien Verkehr zu ermöglichen. Bei den meisten bekannten Schienenheizgeräten sind mehrere, vorzugsweise mit Flüssiggas, wie Propan, ge speiste Brenner in geeigneten, zweckmässig den Schwel lenfeldabständen entsprechenden Abständen längs der zu beheizenden Schiene angeordnet, wobei die heissen Abgase der Brenner unmittelbar oder über geeignete Leitflächen an die Schiene herangeführt werden.
Der artige Heizgeräte sind wegen der grossen Anzahl der über ein verzweigtes Leitungsnetz zu speisenden Brenner sehr aufwendig und sie erfordern bei ihrer Montage meist auch einen Eingriff in die Schotterbettung, sofern nämlich an der Unterseite des Schienenfusses Raum für die Unterbringung der Brenner freigemacht werden muss.
Günstiger sind in dieser Beziehung bekannte Heiz- geräte, bei welchen ein rohrähnlicher Heizkörper vorge sehen ist, der Heissgas führt und im Raum zwischen Schienenfuss und Schienenkopf einer Normalschiene an geordnet ist, wobei zur Halterung dieses Körpers ein den Schienenfuss untergreifender Drahtbügel dient.
Die Erfindung befasst sich mit der Aufgabe, ein Gerät zum Beheizen von Weichenzungen zu schaffen, bei dem ähnlich dem vorerwähnten, bekannten Gerät ein Heissgas führendes Heizrohr verwendet wird, dessen Querschnitt dem lichten Raum über dem Zungenfuss bis zur Höhe des Zungensteges angepasst ist, das aber nicht, wie bisher, die feste Backenschiene heizt, sondern un mittelbar auf die bewegliche Weichenzunge wirkt, was den Vorteil bietet, dass mit geringstem Aufwand die Wärme an jene Stellen geleitet wird, wo durch Vereisung eine Betriebsstörung verursacht werden kann.
Das erfindungsgemässe Gerät ist dadurch gekenn zeichnet, dass sich das Heizrohr vom Bereich des Zun gengelenkes in Richtung zur Zungenspitze bis knapp vor das Gestänge der Zungenverstell- und -verriege- lungsvorrichtung erstreckt, wobei der dem Zungenge lenk zugekehrte Endteil des Heizrohres schräg in Rich tung zur Gleismitte hin gebogen ist und einen eine Heissgasströmung erzeugenden Brenner trägt, während am anderen Ende des Heizrohres eine gegen den Ver stell- und Verriegelungsmechanismus der Weichenzunge gerichtete Ausströmöffnung vorgesehen ist.
Die Erfindung ermöglicht es somit, mit dem gleichen Gerät störende Vereisungen sowohl an der Weichen zunge bzw. zwischen Weichenzunge und Backenschiene als auch am Verstell- und Verriegelungsmechanismus der Weichenzunge mit hohem Wirkungsgrad zu verhin dern bzw. zu beseitigen. Das Heizrohr, das in beliebiger Weise mit der Weichenzunge verbunden werden kann, hat vorzugsweise im wesentlichen Rechteckquerschnitt, wobei die längere Rechteckseite der Breite des Zungen- fusses angepasst ist.
Dadurch werden ein guter Sitz des Heizrohres und eine grosse Wärmeaustauschfläche zwi schen Heizrohr und Weichenzunge gesichert.
Die Erfindung soll nun unter Bezugnahme auf die Ausführungsbeispiele darstellenden Zeichnungen ge nauer erläutert werden. Fig. 1 zeigt in schematischer Draufsicht ein erfindungsgemässes Gerät zum Behei zen von Weichenzungen während der kalten Jahreszeit und Fig. 2 stellt dieses Gerät an einer Weiche montiert dar. Fig. 3 ist ein Querschnitt nach der Linie III-III in Fig. 2. Fig. 4 ist eine schematische und teilweise im Axialschnitt gezeigte Ansicht eines Brenners, der vorteil haft für Heizgeräte gemäss der Erfindung Verwendung findet.
Das in Fig. 1 dargestellte, für zwei miteinander ge- kuppelte Weichenzungen bestimmte Zwillingsheizgerät umfasst je Weichenzunge ein Stahlrohr 1 bzw. 1', das sich über mehrere Schwellenfelder erstreckt und an einem Ende zur Gleismitte hin abgewinkelt ist, wobei an den abgewinkelten Rohrteil ein Brenner 2 bzw. 2' angeschlossen ist, der seinerseits über eine Speise leitung 3 bzw. 3' mit einer Brennstoffquelle, z. B. einem Propangasbehälter, verbunden ist.
Die Luftzufuhr zu den Brennem erfolgt über eine sich vergabelnde Luft zufuhrleitung 10, die vorzugsweise mit Abstand vom Bo den ausserhalb des Gleises in einem Schnorchel endet, um auch bei Schneelage die Luftzufuhr zu sichern.
Jedes der Rohre 1 bzw. 1' hat, wie aus Fig. 3 er kennbar ist, einen im wesentlichen rechteckigen Quer schnitt und ist so ausgebildet, dass es in die Kehlung zwischen Fuss F und Steg St einer Weichenzunge Z passt. Wenn die Weichenzunge an dieser Stelle eine Hohlkehle aufweist, so ist ein entsprechend angepasstes Formrohr zu verwenden. Die Höhe h des Rohres ist so gewählt, dass das Rohr zur Gänze unterhalb des vor geschriebenen Lichtraumprofiles liegt, so dass das Ab rollen des Spurkranzes an der Zunge durch die Heiz- einrichtung nicht behindert wird.
Die längere Seite des Rechteckquerschnittes ist der Breite des Zungenfusses F angepasst. An einer Seite jedes Heizrohres sind durch Schweissung oder dgl. Winkellaschen 4 befestigt, die mit einem Schenkel den Zungenfuss Untergreifen und eine Klemmschraube 5 tragen, mittels welcher das Heizrohr am Zungenfuss F festgeklemmt werden kann. An der dem Zungensteg St zugekehrten Seite weist jedes Heiz rohr einen längsweise verlaufenden Austrittsspalt 6 oder in Längsrichtung des Rohres verteilte Austrittsöffnun gen für die Abgase des Brenners auf.
Die für die gegenüberliegenden Zungen einer Wei che bestimmten Heizrohre 1, 1' sind durch Kupplungs gestänge 7, die an angeschweissten Konsolen 8 bzw. 8' der Heizrohre 1, l' angelenkt sind, auf gemeinsame Bewegung miteinander verbunden. Falls die beiden Wei chenzungen elektrisch gegeneinander isoliert sein sollen, werden in die Gestänge 7 und in die vergabelte Luft zufuhrleitung 10 Isolierstücke eingebaut.
Wie aus Fig. 2 hervorgeht, befinden sich im mon tierten Zustand des Zwillingsheizgerätes die Brenner 2, 2' nahe den Gelenkpunkten G bzw. G' der Weichen zungen Z bzw. Z' und die Heizrohre 1, l' sind so lang bemessen, dass sie kurz vor der nur schematisch ange deuteten Weichenverstellvorrichtung enden. Die freien Austrittsöffnungen 9, 9' der Heizrohre 1, 1' sind so gerichtet, dass die daraus austretenden Abgase gegen die Zungenverriegelungseinrichtungen geblasen werden und diese wirksam beheizen.
Bei der dargestellten Anord nung des Heizgerätes wirken die heissesten Abgase auf den verdickten Teil der Weichenzungen, wodurch eine günstige Beheizung gesichert wird.
Die der Weichenzunge abgekehrten Oberflächenteile des Heizrohres 1 können mit wärmedämmendem Mate rial bedeckt sein. In Fig. 4 ist ein im Rahmen der Erfindung beson ders günstig verwendbarer Brenner dargestellt, der einen starken axialen Strom von heissen Abgasen erzeugt. Durch eine enge Düse 15 strömt Gas, z. B. von einem Propangasbehälter, in einen perforierten Doppelkegel, dessen sich diffusorartig erweiternder Teil 16a schwä cher perforiert ist als der anschliessende, sich verengen de Teil 16b.
In den als Mischkammer dienenden Bren- nerteil 16a wird durch Ejektorwirkung Luft angesaugt und mit dem aus der Düse ausströmenden Gas ver mischt. Im anschliessenden Brennerteil 16b wird die Geschwindigkeit des Gas-Luftgemisches erhöht und zu gleich wird weitere Verbrennungsluft angesaugt, so dass in den Brennerhals 17 ein gut brennbares Gemisch eintritt und dort auf bekannte Weise, z.
B. elektrisch durch Fernzündung, entflammt werden kann. Der Bren ner ist nach aussen von einem Schutzkegel 18 abgedeckt, der ein Erlöschen der Flamme durch Regen oder Wind einwirkung (Fahrtwind) verhindert. An den Brenner schliesst sich ein die Flamme aufnehmendes Brenner rohr 19 an, das mit dem Heizrohr 1 bzw. 1' verbunden ist. Im Brennerrohr 19 wird zweckmässig ein von der brennenden Flamme zum Glühen gebrachter, z. B. ring förmiger Metallteil in den Flammenweg eingesetzt, der bei ungewolltem Erlöschen der Flamme eine sofortige neuerliche Zündung bewirkt.